Kriegsspielplan

Hallo,

im Speicher des Onkels von meiner Mutter haben wir zwei eigenartig bedruckte Pappendeckel gefunden in der Größe von ca. 50cm x 50cm.

Auf der Vorderseite ist eine Art topografische Karte abgebildet.
Das dargestellte Gelände in Quadrate eingeteilt.

Auf der Rückseite steht Kriegsspielplan Dachau.
Maßstab 1:6250.
Für mich als studierter Geodät schon mal ein recht eigenartiger Maßstab.
Dann ist noch eine Schachbretteinteilung 1-7 und A-G abgebildet.

Jeder der zwei Pappendeckel ist eins dieser Felder.

weiterer Aufdruck:
Hergestellt von der Topographischen Zweigstelle des Bayerischen Landesvermessungsamtes 1937 im Auftrage des Generalkommando VII.AK.

War dass damals nur ein Brett-Spielplan, vergleichbar mit dem heutigen Gesellschafts-Brettspiel Risiko oder
hatte dass doch eine reale und wirkliche Bedeutung für die Planungen des Heeres im 3.Reich?

Die Pappendeckel habe ich mit fünf Bildern dokumentiert und sind unter

www.fotos.web.de/SaurChristian

im Albumordner

Kriegsspielplan abrufbar.

Wollte schon seit mehreren Jahren die Bedeutung dieser Pappendeckel erfahren.
Eine Anfrage beim Landesvermessungsamt brachte kein Ergebnis.

Würde mich über eine Antwort freuen.

Mit freundlichen Grüßen

Christian
aus Augsburg

Tach

Würde sagen diese Karte hatte militärische Zwecke. Auf dem ersten Bild sieht man, dass es für das Generalkommando des VII Armeekorps gemacht wurde. Zu der Zeit als die Karte gemacht würde gehörte das Gen.Kdo VII der Heeresgruppe 3 an. Später dann zur Heeresgruppe Süd als Teil der 10.Armee.

Eine Verwendung als ‚Risiko‘ würde ich ausschließen :smile:

Gruß

Christoph

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sieht mir eher etwas von oder für die Luftwaffe aus.

Es gibt verschiedene Arten von Landkarten, Winkelkarten, Meridiankarten …

Glaube auch nicht, daß dies ein Spiel war.

Also wenn es für das VII. Armeekorps war hat das nichts mit LW zu tun. Das war ne reine Infanterieangelegenheit :smile:

Gruß

Christoph

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Hallo,

im Speicher des Onkels von meiner Mutter haben wir zwei
eigenartig bedruckte Pappendeckel gefunden in der Größe von
ca. 50cm x 50cm.

Kannst Du was zum Onkel bzw. dessen Vater sagen?

Das dargestellte Gelände in Quadrate eingeteilt.
Auf der Rückseite steht Kriegsspielplan Dachau.
Maßstab 1:6250.
Für mich als studierter Geodät schon mal ein recht
eigenartiger Maßstab.

Scheint aber üblich zu sein, vgl. z.B.
http://cgi.idemitsu.co.jp/idemitsu/cgi-bin/us_sssMap…

Dann ist noch eine Schachbretteinteilung 1-7 und A-G
abgebildet.
Jeder der zwei Pappendeckel ist eins dieser Felder.

Hast Du nur die beiden Deckel?

weiterer Aufdruck:
Hergestellt von der Topographischen Zweigstelle des
Bayerischen Landesvermessungsamtes 1937 im Auftrage des
Generalkommando VII.AK.

OK, also VII AK hat es geordert, wer es später
benutzt hat, geht daraus nicht hervor.

War dass damals nur ein Brett-Spielplan, vergleichbar mit dem
heutigen Gesellschafts-Brettspiel Risiko oder
hatte dass doch eine reale und wirkliche Bedeutung für die
Planungen des Heeres im 3.Reich?

:wink:

Die Pappendeckel habe ich mit fünf Bildern dokumentiert und
sind unter

Meine Hypothese. Das sind vielleicht Ausbildungsunterlagen,
die Theodor Eicke 1938 oder 1939 vom Heer bekommen hat,
um seinen Leuten Taktik beizubringen.

Möchtest Du Quellen haben, die meine Hypothese
stützen? Ein kleiner Hinweis:
http://www.hagalil.com/czech/dachau/dachau-2.htm

...
Ende September 1939 wurde das KZ Dachau allmählich 
geräumt. Es sollte in den nächsten Monaten als Truppen-
übungsplatz den SS-Totenkopf-Einheiten zur Verfügung stehen. 
Die Häftlinge wurden auf die Lager Buchenwald, Mauthausen 
und Flossenbürg verteilt.
...

Wenn sich das bestätigt, dann bewahre diesen
Schatz gut, er könnte in den Augen der Devotionalien-
sammler einmal sehr sehr wertvoll sein :wink:

Aber vielleicht ist es ja auch was ganz anderes?

CMБ

Kriegsspiel
hALLO;

„Kriegsspiel“ ist der deutsche Ausdruck für Manöver und wurde ganz normal in diesem Sinne benutzt.

Andreas

Hallo,
als ich die Bilder mit 1-7 und A-G sah, dachte ich zuerst an irgendeine Hilfe für den Sandkastenbau um damit eine bestimmte Lage durchzuspielen.
Ich glaube allerdings, dass dies nicht für den Sandkastenbau bestimmt war, sondern einfach der Vereinfachung der Ausbildung mit Hilfe von Planspielen(Kriegsspiel)diente. Anscheinend gab es 49 Teilkarten und damit konnte man schon einiges machen: Angriff üben auf C 3 und D 3, etc.
Gruss
Rainer

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So isses!
Heute würde man so etwas „Planübung DACHAU“ nennen. Es sind Teile eines Kartensatzes, mit dem bestimmte Langen im Hörsaal durchgesprochen und im Gelände nachvollzogen werden konnten. Mit dem KZ DACHAU hatte das ganz sicher nichts zu tun. Ungewöhnlich ist allerdings der Maßstab.