Kündigung DSL-Anschluß beim Umzug?

Angenommen, man zieht in eine andere Stadt. Dabei hat man noch
einen DSL-Vertrag an der alten Adresse am laufenden, der noch 12
Monate Mindestlaufzeit hat. Der Provider
kann mit dem bestehenden Tarif nicht mitumziehen und bietet dabei
einen anderen Tarif, der mehr kostet. Daraufhin wird der
außerordentlicher Kündigungsgrund genutzt und eine Kündigung
geschrieben. Als Antwort auf die Kündigung bietet der Provider diesen
anderen teuereren Tarif, andernfalls verlangt Der Provider das Geld für die restlichen 12 Monate. Aus der Sicht des Kunden wird der Fall in den AGB´s nicht eindeutig auf das Bsp. spezifisch beschrieben. Hat er Recht darauf?

Danke im Voraus!

Angenommen, man zieht in eine andere Stadt. Dabei hat man noch
einen DSL-Vertrag an der alten Adresse am laufenden, der noch
12 Monate Mindestlaufzeit hat. Der Provider kann mit dem bestehenden
Tarif nicht mitumziehen und bietet dabei einen anderen Tarif, der
mehr kostet. Daraufhin wird der außerordentlicher Kündigungsgrund
genutzt und eine Kündigung geschrieben. Als Antwort auf die Kündigung
bietet der Provider diesen anderen teuereren Tarif, andernfalls
verlangt Der Provider das Geld für die restlichen 12 Monate. Aus der
Sicht des Kunden wird der Fall in den AGB´s nicht eindeutig auf das
Bsp. spezifisch beschrieben. Hat er Recht darauf?

Wenn für diesen Fall in den AGB’s keine Ausstiegsmöglichkeit gegeben ist, kann der Provider wohl auf die Fortsetzung des Vertrages bestehen. Etwas Anderes kann ein Vertragspartner dem Anderen ja jederzeit anbieten, das Angebot muss halt attraktiv genung sein.
Vllt. wäre für den Provider ja eine Vorabzahlung der Grundgebühr für nur 9 Monate schon so interessant, dass er im Gegenzug die Kündigung akzeptiert.

LG

Bommel

Hallo,

Daraufhin wird der außerordentlicher Kündigungsgrund genutzt und eine :Kündigung geschrieben.

wo hast Du denn das her?

Einen außerordentlichen Kündigungsgrund wegen eines Umzugs habe ich noch in keinem DSL-Vertrag gesehen.

Der Provider kennt die Rechtslage und Deinen abgeschlossenen Vertrag offensichtlich besser als Du. Normalerweise lassen sich die Provider auf eine vorzeitige Vertragsauflösung nur ein, wenn Du die gesamten Kosten für die Restlaufzeit übernimmst. Du solltest Dir deshalb das Alternativangebot gut anschauen, denn damit kommst Du meistens besser weg. Und in 2 Jahren kannst Du dann ja wieder kündigen.

Gruß
Ebi

Hi,

Einen außerordentlichen Kündigungsgrund wegen eines Umzugs
habe ich noch in keinem DSL-Vertrag gesehen.

da müsste ich mich extrem irren. Bis vor einigen mehreren Jahren war das noch möglich, wenn der Anbieter an der neuen Adresse seine Leistungen nicht anbieten konnte.

MW verneit dies inzw. eine relativ neuerliche Rechtsprechung - der Lobby sei dank? - als wichtigen Grund.

Normalerweise lassen
sich die Provider auf eine vorzeitige Vertragsauflösung nur
ein, wenn Du die gesamten Kosten für die Restlaufzeit
übernimmst.

Ja, die AGB der Provider wurden nach und nach immer wieder angepasst

Telekommunikationsdienstleister genießen einige Vorrechte ggü. anderer Gewerbetreibender, haben fast nur noch kostenpflichtige Hotlines, oft miesen Service …

Eines vieler Trauerspiele in Sachen Verbraucherschutz.

Hallo,

Ja, die AGB der Provider wurden nach und nach immer wieder
angepasst

Telekommunikationsdienstleister genießen einige Vorrechte ggü.
anderer Gewerbetreibender, haben fast nur noch
kostenpflichtige Hotlines, oft miesen Service …

Eines vieler Trauerspiele in Sachen Verbraucherschutz.

Du verkennst hier Ursache und Wirkung!

Kostenpflichtige Hotlines und mieser Service konnten sich nur deshalb durchsetzen, weil die Verbraucher diese Verträge mehr oder weniger blind unterschrieben haben. Geiz ist geil, und am Markt durchsetzen kann sich nur, wer seine Dienste „KOSTENLOS“ anbietet. Was dann im unterschriebenen Vertrag zu den Kosten und Serviceleistungen wirklich drinsteht, liest man ja erst, wenn man „KOSTENLOS“ bezahlen soll.

Wenn es nicht auch Leute gäbe, die sich Verträge durchlesen, bevor sie sie unterschreiben, wären die vermeintlich teuren Anbieter schon längst ausgestorben.

Gruß Ebi

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Einen außerordentlichen Kündigungsgrund wegen eines Umzugs
habe ich noch in keinem DSL-Vertrag gesehen.

da müsste ich mich extrem irren. Bis vor einigen mehreren
Jahren war das noch möglich, wenn der Anbieter an der neuen
Adresse seine Leistungen nicht anbieten konnte.

