Holla.
um ein großes Unternehmen handelt mit ca. 400 Mitarbeitern,
kann ein AG sich nicht damit rausreden, kurzfristig keinen
Ersatz zu bekommen, denn unter den 400 Leuten wird es schon
einen geben der einspringt. Interessant finde ich noch die
Variante einfach nicht mehr hinzugehen - was dann wohl
passiert?
Ja, wenn der betreffende Arbeitnehmer das Gleiche macht wie fünfzig andere, dann mag das wohl funktionieren mit dem kurzfristigen Ersatz. Nur wirst Du solche Strukturen in D eher selten finden - die meisten dieser Arbeitsplätze sind schon ganz woanders gelandet. Aus Deiner Vika entnehme ich, dass Du in der Erbsenzählerei bist - wie lange, denkst Du, würde ein (nicht von Dir eingearbeiteter) Nachfolger wohl brauchen, bis er in Deinem Arbeitsgebiet zurecht kommt? Und wenn es so sein sollte, dass das relativ schnell ginge, dann würde ich annehmen, dass Dein Job auf der Gehaltsskala nicht gerade an der Spitze steht - oder …?
Und was die Variante mit dem „Nicht- mehr- Kommen“ angeht, so bricht auch hier die Welt nicht zusammen, wenn der austauschbare fiktive Arbeitnehmer von oben einfach nicht mehr auftaucht … aber das Zeugnis wird einen dezenten Hinweis (Datum!) enthalten, und der neue Arbeitgeber merkt sofort, was für einen Vogel er sich da fängt, was die Halbwertszeit im neuen Job recht radikal reduzieren (man beachte den Stabreim!) dürfte. Falls der Job, aus dem sich derdiedas Betreffende so schön französisch verabschiedet hat, ein relativ qualifizierter war, ist außerdem die Chance gegeben, sich an den Mehrkosten für die Suche des Nachfolgers und das Stopfen der aufgerissenen Löcher beteiligen zu dürfen (Schadenersatz!)
Ich meine immer noch, dass auch der verbiestertste Chef einen abwanderungswilligen Arbeitnehmer nicht länger als unbedingt notwendig halten wird (Reisende soll man nicht aufhalten!), denn der Schaden, den dieser ggf. in seiner „Resthaft“ anrichtet, kostet viel zu viel, als dass er sich das leisten wollte. Was natürlich nicht ausschließt, dass es auch richtig schön doofe Arbeitgeber gibt …
Für mich wäre aber ein neuer Arbeitgeber, der darauf besteht, dass ich von jetzt auf nachher bei ihm anfange, sonst Isnit, auch nicht gerade eine seriöse Adresse. Wer für sofort oder früher jemanden benötigt, hat die Möglichkeit, auf Arbeitslose (den einen oder anderen soll es ja angeblich geben) zurückzugreifen. Einen Boss, der darauf bestünde, dass ich meine Kündigungsfrist mit aller Gewalt „abkürze“, würde ich sofort im Verdacht haben, es mit Verträgen im Allgemeinen auch nicht so genau zu nehmen - und wahrscheinlich noch ganz andere Kurven zu schneiden …
Pacta sunt als noch servanda,
meint kw