Kündigungsfristen und Ich-AG

Hallo,

da es meinem AG momentan nicht gut geht und ich schon seit längerem den gedanken hege, mich selbständig zu machen und als Freelancer nicht nur für meinen aktuellen AG, sondern für mehrere Auftraggeber zu arbeiten, möchte ich meinem Chef gerne vorschlagen, dass er mich im Zuge der notwendigen Personaleinsparungen kündigt, ich mich alo melde und dann die Ich-AG Förderung für ein eigenes gewerbe beantrage. Diese Förderung gilt aber nur noch, wenn man sie bis spätestens 30.06. beantragt, danach endet das programm. Eigentlich habe ich aber eine 3-monatige Kündigungsfrist. Bekomme ich probleme beim AA, wenn ich mit meinem Chef vereinbare, dass ich auf diese Kündigungsfrist verzichte und bereits zum 31.05. das Unternehmen verlasse???
Andere Möglichkeit: Unsere Firma leistet Kurzarbeit, nur ich bin aufgrund der Besonderheit meiner Position bislang davon ausgenommen. Ich-AG Förderung gibt es, wenn man vorher alo war oder Kurzarbeiter-Geld bezogen hat. Wäre es sinnvoller, wenn ich mich von meinem Chef zunächst auf KuG setzen lasse, und dann selbst kündige? Ich möchte sicherstellen, dass das AA die Kündigung anerkennt und mir die Förderung bewilligt, weil ich mir diesen Schritt sonst nicht leisten könnte. Schließlich muss ich leider damit rechnen, dass mein derzeitiger AG in absehbarer Zeit wegen Insolvenz als Auftraggeber wieder wegbricht, und dann muss ich bis dahin ausreichend andere Auftraggeber gefunden haben, um dann auch ohne meinen aktuellen AG überleben zu können.
Wer kennt sich gut genug mit diesem Förderprogramm aus und kann mir bezüglich Kündigung einen Rat geben?

Wer kennt sich gut genug mit diesem Förderprogramm aus und
kann mir bezüglich Kündigung einen Rat geben?

Generell sei die „Gegenfrage“ erlaubt, warum Du Dich so auf die Ich-AG versteiftst? Ist das nur aus dem Umstand heraus, dass Du Dich noch „gar nicht“ mit dem Thema auseinander gesetzt hast, oder hat Dich der Zeitdruck so zugesetzt, dass Du Scheuklappen zu diesem Thema aufgesetzt hast? Es gibt nämlich eine sehr gute Alternative zum Thema Förderung durch die Agentur für Arbeit. Das sog. Überbrückungsgeld.

Vorteile des Überbrückungsgeldes:

Es gibt keine Rentenversicherungspflicht.

Die gesamte Fördersumme fließt in einem wesentlich kürzeren Zeitraum (innerhalb von sechs Monaten statt über drei Jahre).

Es gibt keine Einkommensobergrenze (Ich-AG: 25.000 Euro).

Arbeitslosigkeit muss noch nicht eingetreten sein: Die Förderung ist bereits möglich, um drohende Arbeitslosigkeit zu vermeiden.

Ich möchte Dir aber dringends raten, da die Entscheidung in die Selbnstständigkeit zu wechseln von elementarer Bedeutung ist, Dich zuvor in einem Gründungssemir (IHK, Handwerkskammer) tiefer mit den Grundfragen zu befassen.

Darüber hinaus reicht ein gesunder Menschenverstand und 2 funktionierende Zeigefinger dazu aus, im Netz umfassende Informationen zu den von Dir gestellten Fragen … auch für die Zeit nach der Gründung… zu finden.

z. B.:

http://www.existenzgruender.de/01/
http://checkliste.de/unternehmen/existenzgruendung/
http://checkliste.de/unternehmen/existenzgruendung/
http://www.gruenderstadt.de/
und Allgemein bei google (Existenzgründung)

Vielleicht noch eine klitze kleine Anmerkung: Für jede Förderung durch die Agentur für Arbeit (das Ding heißt schon lange nicht mehr AA) ist Voraussetzung, dass man einen schlüssigen Business-Plan und eine Finanzierungs- und Liquiditätsplanung vorlegt. Fachlich sollten die Grundvoraussetzungen erfüllt (kaufmännisch wie technisch)sein. Wenn dies alles gegeben ist, musst Du der Agentur für Arbeit eine Tragfähigkeitsbescheinigung (auf Grundlage des B-Planes und der L- & F-Planung …zu bekommen bei der IHK, Kammern, U-Berater, St-Berater u.v.m.)vorlegen.

Mir persönlich drückt sich der Eindruck auf (durch die unausgegorene Fragestellungen), dass Du Dich bisher mit dem Thema in keinster Weise auseinander gesetzt hast. Ohne einer tieferen Eigenplanung und konkrete Handlungsvorschlägen (klare Absprachen zw. Dir und Deinem Arbeitgeber, Kundenakquise, Kundenstruktur, finanzielle Grundsicherung, Unternehmensfinanzierung) kann „ich“ Dir keine fachfundierte Auskunft oder eine Stellungnahme anbieten. Wer dies versucht, wird sich im Sankt-Nimmerlins-Tal verlaufen (trotzdem bin ich im Verlauf der nächsten Tage gespannt, welche „Experten“ sich wieder zu Wort melden).

Einen Rat bezüglich Deiner Kündigung kann Dir wohl kein Aussenstehender geben. Diese Entscheidung (mit all den finanziellen Folgen) kannst nur Du für Dich selbst treffen. Nur so viel: Der Weg in die Selbstständigkeit hat auch viel mit „Eigenverantwortung“ zu tun. Dies setzt ein Maß an eigener Lebensplanung voraus (diese kann ich in der Art der Fragestellungen nicht erkennen).

Vielleicht wäre es auch nur besser, sich „nur“ um einen neuen Job zu bemühen.

Grüße
Alfons

Hui, Alfons! Ähm - *räusper* - zunächst sei mir der freundliche Hinweis gestattet, dass Du vielleicht wieder etwas mehr Boden unter den Füßen gewinnen und weniger von oben herab mit anderen umgehen solltest? Trotzdem mal ein kleines Dankeschön für Deine Antwort, wengleich sie auch nicht meine Frage beantwortet hat.
Aber um mal auf Deine Fragen einzugehen:

  • Ein Gründerinnen-Seminar habe ich bereits im letzten Jahr besucht, was mir nicht allzu viel gebracht hat, außer der Bestätigung meiner Idee, da ich - wie fast alle Teilnehmerinnen - mit der Selbständigkeit versuche, Familie und Job unter einen Hut zu bringen. Vater Staat begrüßt solche Vorhaben, da wir ohnehin zu wenig Kids haben. Und ich habe lange genug (vielleicht zu lange) auf meinen Kinderwunsch verzichtet, da ich das berufliche Risiko scheute und man bei 45 Wochenstunden und 50 Kilometern Arbeitsweg keine Familie gründen kann. Die Idee der Selbständigkeit gährt also schon sehr lange in mir.

  • Familiäre Unterstützung (nach der Du bedauerlicherweise gar nicht gefragt hattest) ist durch meinen Mann zu 100% vorhanden.

  • Business Plan: vorhanden (!)

