Kühler-Frostschutz-Messröhrchen für Propylenglykol nutzen

Mahlzeit,

zur Bestimmung des (Ethylen-)Glykolgehalts und damit des Frostschutzwerts von Motor-Kühlflüssigkeit gibt es Messröhrchen, die nach dem Auftriebsprinzip mit einem Schwimmkörper arbeiten. Auf diesem befindet sich die Skala, die man dort abliest, wo sie aus dem Flüssigkeitsspiegel herausragt.
Nun möchte ich aber Propylenglykol- statt Ethylenglykolgemisch damit beproben. Auf Grund der geringeren Dichte von Propylenglykol gegenüber Ethylenglykol passt der Ablesewert natürlich nicht.
Ich bekomme -16 °C angezeigt. Tatsächlich sollten es aber locker -25 °C sein, wenn nicht noch geringer.
Es müsste doch mit einem Umrechnungsfaktor möglich sein, ein korrektes Ergebnis zu ermitteln. Wie erhalte ich diesen Faktor?

Gruß
Marius

Mit verschiedenen Konzentrationen (Mischungsverhältnissen) Propylenglykol eine Kalibrierungskurve erstellen. Du kannst dann auf das Messröhrchen eine 2. Skala aufbringen, die für Propylenglykol gilt.
Das ist vielleicht nicht die eleganteste Methode, aber sicher. Eventuell genügt nämlich ein einziger Umrechnungsfaktor nicht, weil es womöglich keine lineare Beziehung ist.
Udo Becker

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Etwas konkretere Hilfestellungen wären schon echt nett.
Auch was die Datenbasis angeht - z. B. welche Frostschutztiefe bei welcher Konzentration gegeben ist, finde ich keine verlässlich wirkenden Quellen.

Ich habe mal versucht, für einzelne Dichte-Werte Vergleiche hinsichtlich Glykolkonzentration zu ziehen. Ergebnis war etwas unplausibel, weil ich dann für meinen Pseudomesswert von -16 °C bei Propylenglykol schon um die 70 % Prop.-Glyk. liegen müsste. Das entspräche einem Frostschutzwert weit unter -30 °C. Das wäre der Wert, den die Brühe im Neuzustand haben soll. Mit der Zeit im System wird es ja gewiss nicht besser…

Hallo!

Das ist alles nicht so einfach…

Was die Internet-Quellen angeht, würde ich mir einen Anbieter suchen, der beide Mittel vertreibt, und einheitliche, ausführliche Datenblätter dazu parat hält.

Ich bin bei https://www.glysofor.de recht schnell fündig geworden. Die vertreiben Ethylenglykol als Glysofor N und Propylenglykol als Glysofor L

Angenommen, dein Messröhrchen gilt für Messungen bei 20°C, dann wäre eine 30vol%-Mischung Glysofor N frostsicher bis -16°C, und hätte eine Dichte von 1,044g/ml, wenn du wirklich bei 20°C misst.
Wenn du bei 0°C misst, dann hätte diese Dichte eine 25vol%-Mischung, die nur bis -12°C frostsicher wäre.

Jetzt übertragen auf Glysofor L:

Bei 20°C hätte diese Dichte eine ~47vol%-Mischung, die dann frostsicher bis ~-30°C wäre.
Falls die Messung be 0°C stattfindet, findet man sich bei knapp 35vol% und knapp -18°C wieder.

Das Problem ist, daß die Dichte sich prinzipiell nicht viel höher als die von reinem Wasser liegt - bei Propylenglykol nochmal deutlich weniger als bei Ethylenglykol - und dann auch noch eine nicht zu vernachlässigende Temperaturabhängigkeit besteht. Du mußt im Grunde also auch noch wissen, für welche Temperatur dein Messröhrchen ausgelegt ist. Von Messgenauigkeit will ich gar nicht erst reden.

Und, ach ja, in vielem Mischungen sind noch andere Stoffe drin, die die Dichte auch wieder verändern…