Krone durchgekaut! Warum keine neue Kaufläche?

Hallo,

so wie ein Reifen irgendwann abgefahren ist, so wird auch eine Zahnkrone irgendwann durchgekaut sein.

Die Folge: Die durchgekaute Zahnkrone wird herausgerissen und es wird eine völlig neue Zahnkrone angefertigt und montiert.

Das Ergebnis: Der Patient muß viel Schmerzen leiden und muß viel Zeit und Geld aufwenden.

Nun meine Frage: Könnte man diesen Vorgang, sofern sonst noch alles in Ordnung ist, nicht so vereinfachen, daß man die Krone im Mund läßt und nur die Kaufläche der durchgekauten Zahnkrone neu aufbringt?

Ich denke, es müßte doch unseren Ärzten und Technikern gelingen geeignete Verfahren zu entwickeln.

In diesem Fall müßte der Patient viel weniger Schmerzen leiden und müßte auch erheblich weniger Zeit und Geld aufwenden.

Was spricht dagegen?

Herzliche Grüße
Helmut

Hallo,
nein das geht nicht,weil die Keramik auf das Metall gebrannt wird. Und dazu muss die Krone in einen Ofen bei, ich glaube, etwas um die 200 Grad.(dabei bin ich mir aber nicht sicher) Auf alle Fälle muss die Krone in einen Ofen und das geht nunmal nicht mit dem Patienten. :smile:
Man könnte als Laie annehmen, dass man ja die Krone runternehmen könnte und dann die Keramik auftragen und brennen, aber das geht auch nicht. Weil, wenn eine Einzelkrone mal fest eingesetzt ist, bekommt man sie in der Regel nicht mehr runter ohne sie kaputt zu machen.
Deswegen muss die alte Krone aufgetrennt und runtergeholt werden und mittels Abdruck eine Neue hergestellt werden.
Man kann versuchen, eine Verblendung (also das Zahnfarbene) mit Kunststoff vorrübergehend zu stopfen, also wieder her zu stellen, aber das hält in der Regel nicht lange, weil der Kunststoff sich nicht mit dem Metall verbindet, sondern nur aufgeklebt wird.

Zur Info: Eine keramisch-verblendete-Krone kaut sich auch nicht ab. Darüf ist Keramik zu hart. Da kann durch Alterserscheinung mal was abplatzen, aber nicht runter gekaut werden.

Liebe Grüße
MelP

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Hallo,

Servus

so wie ein Reifen irgendwann abgefahren ist, so wird auch eine
Zahnkrone irgendwann durchgekaut sein.

Das kommt zwar vor, ist aber extrem selten. Ich selbst war 29 Jahre an derselben Stelle tätig und habe keine meiner Kronen ‚durckgekaut‘ gesehen. Das liegt daran, daß Zähne - und damit auch Kronen - beim Kauen nur soweit-, und so lange belastet werden, bis die zu kauende Nahrung ‚durch‘ ist. Dann gehen die Zähne sofort auseinander und der nächste Kauzyklus beginnt. Anders ist es bei den sogenannten Parafunktionen (Pressen, Knirschen, ‚Leermastikation‘). Dabei werden, besonders im Schlaf, gewaltige Kräfte über lange Zeiten hin enwickelt. Dabei kann ein dünner Kronendeckel aus weichem Gold schon mal durchgerieben werden.

Die Folge: Die durchgekaute Zahnkrone wird herausgerissen und
es wird eine völlig neue Zahnkrone angefertigt und montiert.

Das Ergebnis: Der Patient muß viel Schmerzen leiden und muß
viel Zeit und Geld aufwenden.

Na ja, das mit den Schmerzen hält sich, wegen Lokalanästhesie, in engen Grenzen. Das mit dem Geld ist bei der Einzelkrone IMO auch tragbar.

Nun meine Frage: Könnte man diesen Vorgang, sofern sonst noch
alles in Ordnung ist, nicht so vereinfachen, daß man die Krone
im Mund läßt und nur die Kaufläche der durchgekauten Zahnkrone
neu aufbringt?