  • Finanzierung: vorhanden. Ich habe auch bereits ein vollständig ausgestattetes Büro. Es sind keinerlei Anschaffung bzw. Investitionen zu Beginn notwendig. Laufende Kosten sind im Business Plan kalkuliert und eher minimal.

  • Liquidität und finanzielle Sicherheit: Kann durch die Förderung und das Gehalt meines Mannes sichergestellt werden. Mal abgesehen davon, dass ich eigentlich auch vorhabe, Umsatz zu machen…

  • Kunden: Durch zahlreiche Kontakte bereits vorhanden. Sowohl durch meine eigene berufliche Tätigkeit als auch durch meinen Mann (selbe Branche) sind viele sehr gute Kontakte vorhanden, allesamt kleinere IBM-Business Partner, weil dass die Klientel ist, deren Business ich kenne und verstehe, und die sich in aller Regel keine eigene Marketingfachkraft leisten können und wollen. Daher will ich meine Dienste als „Shared Freelancer“ anbieten. Mir liegen bereits Anfragen von 3 Firmen vor, die ich aber nur wahrnehmen kann, wenn ich nicht mehr im Anstellungsverhältnis bin, sondern mein eigener Herr.
    Die Idee mit der Selbständigkeit kommt nicht von ungefähr…

  • Fachqualifikation: vorhanden. Abgeschlossene kaufmännische Ausbildung, 15 Jahre Berufserfahrung, davon die letzten 7 Jahre als leitende Marketingfachkraft mit diversen Fortbildungen. Referenzen vorhanden.

  • Ich-AG statt Überbrückungsgeld: Exakt wegen des längeren Förderungs-Zeitraumes von 3 Jahren! Die Einkommensobergrenze halte ich für realisitisch. Es handelt sich immerhin um 25.000,- EUR Gewinn, und nicht Umsatz. Gemäß Businessplan werde ich anfänglich keineswegs höhere Summen erzielen. Und wenn doch, bin ich gerne bereit auf die Förderung zu verzichten, weil ich mich dann problemlos selbst tragen kann. Die Fördergelder geben mir überdies aber die Möglichkeit, meine Dienstleistungen zu einem günstigen, Markt- und Kundengerechten Honorar anzubieten, was ich für sehr wichtig halte, wenn ich dauerhaft Fuß fassen will.

  • Im Internet informiert habe ich mich selbstverständlich auch schon zu Hauf, jedoch sind die Informationen so vielfältig, dass ich nicht auf alle Fragen die gewünschten Antworten finden konnte oder die Angaben zuweilen widersprüchlich waren. Ich bevorzuge ohnehin immer den persönlichen Austausch, wollte ein Beratungsgespräch bei der Agentur für Arbeit (wird im Volksmund noch über Jahre hinweg Arbeitsamt heißen, und jeder wird auch weiterhin wissen, was gemeint ist…) aber vermeiden, da ich bislang eher weniger positive Erfahrungen mit den dortigen Fachberatern gemacht habe…

Nun, sei’s drum. Deiner Antwort nach zu urteilen, werde ich um ein solches Beratungsgespräch bei der Agentur für Arbeit (…) nicht herum kommen. Hoffe, mein Vertrauen wird nicht enttäuscht. Ich bin seit Ende meiner Schulzeit Vollzeit-Arbeitsnehmer und Vollzeit-Steuerzahler und scheue mich davor, wie ein arbeitsloser Sozialschmarozzer behandelt zu werden, nur weil ich mich nun tatsächlich arbeitslos melden und Fördergelder beantragen will. Glaube mir, das fällt mir schwer genug, sonst hätte ich diesen Schritt schon viele Monate früher gewagt…

Ich dachte eigentlich, ich hätte eine realtiv harmlose Frage gestellt. ich hatte nicht damit gerechnet, dass ich mich würde so rechtfertigen müssen. Danke, dass Du mir einen kleinen Vorgeschmack gegeben hast, auf das, was vermutlich auch beim Gespräch mit der AA noch auf mich zukommen wird…

Mit Gruß
A. Merau

Hallo Anke!
Die Frage von Kündigung hängt natürlich auch an der Betriebsgrösse und den arbeitsrechtlichen Möglichkeiten für Deinen Arbeitgeber und Dich…

Hallo,

da es meinem AG momentan nicht gut geht und ich schon seit
längerem den gedanken hege, mich selbständig zu machen und als
Freelancer nicht nur für meinen aktuellen AG, sondern für
mehrere Auftraggeber zu arbeiten, möchte ich meinem Chef gerne
vorschlagen, dass er mich im Zuge der notwendigen
Personaleinsparungen kündigt, ich mich alo melde und dann die
Ich-AG Förderung für ein eigenes gewerbe beantrage. Diese
Förderung gilt aber nur noch, wenn man sie bis spätestens
30.06. beantragt, danach endet das programm.

Es endet nicht wirklich sicher: Tatsächlich sollte die Veränderung schon am 31.12.05 starten, wurde um ein halbes Jahr verlängert. Was im Sommer geschieht, ist gänzlich ungewiss. Es gibt noch keinen mehrheitsfähigen Neuentwurf…

ich aber eine 3-monatige Kündigungsfrist. Bekomme ich probleme
beim AA, wenn ich mit meinem Chef vereinbare, dass ich auf
diese Kündigungsfrist verzichte und bereits zum 31.05. das
Unternehmen verlasse???

Die Arbeitsanstalt sieht es überhaupt nicht gerne, wenn jemand freiwillig Arbeitslosigkeit verursacht! (Ausnahme: Mobbing, andere Unzumutbarkeiten!) Das würde eine Sperrfrist von 3 Monaten verursachen. Selbst wenn Ihr jetzt den Arbeitsvertrag umstellt auf einen befristeten, könnte es problematisch werden.

Andere Möglichkeit: Unsere Firma leistet Kurzarbeit, nur ich
bin aufgrund der Besonderheit meiner Position bislang davon
ausgenommen. Ich-AG Förderung gibt es, wenn man vorher alo war
oder Kurzarbeiter-Geld bezogen hat. Wäre es sinnvoller, wenn
ich mich von meinem Chef zunächst auf KuG setzen lasse, und
dann selbst kündige?

Bei Kündigung im Bereich KUG muss ich stecken, ist nicht mein Spezialgebiet :frowning:
Aber selber kündigen heißt eigentlich fast immer: Sperrfrist und auch dann ist der Sommer vorbei…

Kündigung anerkennt und mir die Förderung bewilligt, weil ich
mir diesen Schritt sonst nicht leisten könnte. Schließlich
muss ich leider damit rechnen, dass mein derzeitiger AG in
absehbarer Zeit wegen Insolvenz als Auftraggeber wieder
wegbricht,

und seine Rechnungen nicht bezahlt!!!

Auftraggeber gefunden haben, um dann auch ohne meinen
aktuellen AG überleben zu können.
Wer kennt sich gut genug mit diesem Förderprogramm aus und
kann mir bezüglich Kündigung einen Rat geben?

