Kritisches Denken

Hallo,

suche seriöse Literatur bzw. Links zum Thema Kritisches Denken. Mich interressiert hauptsächlich die Frage, warum Menschen an bestimmte Dinge glauben und sich davon nicht so schnell abbringen lassen.
Hab das Internet zwar schon danach durchforstet, aber die Ausbeute war nicht sonderlich ergiebig. Allerdings kenne ich nicht die spezifischen Fachtermini nach denen ich suchen muss.

Also für Tips wär ich dankbar.

Gruss
Armin

Hallo,

Mein Tipp: Versuche es mal mit dem Thema „Argumentation/Logik“. Da geht es halt um Beweisführung, Scheinlogik usw. Die Amerikaner haben da Unmengen von Literatur produziert. Z.B. Bensley, D.A. (1998):Critical Thinking in Psychology: A Unified Skills Approach. Belmont, CA: Wadsworth.

Allerdings würde ich „kritisches Denken“ und „Glauben“ nicht unbedingt als Gegensatz begreifen. Kannst du ein praktisches Beispiel nennen, warum dich das so interessiert? Klingt so, wie wenn „kritisches Denken“ etwas höherwertiges als „glauben“ sei. Das ist meines Erachtens nicht der Fall. „Kritisches Denken“ ist m.E. zum größten Teil auf den „Glauben“ zurückzuführen, mit einer bestimmten Art des Denkens die „Realität“ erfassen zu können. Insofern ist „Glauben“ eine sehr wichtige Ressource für uns Menschen. Füher haben mir zum Beispiel Leute gesagt, Glaubenserfahrungen seien nichts anderes als unbewusste Prozesse. Klingt sehr kritisch, oder? Leider nicht kritisch genug. Später machte ich die Erfahrung, dass das Unbewusste tatsächlich Erfahrungen generieren kann, und dennoch keine Glaubenserfahrungen sind. Schluß jetzt! :smile:)

Tschüs
Rob

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Hallo Rob

Allerdings würde ich „kritisches Denken“ und „Glauben“ nicht
unbedingt als Gegensatz begreifen. Kannst du ein praktisches
Beispiel nennen, warum dich das so interessiert? Klingt so,
wie wenn „kritisches Denken“ etwas höherwertiges als „glauben“
sei. Das ist meines Erachtens nicht der Fall. „Kritisches
Denken“ ist m.E. zum größten Teil auf den „Glauben“
zurückzuführen, mit einer bestimmten Art des Denkens die
„Realität“ erfassen zu können. Insofern ist „Glauben“ eine
sehr wichtige Ressource für uns Menschen. Füher haben mir zum
Beispiel Leute gesagt, Glaubenserfahrungen seien nichts
anderes als unbewusste Prozesse. Klingt sehr kritisch, oder?
Leider nicht kritisch genug. Später machte ich die Erfahrung,
dass das Unbewusste tatsächlich Erfahrungen generieren kann,
und dennoch keine Glaubenserfahrungen sind. Schluß jetzt! :smile:)

Ich habe mich vielleicht falsch ausgedrückt, also ich verstehe unter kritischen Denken im wesentlichen die Fähigkeit Informationsquellen nach ihrer Glaubwürdigkeit beurteilen zu können. Mit Glauben hatte ich keinen religiösen Glauben gemeint (ist meiner Ansicht nach Privatsache) sondern das Problem das manche Zeitgenossen ihrer Vorstellung selbst dann treu bleiben, auch wenn man zeigt das ihre Quelle alles andere als Vertrauenswürdig ist (indem man z.B. direkte Fälschungen in den Zitaten nachweist). Als Beispiel seien Holocaustleugner, Rechtsextreme oder Verschwörungstheoretiker genannt.

Gruss
Armin

Hallo Armin,

wenn ich dich richtig verstanden habe, kann ich dir zur Startlektüre die hier angegebene Literatur empfehlen:
http://www.uni-leipzig.de/~logik/bartelborth/Denken…
http://www.gwup.org/themen/lesetipps/skeptizismus.html
http://www.amazon.de/exec/obidos/ASIN/3706515156/boo…

Ich hoffe, es nützt dir etwas.

Herzliche Grüße

Thomas Miller

Hallo Armin,

ich denke, dass unter den Stichworten „Sozialpsychologie, Vorurteil, Einstellungsforschung“ was zu finden wäre. Vor allem in Einführungsbüchern zum Thema „Sozialpsychologie“ gibt es auch immer ein Kapitel zum Thema „Einstellungsforschung“.

Diese Forschungsrichtung war vor allem nach dem 2. Weltkrieg (ist ja kein Wunder) und noch mal in den 60er Jahren sehr aktiv. Interessant sind die vielen Experimente dazu: Was veranlasst Leute ihre Meinung zu ändern? Wie kann eine Minderheit eine Mehrheit beiinflussen usw.

Ein Buchtipp: Robert B. Cialdini: Überzeugen im Handumdrehen. Wie und warum sich Menschen beiinflussen und überzeugen lassen. (Mittlerweile ein Klassiker, Experimente sind nicht mehr taufrisch, aber immer noch gut zu lesen.) Vielleicht auch interessant ist das Buch: Fit im Kopf von Ellen J. Langer, Rowohlt TB-V., Rnb. (1993). Prof. Langer hat den den Zustand von „mindfulness“ untersucht, also des „wachen, kritischen Denkens“. Gut geschrieben, typisch amerikanisch, spannend.

Viel Erfolg beim Suchen
Gruß
Rob

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Lieber Armin,
das ist ein „weites Feld“. Spontan empfehle ich folgende Literatur:
1.Horkheimer u. Adorno: DIALEKTIK DER AUFKLÄRUNG
2.Marcuse: DER EINDIMENSIONALE MENSCH
3.Freud: DAS UNBEHAGEN IN DER KULTUR
Gruss von Branden

Danke !
für die Hinweise, werd mich mal an die Arbeit machen.

Gruss
Armin

Hallo,
„sorge dich nicht-Lebe!“ von Dale Carnegie