Das sollte auf jeden Fall immer eine erwägenswerte Option sein. Solche Defekte müßten ja ziemlich klein sein. Eine Composite (Kunststoff) Füllung in Adhäsivtechnik kann hier durchaus als Alternative in Frage kommen.

In diesem Fall müßte der Patient viel weniger Schmerzen leiden
und müßte auch erheblich weniger Zeit und Geld aufwenden.

Was spricht dagegen?

In der Regel nichts.

Herzliche Grüße

Kai

Hallo Kai,

zuerst vielen Dank für die Informationen!

so wie ein Reifen irgendwann abgefahren ist, so wird auch eine Zahnkrone irgendwann durchgekaut sein.

Das kommt zwar vor, ist aber extrem selten. Ich selbst war 29
Jahre an derselben Stelle tätig und habe keine meiner Kronen
‚durckgekaut‘ gesehen.

Bekommen denn die Patienten die ausgebauten Kronen nicht grundsätzlich mit nach Hause, so daß sie garnicht zu Dir gelangen und von Dir angeschaut werden können?

Das liegt daran, daß Zähne - und damit
auch Kronen - beim Kauen nur soweit-, und so lange belastet
werden, bis die zu kauende Nahrung ‚durch‘ ist. Dann gehen die
Zähne sofort auseinander und der nächste Kauzyklus beginnt.

Anders ist es bei den sogenannten Parafunktionen (Pressen,
Knirschen, ‚Leermastikation‘).

Hängt das nicht auch von den verzehrten Lebensmitteln ab? Wenn Jemand vorwiegend weiche Speisen kaut ist der Abrieb wohl geringer als bei Vollkornbrot?

Dabei werden, besonders im
Schlaf, gewaltige Kräfte über lange Zeiten hin enwickelt.
Dabei kann ein dünner Kronendeckel aus weichem Gold schon mal
durchgerieben werden.

Nun ja, vielleicht ist der Kronendeckel hin und wieder etwas dünn geraten? Manchmal wird ja beim einpassen der neuen Krone geschliffen.

Die Folge: Die durchgekaute Zahnkrone wird herausgerissen und
es wird eine völlig neue Zahnkrone angefertigt und montiert.
Das Ergebnis: Der Patient muß viel Schmerzen leiden und muß
viel Zeit und Geld aufwenden.

Na ja, das mit den Schmerzen hält sich, wegen Lokalanästhesie,
in engen Grenzen. Das mit dem Geld ist bei der Einzelkrone IMO
auch tragbar.

Es gibt mutige und weniger mutige und empfindliche und weniger empfindliche Patienten! Manche fürchten sich schon, wenn sie nur an den Zahnarzt denken!

Nun meine Frage: Könnte man diesen Vorgang, sofern sonst noch
alles in Ordnung ist, nicht so vereinfachen, daß man die
Krone im Mund läßt und nur die Kaufläche der
durchgekauten Zahnkrone neu aufbringt?

Das sollte auf jeden Fall immer eine erwägenswerte Option
sein. Solche Defekte müßten ja ziemlich klein sein. Eine
Composite (Kunststoff) Füllung in Adhäsivtechnik kann hier
durchaus als Alternative in Frage kommen.

Diese Antwort gefällt mir sehr gut!!!

Ist dies eine Standardbehandlung die überall unter dem Namen Composite Füllung in Adhäsivtechnik gemacht werden kann?

Macht der Zahnarzt wegen seinem Verdienst nicht lieber die beschädigte Krone heraus und findet vielleicht tausend Gründe dafür, das tun zu können?

Wird diese Behandlung von der Kasse bezahlt?

Herzliche Grüße
Helmut

Hallo Helmut,

Hängt das nicht auch von den verzehrten Lebensmitteln ab? Wenn
Jemand vorwiegend weiche Speisen kaut ist der Abrieb wohl
geringer als bei Vollkornbrot?

Grundsätzlich gab es Vollkorn- und Rohkost schon lange bevor die Natur das menschliche Gebiss entwickelte. Normalerweise ist das kein Problem.