Im Prinzip wäre unter der Prämisse „Zeitdruck“ das Überbrückungsgeld sinnvoller, weil es auch bei drohender Arbeitslosigkeit gezahlt wird.
Strategisch sich auszurichten auf die deadline eines Gesetzes ist eine Form der Unfreiheit.
Was spräche gegen die Strategie: Jetzt mit Überbrückungsgeld selbständig machen - wenn es nicht läuft, bleibt der Arbeitslosengeldanspruch erhalten in den üblichen Fristen…(nach einem Jahr ist auch ggf eine Sperrfrist weg…)
Andere Strategie: Du nimmst während Deiner Anstellung schon andere Aufträge an - vorausgesetzt, der Arbeitgeber spielt mit und Du hast noch Zeit…
Wenn Du Dich bei der AA beraten läßt, wirst Du das Problem haben, dass dort wenig Wissen zu diesem Thema vorhanden ist.
Meine Erfahrung ist: Arbeitsloseninitiativen wissen mehr. Dann gibt es noch das ARbeitslosenhilfetelefon in HH (hoffentlich!?) Tel. 040-22757473

Viel Glück! Birgitt

Hey Anke,

finde das klingt nicht schlecht, was du vorhast. BP steht, Liquidatio & Rentabilitätsrechung steht, erste Kunden hast du schon, Erfahrung etc hast du auch, Mann mit festen Job auch (Sicherheit) Von daher würde ich sagen, wer nix wagt der nix gewinnt und herausfinden kannst du es nur, wenn du den Schritt wagst :wink: Ohne hohe Vorinvestitionen (vergiß nicht dein MArketing u. notwenidge Versicherungen!!) ist auch das Risiko beim Scheitern rel. gering :wink:
Aber 2 Sachen hätte ich noch:
1.) In deiner Position beim ehem/jetztigen AG dürfte dein Lohn recht hoch sein. Daraus ermittelt sich auch dein Überbrückungsgeld. Enstrpicht genau dem ALG 1, dürfte somit rel. hoch sein UND du bist nicht rentenverspflichtig! Bei der ehem Ich-AG bekommst du 600€ und ca 420 gehen für Rente, Kranken, Pflege wieder drauf - dafür hast du dann 1 Jahr lang mehr Rentenpunkte bekommen :wink: Im zweiten Jahr legst du schon drauf und im 3ten noch mehr!
2.) ACHTUNG!!! DENKFEHLER! :
„Die Fördergelder geben mir überdies aber die Möglichkeit, meine Dienstleistungen zu einem günstigen, Markt- und Kundengerechten Honorar anzubieten, was ich für sehr wichtig halte, wenn ich dauerhaft Fuß fassen will“

Deine Leistungen und Produkte müssen sich OHNE Subventionen am MArkt verkaufen lassen, sonst ist dein Produkt / Geschäftsidee nicht tragfähig auf Dauer! Etwaige Sonderkonditionen, Erstkundenboni, etc MÜSSEN einkalkuliert werden und nicht durch Förderung gedeckt werden:wink:

…aber sonst…ne Geschäftsindee wo man bei Gründung schon Kunden aht und diese weiter als Referenz nutzen kann und ggf zu Stammkunden macht ist schön und nicht die Regel…mach et! Aber Achtung 2.)

greetz mike:wink:

Hui, Alfons! Ähm - *räusper* - zunächst sei mir der
freundliche Hinweis gestattet, dass Du vielleicht wieder etwas
mehr Boden unter den Füßen gewinnen und weniger von oben herab
mit anderen umgehen solltest? Trotzdem mal ein kleines
Dankeschön für Deine Antwort, wengleich sie auch nicht meine
Frage beantwortet hat.

Ein liebes und freundliches Hui zurück. Sorry, dass ich erst jetzt auf Deinen Beitrag antworten kann, aber im Gegensatz zu Dir lebe ich nicht von Freundlichkeiten und netten Worten, sondern von der harten Realität eines Selbstständigen.

Kurz zu „Dem“, der nicht alles durch die rosarote Brille antwortet.

Ich selbst bin seit Jahren Unternehmensberater, Headhunter und Mitglied des Runden Tisches bei der IHK. Daher habe ich in diesem Board auch mal das Recht, kritisch und etwas härter zu hinterfragen, bzw. generell solche Allgemeinplätze etwas auseinander zu nehmen. Mir graut nämlich schon wieder vom nächsten Restrukturierungsprogramm, den der Runde Tisch 5 nach 12 für die „Blauäugigen“ implementieren muss.

  • Ein Gründerinnen-Seminar habe ich bereits im letzten Jahr
    besucht, was mir nicht allzu viel gebracht hat, außer der
    Bestätigung meiner Idee, da ich - wie fast alle
    Teilnehmerinnen - mit der Selbständigkeit versuche, Familie
    und Job unter einen Hut zu bringen.

Da fängt es bereits an. Familie und Job unter einen Hut zu bringen! Was willst Du? Familie? oder einen Job? Dann bewirb Dich bei einem Arbeitgeber und gehe nach 38,5 Stunden gemütlich nach Hause, werde glücklich und vermehre Dich.

Wenn Du aber Job als Selbstständigkeit deffinierst, dann stehe Morgends um 06.00 Uhr auf, putzte Dich raus wie Cleopatra und fang um 07.00 Uhr an zu akquirieren (der früher Vogel fängt den Wurm). um 08.00 Uhr hast Du die erste Zielvorgabe hinter Dir, um 09.00 Uhr das erste Kontaktgespräch, um 11.00 Uhr bist Du mit Deinem Netzwerk verabredet, um 13.00 Uhr hast Du 10 Minuten für einen Cappucino, um 13.30 bis 16.00 Uhr hast Du Marketing, Recruting, MA-Besprechungen und ein neues Kleid anzuziehen, denn um 17.00 Uhr trifft Du noch Deinen Banker zu einem Zielvereinbarungsgespräch über Deinen Kontoverlauf. Um 19.00 Uhr hast Du einen Spättermin und um 21.00 Uhr erledigst Du Deinen Pegasus-Mailer. Und wenn Du dann noch abschalten willst, stelle Dich hier um 22.00 Uhr ins Netz und beantworte Fragen zum Thema Selbstständigkeit.

Dass kein falsches Bild entsteht, ich bin ein sog. Dreibein und meine Frau hat mit mir 3 erwachsene Kinder und 3 Enkel.

Vater Staat begrüßt solche

Vorhaben, da wir ohnehin zu wenig Kids haben.

Lass blos den Staat aus dem Kindersegen raus. Der Staat braucht keine Kinder, sondern „Du“ ganz allein, damit „Deine“ Rente finanziert bleibt. Außer Du verdienst so viel Asche, dass Du privat vorsorgen kannst. Auch das begrüßt der Staat!

Und ich habe

lange genug (vielleicht zu lange) auf meinen Kinderwunsch
verzichtet, da ich das berufliche Risiko scheute und man bei
45 Wochenstunden und 50 Kilometern Arbeitsweg keine Familie
gründen kann. Die Idee der Selbständigkeit gährt also schon
sehr lange in mir.

45 Wochenstunden waren bisher ein Hemmschuh für Kinder? Was sagen dazu alle Unternehmensberater, Ärzte, Berufskraftfahrer und sonstige Menschen, die 50, 60 und mehr Stunden in der Woche auf dem Buckel haben? Deine Zeilen lesen sich gerade so, als ob Deutschland nach 38 Stunden zeugungsunfähig wäre und unsere Gesellschaft nur bei einer 25 Stunden-Woche eine Zukunft hat.

