Kündigung Dispo durch Bank

Hallo,

Mein Konto wurde „versehentlich“ von meinem Finanzamt gepfändet (… eine andere, haarsträubende Story…). Mittlerweile ist der Irrtum bemerkt und beseitigt worden.

Seither jedoch habe ich keinen Dispo Kredit mehr bei meiner Bank. Auch ist meine EC Karte gesperrt. Das macht mich etwas sauer, da mich hier wirklich keine Schuld trifft (Fehler beim FA) - klar, die Bank macht nur, was sie muss.

Aber:
Kann die Bank den Dispo einfach auf „0“ setzen? Der Dispo wurde weder gekündigt, noch wurde ich informiert (ich nutze meine Dispo nie, deshalb ist mir das eher zufällig aufgefallen)
Ist das nicht eine einseitige Vertragsverletzung?
Ich bin mit dem Service dieser Bank (meines Kunden"beraters") eh recht unzufrieden und überlege mir, das jetzt zu eskalieren.

Das gleiche mit der EC Karte - funktioniert einfach nicht mehr.

Danke für Hinweise…!

bernd

Hi,

Du sagst ganz richtig : die Bank tut, was sie muss. Sie darf keine saldoerhoehenden Verfuegungen mehr zulassen, deshalb wurde die Karte gesperrt. Das ist immer so. Einen Dispo brauchst Du in diesem Moment nicht mehr, die Bank darf Dich da ohenhin nicht reinlaufen lassen. Die Banken sehen eingehende Pfaendungen erstmal als Negativmerkmal, auch aus diesem Grunde ist die Streichung des Limits nicht unueblich. Es darf weiterhin aber ueber eingehende Sozialleistungen verfuegt werden. Fuer den Fall, dass Du Kohle auf dem Konto hast, aber die Pfaendung zunaechst nicht bezahlen willst, gibt es auch die Moeglichkeit, den gepfaendeten Betrag auf einem Unterkonto zu separieren, damit das normale Konto frei bleibt.

Die Bank muss Dich aber ueber die Pfaendung informieren, ebenso auch ueber die Streichung des Dispos. Vielleicht ist das in irgendeinem Brief mit erwaehnt worden, oder auf dem Kontoauszug angedruckt.

Wenn Kunden mit laufenden Pfaendungen sich beschweren, gibt es da meist nur eine Reaktion der Bank, die da lautet : „Reisende soll man nicht aufhalten“. An solchen Kunden haengt die Bank im allgemeinen nicht. Auch wenn die Forderung des FA unberechtigt ist, duerfte es im allgemeinen nicht ohne vorherigen Kommunikationen zur Pfaendung gekommen sein. So etwas moegen die Banken nicht, zumal die Bearbeitung einer eingehenden Pfaendung eine wahnsinnig aufwaendige Arbeit ist, die die Banken nicht bezahlt bekommen.

Gruss Hans-Juergen

Hallo Hans-Juergen,

Danke!

Hi,

Du sagst ganz richtig : die Bank tut, was sie muss. Sie darf
keine saldoerhoehenden Verfuegungen mehr zulassen, deshalb
wurde die Karte gesperrt. Das ist immer so. Einen Dispo
brauchst Du in diesem Moment nicht mehr, die Bank darf Dich da
ohenhin nicht reinlaufen lassen. Die Banken sehen eingehende
Pfaendungen erstmal als Negativmerkmal, auch aus diesem Grunde
ist die Streichung des Limits nicht unueblich. Es darf
weiterhin aber ueber eingehende Sozialleistungen verfuegt
werden. Fuer den Fall, dass Du Kohle auf dem Konto hast, aber
die Pfaendung zunaechst nicht bezahlen willst, gibt es auch
die Moeglichkeit, den gepfaendeten Betrag auf einem Unterkonto
zu separieren, damit das normale Konto frei bleibt.

Die Bank muss Dich aber ueber die Pfaendung informieren,
ebenso auch ueber die Streichung des Dispos. Vielleicht ist
das in irgendeinem Brief mit erwaehnt worden, oder auf dem
Kontoauszug angedruckt.

Ueber die Pfändung wurde ich informiert - über alles weitere nicht.

Wenn Kunden mit laufenden Pfaendungen sich beschweren, gibt es
da meist nur eine Reaktion der Bank, die da lautet : „Reisende
soll man nicht aufhalten“. An solchen Kunden haengt die Bank
im allgemeinen nicht. Auch wenn die Forderung des FA
unberechtigt ist, duerfte es im allgemeinen nicht ohne
vorherigen Kommunikationen zur Pfaendung gekommen sein. So
etwas moegen die Banken nicht, zumal die Bearbeitung einer
eingehenden Pfaendung eine wahnsinnig aufwaendige Arbeit ist,
die die Banken nicht bezahlt bekommen.

