Es ist ja keine Neuigkeit was Kinder in Kriegsgebieten durchmachen, aber diese Zeichnungen haben mir im wahrsten Sinne des Wortes das Herz in Stücke gerissen…
amerika verhängt ein wirtschaftembargo und china kauft das öl. am ende zerfleischen sich die sudaner und die kinder schießen mit und schaun zu.
wie soll ein kind da ein kinderleben haben können, so wie wir es kennen.
wie soll ein kind da ein kinderleben haben können, so wie wir
es kennen.
Die einzige Hoffnung sind wohl Kinderhilfswerke mit
psychologische Betreung.
Traurig irgendwie…
die einzige hoffnung wäre kein öl mehr im sudan. dann könnten die kinderhilfswerke auch arbeiten. solange es öl gibt, gibt es kinder, die solche bilder malen und diesen alltag als normal sehen.
das kann man in D an den Jahrgängen 1935 - 1944 ziemlich greifbar beobachten. Ob das Leben dieser Generation normal war und ist oder nicht, ist eine Definitionsfrage.
das kann man in D an den Jahrgängen 1935 - 1944 ziemlich
greifbar beobachten. Ob das Leben dieser Generation normal war
und ist oder nicht, ist eine Definitionsfrage.
Ich weiss nicht so recht ob man diese Situation in Sudan, Irak, Palästina/Israel etc so vergleichen kann mit der Situation der Kriegskinder hier; ich meine die Jahrgänge 35-44.Klar war das damals auch eine verheerende Situation; ständig in Bunker flüchten und warten, nebenbei noch Bomben sich mitanhören.Aber ich glaube dass das Kaliber in den ganz oben genannten Regionen eine Schiene härter ist allein dadurch dass es seit Jahrzehnten schon so ist!Man kennt sozusagen nix anderes mehr…
Hier im Lande z.B. haben zwar viele 68er eine schwere Kindheit inklusive Krieg gehabt, aber danach kamen die Wiederaufbaujahre (die natürlich hart waren, weil die Finanzmittel fehlten) und spätestens Ende der 50er Jahre war alles anders.
Aber woanders nimmt das ja gar kein Ende!
Ich weiss nicht so recht ob man diese Situation in Sudan,
Irak, Palästina/Israel etc so vergleichen kann mit der
Situation der Kriegskinder hier; ich meine die Jahrgänge
35-44.Klar war das damals auch eine verheerende Situation;
ständig in Bunker flüchten und warten, nebenbei noch Bomben
sich mitanhören.
Wer zwischen 35 und 45 Kind war, hat schon ein bisschen mehr erlebt, als das was du beschreibst.
Aber ich glaube dass das Kaliber in den ganz
oben genannten Regionen eine Schiene härter ist allein dadurch
dass es seit Jahrzehnten schon so ist!
Dem ist auch nach meiner Auffassung so. Dennoch kann man Vergleiche ziehen.
Man kennt sozusagen nix
anderes mehr…
Wessen Kindheit genau in die Nazizeit gefallen ist, der kannte auch nichts anderes mehr.
Hier im Lande z.B. haben zwar viele 68er eine schwere Kindheit
inklusive Krieg gehabt,
?? von welchem Krieg oder welchem Land redest du?
aber danach kamen die
Wiederaufbaujahre (die natürlich hart waren, weil die
Finanzmittel fehlten)
die kamen nach 1950
und spätestens Ende der 50er Jahre war
alles anders.
Anders ja, aber die Auswirkungen waren IMHO immer noch zu spüren. Man muss nur richtig hinsehen.
das kann man in D an den Jahrgängen 1935 - 1944 ziemlich
greifbar beobachten. Ob das Leben dieser Generation normal war
und ist oder nicht, ist eine Definitionsfrage.
…und wir wurden von diesen Kriegskindern erzogen.
Richtig. Die Mutter meines Vaters wurde in ihrem Haus in Hamburg verschüttet, als er zwölf Jahre alt war (ca. 1944). Da musste er zur Tante, wo er nicht besonders freudig aufgenommen wurde. Ergebnis: Er hat eine Mauer um sich herum aufgebaut, durch die bis heute niemand wirklich durchkonnte - und er nicht von innen…
Hallo,
da ich noch keine Sternchen vergeben kann, möchte ich das mit meiner Antwort ausdrücken
Ich stimme dir voll und ganz zu:
Man kann die Situation der Menschen, deren Kindheit aus dem 2. WK bestand meiner Meinung nach sehr gut mit der der heutigen Kriegskinder vergleichen.
Eine Seele geht auch in „nur“ 10 Jahren kaputt!
Weiterhin gebe ich eklastic recht: der „Alltag“ dieser Kinder hat aus weit mehr bestanden, als „ständig in Bunker flüchten und warten, nebenbei noch Bomben sich mitanhören“.
Bitte nicht falsch verstehen: ich finde die Situation der Kinder in 3- Welt und Kriegsgebieten grausam! Sie tun mir wirklich leid und ich könnte auch weinen, wenn ich Berichte darüber sehe.