  • Familiäre Unterstützung (nach der Du bedauerlicherweise gar
    nicht gefragt hattest) ist durch meinen Mann zu 100%
    vorhanden.

Sorry, die setze ich voraus. Denn wenn Du Dich auch noch um Papa, Mama, Oma und Tante kümmern müsstest, würdest Du sehr schnell als Selbstständige am Bettelstab landen.

  • Business Plan: vorhanden (!)

Ich habe Pläne in meinem Leben gesehen, die waren das Papier nicht wert. Kannst Du bei eBay kaufen. 9,90 € und 45 Seiten lang. Ein Business-Plan sagt überhaupt nichts aus.

  • Finanzierung: vorhanden. Ich habe auch bereits ein
    vollständig ausgestattetes Büro. Es sind keinerlei Anschaffung
    bzw. Investitionen zu Beginn notwendig. Laufende Kosten sind
    im Business Plan kalkuliert und eher minimal.

Finanzierung? Sind auch „Deine“ Kosten einkalkuliert? Wie sieht es mit einem sich selbst ernährenden Unternehmerlohn von mind. 35.000 € aus? Wie hoch sind Deine kalkulatorische Wagniskosten? Was bist Du bereit in Fachwissen zu investieren? Was kostet Dich eine kalkulatorische Stunde, in welcher Du Dein Mahnwesen betreibst? Was kostet Dich der Besuch eines Netzwerkseminars? Ich kenne nur wenige Finanzpläne, die darüber fundiert auskunft geben.

Wie hoch ist Dein geplanter ROI? Welches Kennzahlen-Management wirst Du ansetzen. Wie ist Dein Risk-Mamnagement aufgebaut?

Und jetzt sag mir blos nicht, dass Du das alles bei einem Lady-Like-Tag erarbeitet hast.

  • Liquidität und finanzielle Sicherheit: Kann durch die
    Förderung und das Gehalt meines Mannes sichergestellt werden.
    Mal abgesehen davon, dass ich eigentlich auch vorhabe, Umsatz
    zu machen…

Ich breche zusammen. Liquidität auf dem Buckel des Mannes. Mensch Mädchen, Dein Betrieb muss so aufgestellt sein, dass das Geld Deines Mannes Dich einen feuchten Kehrricht angeht. Du musst Dich selbst tragen.

  • Kunden: Durch zahlreiche Kontakte bereits vorhanden. Sowohl
    durch meine eigene berufliche Tätigkeit als auch durch meinen
    Mann (selbe Branche) sind viele sehr gute Kontakte vorhanden,
    allesamt kleinere IBM-Business Partner, weil dass die Klientel
    ist, deren Business ich kenne und verstehe, und die sich in
    aller Regel keine eigene Marketingfachkraft leisten können und
    wollen. Daher will ich meine Dienste als „Shared Freelancer“
    anbieten. Mir liegen bereits Anfragen von 3 Firmen vor, die
    ich aber nur wahrnehmen kann, wenn ich nicht mehr im
    Anstellungsverhältnis bin, sondern mein eigener Herr.
    Die Idee mit der Selbständigkeit kommt nicht von ungefähr…

Von ungefähr? Kleine KMUs als Kunden. KMUs sind schneller weg vom Markt, als Du um die Ecke schauen kannst…und dann? Wie hoch ist Dein CashFlow um einen solchen Ausfall zu verkraften. Welchen Mehrwert willst Du im freelancer anbieten? Komm in meine Ecke nach Hessen…da hast Du bereits mehr Mitbewerber, als Fliegen um Mitternacht auf der Laterne.

  • Fachqualifikation: vorhanden. Abgeschlossene kaufmännische
    Ausbildung, 15 Jahre Berufserfahrung, davon die letzten 7
    Jahre als leitende Marketingfachkraft mit diversen
    Fortbildungen. Referenzen vorhanden.

Leitende Marketingfachkraft…bei 45 Wochenarbeitsstunden??? Kenne ich keine! Ich kenne Fach- und Führungskräfte in diesem Bereich von 45p.a. und 50 - 55 Stunden und 55- 60`p.a. bei 60 und mehr Stunden.

  • Ich-AG statt Überbrückungsgeld: Exakt wegen des längeren
    Förderungs-Zeitraumes von 3 Jahren! Die Einkommensobergrenze
    halte ich für realisitisch. Es handelt sich immerhin um
    25.000,- EUR Gewinn, und nicht Umsatz. Gemäß Businessplan
    werde ich anfänglich keineswegs höhere Summen erzielen. Und
    wenn doch, bin ich gerne bereit auf die Förderung zu
    verzichten, weil ich mich dann problemlos selbst tragen kann.

Im Internet gibt es Förderrechner… wenn jemand eine Fachkraft ist, bezieht sie ein entsprechendes Arbeitslosengeld. Ab einer gewissen Höhe ist das Überbrückungsgeld unrentabel, da mit dem Einsteigsgeld (70% Zuschuss in den ersten 6 Monaten zum Arbeitslosengeld) eine höhere Unterstützungssumme erwirtschaftet. Also, lass mir meine Hähme und ich lass Dir den Traum einer Führungskraft. Bei Inanspruchnahme von Überbrückungsgeld ist der Traum eher eine Seifenblase.

Die Fördergelder geben mir überdies aber die Möglichkeit,
meine Dienstleistungen zu einem günstigen, Markt- und
Kundengerechten Honorar anzubieten, was ich für sehr wichtig
halte, wenn ich dauerhaft Fuß fassen will.

Das schlägt dem Fass den Boden raus. Eine kaufmännisch fundierte Kalkulationsgrundlage!!!Kaufmännische Ausbildung!!! Fachkraft!!! Whow. Hier erspare ich mir jede Hähme, weil dies nicht mehr zu überbieten ist.

  • Im Internet informiert habe ich mich selbstverständlich auch
    schon zu Hauf, jedoch sind die Informationen so vielfältig,
    dass ich nicht auf alle Fragen die gewünschten Antworten
    finden konnte oder die Angaben zuweilen widersprüchlich waren.
    Ich bevorzuge ohnehin immer den persönlichen Austausch, wollte
    ein Beratungsgespräch bei der Agentur für Arbeit (wird im
    Volksmund noch über Jahre hinweg Arbeitsamt heißen, und jeder
    wird auch weiterhin wissen, was gemeint ist…) aber
    vermeiden, da ich bislang eher weniger positive Erfahrungen
    mit den dortigen Fachberatern gemacht habe…

Bei google: Existenzgründung: 1.255.000 Einträge/ 580 Softwareprogramme / 350 Fachforen …und nicht auf alle Fragen eine Antwort gefunden? Der Bund Deutscher Unternehmensberater vermittelt fundiertes Fachwissen was gefördert wird. Die KfW bietet eine Beraterbörse an, die gefördert wird. Die IHK beschäftigt richtig gute Betriebswirte die gefördert werden. … Wer da keine Antwort findet und diese nun bei der Agentur für Arbeit sucht, dem kann nicht mehr geholfen werden.

