Kündigung einer Lebensversicherung

Hallo liebe Experten!

Ich habe eine Kapital-Lebensversicherung (Beginn war 01.12.1997), die seit Anfang 2003 beitragsfrei gestellt ist. Eingezahlt habe ich bis jetzt insgesamt ungefähr 3.100,00 Euro an Beiträge. Aus verschiedenen Gründen habe ich nicht vor, diese Versicherung irgendwann mal wieder zu bezahlen. Meine Absicherung in Fragen Rente, Berufsunfähigkeit und Todesfall ist andersweitig sehr gut sichergestellt.

Die Versicherung hat aktuell folgende Daten:

  • garantierte Todesfallsumme: 2.441,00 Euro
  • Rückkaufswert: 1.225,13

Ein Freistellungsauftrag ist gestellt.

Kann ich die Versicherung nun ohne weiteres kündigen? Was für Nachteile entstehen mir dadurch? Wird sich der Rückkaufswert die nächsten Jahre noch erhöhen, wenn ich keinen Beitrag mehr bezahle?

Vielen Dank und herzliche Grüße,
Stephan Marx

hallo Stephan,

Die Versicherung hat aktuell folgende Daten:

  • garantierte Todesfallsumme: 2.441,00 Euro
  • Rückkaufswert: 1.225,13

Ein Freistellungsauftrag ist gestellt.

Kann ich die Versicherung nun ohne weiteres kündigen? Was für
Nachteile entstehen mir dadurch? Wird sich der Rückkaufswert
die nächsten Jahre noch erhöhen, wenn ich keinen Beitrag mehr
bezahle?

klar, eine KLV ist eine Kann-Verpflichtung. Allerdings erhältst Du nur diese 1.225,12 €, evtl. noch einen Abzug für die Kündigungsverwaltung.
Wenn Du auf diese 1.225,13 € nicht angewiesen bist, las´ sie stehen. Sie erwirtschaften wie alle anderen Kapitalanlagen Zins und Zinseszins. Außerdem musst Du bei einer Kündigung vor 12 Jahren Steuern zahlen. Lässt Du diese Summe stehen, hast Du eine steuerfreie Kapitalanlage.
Grüße
Raimund

Hallo,
ich würde den Betrag nicht stehen lassen, es ist richtig, dass er Zinsen und Gewinne erwirtschaftet. Es stellt sich nur die Frage, wann bekomme ich den Betrag ausbezahlt und wie viel kann ich mir für dieses Kapital dann noch kaufen. Eine KLV verdoppelt sich nach ca. 25 Jahren, die Preissteigerung ist aber das Vierfache. Der Garantiezins wird laufend gesenkt, nach einigen Jahren mache ich sogar noch ein Minusgeschäft, wenn ich dann noch die Inflationsrate berücksichtige.
M.Reitner

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hallo Manfred,
da ich nicht weiss, welche LV das ist, kann ich nur so raten.
Ist es die Mannheimer, dann nichts wie raus, ist es die C+M: drin bleiben.
Es kommt halt immer auf die Verzinsung an.
Grüße
Raimund

Hallo,
hier möchte ich noch anmerken, dass ein Mannheimer Kunde sich nicht schlechter stellt nach der Übernahme von Prodektor, die haben keine Schulden oder Altlasten, die Verzinsung bei einem Vertrag von 1997 dürfte auch noch gut gewesen sein.
Das Problem ist ja die Inflation, für so einen niedriegen betrag rentiert sich das behalten nicht, es mussen auch noch Verwaltungskosten berechnet werden, alle diese Umstände schmälern die Rendite.
M.Reitner

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Hallo Stephan,

wenn Du die Todesfalleistung nicht brauchst, und wirklich sicher bist die Versicherung nicht weiterführen zu wollen (das wäre vermutlich die wirtschaftlich sinnvollste Variante), solltest Du sie kündigen.
Und zwar einfach deshalb, weil die meisten Versicherer Beitragsfrei gestellte nicht wesentlich anders behandeln als gekündigte. Du zahlst einen wahrscheinlich ziemlich hohen Satz an „Verwaltungskosten für beitragsfreie Zeit“, der wegen der Kündigung deutlich höher ist als bei planmäßig beitragsfreien Versicherungen.
Aller Voraussicht nach fährst Du besser, wenn Du den Rückkaufwert als Festgeld über 10 oder 15 Jahre zu 4-4,5 % anlegst.

Herzliche Grüße,

Max

Hallo,
er hat einen Freistellungsauftrag und braucht keine Kest zu zahlen.
Also kündigen und geld mitnehmen.
Gruß A

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Hallo liebe Experten!

Vielen Dank für Eure Antworten. Da die Verzinsung tatsächlich nicht so berauschend ist und ich das Geld zur Zeit ganz gut für die Tilgung eines KFZ-Darlehens gebrauchen kann, werde ich kündigen.

Vielen Dank und herzliche Grüße,
Stephan Marx

Hallo Manfred,

bevor Du kündigst solltest Du folgendes prüfen:
~ Garantieverzinsung
~ Gesundheitszustand

Ersteinmal etwas zur Garantieverzinsung. Sie heißt Garantieverzinsung weil man den Zinssatz eben garantiert bekommt. Wurde die Versicherung 1997 abgeschlossen, war die Garantieverzinsung noch bei 4 % + Überschüssen. Diese Garantie bleibt, solang der Vertrag besteht. Also würde ich ersteinmal die Garantieverzinsung der fraglichen Lebensversicherung mit der der anderen Anlage vergleichen.

