Kündigung wegen Eigenbedarf

Hi,

Ein Wohnhaus 4 Wohnungen werden verkauft. Neuer Eigentümer, extrem scharfer Hund, setzt obere Mieter aus beiden Wohnungen heraus, wegen Eigenbedarf. In die eine zieht er im Anschluss selber ein, in der anderen eine neue WG, hat nichts mit Familie zu tun.

Nun sollen auch die unteren Mieter daran glauben. Zunächst erstmal die eine Wohnung. Alte Mieter wohnen seit 30 Jahren dort und nun das. Es wird wieder auf Eigenbedarf gegangen. Die Oma 85 soll rein. Im Vorfeld gab es nur Querelen und Auseinandersetzungen wegen nichts. Mieter haben den Eindruck rausgeekelt zu werden.

Mieter sind beim Mieterverein und haben Widerspruch eingelegt. Wie sind die Chancen?

die chancen stehen für drei der vier mieter gut. wenn der vermieter in eine wohnung selbst einziehen will, muss einer „dran glauben“ die drei restlichen haben sehr gute chancen, wenn die wohnungen wirklich nur neu vermietet werden sollen.

eigenbedarf unterliegt ziemlich strengen regelungen (einfach mal google anwerfen). das geht soweit ich weiß nur für verwandte ersten grades und eben realen „eigenbedarf“. familienfremde leute da einzuquartieren ist kein eigenbedarf. der vermieter will vermutlich neue mieter, um neue verträge machen zu können (miete erhöhen). aber so einfach funktioniert das nicht.

Eigenbedarf ist immer schwierig. Wenn der Vermieter allerdings schon im Haus lebt und im Erdgeschoss seine Oma unterbringen will, sehe ich gute Chancen für den Vermieter, sofern die Wohnung nicht komplett überdimensioniert ist. Der Vermieter kann mit der Pflege der Oma argumentieren, notfalls sogar damit, dass noch eine Pflegekraft in die Wohnung soll, wenn die Wohnung zu gross wäre für eine allein stehende Person.

Im Grunde genommen empfiehlt sich in solchen Fällen nur eines: verhandeln. Wenn der Vermieter im selben Haus lebt und das Haus nur aus 3 Parteien besteht, gestaltet sich das Zusammenleben auf Dauer unangenehm. Vernünftiger wäre es, eine Abfindung auszuhandeln und sich etwas Besseres zu suchen.