Ich dachte eigentlich, ich hätte eine realtiv harmlose Frage
gestellt. ich hatte nicht damit gerechnet, dass ich mich würde
so rechtfertigen müssen. Danke, dass Du mir einen kleinen
Vorgeschmack gegeben hast, auf das, was vermutlich auch beim
Gespräch mit der AA noch auf mich zukommen wird…

Sorry, bei der Agentur für Arbeit oder Arge oder GIAG hast Du weniger an Offenheit zu befürchten. Die sind froh, dass immer wieder Menschen kommen, die noch weniger Ahnung haben als sie selbst, dann fällt nämlich nicht auf, dass sie für eine Existenzgründungsberatung fehl besetzt sind.

Mit Gruß
A. Merau

Mit „freundlichen“ Grüßen
A. Güss

Tach nochmal!

Ich selbst bin seit Jahren Unternehmensberater, Headhunter und
Mitglied des Runden Tisches bei der IHK.

Ja, das ist ein gänzlich anderes und wahrscheinlich auch härteres Gewerbe, als das, in dem ich mich bewege. Wir leben und arbeiten in zwei verschiedenen Welten, und doch existieren beide. Für Dich sind Kompetenz, Erfahrung, Souveränität im Umgang mit Geschäftspartnern das a und o, für mich zählt Freundlichkeit (oder anders ausgedrückt: Service) mit zum wichtigsten Handwerkszeug (gefolgt von oben genannten). Du wirst lachen, aber ein VB hätten niemals eine Chance bei einem Kunden, wenn der ihn unsympathisch findet, egal wie kompetent er sein mag.

Naja, nur so ein Ausflug am Rande, dass ich mich nicht dafür entschuldigen möchte, eher freundlich als zähnebeißerisch zu sein…

Da fängt es bereits an. Familie und Job unter einen Hut zu
bringen! Was willst Du? Familie? oder einen Job?

Hmm, aus welcher Generation Du stammst, ist mir schon klar :wink: Frau mit Kind hat im Berufsleben nichts verloren, weil sie da eh nichts leisten kann?
Wenn ich wollte, hätte ich a) meinen Job behalten oder b) einen Job bei einem anderen Partner bekommen können. Um nach etwa 3 Monaten zu verkünden, dass ich schwanger bin? Sehr fair! Statt es mir gänzlich zu versauen, nehme ich lieber die Verantwortung selbst in die Hand und halte mir diese potentiellen Arbeitgeber statt dessen als Kunden bei Laune. Hab’ ich mehr davon, und die auch.
Teilzeitjobs vor der eigenen Haustüre für beruftätige Mütter sind knapp und begehrt. Als Freelancer kann ich meine Arbeitsauslastung (teilweise) selbst mitbestimmen und größtenteils von zuhause aus arbeiten. Bessere Möglichkeiten bietet mir auch keine Festanstellung, höchstens ein bißchen weniger Risiko.

Wenn Du aber Job als Selbstständigkeit deffinierst, dann stehe
Morgends um 06.00 Uhr auf, putzte Dich raus wie Cleopatra und
fang um 07.00 Uhr an zu akquirieren (der früher Vogel fängt
den Wurm). um 08.00 Uhr hast Du die erste Zielvorgabe hinter
Dir, um 09.00 Uhr das erste Kontaktgespräch, um 11.00 Uhr bist
Du mit Deinem Netzwerk verabredet, um 13.00 Uhr hast Du 10
Minuten für einen Cappucino, um 13.30 bis 16.00 Uhr hast Du
Marketing, Recruting, MA-Besprechungen und ein neues Kleid
anzuziehen, denn um 17.00 Uhr trifft Du noch Deinen Banker zu
einem Zielvereinbarungsgespräch über Deinen Kontoverlauf. Um
19.00 Uhr hast Du einen Spättermin und um 21.00 Uhr erledigst
Du Deinen Pegasus-Mailer. Und wenn Du dann noch abschalten
willst, stelle Dich hier um 22.00 Uhr ins Netz und beantworte
Fragen zum Thema Selbstständigkeit.

Ich nehme an, letzteres tust Du freiwillig? Wenn Dein Alltag so aussieht, dann bist Du entweder ein Workoholic und glücklich damit, kannst aber nicht erwarten, dass jeder so ist. Oder Du hast was falsch gemacht.

Dass kein falsches Bild entsteht, ich bin ein sog. Dreibein
und meine Frau hat mit mir 3 erwachsene Kinder und 3 Enkel.

Neeee, sorry, Du hast nur ein einziges Bein, und das ist Dein Job. Für den Rest hast Du eine Frau (engagiert), falls ich das mal so knallhart sagen darf. Ein Kind produzieren kann man auch zwischen 23:00 Uhr abends, nach beantworten der letzen Foren-Anfragen, und 6:00 Uhr morgens vor dem ersten Akquise-Termin. Das nennt man dann wohl Zeit-Optimierung…

Lass blos den Staat aus dem Kindersegen raus. Der Staat
braucht keine Kinder, sondern „Du“ ganz allein, damit „Deine“
Rente finanziert bleibt. Außer Du verdienst so viel Asche,
dass Du privat vorsorgen kannst. Auch das begrüßt der Staat!

Für meine eigene Rente habe ich selbst vorgesorgt, ja. Da das aber nur auf die wenigsten Mitbürger dieses Landes zutrifft, brauchen wir eine staatliche Rentenkasse, die nur gefüllt wird, wenn wir genügend einzahlende Generationen in die Welt setzen. Aber keine Bange, das ist gewiss NICHT der Grund, weshalb ich ein Kind möchte. Aber der Grund, weshalb ich hemmungslos alles in Anspruch nehme, was mein „Vaterland“ mir als Gegenleistung dafür anbietet.
Außerdem produziere ich nicht nur einen neuen Rentenkasseneinzahler sondern bleibe nebenbei meinem Staat als braver Steuerzahler erhalten. Es lebe das Brutto-Sozial-Produkt! Dann reichts vielleicht auch bald für ein paar neue Kindergärten :wink:

45 Wochenstunden waren bisher ein Hemmschuh für Kinder? Was
sagen dazu alle Unternehmensberater, Ärzte, Berufskraftfahrer
und sonstige Menschen, die 50, 60 und mehr Stunden in der
Woche auf dem Buckel haben? Deine Zeilen lesen sich gerade so,
als ob Deutschland nach 38 Stunden zeugungsunfähig wäre und
unsere Gesellschaft nur bei einer 25 Stunden-Woche eine
Zukunft hat.

Siehe oben: Ein Kind kann man auch zwischen zwei „Schichten“ produzieren (wozu gibt es Quickies). Für den Rest müssen die armen Unternehmensberater, Ärzte und Berufskraftfahrer dann eben eine Ehefrau engagieren… Aber Du wirst kaum eine ÄrztIN finden, die 60 Stunden ackert und zwei kleine Kinder zuhause hat UND selbst betreut. Alles ist nunmal tatsächlich nicht möglich. Und ja: Wenn wir alle so eingestellt wären, dann würde Deutschland tatsächlich bald zeugungsunfähig werden. Wir sind ja jetzt schon knapp dabei…

Finanzierung? Sind auch „Deine“ Kosten einkalkuliert? Wie
sieht es mit einem sich selbst ernährenden Unternehmerlohn von
mind. 35.000 € aus?

