kündigung der gesamten tagesschicht rechtens?

hallo zusammen,

angenommen frau mustermann arbeitet neben ihrem studium als minijobberin im verkauf (einzelhandel):

es fehlte geld in der kasse und der arbeitgeber droht damit, allen minijobbern die am besagten tag gearbeitet haben, fristlos zu kuendigen. beweise fuer einen diebstahl liegen nicht vor.

ist dies rechtens?

freundliche grueße
henrike

Hallo,

aufgrund Deiner mageren Angaben läßt sich nur allgemein beantworten, daß ein arbeitsrechtliches Fehlverhalten individuell (d. h. einem einzelnen AN) nachgewiesen werden muß bzw. bei schweren Verstößen ein individuell belegbarer hinreichender Verdacht gegeben sein muß.
Die „Sippenhaft“ ist auch im Arbeitsrecht schon lange abgeschafft.

&Tschüß

Wolfgang

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danke fuer deine rueckmeldung …

aufgrund Deiner mageren Angaben …

welche angaben wuerdest du denn benoetigen um eventuell eine genauere antwort geben zu koennen?

freundliche grueße

Kristallkugel
Hi henrike,

aufgrund Deiner mageren Angaben …

welche angaben wuerdest du denn benoetigen um eventuell eine
genauere antwort geben zu koennen?

Siehe unten.

angenommen frau mustermann arbeitet neben ihrem studium als
minijobberin im verkauf (einzelhandel)

Tante Emma Laden? Kaufland? Wieviele Mitarbeiter? Wieviele Aushilfen? Betriebsrat vorhanden?

es fehlte geld in der kasse

wieviel? Was steht dazu im Vertrag? Wie eng kann der betroffene Personenkreis eingegrenzt werden? Wie ist die übliche Praxis in der Firma bei ähnlichen Situationen?

und der arbeitgeber droht damit, allen minijobbern die am besagten
tag gearbeitet haben, fristlos zu kuendigen.

Wie tut er das? Schreienderweise? Schriftlich?

Was ist der Stand jetzt? Arbeiten die betroffenen Minijobber noch? Oder sind sie freigestellt? Wie lange ist das her?

Gab es schon irgendwelche Gespräche zwischen Minijobbern und Chef - eventuell mit einem Mittelsmann (Betriebsrat?)? Gab es ähnliche Vorfälle in der Vergangenheit schon öfters? Wurden Vorgänger von den Minijobbern früher schonmal wegen sowas entlassen?

Fragen über Fragen… Aber da nur Du diesen fiktiven Fall konstruiert hast, weisst Du sicher besser als ich, was genau vorgefallen ist und kannst meine Fragen als entsprechende Anregung nutzen :wink:

*wink*

Petzi

also, auf ein neues :smile:

angenommen frau mustermann arbeitet neben ihrem studium als
minijobberin im verkauf (einzelhandel)

Tante Emma Laden? Kaufland? Wieviele Mitarbeiter? Wieviele
Aushilfen? Betriebsrat vorhanden?

frau mustermann arbeitet in einem kleinen laden einer ladenkette. sie verkauft drogerieartikel. angestellt sind im musterladen: 1 festangestellte (chefin) und ungefaehr weitere 24 minijobber. es gibt keinen betriebsrat.

es fehlte geld in der kasse

wieviel? Was steht dazu im Vertrag? Wie eng kann der
betroffene Personenkreis eingegrenzt werden? Wie ist die
übliche Praxis in der Firma bei ähnlichen Situationen?

  • angenommen es fehlten 100,-

  • angenommen in dem vertrag steht dazu nichts

  • angenommen der kreis kann auf ca. 10-12 personen (alle, die die kasse bedienten. es gibt im musterladen keine kassenschichten oder benutzerkennungen.) eingegrenzt werden.

