Kündigung in der Probezeit

Hallo,

folgendes Anliegen hätte ich:

Herr X ist seit Oktober 2010 in der Firma Y. Von Okt. bis Feb. 2011 war er als Zeitarbeiter dort angestellt, durch seine Arbeit konnte er überzeugen und wurde somit fest übernommen. Befristet auf 6 Monate. Mit 3 Monaten Probezeit.
Nun hat Herr X eine Kündigung erhalten. Fristgemäß innerhalb von 3 Tagen. Gründe gab die Firma Y nicht an. Was in der Probezeit sicherlich nicht nötig sein wird. Oder liegt Herr X mit seiner Annahme falsch?
Nun hat er aber mitbekommen das ihm wegen einer Drohsms an eine andere Mitarbeiterin gekündigt worden ist. Es ist auch nicht die Nummer von Herrn X von der diese Sms kam. Herr X weiß nicht mal was in dieser Sms genau steht. Firma Y ist eine sehr große Firma mit über 1500 Angestellten, Herr X hat auch den Betriebsrat informiert und wird bei diesem am kommenden Montag vorsprechen.Herr X ist in der Gewerkschaft. Welche Unterstützung kann sich Herr X von der Gewerkschaft in so einem Fall erhoffen??? Nun weiß Herr X aber nicht ob dies sehr erfolgsversprechend ist, da die Kündigung ja in der Probezeit war. Meint ihr der Chef muss sich dazu äußern?? Seit ihr der Meinung das Herr X dagegen gerichtlich vorgehen sollte??
Habt Ihr vielleicht einen Tipp wie sich Herr X verhalten soll bei dem Gespräch im Betriebsrat???

Vielen Dank für eure hilfreichen Antworten.

Hallo,

gerichtlich ist nichts zu machen. Wenn er in der Gewerkschaft ist, müsste er dem Betriebsrat (BR) klar und deutlich sagen „ich bin Gewerkschafter, und habe hier nichts verbrochen - nun erwarte ich, dass ihr mir helft!“ (genau so sagen, das ist wichtig!!)
Der BR wird das Zünglein an der Waage sein.
Auf anderem Weg werdet ihr kein Erfolg haben. Versucht alles über den BR zu machen!!
Viel Glück!!

Der AG wird hier sicher keinen Grund für die Kündigung angegeben haben, da er das in der Probezeit auch nicht muss. Von Seiten der Gewerkschaft kann hier keine signifikante Hilfe erwartet werden, da es sich um eine Kündigung in der Probezeit handelt. Das Gleiche gilt natürlich auch für eine gerichtliche Klärung. Auch der Betriebsrat ist hier theoretisch raus, da dieser hier auch nicht gehört werden muss. Ggf. sollte man mit der Personalabteilung das Gespräch suchen und den Betriebsrat zu dem Termin mitnehmen.

Hallo nochmals,

ist es auch üblich, bei so großen Firmen, das die Kündigung persönlich nach hause gebracht wird??? Unter der Kündigung ist noch ein Platz zum unterschreiben das man die Kündigung erhalten hat. Wie wird normalerweise die Kündigung zugestellt. Herr X war leider in diesem Moment nicht zuhause um die Kündigung entgegen zu nehmen. Kann es sein das der Überbringer noch das Gespräch gesucht hat??? Und da Herr X nicht angetroffen wurde halt die Kündigung Beleglos eingeworfen hat?

Vielen Dank.

Hallo nochmals,

ist es auch üblich, bei so großen Firmen, das die Kündigung persönlich nach hause gebracht wird??? Unter der Kündigung ist noch ein Platz zum unterschreiben das man die Kündigung erhalten hat. Wie wird normalerweise die Kündigung zugestellt. Herr X war leider in diesem Moment nicht zuhause um die Kündigung entgegen zu nehmen. Kann es sein das der Überbringer noch das Gespräch gesucht hat??? Und da Herr X nicht angetroffen wurde halt die Kündigung Beleglos eingeworfen hat?

Vielen Dank…

Die persönliche Übergabe der Kündigung ist in der Tat nichts ungewöhnliches. Ich möchte allerdings bezweifeln, dass der Überbringer mehr als ein Überbringer war.

Hallo

nun ja, wenn der Überbringer die Kündigung unter Zeugen (einer reicht) in den Briefkasten geworfen hat, gilt diese als zugestellt. Es muss nicht unbedingt per Post sein. Das freie Feld zum Unterschreiben ist für eine persönliche Übergabe im Betrieb gedacht. Hier bitte niemals (!) unterschreiben.
Also: die Kündigung gilt als zugestellt.

L.G. Cliff

Hallo cliff1000,

eine frage habe ich noch…Du schreibst da sehr erfahren. Kann es sein das du auch Gewerkschafter bist und im BR bist??? Finde deine Tipps sehr hilfreich und klar strukturiert.

Gruß

Hallo

du ich war mal BR. Bin aber auch noch heute gewerkschaftlich organisiert.
Wer will-oder kann uns denn noch vertreten, die Parteien nicht mehr. Die Gewerkschaften können eh nur noch die Dummheiten der Parteien mildern, abstellen können die diese Dummheiten- wie z.B. die Leiharbeit - leider nicht :frowning:
Dazu bedarf es mehr Mitglieder. Wenn eine Gewerkschaft zu stark wird, denn kommt Westerwelle wieder mit der Beschimpfung wir wären alle „Betonköpfe“ - die Bild bestätigt das denn noch und dann treten die, die eh nur wenig verdienen, aus der Gewerkschaft aus… und schaden sich selbst :wink:

Ich wünsche dir gutes Gelingen!