Zweitens warst Du 1997 wahrscheinlich gesünder als jetzt. Man muß bei einem Abschluß einer Lebensversicherung immer Gesundheitsfragen beantworten. Alter und Krankheiten/Verletzungen ( auch wenn diese schon wieder verheilt sind) führen zu Risikozuschlägen oder Ausschlüßen der Versicherungsleistung. Wenn man einen Vertrag mit 20 abschließt kostet er halb so viel wie mit 30.

Also bitte erst prüfen. Sonst ärgerst Du Dich später, wenn Du 1000 EUR in den Sand setzt. Man kann Lebensversicherungen übrigens auch in Baufinanzierungen als Tilgungsersatz oder Sicherheit einbauen.

Solltest du noch Fragen haben, kannst Du mir gerne mailen: [email protected]

Viele Grüße A*

Hallo,
es gibt keine Fragen zu einer Lebensversicherung. Nach dem ein deutsches Gericht die KLV als legalen Betrug bezeichnet hat und bei einer Lebensversicherung die Vorteile weniger sind als die Nachteile, ist es nur für wenige Menschen ein interessanter Vertrag. Zur Baufinanzierung schon gar nicht, wenn das Gebäude privat genutzt wird.
Für den Todesfall gibt es eine günstigere Alternative sogar ohne Gesundheitsfragen bis zu einer gewissen Versicherungssumme, usw.
Mfg.
M.Reitner

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Hallo Manfred,

es gibt keine Fragen zu einer Lebensversicherung. Nach dem ein
deutsches Gericht die KLV als legalen Betrug bezeichnet hat

Okay… könntest du mir bitte hierzu eine genauere Quelle nennen? Momentan wirkt es eher wie eine Stammtischfloskel. Es gibt gewisse Dinge die bemängelt wurden. Dies wurde aber nicht als Betrug geäußert.

und bei einer Lebensversicherung die Vorteile weniger sind als
die Nachteile, ist es nur für wenige Menschen ein
interessanter Vertrag. Zur Baufinanzierung schon gar nicht,
wenn das Gebäude privat genutzt wird.

Selbst für eine privatgenutzte Immobilie kann es die beste Form der Finanzierung sein. Tilgungsaussetzung, unausgeschöpfte Höchstbeträge und steuerliche Wirksamkeit sollten dir da sicherlich geläufig sein.

Für den Todesfall gibt es eine günstigere Alternative sogar
ohne Gesundheitsfragen bis zu einer gewissen
Versicherungssumme, usw.

Eine Todesfallversicherung, bei der keine Gesundheitsfragen beantwortet werden ist eher nicht für die gedacht, die eine Todesfallversicherung für die Absicherung von Hinterbliebenen nutzen wollen… zumindest bei den mir bekannten Höchstsummen.

Gruß
Marco

Hallo Marco,
eine Quelle wäre www.bundderversicherten.de, hier kannst du einiges über die KLV lesen. Eine Finanzierung über die KLV ist nicht sinnvoll, weil es sich nicht lohnt, die Rendite gegenüber den Zinsen ist zu wenig. Wenn heute eine Versicherung 5-6% Rendite ausweist, dann meinen die das Brutto. Hier werden dann noch Kosten abgezogen.

Mit der Todesfallabsicherung muss man sicher etwas unterscheiden, ob ich mit Gesundheitsfragen oder ohne arbeiten muss. Der Eine ist fast gesund, der kann bei einem Direktanbieter eine günstige Prämie bekommen. Der Andere besteht den Gesundheitstest nicht, der muss eben im Rahmen z.B. einer Fondspolice (wenn er denn den Todesfall unbedingt haben möchte) seinen Todesfall mitversichern.
Mfg.
M.Reitner

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Hallo Manfred,

eine Quelle wäre www.bundderversicherten.de, hier kannst du
einiges über die KLV lesen.

Wieviel ich von dem Verein halte, ist glaube bekannt. Zumal der Chef früher selbst einer derjenigen war, die dieses Produkt angeboten haben.
Außerdem gilt die Aussage eben in Bezug auf unklare Aussagen, die zudem nichtmal bei allen Verträgen enthalten sind. Diese Aussagen widersprechen widerum lediglich dem Klarheitsgebot für einen Otto-Normal-VN. (AGB-Gesetz) Daher ist es nicht zu pauschalieren.

Eine Finanzierung über die KLV ist
nicht sinnvoll, weil es sich nicht lohnt, die Rendite
gegenüber den Zinsen ist zu wenig. Wenn heute eine
Versicherung 5-6% Rendite ausweist, dann meinen die das
Brutto. Hier werden dann noch Kosten abgezogen.

Wenn man die reine Rendite betrachtet, dann gebe ich dir recht. Diese wirkt sich jedoch erst bei Ablauf aus und da kommen noch Schlussüberschüsse hinzu. Die von mir bereits angesprochenen Punkte sind dabei noch nicht berücksichtigt.
Stirbt der VN allerdings 2 Tage nach Abschluss, so war es die lukrativste Geldanlage.

Gruß
Marco