Aber ich habe in meiner Verwandtschaft so einige der „2.-WK-Kinder“ und wenn die anfangen zu beschreiben, was die so durchgemacht haben, kommen mir auch die Tränen.
Wessen Kindheit genau in die Nazizeit gefallen ist, der kannte
auch nichts anderes mehr.
Natürlich!Ich habe auch nicht mehr geschrieben, weil es mit Worten nicht zu schildern ist; schon gar nicht wenn man ein Siebziger Jahrgang ist und in der verwöhnten Erfolgszeit Deutschlands aufgewachsen ist mit Kinderschokolade etc etc etc (So wie ich)
Eine Seele geht auch in „nur“ 10 Jahren kaputt!
Weiterhin gebe ich eklastic recht: der „Alltag“ dieser Kinder
hat aus weit mehr bestanden, als „ständig in Bunker flüchten
und warten, nebenbei noch Bomben sich mitanhören“.
Bitte nicht falsch verstehen: ich finde die Situation der
Kinder in 3- Welt und Kriegsgebieten grausam! Sie tun mir
wirklich leid und ich könnte auch weinen, wenn ich Berichte
darüber sehe.
Aber ich habe in meiner Verwandtschaft so einige der
„2.-WK-Kinder“ und wenn die anfangen zu beschreiben, was die
so durchgemacht haben, kommen mir auch die Tränen.
Ja…Du hast recht.
Mir ging es irgendwie nur um diese Zeichnungen und dass es einen berührt, wenn Kinder statt z.B.Smileys mit grossen Händen und Füssen und Luftballons solche makabren Sachen malen…Es ging mir nur um diese kleinen Seelen und wieder packt mich das Bedürfniss mich zu engagieren!
das ist jetzt ein Abschwiff weit von der eigentlich vorgelegten Frage, aber ich erlaube mir die Eröffnung eines Nebenfadens:
Einmal ein kleines Apercu betreffend die Parallelen: Eine Kollegin von mir, aus Rwanda stammend, hat mir beschrieben, wie sie sich in Deutschland nach einer Zeit in Belgien erstmals nach ihrer Flucht wieder aufgehoben fühlte, und zwar bezeichnenderweise im Kontakt mit viel älteren Leuten aus Deutschland, Angehörigen der Jahrgänge ca. 1920 bis 1940. Sie sagt, dass sie im Umgang mit diesen Leuten oft und leicht den Eindruck hatte, sich unmittelbar zu verstehen, „man muss denen nicht lauter Dinge erklären, die man nicht beschreiben kann…“ (sie hat in Rwanda rund 3/4 ihrer Angehörigen verloren).
Dann die Sache mit der qua Erziehung weitergetragenen, sozusagen abstrakt erstarrten Traumatisierung: In jüngster Zeit habe ich öfter Mal mit Angehörigen meiner Kleingeneration (ca. 1958 - 1962) ohne brauchbares Ergebnis darüber gesprochen, in welchem Umfang wohl Eigenheiten unserer Eltern nicht bloß die waren, die man Eltern als Kind mehr oder weniger immer vorwirft, sondern schon als eine Art nie bearbeitets Kollektivtrauma deren Generation zu dem gemacht haben, wie sie sich äußerte. Gekennzeichnet etwa durch eine ziemlich verbreitete Sprach- und Ausdrucksarmut in persönlichen Angelegenheiten - „über das, was persönlich wichtig war oder ist, kann man ohnehin nicht reden, es würde niemand verstehen.“ Ersatzweise die hilflos bleibenden Versuche, Persönliches über Gegenstände auszudrücken: Die Wohnwand in Eiche rustikal wird mit immer mehr Deckchen, Nippes, Kitschkram „wohnlich“ gestaltet, trotzdem bleibt dem Zimmer eine fröstelige, klamme „Bunkerstimmung“, das eigene Haus bleibt ausgebrannt, egal wie weit man die Heizung aufdreht und wie „schön man es sich macht“. Usw., da wäre einiges fortführbar.
Zum Kern und alldieweil Du Profi in der Materie bist:
Kennst Du aussagekräftige Untersuchungen oder Erkenntnisse über diese mögliche Wechselwirkung Zeitgeschichte - Persönlichkeitsstruktur - kollektive Traumatisierung in den Jahrgängen ohne Jugend (ca. 1920) und in den Jahrgängen der Bunkerkinder (ca. 1935 - 1945)? Und, sicherlich noch schwerer und fast nur spekulativ fassbar die Wirkungen der nie bearbeiteten Traumata auf die durch diese beiden Elterngenerationen erzogenen Kinder?