Gruß Cliff

Hallo Cliff1000,

ich finde die Gewerkschaft auch eine gute Sache. Ware bevor ich der IG BCE beigetreten bin in der NGG. Leider war ich gewerkschaftlich nicht sehr organisiert. Werde dies aber bei gutem gelingen dieser Sache schnellstmöglichst ändern. :wink:
Meinst du es ist sehr ratsam wenn man dem Personalleiter vorab eine „Stellungsnahme“ per E-Mail zusendet?? So das dieser schon mal am Rande über die Situation informiert ist. Herr X hat auch noch eine kleine Tochter und war sehr froh das er aus der Zeitarbeit raus ist, da es finanziell viel viel besser aus sah nach der Übernahme.

Mfg

Hallo,
da kann ich leider nicht helfen.
Gruß
Ernesto

Hi,
nein, keinesfalls den Perso-Leiter anschreiben o.ä,. Der BR sollte dies aufklären. Ich hoffe, dass der BR auch eine arbeitnehmerfreundliche Einstellung hat…

Für mich die einzige Chance!

L.G. Cliff

Werde dich auf dem laufenden halten wie es gelaufen ist.

Hallo Cliff1000,

also Herr X hat gestern mit dem BR gesprochen. Der BR meinte man kann nichts machen da es einfach in der Probezeit war. Nach langem überlegen habe ich dann eine E-Mail an den Perso-Leiter geschrieben und an den obersten Chef der Abteilung. Bei mir selbst hat sich niemand gemeldet. aber Herrn X haben Mitarbeiter informiert das er sich kundig gemacht hat und gemeint hat das er sich darum kümmert sobald der Perso-Chef wieder da ist am Mi. Ich denke Herr X hat sehr gute Chancen da sich die Mitarbeiter für ihn stark machen und somit auch was bewegen in der Firma. Herr X ist echt enttäuscht von dem BR das er sich die Geschichte nicht mal richtig angehört hat und es so schnell von sich gewiesen hat.
Der oberste Chef der Abteilung würde die Kündigung sofort wieder zurück ziehen aber braucht das okay vom Perso-Leiter.

Weitere Infos erfolgen, dann Morgen. Falls es dich noch interessiert wie die Sache ausgeht.

Hallo,

na selbstverständlich bin ich interessiert. Na der BR-Vors. befindet sich aber in einer sehr fragwürdigen Position!! Genau der hätte den Weg zum Perso-Leiter einschlagen müssen. Unglaublich! Aber das ist so, nicht jeder BR ist ein guter BR :wink:

Ich drücke euch die Daumen!!!

hallo XXX

also, da herr x in der gewerkschaft ist, sollte er unbedingt hingehen und den fall schildern.

klar, bei einer kündigung in der probezeit ist die firma nicht verpflichtet gründe zu nennen, aber vielleicht kann er mit einem vertreter der gewerkschaft das gespräch mit der firma suchen, was ich unbedingt machen würde.
vielleicht lässt sich so eine wiedereinstllung bewirken.

auch sollte er mal bei der gewerkschaft nachfragen, ob 3 monate probezeit bei einem 6-monatigem vertrag überhaupt rechtens sind!

viel erfolg!

Guten Tag,

auch wenn Herr X wegen einer angeblichen SMS gekündigt wurde, ist dies nunmal nur eine Vermutung. Der Arbeitgeber ist nicht in der Verpflichtung sich zu den Gründen der Kündigung äußern zu müssen. Das ist die Basis einer Probezeit, beide Parteien können ohne weiteres und ohne Angabe von Gründen kündigen. Und daher - und auch wenn Herr X genau wüsste dass die Firma Y ihm wegen dieser SMS die er nicht geschrieben hat kündigt, er hat dennoch keinen rechtlichen Anpruch auf Weiterbeschäftigung. Und wie gesagt er hat leider auch keinen Anspruch darauf, dass die Firma Y ihm die Gründe benennt. In diesem Fall hilft auch die Gewerkschaftzugehörigkeit nicht weiter. Falls die Firma X also nicht - auf Freiwilligkeit beruhend - mit Herrn X ein Gespräch führen möchte, bei dem er erläutern kann, dass es sich bei dieser besagten SMS um ein Missverständnis handelt, dann lässt sich mit der Brechstange nichts erzwingen. Dann hat er die Entscheidung leider zu akzeptieren.

Alles Gute, Edina

Hallo Cliff1000,

Also das Ende vom Lied ist das Herr X seine Kündigung nicht zurückgenommen wurde. Der Perso-Chef weigert sich (Man vermutzt das er seinen Fehler nicht zugeben möchte) Herr X hat gleich Arbeit bei der Zuliefererspedition der Firma X gefunden.

Hallo,

eine eindeutige Antwort kann ich Ihnen leider auch nicht geben,aber ich denke mal in der Probezeit kann ein Arbeitgeber problemlos kündigen.Weiterhin habe ich auch schon sehr häufig mit bekommen,wenn ein Arbeitnehmer in Probezeit gekündigt wird,das in der Kündigung steht aus subjektiven Gründen.Das heißt,das der Betroffene kfast keine Chancen hat,arbeitsrechtlich vorzugehen.

MfG.
Lattermann