Wow! Kannst Du noch eine Zweitfrau gebrauchen? Nehme mal, dass Dein Gehalt dieses „Minimum“ längst überschritten hat, oder?
Wir scheinen wirklich in zwei völlig verschiedenen Dimensionen zu leben. Ein solches Gehalt habe ich in meinem Leben noch nicht verdient und strebe ich auch nicht an. Das wäre maßlos unrealistisch. Nix für ungut, aber lass mir mal besser meine Bescheidenheit. Ich muss keine Familie allein-ernähren, sondern „nur“ etwas dazuverdienen und mich (mein Unternehmen) selbst tragen können. Will heißen: Problemlos alle Rechnungen zahlen können, regelmäßige Investitionen (z.B. in Fortbildung) ermöglichen und unterm Strich einen netten, kleinen Zuverdienst für mich bei rausziehen. Keine horrenden Summen, aber dafür muss ich auch keine 60 Stunden täglich, 7 Tage die Woche ackern, sondern darf auch noch ein bißchen leben.
Viel wichtiger in meinem Job ist Flexibilität, dass ich einen Auftrag, der morgen fertig sein muss, noch am selben Abend bearbeiten kann. Dafür habe ich den darauf folgenden Tag vielleicht kaum was zu tun. Das nächste mal kommt ein Videoprojekt rein, an dem ich 3 Tage lang bis spät in die Nacht sitze, um es Montags pünktlich abzuliefern. Bringt entsprechend viel Kohle, kommt aber höchsten 1x im Monat vor.
Meine Arbeitszeiten werden sehr unregelmäßig sein, aber mir auch viele Freiräume lassen.

Wie hoch sind Deine kalkulatorische

Wagniskosten? Was bist Du bereit in Fachwissen zu investieren?
Was kostet Dich eine kalkulatorische Stunde, in welcher Du
Dein Mahnwesen betreibst? Was kostet Dich der Besuch eines
Netzwerkseminars? Ich kenne nur wenige Finanzpläne, die
darüber fundiert auskunft geben.

Netterweise übernimmt mein Mann Buchhaltung und Mahnwesen, das kann er auch besser. Zunächst einmal kostenlos. Ggf. kann ich ihn als 400,- EUR Kraft bei mir anmelden, ist bisher aber nicht vorgesehen (Diskussionspunkt für den nächsten Termin beim Steuerberater).

So ein Finanzplan lebt. Auch ich werde anfänglich erst gewisse Erfahrungswerte sammeln müssen. Wie beschrieben werden Aufträge nur sehr unregelmäßig reinkommen. Das macht eine Voraussagen schwieriger. Aber zwei Fortbildungskurse im ersten Jahr habe ich zumindest vorsichtig mal mit eingeplant.

Wie hoch ist Dein geplanter ROI? Welches Kennzahlen-Management
wirst Du ansetzen. Wie ist Dein Risk-Mamnagement aufgebaut?

Ich bin eine kleine Einzelunternehmerin, vergiss das bitte nicht. Ich hatte nicht vor einen Konzern zu gründen.

Ich breche zusammen. Liquidität auf dem Buckel des Mannes.
Mensch Mädchen, Dein Betrieb muss so aufgestellt sein, dass
das Geld Deines Mannes Dich einen feuchten Kehrricht angeht.
Du musst Dich selbst tragen.

Das wäre wünschenswert und auch mein Unternehmensziel. Aber es ist dennoch beruigend zu wissen, dass mein Mann genug verdient, um die Familie notfalls auch alleine ernähren zu können. Nicht aber, um meine Firma aushalten zu müssen! Und wenn ich eine Nullrunde einlege, werde ich sofort nachbessern müssen. Nur muss ich von meiner Firma weder das Dach überm Kopf, noch das Brot zum beißen finanzieren. Ich habe also Zeit zu wachsen.

Kleine KMUs als Kunden. KMUs sind schneller

weg vom Markt, als Du um die Ecke schauen kannst…und
dann?

Tja, alleine in der Wirtschaftsregion Stuttgart (wo ich sitze) machen diese kleinen KMU’s (unter 50 MA) rund 90% aller Unternehmen am Standort aus (Konjunkturbericht IHK). Ne Menge Potential, findest Du nicht auch?
Schade dass Du so klingst, als haben kleinere Betriebe keine Daseins-Berechtigung. Dabei hat sogar IBM inzwischen erkannt, wie wichtig der SMB-Markt ist…

Welchen Mehrwert willst Du im freelancer anbieten?

Neben den klassischen Marketing- und Kreativ-Dienstleistungen biete ich außerdem Video- und Audioproduktionen (z.B. Eventmitschnitt oder Podcasts). Außerdem trete ich im Unterschied zu den meisten „normalen“ Marketingagenturen als Mitarbeiter des Kunden auf, z.B. als Moderator oder Host bei Veranstaltungen. Ich bin also kein anonymes Auftragsbüro. Ergänzt wird das Portfolio durch klassischen Schreibservice und Übersetzungs-Leistungen bei Bedarf. Nur so ganz grob beschrieben. Kenne keinen vergleichbaren Anbieter mit einer solchen Dienstleistungs-Kombination.
Alleinstellungsmerkmal sind auch meine Kontakte und Kenntnisse im Bereich IBM-Partnering, was die erste und wichtigste Zielgruppe für mich ist. Hierüber habe ich sogar die Möglichkeit, Marketinggelder für den Partner zu organisieren (was aber mit Vorsicht zu genießen ist!!!). Aber ich will nur sagen: ich kenne das Spielchen. Und ich kann sehr gut mit knappen Budgets umgehen. Gut gemachtes Marketing muss nicht unbedingt teuer sein, da habe ich mein Improvisationstalent in den letzten 7 Jahren wirklich schulen können, weil mein Arbeitgeber eigentlich NIE Geld für mich hatte :wink:

Komm in meine Ecke nach Hessen…da hast Du bereits mehr
Mitbewerber, als Fliegen um Mitternacht auf der Laterne.

Nein danke, Stuttgart gefällt mir besser :smile:

Leitende Marketingfachkraft…bei 45 Wochenarbeitsstunden???
Kenne ich keine! Ich kenne Fach- und Führungskräfte in diesem
Bereich von 45p.a. und 50 - 55 Stunden und 55- 60`p.a. bei
60 und mehr Stunden.

Ja, ich hab’ ja schon gelesen, was Du über kleine KMU’s denkst. Da Dir diese Welt offenbar fremd ist, kannst Du natürlich auch nicht verstehen, dass hier sowohl Gehalt als auch Arbeitszeiten einer leitenden Marketingfachkraft anders aussehen können…

Im Internet gibt es Förderrechner… wenn jemand eine
Fachkraft ist, bezieht sie ein entsprechendes
Arbeitslosengeld. Ab einer gewissen Höhe ist das
Überbrückungsgeld unrentabel, da mit dem Einsteigsgeld (70%
Zuschuss in den ersten 6 Monaten zum Arbeitslosengeld) eine
höhere Unterstützungssumme erwirtschaftet. Also, lass mir
meine Hähme und ich lass Dir den Traum einer Führungskraft.
Bei Inanspruchnahme von Überbrückungsgeld ist der Traum eher
eine Seifenblase.