Hmm, die Kommunikation vor der Pfändung mit dem FA war: Ich habe Mahnungen und die Androhung der Pfändung vom FA bekommen. Da das unberechtigt war, habe ich Widerspruch eingelegt. Der wurde akzeptiert, alles schien klar und geregelt bis plötzlich der Brief über die Pfändung kam… (lapidarer Kommentar des Sachbearbeiters beim FA: „Das kann schonmal vorkommen - ich wundere mich, dass das nicht öfter passiert bei den Papierbergen die wir hier haben“)

Klasse, jetzt ist mein Ruf bei der Bank ruiniert? (innere Genugtuung: Meine Gehaltsentwicklung verläuft äusserst positiv, so dass andere Banken sich über solche Reisende freuen…)

Hi,
zum Punkt Information:
normalerweise ist die Höhe des Dispos auf dem Auszug zu sehen.
Wenn da plötzlich" Dispositionslimit=0" oder irgend etwas derartiges steht, oder vom Dispo keine Rede ist, dann hat die Bank Dich informiert.

Grüße

Uwe

Hi,

Klasse, jetzt ist mein Ruf bei der Bank ruiniert?

normalerweise schon. Deine Bonität wird stark nach unten gesetzt, das Konto muss aufwändig überwacht werden und eine Pfändung ist in den meisten Fällen nur die erste von mehreren Pfändungen. Da gehen den Beratern wirklich alle Alarmglocken an.
Es gibt auch eine Gruppe von Kunden, die entweder in die Kategorie „Faulpelze“ oder in die Kategorie „Prinzipienreiter“ gehören. Da kommt auch schon mal eine Pfändung, obwohl man an dem Kunden gut verdient. Aber weder Faulpelze noch Prinzipienreiter hat man gern als Kunden - man behält sie aber dann oft doch, denn seine Kunden kann man sich nur in eng umgrenzten Grenzen aussuchen. Und wenn es Geld bringt… Ein kleiner „Makel“ ist eine Pfändung aber doch fast immer.
Wirklich makellos bleibt man nur, wenn man nachweisen kann, dass man nicht schuldig ist und die Pfändung ein absoluter Fehler vom Amt. Dann muss nur noch der Berater sich die Zeit nehmen, das anzuhören und zu glauben, und schon kann einer ungetrübten Kunde-Bank-Beziehung nichts mehr im Wege stehen. Interessant ist auch die Konstellation, dass der Kunde nach einer erledigten Pfändung aus eigenem Antrieb geht…

Gruss Hans-Jürgen

Hallo,

eine üble Sache, und leider momentan keine Seltenheit. Gerade FA lassen momentan pfänden was das Zeug hält und zwar ohne jeglichen Sinn und Verstand. Nachdem mir in der Kanzlei einige dieser Fälle über den Weg gelaufen sind und auch mein Steuerberater von diversen vollkommen aus der Luft gegriffenen Pfändungen berichtete, sind wir beide uns einig, dass da offenbar einerseits ein massives Chaos bei den FA herrscht und andererseits hier vermutlich ein zusätzliches Steuerloch von einigen Millionen verschleiert wird (wenn ich immer für einige Wochen behaupten kann, mir stünde Geld zu und mir dann nach „Aufklärung“ des Sachverhalts den nächsten Dummen suche, habe ich immer einen schönen Reserveposten in der Steuerschätzung stehen).

Getroffen hat es u.a. eine vollkommen untadelige Kollegin, selbst Fachanwältin für Steuerrecht, die ohne jegliche Vorwarnung (Mahnungen, Schätzungen, …) gepfändet wurde, und die dann nach einem ordentlichen „Aufräumen“ beim FA nach entsprechender Beschwerde auf höchster Ebene dann über Wochen ständig Geld zurück bekam, was sie tatsächlich sogar zuviel gezahlt hatte. Mit dem Entschuldigungsschreiben vom Behördenleiter ist sie dann zur Bank und konnte das Konto innerhalb weniger Tage wieder frei bekommen und erhielt auch den Dispo (für Freiberufler lebenswichtig) zurück.

Mir hat man die Pfändung auch grundlos schon mehrfach angedroht, zuletzt gerade vor einem Vierteljahr, da ich angeblich meine UStVA nicht bezahlt hätte. Allerdings war das Formular nebst (eingelöstem) Scheck in einem Umschlag gewesen. Der muss auch angekommen sein, denn gemahnt wurde exakt der bezahlte und angemeldete Betrag. Es stellte sich dann nach wochenlangen Beschwerden heraus, dass man mir eine neue Steuernummer zugeteilt und den Betrag noch auf der alten Steuernummer gebucht hatte. Von der neuen Nummer wusste aber weder mein Steuerberater noch ich etwas und die gesamten Beschwerden liefen auch schön über die alte Nummer (über die ja auch die Anmeldung abgegeben worden war).

Ich würde daher an deiner Stelle einen freundlichen aber bestimmten Brief an den Behördenleiter schicken und ihm klar machen, dass du für deine Bank ein offizielles Schreiben benötigst in dem das FA erklärt, dass die Pfändung auf einem Fehler beruht habe und man diesen bedauere und es keine Anhaltspunkte für die Notwendigkeit einer zulässigen Pfändung sehe. Sollte dieser Brief nicht freiwillig kommen, kann man ja schon mal den Gang zum Anwalt andeuten. Kommt der Brief schickst du ihn mit der Bitte um Terminsvereinbarung an deine Bank, dann solltest du deinen Dispo wieder bekommen.

Gruß vom Wiz