Hallo,
ich hoffe Ihr könnt mir helfen.
Zuerst die Problemschilderung:
Ich arbeite seit ca. 8 Monaten in diesem Betrieb und hab dort vermehrt Stress mit dem Chef.
Das eskaliert in letzter Zeit so sehr, dass ich mich entschlossen habe fristgerecht zu kündigen. Eine neue Stelle hab ich schon in Aussicht. Den Arbeitsvertrag würde ich nächste Woche unterschreiben.
Nun zu meiner Frage:
Wie sage ich es meinem Chef so, dass ich noch ein Arbeitszeugnis bekomme ohne gleich vor´s Gericht rennen zu müssen. Wie beginne ich am besten das Gespräch ?! Welche Regeln sollte ich beim Gespräch beachten? Wie stelle ich es an das er nicht gleich wieder auf 180 ist(denn fast gleichzeitig geht eine Kollegin in Mutterschutz, es wird eine neue Praktikantin um diese Zeit eingelernt)…
Danke schonma für die Antworten!
Kündigen - leicht gemacht 
Hallo Stephi,
Schritt 1: Einen anderen Arbeitsvertrag unterschrieben haben. Mündlich zugesagt reicht nicht.
Schritt 2: Im aktuellen Arbeitsvertrag gucken, wie lange die Kündigungsfrist ist - im Zweifelsfall jemand Wissenden fragen, ob man das richtig interpretiert hat.
Schritt 3: Den richtigen Termin für die Kündigung abpassen. Das mag im Einzelfall der letzmögliche sein, ansonsten finde ich es durchaus fair, wenn man frühestmöglich kündigt. Aber - wann auch immer - am letztmöglichen Termin muss das Werk beim Scheffe liegen.
Schritt 4: Auswahl der richtigen Form. Ich bin unsicher, was der Gesetzgeber dazu sagt, aber ich würde das auf jeden Fall schriftlich machen „Sehr geehrter Herr Scheffe, hiermit kündige ich mein Arbeitsverhältnis in Ihrem Hause zum Datum. [Platz für Ergänzungen: „Da ich meine neue Tätigkeit bereits zum… beginnen könnte, bitte ich um vorzeitige Auflösung des Arbeitsverhältnisses zum…“ oder „Ich bitte um die Ausstellung eines qualifizierten (heisst das in Deutschland noch so?) Arbeitszeugnisses“ oder was halt noch anfällt]. Mit greulichen Füssen Stephi“
Schritt 5: Auswahl des richtigen Transportmittels. Ich persönlich sehe da nur 2 Möglichkeiten, wenn sicherlich der Gesetzgeber noch die eine oder andere zusätzliche sieht und der phantasiebegabte Leser vielleicht noch mehr. Diese zwei Möglichkeiten sind:
- persönlich
- per Einschreiben mit Rückschein
Jede davon hat ihre Vor- und Nachteile, bei ersterer sollte man halt auf die Frage „warum?“ eine diplomatische Antwort parat haben - jetzt noch „reinen Tisch“ machen bringt eh nix mehr
Sollte man sich für die persönliche Variante entscheiden, gibt es noch zwei Punkte zu beachten: - ist der Personaler am Tag_x wirklich im Haus? Da sollte es auf jeden Fall einen Plan B geben („Wenn Personalmichl nicht da ist, dann der Vizepersonalmichl“) oder einen Tag früher abgeben.
- Erhalt der Kündigung bestätigen lassen. Entweder auf einer Kopie der Kündigung handschriftlich oder mit einem von Dir vorab vorgefertigten Schrieb „Hiermit bestätige ich, Herr Scheffe, die Kündigung von Frollein Stephi am [heutiges Datum] erhalten zu haben. Datum, Autogramm Scheffe“. Manch ein Chef leidet an Alzheimer und kann sich schon 3 Tage später nicht erinnern jemals eine Kündigung bekommen zu haben
Bei der eingeschriebenen Variante muss man wiederum höllisch aufpassen, dass das Teil auch in der Post mal 2-3 Tage länger als erwartet unterwegs sein kann. Darum unbedingt rechtzeitig abschicken. Und es muss ein Einschreiben mit Rückschein sein, zwecks Deinem Nachweis, dass das Teil rechtzeitig angekommen ist.
Schritt 6: Im ersten Schreck über die Kündigung ist’s oftmals unschlau, irgendwelche Formalitäten zu regeln, darum würde ich auf jeden Fall (sei es nun schriftlich oder mündlich) darum bitten, am nächsten oder übernächsten Tag über die Formalitäten (Austrittstermin, Resturlaub, Überstunden, Nachfolgeregelung, Übergabe, Zeugnis etc.) in Ruhe zu reden.
*wink*
Petzi
Hi Petzi,
wow, besser kann man es eigentlich gar nicht mehr ausführen!!!
Bleibt nur noch ein *chen zu geben und der Steffi viel Glück bei der Kündigung zu wünschen!
Viele Grüße
/silvl