Hallo,
in einem ihrer Briefe* beschreibt sich die „Lieselotte von der Pfalz“ als unschön: „Ich habe einen kurzen Hals, den Wuchs wie die Kübelreiter klein, breit von Achseln …“.
* Marly, 18.6.1711, an Raugräfin Luise
Was, bitte, kann sie mit „Kübelreiter“ meinen?
Grimms Auskunft („wettrenner zum scherz, die statt der sturmhaube den kopf mit einem kübel bedecken muszten“) passt nicht recht.
Dank und Gruß
H.
Hallo !
Kübelreiter sind berittene „Entsorger“, welche mit einem Pferd durch die Strassen der Städte ritten und die Fäkalien abholten. Das Pferd hatte auf beiden Seiten große Kübel hängen.
Das gleiche System gab es bis in die 50erJahre im „Villenviertel“ von Hamburg - Blankenese. Dort gab es keine Kanalisation. Man hatte hinter den Häusern Toilettenhäuschen mit einem Brett und einem ganz normalen Eimer drunter. Dieser mußte täglich geleert werden.
Die Männer waren die Figuren, die man auch als „Hummel-Hummel-Männchen“ kennt. Das Wahrzeichen Hamburgs. Ein Mann mit einem Tragebalken quer auf dem Rücken und zwei Eimern dran. Nur Pferde hatten sie in HH nicht mehr.
mfgConrad