Kritischer Stickstoffanteil in Raumluft

Guten Tag,

ich habe in meinem Hobbykeller bzw. Hobbygarage (ca. 3m x 6m = 18m² * ca. 2,2m Höhe = ~40m³) eine 10L Flasche Stickstoff stehen (zum inertisieren). Ich plane eine 20L bzw. 50L Flasche in der Ecke zu lagern. Jetzt habe ich mir überlegt, was mir wohl passieren würde wenn ich abends mal vergesse den Hahn zuzudrehen, der austretende Stickstoff verdrängt ja den Sauerstoff. Aber wieso? Sollte er sich nicht einfach nur mit der Raumluft vermischen? In div. Merkblättern (Industriegaseverband) ist zu lesen, dass 1 L fl. Stickstoff den Sauerstoffanteil von 6m³ Raumluft halbiert. Das hiesse ja bei 40m³ halbieren 6,67L fl. Stickstoff (entspricht 4476L -> 22L bei 200bar) den Sauerstoffanteil. Das würde ja Lebensgefahr bedeuten bei einer 20L Flasche ??? Mache ich einen Denkfehler? Kennt jemand eine Formeln mit der man das ausrechnen kann?

Schonmal vielen Dank für die Antworten!

der austretende Stickstoff verdrängt ja den Sauerstoff. Aber wieso? Sollte er sich nicht einfach nur mit der Raumluft vermischen?

Hallo Albert, N_2 verdrängt nicht gezielt O_2, sondern, da er anfangs kalt ist, schichtet er sich unter die Raumluft und drängt diese nach oben. Durch Verwirbelung mischen sich die Gase. N_2 ist nicht giftig. Aber Sauerstoffmangel macht schläfrig und unkonzentriert und ist dadurch gefährlich. Sorge beim Arbeiten für Lüftung und hänge ein Schild zur Erinnerung an die Tür. Gruß, eck.

Moin,

In div. Merkblättern
(Industriegaseverband) ist zu lesen, dass 1 L fl. Stickstoff
den Sauerstoffanteil von 6m³ Raumluft halbiert.

Das kommt mir falsch vor. 1 l flüssig entspricht knapp 700 l Gas. Zusammen mit den 6000 l im Raum hätte man 6700 l. Sauerstoffanteil ist normal ca. 21%, macht be 6 m³ also 1260 l. Diese bezogen auf jetzt 6700 l sind ca. 18%. Das ist zwar auf Dauer ungesund, aber deutlich mehr als die Hälfte. In welchem IGV-Papier soll das stehen?

bei 40m³ halbieren 6,67L fl. Stickstoff (entspricht 4476L ->
22L bei 200bar) den Sauerstoffanteil. Das würde ja
Lebensgefahr bedeuten bei einer 20L Flasche ???

20 l à 200 bar sind 4 m³. Sauerstoff hast du 40 m³ x 21% = 8,4 m³ Bezogen auf jetzt 44 m³ macht 19%. Das ist noch im grünen Bereich, wenn auch auf Dauer ermüdend.

Gruß

Kubi

Hi,

Ich merke gerade: war gar kein Merkblatt des IGV sondern ein Artikel eines Chemikers der TU Darmstadt

http://www1.tu-darmstadt.de/pvw/dez_iv/a/arbeitssich…

Mein Schulbesuch ist zwar schon lange her, aber Pi mal Daumen kam ich auf ähnliche Ergebnisse wie Du, deswegen habe ich nochmal nachgefragt. Möchte in dieser Hinsicht lieber auf Nummer sicher gehen.

Moin,

Ich merke gerade: war gar kein Merkblatt des IGV sondern ein
Artikel eines Chemikers der TU Darmstadt

Das beruhigt mich. Normalerweise sind die Infos vom IGV nämlich in Ordnung.

http://www1.tu-darmstadt.de/pvw/dez_iv/a/arbeitssich…

Keine Ahnung, was der Knabe da gerechnet hat…

Gruß
Kubi

Hi, die Rechnung stimmt, aber:
Mit 18% fängt es langsam an echt kritisch zu werden. Gasspürgeräte und -warngeräte schlagen tw. schon bei 19-18% Alarm. Je nach Arbeit und anderer ggf. giftiger Gase kann das zu Ohnmacht führen, achte also auf Belüftung!

lg
mgb

Hm,

Mit 18% fängt es langsam an echt kritisch zu werden.

Dann rechnen wir das mal in Partialdrucke um.
(ich geh mal vonn 1000 mbar aus)
21 % = 210 mbar
18 % = 180 mbar

Auf der Zugspitze sind es dann (unter Freunden ) 700 mbar
21 % davon sind knappe 150 mbar

Mont Blanc bringt (wieder unter Freunden) 500 mbar
21 % davon sind 105 mbar.

Von noch höheren Bergen hab ich noch gar nicht gesprochen.

So ganz richtig kann Deine Argumentation also nicht sein.

Gandalf

Hallo,
"es fängt an kritisch zu werden. "

Ja anscheindend hast du Recht, dass da noch einiges geht…aber:
Ich stelle diese Messgeräte nicht her, sondern sage nur was die von der Feuerwehr anzeigen…
Dass da noch Luft ist, ist klar und sinnvoll, aber auf Dauer und z.B. bei anderen giftigen Gasen und bei anstregender Arbeit kann das einen dann schon umhauen…man muss ja nicht immer gleich auf der Grenze des Möglichen arbeiten. Naja und dass die wenigsten Europäer den Mt Everest ohne Atemgerät besteigen, erschließt sich dann von allein.

Dennoch danke für die genaue Berechnung, dann kann ich ja unseren Wehrführer beruhigen :wink:

lg
mgb

Moin,

und z.B. bei anderen giftigen Gasen

dann ist das völlig egal wieviel Sauerstoff in der Luft ist, dann sollte eine umluftunabhänige Luftversorgung her - oder?!
Mit ner Atemschutzmaske würde ich mich im Zweifelsfall nicht begnügen.

Dennoch danke für die genaue Berechnung, dann kann ich ja
unseren Wehrführer beruhigen :wink:

Büddebüdde

Gandalf

auchfeuerwehrmann

Hallo Kamerad!

dann ist das völlig egal wieviel Sauerstoff in der Luft ist, dann sollte eine umluftunabhänige Luftversorgung her - oder?!
Mit ner Atemschutzmaske würde ich mich im Zweifelsfall nicht begnügen.

Jawohl. Daher befindet sich sogar aufm KdoW ein PA und ein Kombifilter…

bloß das hilft dem albert auch nicht weiter…
spontan ohne weitere Berechnungen anzustellen, würde ich raten:
Vorsicht ist besser als Nachsicht; Lüften und Warnhinweis für andere unwissende Personen ist wichtig und dann dürfte es keine Probleme geben.

mgb