  1. Ich habe auch extra nochmal mit meinem Steuerberater gesprochen und das ganze auch dort nochmal durchgerechnet: Ich-AG kommt für mich günstiger und sinnvoller. Nur wenn ich das nicht kriegen sollte (unwahrscheinlich) würde ich statt dessen Überbrückungsgeld beantragen. Und müsste dann alle Finanzpläne nochmal neu aufrollen… :-/
  2. Führungskraft? Wer sagte, dass ich irgendwelches Personal einstellen will???

Das schlägt dem Fass den Boden raus. Eine kaufmännisch
fundierte Kalkulationsgrundlage!!!Kaufmännische Ausbildung!!!
Fachkraft!!! Whow. Hier erspare ich mir jede Hähme, weil dies
nicht mehr zu überbieten ist.

Jaja, unglücklich ausgedrückt, ich weiß. Aber meine Einnahmen habe ich zu Unternehmensbeginn tatsächlich nur sehr vorsichtig kalkuiert. Ich habe noch nie erlebt, dass ein Auftrag platziert wurde, ohne vorher nochmal den Preis zu drücken. Wie gesagt: In der Welt, in der ich lebe und praktiziere, sitzt das Geld nie sehr locker. Auch das muss ich mit einkalkulieren. Neue Kunden sind meist sehr preisorientiert. Habe ich es aber einmal geschafft, mich wertvoll zu machen und mir die Kundentreue zu sichern, dann kommen auch mehr Aufträge, und damit mehr Einkommen. Bis ich dass geschafft habe, könnte ich mein günstiges Honorar ohne anfängliche Förderung nicht halten. Und wenn ich zu teuer bin, schaffe ich es nicht, als Newbie am Markt Fuß zu fassen…

… Wer da keine Antwort findet und

diese nun bei der Agentur für Arbeit sucht, dem kann nicht
mehr geholfen werden.

Über die Bewilligung der Ich-AG Förderung entscheidet die Arbeitsagentur, also kann mir diese Frage wohl auch ausschließlich die Arbeitsagentur final beantworten.

Mit „freundlichen“ Grüßen
A. Güss

Gruß zurück!

Hmm, aus welcher Generation Du stammst, ist mir schon klar :wink:
Frau mit Kind hat im Berufsleben nichts verloren, weil sie da
eh nichts leisten kann?

Falsch: Meine Frau hat selbst eine Allfinanzdienstleistung mit Anschluß an mehr als 140 Produktpartnern und Anbindung über ein Lead-Partner-Programm zu 8 weltweit operierenden Banken.

Neeee, sorry, Du hast nur ein einziges Bein, und das ist Dein
Job. Für den Rest hast Du eine Frau (engagiert), falls ich das
mal so knallhart sagen darf.

Schau mal auf www.zeigdeingesicht.de

Auch dafür bleibt Zeit. Und für einen Hund und Ausflüge mit einem Drike reicht es auch noch.

Ein Kind kann man auch zwischen zwei „Schichten“
produzieren (wozu gibt es Quickies). Für den Rest müssen die
armen Unternehmensberater, Ärzte und Berufskraftfahrer dann
eben eine Ehefrau engagieren… Aber Du wirst kaum eine
ÄrztIN finden, die 60 Stunden ackert

Da stimme ich Dir zu, meine Frau ist keine Ärztin… aber sehr erfolgreich in dem was sie tut … mit Kind!

Meine Arbeitszeiten werden sehr unregelmäßig sein, aber mir
auch viele Freiräume lassen.

Genau daas ist das schöne an der Selbstständigkeit. Die freiräume. Also, auch wenn wir uns beim gehalt noch nicht so nah sind, hier sind wir fast untrennbar.

Netterweise übernimmt mein Mann Buchhaltung und Mahnwesen, das
kann er auch besser. Zunächst einmal kostenlos.

Vorsicht, der Mann nimmt sich eine Frau…und Du Dir einen Mann (nur ein kleiner Bummerrang am Rande)

Wie hoch ist Dein geplanter ROI? Welches Kennzahlen-Management
wirst Du ansetzen. Wie ist Dein Risk-Mamnagement aufgebaut?

Ich bin eine kleine Einzelunternehmerin, vergiss das bitte
nicht. Ich hatte nicht vor einen Konzern zu gründen.

Einen ROI errechnet man bereits mit dem ersten Euro den ich als EK investiere. Denn ich möchte wissen, ob dieser Euro mehr Zinsen auf der Bank bringt, oder in meinem kleinen Unternehmen. Dazu ist wahrlich kein Konzern nötig. Nur ein etwas pfiffiger Steuerberater der Dir diese Kennzahlen schon lange hätte vermitteln sollen.

Kleine KMUs als Kunden. KMUs sind schneller

weg vom Markt, als Du um die Ecke schauen kannst…und
dann?

Tja, alleine in der Wirtschaftsregion Stuttgart (wo ich sitze)
machen diese kleinen KMU’s (unter 50 MA) rund 90% aller
Unternehmen am Standort aus (Konjunkturbericht IHK). Ne Menge
Potential, findest Du nicht auch?
Schade dass Du so klingst, als haben kleinere Betriebe keine
Daseins-Berechtigung. Dabei hat sogar IBM inzwischen erkannt,
wie wichtig der SMB-Markt ist…

…und die Preise mit einem 8% Wagnispotential gerechnet. Bei Großunternehmen belaufen sich die kalkulatorischen Wagnisse nur bei 3%.

KMU`s sind auch mein Schwerpunkt (kaum zu verstehen? Aber bei der IHK:Stuttgart machen sie 98% des Runden Tisches aus. (Der Runde Tisch?..für Firmen in Schieflage, Liquiditätsprobleme, fehlende Barliquidität, Kundenschwund und Insolvenzgefahr) In Stuttgart bin ich aufgewachsen. Ich kenn die Laternen dort sehr gut. Mein Bruder treibt dort noch sein Unwesen…und ich bin verliebt in den Schlossplatz und das Kö im Königsbau.

Gut gemachtes Marketing muss nicht
unbedingt teuer sein, da habe ich mein Improvisationstalent in
den letzten 7 Jahren wirklich schulen können, weil mein
Arbeitgeber eigentlich NIE Geld für mich hatte :wink:

Das spricht für Dich!

Leitende Marketingfachkraft…bei 45 Wochenarbeitsstunden???
Kenne ich keine! Ich kenne Fach- und Führungskräfte in diesem
Bereich von 45p.a. und 50 - 55 Stunden und 55- 60`p.a. bei
60 und mehr Stunden.

Ja, ich hab’ ja schon gelesen, was Du über kleine KMU’s
denkst. Da Dir diese Welt offenbar fremd ist,

Siehe oben!

  1. Ich habe auch extra nochmal mit meinem Steuerberater
    gesprochen und das ganze auch dort nochmal durchgerechnet:
    Ich-AG kommt für mich günstiger und sinnvoller. Nur wenn ich
    das nicht kriegen sollte (unwahrscheinlich) würde ich statt
    dessen Überbrückungsgeld beantragen. Und müsste dann alle
    Finanzpläne nochmal neu aufrollen… :-/

Da komm ich nicht ganz mit? Was bedeudet Ich-AG kommt für mich sinnvoller und günstiger? Was willst Du denn außer Überbrückungsgeld beantragen, wenn Du das 6-montige Eingliederungsgeld nicht beantragen willst? Es gibt nur „diese“ 2 Fördermöglichkeiten…Aber fixe: Denn der Antrag muss bis 30.06. abgegeben sein, denn danach läuft die Fördermaßnahme aus (zumindest nach dem heutigen Stand der Kabinettsberatung).

