Einen außerordentlichen Kündigungsgrund wegen eines Umzugs
habe ich noch in keinem DSL-Vertrag gesehen.
da müsste ich mich extrem irren. Bis vor einigen mehreren
Jahren war das noch möglich, wenn der Anbieter an der neuen
Adresse seine Leistungen nicht anbieten konnte.
Es gab aber immer Streitereien.
Letzten Endes wurde diese Problematik, dass ein Kunde dem Provider einfach so „wegzieht“ und nix mehr zahlen will geklärt:
MW verneit dies inzw. eine relativ neuerliche Rechtsprechung -
der Lobby sei dank? - als wichtigen Grund.
Hmm, die Rechtsprechung ist m.E. nicht neu, sondern durch ein höchstrichterliches Urteil nun erstmals geklärt worden.
Vorinstanzen sahen das wohl mal so, mal so.
Ich finde, dass Verbraucher in D schon zimelich stark geschützt werden.
Vor allem vor sich selber (ihrer eigenen Unerfahrenheit - Dummheit?).
Ich sehe keine Tendenz zu immer verbraucherfeindlicherer Rechtsprechung - im Gegenteil! Man stelle sich doch alleine mal das Wasserbettenurteil vor. Verbraucher ordert Wasserbett, baut es auf, schläft drin, im gefällt es nicht, er baut es wieder ab und liefert es an den Versender zurück. Dieser muss nun den vollen (!) Kaufpreis erstatten, denn die Prüfung nach Wasserfüllung müsse ihm zugestanden werden. Dass der Verkäufer so ein benutztes Bett kaum mehr vernünftig verkaufen kann, ist sein Problem. Also DAS nenne ich mal sehr verbraucherfreundlich!
Normalerweise lassen
sich die Provider auf eine vorzeitige Vertragsauflösung nur
ein, wenn Du die gesamten Kosten für die Restlaufzeit
übernimmst.
Ja, die AGB der Provider wurden nach und nach immer wieder
angepasst
Der Verbraucher will den Anbieter, in dessen Werbung eine möglichst niedrige Zahl groß, rot und fett steht. Die Anbieter folgen diesem Wunsch. Dass da meist noch ein Sternchen und 54 Fußnoten dabei stehen, wird erst nachher beachtet.
Immerhin weiß der Verbraucher aber mittlerweile schon sehr genau, dass er meist 24-Monat-Verträge abschließt. Und der Vertrag ist zu erfüllen. (Mann, würde ich bloß 10Cent pro „pacta sunt servanda“ in diesem Forum bekommen!)
Das Risiko der persönlichen Lebensplanung kann wohl kaum der Provider übernehmen.
Und wenn, dann würde die dicke rote Zahl auf den Werbeflyern wohl ein wenig höher sein.
Telekommunikationsdienstleister genießen einige Vorrechte ggü.
anderer Gewerbetreibender, haben fast nur noch
kostenpflichtige Hotlines, oft miesen Service …
Das ist unsachlich und polemisch.
Der Verbraucher nimmt es in Kauf, dass er mittlerweile Verträge über 24 Monate eingeht, bei denen das Produkt „Telefonieren“ durch das Zusammenspiel vieler Dienstleister zu Stande kommt.
Die Dose gehört zur Telekom, das Kabel zum Hausanschluss zum Vermieter, das Kabel in der Straße der Telekom, die Vermittlungstechnik steht auf einer angemieteten Fläche im Telekom Raum, wird von der Telekom gekühlt und mit Strom versorgt, aber von QSC betrieben. Die Glasfaser liegt auf einer Hochspannungsleitung der Amprion. Und die Server stehen am Ende bei Alice.
Techniker sind meist Subunternehmer.
Und ganz unten steht der Verbraucher mit den Dollarzeichen in den Augen, schreit nach „billig“ und wundert sich, wenn in diesem Getriebe ein Zähnchen hakt.
Du zahlst für Servicenummern im Störungsfall?
Tja, ICH nicht.
Dafür zahle ich aber auch 5-10€ mehr im Monat.
Und mein Anschluss liegt voll in einer Hand, da wird bei einer Störung nicht erst „stille Post“ gespielt.
Eines vieler Trauerspiele in Sachen Verbraucherschutz.
Nein, in Sachen „mündiger Bürger“.