Das riesige kleine Kuba
Hallo Roland,
ich war im April für 2,5 Wochen auf Kuba als Indiviualtourist. Zu zweit haben wir unsere Tour in Havanna gestartet (2 Tage lang=> sehr schöne und interessante Stadt, in der man allein schon seine gesamte Zeit hätte verbringen können, aber strandmäßig schlecht, berühmt sind die vielen Oldtimer, die es dort wirklich zu Genüge gibt, viele Abgase aufgrund der Autos, viele Touristen und Kubaner, die einem irgendwie die Dollars aus der Tasche holen wollen),
dann ging es mit Bus nach Trinidad (2 Tage=>hat mir persönlich nicht so gefallen obwohl Weltkulturerbe, aber die Strände dort sind sehr schön, die Leute laufen auch wirklich mit ihren Vogelkäfigen durch die Straßen),
danach mit Bus nach Santiago de Cuba. Dort mieteten wir uns einen Wagen und haben ein paar Tage die Gegenden Grandma und Guantanamo erkundet. (Santiago ist eine Stadt mit ganz besonderem Flair, unbedingt die Festung El Morro besuchen, Leute sind sehr nett, aber teilweise aufdringlicher als in Havanna, viele kleine Strände an der gesamten Südküste, allerdings oft schwer zu finden oder nicht zugänglich, teilweise Steinstrände oder dunkle Strände)
Danach ging es nach Baracoa mit dem Wagen (3 Tage - hat mir von der ganzen Tour am besten gefallen, obwohl Baracoa an sich eine sehr kleine, morsche Stadt ist, aber die grünste und saftigste Gegend, die wir gesehen haben, unbedingt Nationalpark besuchen, der Direktor führte uns persönlich einige Stunden durch den Sekundärwald und zeigte uns auch noch den ursprünglichen Wald, an der Küste gibt es auch Seekühe, leider war das Boot an dem Tag nicht da, Strände sind auch hier toll und nicht überlaufen, da hier Touristen sehr viel weniger vorhanden sind).
Anschließend fuhren wir über Moa (das war die negativste Urlaubserfahrung, die ich je gemacht habe; in Moa steht ein riesiges Nickelkombinat, alles ist schwarz/gelb und sieht aus wie nach einem riesigen Bombeneinschlag- unvorstellbar, hier darf nicht fotografiert werden, was an der Straße zigmal steht)
nach Gibara, wo wir auch einen Zwischenstopp in Guadalava (2. Touristenhochburg, toller Strand, aber alles sehr klein und sehr touristisch, für Indiviualurlauber gibt es kaum Möglichkeiten, hier zu übernachten) machten.
Dann wieder zurück nach Santiago. Mit Zug sind wir von dort aus wieder nach Havanna gefahren (12 Stunden waren es glaube ich, da wir noch eine Panne hatten) und haben dann anschließend den Rest der Zeit in Pinar del Rio u.U. verbracht (sollte man als Individualer auch gesehen haben, Tabakanbau, viele Moskitos, Pinar hat mir überhaupt nicht gefallen, wahrscheinlich weil wir fast neben einem Rockkonzert schlafen mussten…, Maria la Gorda war der absolut genialste Strand, den wir während der ganzen Reise gesehen haben; kaum Menschen, aber Karibik pur), bis unser Flug wieder von Havanna nach Hause ging.
Eigentlich wollte ich auch unbedingt noch Cayo Largo kennenlernen, aber dafür war unser Budget leider nicht flexibel genug.
Das waren so meine Eindrücke, vielleicht hilft es dir ja ein wenig weiter. Ich muss sagen, dass ein reiner Pauschalurlaub mich um den größten Teil des Charmes, den Kuba hat, beraubt hätte. Es ist zwar teilweise sehr beschwerlich, sich als Tourist auf Kuba zu bewegen (die Straßen sind sehr schlecht, es gibt kaum Schilder und ohne ständiges Nachfragen kommt man garantiert nicht am Ziel an, die Busse für Touristen sind überteuert sowie Taxifahrten, der Zug war eine echte Herausforderung für die Geduld - sowohl beim Kartenerwerb als auch die Fahrt, alles ist sehr viel teurer für Touristen - vor allem dort, wo man schon auf sie eingestellt ist, es gibt viele Bettler und Leute, die was verkaufen wollen), aber es macht Spaß, sich das Land und die Leute anzugucken, mit ihnen zu reden, ihre herzliche Art kennenzulernen, tolle Strände selber zu finden und wo man die günstigste und beste Straßenpizza bekommt. Es gibt übrigens in jeder Stadt Casa Particulares (Zimmer für Touristen), die meistens sauber und schön eingerichtet sind (für 10 - 30 Dollar pro Person/Nacht). Es fiel uns daher auch nicht schwer, immer kurzfristig eine neue Bleibe in jeder Stadt zu finden, teilweise (Trinidad) wurden wir fast überrannt mit Angeboten.
Man muss sich immer vor Augen halten, dass man sich in einem kommunistischen Land aufhält, das sehr an die DDR erinnert (z.B. stundenlanges Anstellen bei Läden). Aber man wird auch immer und überall durch metergroße Plakate an Fidel und Che und alle anderen erinnert.
Von den Touristenhochburgen Guadalavaca und vor allem von Varadero halte ich nicht viel, allein schon aufgrund der Tatsache, dass die Kubaner, soweit sie dort nicht arbeiten, nicht erwünscht sind.
Aber das muss jeder für sich entscheiden.
Falls du noch Fragen hast, meld dich einfach.
Lieben Gruß,
Danielle