nichts Aussagekräftiges, bloß eine kleine Illustration:
Mein Vater, damals schon nicht mehr Kind, stand am Morgen seines 20. Geburtstages im Hafen von Tripoli. Der Geleitzug war über Nacht gefahren, es gab ein paar Stunden frei, bis Quartier gemacht worden war. Die ganze Wasserlinie entlang waren vom Hafen aus die Takelagen der versenkten Transporter und Begleitschiffe anderer Geleitzüge zu sehen: Die Royal Air Force kümmerte sich nicht groß um die Umwege, die sie fuhren, weil es an der Libyschen Küste so gut wie keine Häfen zum Ausweichen gab. Jetzt, bei Tageslicht, sah der Mann an den Takelagen, wo er da durch- und hingekommen war, und sein erster Gedanke dabei: „Von hier kommst Du nie wieder weg.“ - Er ist dann einige Zeit doch wieder weggekommen, im Transportraum einer Tante Ju auf dem Weg vom Feldlazarett ins Lazarett nach Thessaloniki, mit einem provisorisch amputierten Bein und knapp 42° Wundfieber. Als er in Thessaloniki nach der endgültigen Amputation aufwachte, das Fieber war nach Entfernung des zermatschten Gewebes schnell zurückgegangen, der erste klare Gedanke: „Gott sei Dank, mit einem Bein schicken sie mich nicht in den Osten!“ (Der, den ein paar Meter neben ihm die Granate ganz auseinandergenommen hatte, die ihn bloß das Bein gekostet hatte, war ein guter Schulfreund von ihm gewesen; im Alter hat er mir mal erzählt, dass ihn die an sich sinnlose Frage „warum er und nicht ich“ ein Leben lang beschäftigt hat)
Das ist bloß ein Splitterchen, und es sind auch nicht Erlebnisse eines Kindes. Dennoch zur Frage der Vergleichbarkeit von Kriegssituationen vielleicht nützlich, und vor allem zu der vorgelegten Frage, ob sich für heutige Kinder aus Kriegsgebieten eine ungefähre Prognose anhand der Beobachtung deutscher Kriegskinder treffen lässt.
Das ist bloß ein Splitterchen, und es sind auch nicht
Erlebnisse eines Kindes. Dennoch zur Frage der
Vergleichbarkeit von Kriegssituationen vielleicht nützlich,
und vor allem zu der vorgelegten Frage, ob sich für heutige
Kinder aus Kriegsgebieten eine ungefähre Prognose anhand der
Beobachtung deutscher Kriegskinder treffen lässt.
Ich kann mir sehr sehr gut vorstellen dass Parallelen zu ziehen sind.Vor allem werden solche Kinder sehr sehr schnell frühreif; müssen evtl. grosse Verantwortung übernehmen wenn Familienoberhaupte sterben.
Aber die deutschen Kriegskinder haben heute die Möglichkeit Therapien zu machen und die schweren Traumen zu verarbeiten.
Ob man dies im Sudan u.v.a. Ländern so in der Form haben kann…Dann werden sie wohlmöglich selber zu Familienoberhaupten, ohne sich richtig damit beschäftigt zu haben!Es ist Normalität!Gehört zum Alltag!Dieser Gedanke ist furchterregend…
Kennst Du aussagekräftige Untersuchungen oder Erkenntnisse
über diese mögliche Wechselwirkung Zeitgeschichte -
Persönlichkeitsstruktur - kollektive Traumatisierung in den
Jahrgängen ohne Jugend (ca. 1920) und in den Jahrgängen der
Bunkerkinder (ca. 1935 - 1945)? Und, sicherlich noch schwerer
und fast nur spekulativ fassbar die Wirkungen der nie
bearbeiteten Traumata auf die durch diese beiden
Elterngenerationen erzogenen Kinder?
Servus Martin und Danke für deinen Artikel
…da gibt es einiges: zb: Radebold, Abwesende Väter-Auswirkungen
einer im zweiten Weltkrieg beschädigten Kindheit.Vandenhoek und
Rupprecht Verlag.
Leuzinger- Bohleber, Die langen Schatten von Krieg und
Verfolgung:Kriegskinder in Psychoanalysen Psyche 2003.
Decker, Radebold, Ausgebombt,Vertrieben,Vaterlos -Lanzeitfolgen bei
den Geburtsjahrgängen 1930-1945 in Deutschland in Radebold,
Kindheiten im Zeiten Weltkrieg und ihre Folgen . Psychosozial,
Gießen.
…um nur ein paar zu nennen!
Aber die deutschen Kriegskinder haben heute die Möglichkeit
Therapien zu machen und die schweren Traumen zu verarbeiten.
Hallo Firdevsil…das sagst du so in deinem jugendlichen Leichtsinn
(freundliche Ironie).
Von den deutschen Kriegskinder haben nur sehr sehr wenige eine
Psychotherapie in Anspruch genommen.
Zum einem weil sie die Naziideologie verinnerlicht hatten: hart wie
Kruppstahl…usw.
Zum anderen weil sie das kollektive Tabu des nicht darüber sprechens
nicht verletzen wollten.
und zum dritten weil sie sich nicht als opfer sondern insgeheim als
Täter verstanden haben und dies verheimlichen wollten.
es ist wohl in dieser Generation oft zu etwas gekommen was mal als
transgenerationelle Weitergabe versteht.