  • die uebliche praxis ist es angeblich die gesamte tagesschicht zu kuendigen

und der arbeitgeber droht damit, allen minijobbern die am besagten
tag gearbeitet haben, fristlos zu kuendigen.

Wie tut er das? Schreienderweise? Schriftlich?

weder noch. die festangestellte hat diese information aus einem anderen musterladen der musterkette erhalten. dies sei die uebliche vorgehensweise.

Was ist der Stand jetzt? Arbeiten die betroffenen Minijobber
noch? Oder sind sie freigestellt? Wie lange ist das her?

der vorfall liegt erst 2 arbeitstage zurueck und saemtliche betroffenen minijobber arbeiten noch.

Gab es schon irgendwelche Gespräche zwischen Minijobbern und
Chef - eventuell mit einem Mittelsmann (Betriebsrat?)? Gab es
ähnliche Vorfälle in der Vergangenheit schon öfters? Wurden
Vorgänger von den Minijobbern früher schonmal wegen sowas
entlassen?

ja, angenommen es gab gespraeche. das verhaeltnis zum chef (festangestellte) des musterladens ist sehr gut. sie waere aber letztendlich nur diejenige, die die entscheidung der musterketten-leitung weitergeben wuerde.
bisher gab es angenommenerweise nur kuendigungen die innerhalb der probezeiten lagen, und somit ohne begruendung ausfielen.

so, ich hoffe ich habe die regeln eingehalten und trotzdem die fragen beantworten koennen :smile:

Hi Henrike,

das hilft schon weiter :wink: Zur rechtlichen Sache selber kann ich nix sagen, aber ich kann mir kaum vorstellen, dass ein ernstzunehmender Personalleiter wegen 100 fehlender Euro 10 Leute entlässt. Damit hat er doch letzten Endes viel mehr Scherereien als die 100 Euro „abzuschreiben“. Würden wir jetzt um regelmässig und 1000 Euro reden, sähe das sicher anders aus.

  • angenommen in dem vertrag steht dazu nichts

Da würde ich aber den fiktiven Vertrag nochmal genau studieren. Denn „Geld fehlt in Kasse“ ist ja beileibe keine ungewöhnliche Situation für Kassierer und meist sichern sich doch Arbeitgeber da irgendwie ab, sprich fixieren irgendwo schriftlich was passiert, wenn zu viel / zu wenig Kohle in der Kasse ist.

  • die uebliche praxis ist es angeblich die gesamte
    weder noch. die festangestellte hat diese information aus
    einem anderen musterladen der musterkette erhalten. dies sei
    die uebliche vorgehensweise.

nd die Dame ist nicht Weibs genug hinter ihren Leuten zu stehen?!? Das Verhältnis sei doch in diesem fiktiven Fall gut genug, dass man für so eine Kleinigkeit eine andere Lösung als kollektive Kündigung findet.

Und wenn jeder von den Minijobbern 10 Euro gibt und so die 100 Euro erstattet?

der vorfall liegt erst 2 arbeitstage zurueck und saemtliche
betroffenen minijobber arbeiten noch.

Okay, wobei man auch da im fiktiven Vertrag gucken müsste, ob da irgendwas zu Kündigungsfristen steht.

bisher gab es angenommenerweise nur kuendigungen die innerhalb
der probezeiten lagen, und somit ohne begruendung ausfielen.

Aufgrund dieses Anlasses oder in der Vergangenheit?

Wie gesagt, ich würde mir da nicht allzu viele Gedanken machen… Und mal ehrlich? Will man in so einem Laden arbeiten, wo man nur weil einer der Kollegen zu wenig Geld in der Kasse hat (warum auch immer) gleich gefeuert wird überhaupt dauerhaft arbeiten? Und gerade Kassierer in einem Drogeriemarkt erscheint mir nicht so der weltweit einmalige Traumjob zu sein *fg* Sprich, da sollte sich doch vernünftiger Ersatz finden lassen.

*wink*

Petzi