Es gab aber immer Streitereien.
Letzten Endes wurde diese Problematik, dass ein Kunde dem Provider einfach so „wegzieht“ und nix mehr zahlen will geklärt:

MW verneit dies inzw. eine relativ neuerliche Rechtsprechung -
der Lobby sei dank? - als wichtigen Grund.

Hmm, die Rechtsprechung ist m.E. nicht neu, sondern durch ein höchstrichterliches Urteil nun erstmals geklärt worden.
Vorinstanzen sahen das wohl mal so, mal so.

Ich finde, dass Verbraucher in D schon zimelich stark geschützt werden.
Vor allem vor sich selber (ihrer eigenen Unerfahrenheit - Dummheit?).

Ich sehe keine Tendenz zu immer verbraucherfeindlicherer Rechtsprechung - im Gegenteil! Man stelle sich doch alleine mal das Wasserbettenurteil vor. Verbraucher ordert Wasserbett, baut es auf, schläft drin, im gefällt es nicht, er baut es wieder ab und liefert es an den Versender zurück. Dieser muss nun den vollen (!) Kaufpreis erstatten, denn die Prüfung nach Wasserfüllung müsse ihm zugestanden werden. Dass der Verkäufer so ein benutztes Bett kaum mehr vernünftig verkaufen kann, ist sein Problem. Also DAS nenne ich mal sehr verbraucherfreundlich!

Normalerweise lassen
sich die Provider auf eine vorzeitige Vertragsauflösung nur
ein, wenn Du die gesamten Kosten für die Restlaufzeit
übernimmst.

Ja, die AGB der Provider wurden nach und nach immer wieder
angepasst

Der Verbraucher will den Anbieter, in dessen Werbung eine möglichst niedrige Zahl groß, rot und fett steht. Die Anbieter folgen diesem Wunsch. Dass da meist noch ein Sternchen und 54 Fußnoten dabei stehen, wird erst nachher beachtet.
Immerhin weiß der Verbraucher aber mittlerweile schon sehr genau, dass er meist 24-Monat-Verträge abschließt. Und der Vertrag ist zu erfüllen. (Mann, würde ich bloß 10Cent pro „pacta sunt servanda“ in diesem Forum bekommen!)
Das Risiko der persönlichen Lebensplanung kann wohl kaum der Provider übernehmen.
Und wenn, dann würde die dicke rote Zahl auf den Werbeflyern wohl ein wenig höher sein.

Telekommunikationsdienstleister genießen einige Vorrechte ggü.
anderer Gewerbetreibender, haben fast nur noch
kostenpflichtige Hotlines, oft miesen Service …

Das ist unsachlich und polemisch.

Der Verbraucher nimmt es in Kauf, dass er mittlerweile Verträge über 24 Monate eingeht, bei denen das Produkt „Telefonieren“ durch das Zusammenspiel vieler Dienstleister zu Stande kommt.
Die Dose gehört zur Telekom, das Kabel zum Hausanschluss zum Vermieter, das Kabel in der Straße der Telekom, die Vermittlungstechnik steht auf einer angemieteten Fläche im Telekom Raum, wird von der Telekom gekühlt und mit Strom versorgt, aber von QSC betrieben. Die Glasfaser liegt auf einer Hochspannungsleitung der Amprion. Und die Server stehen am Ende bei Alice.
Techniker sind meist Subunternehmer.

Und ganz unten steht der Verbraucher mit den Dollarzeichen in den Augen, schreit nach „billig“ und wundert sich, wenn in diesem Getriebe ein Zähnchen hakt.

Du zahlst für Servicenummern im Störungsfall?

Tja, ICH nicht.
Dafür zahle ich aber auch 5-10€ mehr im Monat.
Und mein Anschluss liegt voll in einer Hand, da wird bei einer Störung nicht erst „stille Post“ gespielt.

Eines vieler Trauerspiele in Sachen Verbraucherschutz.

Nein, in Sachen „mündiger Bürger“.

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Welche Vorrechte genau wären das?
Hallo,

Telekommunikationsdienstleister genießen einige Vorrechte ggü.
anderer Gewerbetreibender

welche Vorrechte genau wären das?

Ich würde eher sagen, dass das Gegenteil der Fall ist.

Welche „anderen“ Gewerbetreibenden werden denn von einer Regulierungsbehörde vergleichbar mit der Bundesnetzagentur überwacht?

Welche „anderen“ Gewerbetreibenden werden denn von der EU Preisobergrenzen vorgegeben?

Dass Telekommunikationsanbieter darauf bestehen, dass die Verträge von ihren Kunden erfüllt werden, verstehst Du aber nicht als Vorrecht?

Sicher kann man den Verbraucherschutz derartig übertreiben, dass das Geschäft für alle Anbieter absolut uninteressant wird. Abgesehen davon, dass die Preise dann steigen, wird der Service ganz sicher auch sinken. Ich habe noch die „Vorzüge“ des Marktmonopols der Deutschen Post nebst entsprechendem Service kennengelernt. Dagegen ist das, was wir erleben, absoluter Kindergeburtstag.

Gruß

S.J.

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