Ergänzung
Hallo nochmal,
vielen Dank schon mal für die Antworten.
Ich habe gedacht, ich könnte meine Frage unabhängig von der Vorgeschichte stellen, aber vielleicht ist mein „Zustand“ doch davon beeinflusst:
Anfang des Jahres hat das Betreuungsverhältnis gewechselt. Mein ehemaliger Betreuer ist an eine andere Institution gewechselt, meine ganze Arbeitsgruppe hat sich aufgelöst und ich habe einen neuen Betreuer bekommen und bin in seine Abteilung und eeine neue Arbeitsgruppe innerhalb der Abteilung gewechselt.
Mein Thema passt nicht in sein Fachgebiet, aber es gibt hier auch keinen anderen Prof., der die Arbeit sonst betreuen könnte. Der alte Betreuer kann die Arbeit nur als Zweitprüfer betreuen, weil ich hier schon zur Promotion zugelassen bin und der Erstprüfer von hier kommen muss.
Mein neuer Betreuer hat Angst, dass ich etwas Falsches in der Arbeit schreibe und schlechte Arbeit geleistet habe, er es aber nicht merkt, da er nicht vom Fach ist. (Das ist ihm nämlich letztes Jahr mit einem anderen Doktoranden passiert. Da hat er einen Fehler in der Arbeit übersehen.)
Im März ist die Situation eskaliert. Ich wollte meine Arbeit eigentlich im Juni abgeben. Als ich die Ergebnisse mit ihm besprochen habe, hat er mir vorgeworfen, ich hätte praktisch keine Ergebnisse. Ich war daraufhin ziemlich fertig und habe um ein Gespräch mit dem Institutsleiter gebeten. Ergebnis war, dass ich noch einen weiteren Versuch mache, aber ansonsten die Ergebnisse reichen.
Im September habe ich ihm die fertige Arbeit inklusive des zusätzlichen Versuchs abgeben. Er meinte, es sei eine schlechte Arbeit und es wäre haarscharf. Auf meinen Einwand, wenn ich etwas verbessern solle, müsse er schon konkreter werden, meinte er, dass er das nicht könne, es sei mehr ein allgemeiner Eindruck.
Ich habe daraufhin mit meinem (neuen) Gruppenleiter gesprochen, der wiederum mit dem Prof. gesprochen hat. Jetzt heißt es, ich solle noch ein weiteres theoretisches Modell einarbeiten.
Weiterhin hat sich nun meine neue Arbeitgruppe auch noch mal meine Arbeit angeschaut, um herauszufinden, wo vielleicht der schlechte allgemeine Eindruck herkommt.
Ich habe mit dem Zweitprüfer gesprochen, er hat mir zugesagt, dass der sich meine Arbeit auch noch mal anschaut, aber er hat wenig Zeit.
Ich muss zugeben, dass mein Schreibstil von den Negativ-Erfahrungen beeinflusst wird. Ich stelle eher die negativen Ergebnisse heraus als die positiven, weil ich mittlerweile selber nicht mehr von mir überzeugt und ziemlich verzweifelt bin. Das ist der Hauptkritikpunkt der Kollegen.
Ich muss nun einen Weg finden, diese Restzeit zu überstehen. Immer wenn ich mich ans Schreiben setzte, habe ich das Gefühl, dass meine Arbeit so schlecht ist, dass es egal ist, was ich schreibe. Dadurch sinkt natürlich auch die Motivation daran weiterzuarbeiten. Ich kann einfach keine Kritik mehr ertragen.
Meine Gefühle möchte ich lieber nicht offen vor den Kollegen zeigen. Irgendwie passt das Verhältnis dafür nicht.
Ich werde es auf jeden Fall schon mal mit den Spaziergängen und dem Kakao versuchen.
Viele Grüße
Sarah