Beim Studium des Zustandsdiagramms von Wasser, habe ich einiges über den kritischen Punkt, bzw. die kritische Temperatur gelesen. „Oberhalb der kritischen Temperatur,…kann eine flüssige Phase, bei noch so hohem Druck nicht mehr hergestellt werden,…Erwärmt man eine Flüssigkeit am kritischen Punkt etwas, so ist sofort die Flüssigkeit vollständig verschwunden, bei Abkühlung ist sie plötzlich wieder da.“ Ich finde, das klingt wahnsinnig interessant, und ist sicherlich auch richtig, obwohl ich es gerne einmal sehen würde. Aber meine Frage jetzt: Wird dieser Effekt auch irgendwo technisch, bzw. wirtschaftlich genutzt ??? bzw. kann das genutzt werden ??
interessant, und ist sicherlich auch richtig, obwohl ich es
gerne einmal sehen würde. Aber meine Frage jetzt: Wird dieser
Effekt auch irgendwo technisch, bzw. wirtschaftlich genutzt
??? bzw. kann das genutzt werden ??
überkritisches CO2 wird z.B. in der Umweltanalytik benutzt. Das Verfahren nennt sich supercritical fluid extraction (SFE), und ist im Prinzip ähnlich wie das im Vorgänger-Posting beschriebene Entkoffeinieren von Kaffee.
Man kann mittels SFE durch Zugabe bestimmter modifier z.B. organische Schadstoffe (PAK, PCB etc.) aus Probenmaterialien (kontaminierte Böden etc.) extrahieren, umd so für eine quantitative und qualitative Analyse zugänglich machen.
Allerdings ist das Verfahren rückläufig. Die Optimierung einer SFE auf eine bestimmte Probenmatrix und Schadstoffgruppe erfordert die Variation sehr vieler Parameter und ist somit sehr zeitaufwendig. Im Trend liegen daher eher etwas einfachere Verfahren wie ASE (accelerated solvent extraction), wo Lösemittel ebenfalls unter hohem Druck und hoher Temperatur, aber unterhalb des krit. Punktes verwendet werden.
Ergänzend könnte man noch erwähnen, worin die Vorzüge von überkritischen Gasen bestehen: Die Löslichkeit ist darin mit der in Flüssigkeiten vergleichbar, aber die Viskosität ist so gering wie bei Gasen. Bei der Entkoffeinierung mit überkritischem CO2 wird beispielsweise genauso viel Koffein gelöst wie in einem flüssigen Extraktionsmittel, aber das CO2 läßt sich wie ein Gas durch den Kaffee blasen. Das verringert den Energieaufwand und erhöht die Geschwindigkeit des Verfahrens derart, daß der erhöhte größere Aufwand gerechtfertigt ist.
noch eine weitere Anwendung, nicht nur von überkritischem CO2, ist die SCC, die SuperCriticalChromatographie.
Also die Chromatographie mit superkritischen Fluiden, speziell CO2 aber auch Propan und anderen Verbindungen.