Allerdings lässt sich an den alten Pharaonen zeigen, dass es ein indirektes Problem gibt.

Die ganz alten Ägypter weisen alle duchgekaute Zähne auf, also bei denen lag der Zahnnerv frei und unsägliche Zahnschmerzen müssen bei denen an der Tagesordnung gewesen sein …

Der Auslöser war, dass die Ägypter nur eine sehr harte Getreidesorte kannten. Beim mahlen erzeugte diese mehr Abrieb an den Mahlsteinen, welcher mit im Mehl landete.
Durch den Kontakt mit den Griechen erhielten die Ägypter dann auch weichere Getreidesorten und dieser Effekt verschwand.

So viel ich weiss, tritt dies Heute nur noch auf wenn, entweder mit falschen Mahlsteinen (selbst) Getreide gemahlen wird oder bei Völkern welche in einer sandigen, windigen Umgebung leben wo es unmöglich ist
„sandloses“ Essen zuzubereiten. Achja, der Sand muss auch entsprechen hart sein (Quarz oder Granit), reiner Kalk ist nicht unbedingt hart genug.

MfG Peter(TOO)

Hallo Peter,

danke für die interessanten Infos!

Herzliche Grüße
Helmut

Bekommen denn die Patienten die ausgebauten Kronen nicht
grundsätzlich mit nach Hause, so daß sie garnicht zu Dir
gelangen und von Dir angeschaut werden können?

Und wer, bitte, ‚baut‘ die Krone aus? Und wer, biite, sagt im Zweifelsfall den Patienten, daß jetzt, zum Zweck der Gewinnmaximierung eine neue Krone gemacht werden muß?

Hängt das nicht auch von den verzehrten Lebensmitteln ab? Wenn
Jemand vorwiegend weiche Speisen kaut ist der Abrieb wohl
geringer als bei Vollkornbrot?

Herzlichen Glückwunsch - Du hast theoretisch recht! Praktische Auswirkungen Deiner Theorie sieht man in Migrantengebissen, die aus Gebieten kommen, wo das Mehl noch in Steinmühlen gemahlen wird. Der durchschnittliche Mitteleuropäer kann essen was er will - die Kronen bleiben undurchgebissen.

Nun ja, vielleicht ist der Kronendeckel hin und wieder etwas
dünn geraten? Manchmal wird ja beim einpassen der neuen Krone
geschliffen.

Sei froh, wenn er dünn geraten ist - schließlich zahlst Du ja die Materialkosten. Beim Einschleifen handelt es sich um 100stel mm

.

Es gibt mutige und weniger mutige und empfindliche und weniger
empfindliche Patienten! Manche fürchten sich schon, wenn sie
nur an den Zahnarzt denken!

Du sagst mir völlig neues :wink:)

Eine Composite (Kunststoff) Füllung in Adhäsivtechnik kann hier
durchaus als Alternative in Frage kommen.

Diese Antwort gefällt mir sehr gut!!!

Na, Gott sei Dank!

Ist dies eine Standardbehandlung die überall unter dem Namen
Composite Füllung in Adhäsivtechnik gemacht werden kann?

Ja

Macht der Zahnarzt wegen seinem Verdienst nicht lieber die
beschädigte Krone heraus und findet vielleicht tausend Gründe
dafür, das tun zu können?

Das ist das eigentliche Problem. Seitdem alle Zahnärzte hotzenplotzartig hinter den Büschen sitzen und darauf lauern, Dich um Deine letzten - hoffentlich wohlverdienten - Kröten zu bringen, ist alles, was ich da so geschrieben habe natürlich nix als Quatsch. Du wirst einfach keinen Zahnarzt finden, der Deine Interessen im Auge hat. Blutsaugerische Bande, alle!

Wird diese Behandlung von der Kasse bezahlt?

Wenn die Kassen nicht so eine blutsaugerische …

Viel Spaß mit Deine neuen Hotzenplotz - Krone :smile:)

Kai

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Hallo Kai,

danke für Deine Infos und für Deine heitere Sicht!

Herzliche Grüße
Helmut