Ja!
Wir planen im Dezember 3 Wochen Kuba auf eigene Faust. Habt
ihr damit schon Erfahrung gesammelt? Wir wollen von Havana bis
Santiago de Chiele reisen. Funktioniert das mit öffentlichen
Verkehrsmitteln, oder ist es besser einen Mietwagen zu nehmen?
*g* nach Santiago de Chile wirste mit dem Auto wohl kaum kommen, aber nach Santiago de Cuba schon…
Das etappenweise Reisen mit öffentlichen Verkehrsmitteln wäre sehr anstrengend, und würde jedes Mal evtl stundenlanges Warten bedeuten. Züge sind EXTREM langsam (aber es ist schon schön, mal ne Zugfahrt mitgemacht zu haben), Busse haben ne ellenlange Warteliste für die Kubaner selbst - Touristen mit hard currency kriegen aber Vorrang… (wobei man sich natürlich echt besch***** vorkommt - die Kubaner, die mal wieder keinen Platz im Bus gekriegt haben, haben ja schliesslich null davon, dass Du mit hard currency gezahlt hast…).
Es gibt auch die Möglichkeit, mit nem Taxi von Stadt zu Stadt zu fahren - wäre sogar etwas günstiger als ein Mietwagen. Aber auch da wäre stundenlanges Verhandeln erforderlich, und das Ganze ohne Spanischkenntnisse (oder Hilfe von ‚locals‘) quasi nicht möglich.
Ein Mietwagen ist unschlagbar, was die Möglichkeiten, anzuhalten, zu gucken, seine Pläne spontan zu ändern, anbetrifft.
Aber für 3 Wochen durchgehend halt schon etwas kostspielig.
Wir haben es zB einmal so gemacht (da hatte ich auch 3 oder 4 Wochen, die anderen Trips waren kürzer), dass wir ‚irgendwie‘ (ein Taxi nach Cienfuegos, übernachtet & Cienfuegos angeschaut, ein weiteres Taxi nach Trinidad, bzw bis zu einer nicht passablen Brücke, von wo es das ‚public transport‘ war) von Havana bis nach Trinidad reisten, und uns ein paar Tage dort aufhielten (in der meiner Meinung nach besten Casa Particular Cuba’s - war schon unser 2ter Besuch dort).
Von dort haben wir uns ein Auto gemietet, und sind nach Santiago weiter. Wir konnten uns aber nur ne Woche Automiete leisten - wir haben schon ne Menge gesehen & erlebt, aber es hätte halt gerne auch ne Woche mehr sein können…
Santiago bis nach Trinidad zurück haben wir in einem (anstrengenden) Tag geschafft.
Von ‚domestic flights‘, innercubanischen Flügen, möchte ich GÄNZLICH abraten - klar, die stürzen nicht täglich ab. Aber selbst die Cubana- Maschine, mit der wir international Havana - Cancún geflogen sind, war nicht gerade flugtauglich.
Ich weiss leider nicht, ob es möglich ist, das Mietauto in einer anderen Stadt zu lassen (und dies dann auch noch bezahlen zu können *g*) - aber wenn das ne Option wäre, würde ich höchstwahrscheinlich
2 Wochen von Havana nach Santiago fahren, und dann den Zug zurücknehmen (der ist laaaangsam).
Was Übernachtungen anbetrifft: Wir waren immer nur in casas particulares. Waren immer vor Ort zu finden (Taxifahrer zB bringen dich gerne wohin, sie kriegen dann sicherlich commission).
Was die Strassen angeht: ja klar, sie sind nicht im besten Zustand. Ja klar, da war zB die nicht passable Brücke, da war ne Militärsperre, die uns nen 200km Umweg bescherte (aber an einer wunderschönen Küste entlang!), ja klar hast Du Schlaglöcher, und im Dunkeln grosse Laster, die dir entgegenkommen, sich aber erst dicht dran als solche entpuppen, weil zB nur ein Licht funktioniert. etc etc.
Aber ich hatte mit dem Autofahren null Probleme. Man muss ja nicht mitten in der Nacht fahren, wenn’s einem zu mulmig ist. Tagsüber völlig problemlos. Nur stinkt’s. Wir kurbelten immer hektisch die Fenster schnellstens hoch, wenn nen Laster mit Riesenstinkwolke entgegenkam…
Viele Cubaner sind aufs ‚Trampen‘ angewiesen. Wobei ich’s nicht als solches bezeichnen würde. Sämtliche Fahrzeuge in staatlichem Besitz MÜSSEN übrigens Leute mitnehmen, die am Strassenrand auf Mitfahrgelegenheiten warten.
Es spricht nichts dagegen, dass ihr auch mal das Gleiche tut.
Tanken darfst Du mit einem Mietauto nur an besonderen Tankstellen, wo es ‚richtiges‘ Benzin gibt. Die cubanischen Autos fahren mit billigem Benzin, welches deinem Auto sehr schaden würde - also bloss nicht aus Geiz es mal ausprobieren!!
Was das Essen anbetrifft - alles, was am Strassenrand so verkauft wird, ist essbar. Und mit pesos erhältlich. Ne Mahlzeit kriegst Du zB in nem privaten paladar - da kommst du aber nur in einen ‚Touristen-Paladar‘, dh sie müssen die staatliche Erlaubnis haben, Touristen verköstigen zu dürfen. Und da zahlst Du halt Dollar.
Manche casas particulares bieten auch Essen an (zB die meine in Trinidad - yumm!!!). Ansonsten, für was Günstiges kannste Dich immer auf die Suche nach Pizza machen. Aber stell’ Dir nichts darunter vor, was Du aus Europa kennst. Die gibt’s vielerorts an so ner Art ‚Kiosks‘ zu kaufen, auch für pesos.
Und natürlich Obst und Gemüse auf Märkten, auch für pesos.
Ansonsten zahlst Du als Tourist Dollar. Beim offiziellen Umtausch würdest Du 1:1 tauschen (wie ehemals D Mark und DDR Mark).
Kann man aber illegal machen (Kurs wechselt, damals waren’s so 1:20), ist eigentlich problemlos, wenn man sich nicht total dumm anstellt.
Für Highlights wird der Artikel wohl etwas zu lang…
Kannst mich gerne fragen.
Ansonsten, besorg Dir nen guten Cuba-Guide (mittlerweile haben ja auch Lonely Planet & Co. welche - ich hab immer das ‚Traveller Survival Kit‘ von Simon Calder & Emily Hatchwell benutzt).
gruss, isabel, und eine Frage:
sprecht ihr Spanisch?