Hallo!
Ich hoffe, dass ich in der richtigen Kategorie poste, hier mal meine Frage:
Was sind denn bitte die Kriterien des Dokumentartheaters?
Speziell geht es um „Die Ermittlung“ von Peter Weiss, aber ganz allgemein würde mir das absolut genügen, da ich mir da keinen Reim draus machen kann und auch im Web wenig bis nichts dazu finde (Dokumentartheater gibt die Materialien angeblich in unveränderter Form weiter, das war’s dann auch schon…).
Dokumatartheater ist eine Stilrichtung des modernen Theaters, die beeinflußt vom russischen Revolutionstheater, in Deutschland der späten 20er Jahre in E. Piscators Inszinierungen ihren Höhepunkt erreichte.
Das Dokumentartheater will in erster Linie gesellschaftskritisch und politisch wirken. Es wählt daher meist historisch-authentische und politisch relevante Stoffe, die oft in Form eines Prozesses oder einer Untersuchung gestaltet werden. Durch die Verwendung von dokumentarischen Materialien, Akten, Protokollen, zeitgenössischen Presseberichten, Einblendungen und Filmszenen, Fotos, Tonbändern soll großmöglich Autentizität und Glaubwürdigkeit erreicht werden.
In den 30er Jahren wirkte in diesem Sinne u.a. die Theatergruppe „Living Newapaper“ unter E. Rice in New York.
Einen neuen Aufschwung erlebte das Dokumentartheater mit R. Hochhuts Welterfolg „Der Stellvertreter“ 1963, Regie: E. Piscator.
Ihm folgten zahlreiche Dokumentarstücke im europäischem und außereuropäischen Sprachraum u.a. „In der Sache J. Robert Oppenheimer“ 1964, Regie: E. Piscator und „Joel Brand“, 1965 von H. Kipphardt, „Die Ermittlung“, 1965, über den Auschwitz-Prozeß und „Diskurs über die Vorgeschichte und den Verlauf des lang andauernden Befreiungskrieges in Vietnam“, 1968 von P. Weiss,„US“, 1966 über den Vietnamkrieg von P. Brook, „Toller“, 1968 von T. Dorst und „Das Verhör von Habana“, 1970 von H.M. Enzensberger.
(Quelle: Brockhaus-Enzyklopädie)
Gruß Ewa
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