Jaja, unglücklich ausgedrückt, ich weiß. Aber meine Einnahmen
habe ich zu Unternehmensbeginn tatsächlich nur sehr vorsichtig
kalkuiert. Ich habe noch nie erlebt, dass ein Auftrag
platziert wurde, ohne vorher nochmal den Preis zu drücken. Wie
gesagt: In der Welt, in der ich lebe und praktiziere, sitzt
das Geld nie sehr locker. Auch das muss ich mit
einkalkulieren. Neue Kunden sind meist sehr preisorientiert.
Habe ich es aber einmal geschafft, mich wertvoll zu machen und
mir die Kundentreue zu sichern, dann kommen auch mehr
Aufträge, und damit mehr Einkommen. Bis ich dass geschafft
habe, könnte ich mein günstiges Honorar ohne anfängliche
Förderung nicht halten. Und wenn ich zu teuer bin, schaffe ich
es nicht, als Newbie am Markt Fuß zu fassen…

Ich möchte an dieser Stelle das Ping-Pong-Spiel beenden und Dir etwas anbieten!

Du gibst mir ein Stichwort zu Deinem Gründungsvorhaben…und ich sage Dir mein (im Schatten stehendes) Wissen.

Lass uns mit dem Preis beginnen… und wenn ich Dir irgendwie weiter helfen kann, dann lass es mich wissen (das ist ehrlich gemeint), denn Deine Hartnäckigkeit hat mich unheimlich beeindruckt.

Hoch- contra Niedrigpreise

Ein Dienstleister legt seine Preisstrategie mittel- bis langfristig fest. Er bestimmt damit im Wesentlichen das Preisniveau bzw. den Preisrahmen, innerhalb dessen er operieren will. Die Preisstrategie ist deshalb von maßgeblicher Bedeutung für den Marktauftritt und die Erfolgsaussichten einer Selbstständigkeit.

Bedeutung der Preisstrategie

Nimmt ein Freiberufler eine neue Dienstleistung ins Portfolio auf, muss er einen Angebotspreis festlegen. Die preisliche Positionierung in einer unteren, mittleren oder oberen Preislage erfolgt dabei nicht nur nach Maßgabe betriebswirtschaftlicher und marktseitiger Erfordernisse, sondern richtet sich auch nach der Preisstrategie des Unternehmens. Die Preisstrategie wiederum dient der Erreichung bestimmter Unternehmensziele, die beispielsweise in der Sicherung von Marktanteilen oder der Umsatzmaximierung liegen können.

So bieten zum Beispiel Hompage-Discounter Dauerniedrigpreise bei gleichzeitig akzeptabler bis annehmbarer Produktqualität in Standartausführungen an. Wird ein Produkt neu ins Sortiment aufgenommen, erfolgt die Preisfindung auf Basis dieser Unternehmenspolitik. Bei einem Anbieter mit einem gehobenen Qualitätsimage muss die preisliche Positionierung eines neuen Produktes auf einem entsprechend höheren Niveau vorgenommen werden.

Preisliche Positionierung von Produkten

Für neue Dienstleistungen können verschiedene Positionierungsstrategien unterschieden werden, nämlich die Hoch- bzw. Prämienpreisstrategie, die Mittel- bzw. Durchschnittspreisstrategie oder die Niedrig- bzw. Promotionspreisstrategie.

Hoch- oder Prämienpreisstrategie

Bei der Prämienpreisstrategie wird versucht, langfristig möglichst hoch angesetzte Preise zu erzielen. Als Grund für hohe Preise werden Qualität, Exklusivität, das Image, Innovationsführerschaft oder ähnliche Alleinstellungsmerkmale herangezogen. Die Preiselastizität ist bei diesen Produkten sehr gering, so dass die (zahlungskräftigen) Nachfrager auf Preisänderungen nicht oder kaum reagieren. Mit der Prämienpreisstrategie werden häufig exklusive Dienstleistungen (Premium-Service) angeboten.

Mittel- oder Durchschnittspreisstrategie

Hierbei wird die Dienstleistung in einer durchschnittlichen Preislage eingeführt, die auf Dauer beibehalten werden soll. Die Durchschnittspreisstrategie findet beispielsweise bei standardisierten Produkten oder nicht-exklusiven Lizenzprodukten mit einem mittleren Qualitätsniveau Anwendung.

Niedrig- oder Promotionspreisstrategie

Bei dieser Strategie wird eine Dienstleistung zu einem niedrigen Preis auf den Markt gebracht. Hierdurch werden schnell sehr hohe Absatzmengen erreicht und damit Marktanteile gesichert. Sie wird vor allem bei solchen Dienstleistungen angewendet, die sich durch eine hohe Preiselastizität der Nachfrage (das heißt: Preisänderungen verursachen eine deutliche Nachfrageänderung) auszeichnen. Das Qualitätsniveau genügt den Mindestanforderungen.

Die Vorteile der Niedrigpreisstrategie bestehen in
-der hohen Geschwindigkeit der Marktdurchdringung
-der Nutzung von Kostendegressionseffekten,
-der geringen Fehlschlagwahrscheinlichkeit (der niedrige Einführungspreis senkt das Risiko, dass die Dienstleistung vom Markt nicht akzeptiert wird),dem Aufbau einer starken Marktposition und der Errichtung von Markteintrittsbarrieren.

Eine dauerhafte Niedrigpreispolitik wird beispielsweise von Discountern und zum Großteil von Franchice-Nehmern verfolgt.

Die Preisstrategie im Zeitablauf

Ist die preisliche Positionierung der Dienstleistung auf dem Markt erfolgt, gibt es verschiedene Möglichkeiten, wie sich die Preise im Zeitablauf entwickeln können. So kann das Einstiegspreisniveau beibehalten werden oder die Preise bleiben unter Umständen eine Zeit lang sogar völlig konstant. Oder es findet eine Entwicklung weg von der Eingangspreislage statt: Werden die Preise ausgehend von einem niedrigen Niveau auf längere Sicht angehoben, spricht man von einer Penetrationspreisstrategie, sinken sie, so handelt es sich um eine Abschöpfungsstrategie.

Abschöpfungsstrategie (Skimming-pricing)

Bei der Strategie der Marktabschöpfung - dem Skimming-pricing – wird eine Dienstleistung mit einem hohen Preis am Markt eingeführt. Ist die Nachfrage der kleinen Zielgruppe, die den hohen Preis zu zahlen bereit ist, gedeckt, wird der Preis schrittweise gesenkt. Damit wird in jedem Marktsegment der größtmögliche Umsatz abgeschöpft.

Wird mit dem hohen Einführungspreis zunächst eine kleine Zielgruppe angesprochen, so sinkt deren Exklusivität im Zuge der Preissenkungen. Entsprechend kann die Distribution, die beispielsweise zunächst nur über Eigenakquise erfolgt, auf andere Vertriebsformen ausgedehnt werden.

Aufgrund der hohen Gewinnerwartungen werden mögliche Mitbewerber versuchen, möglichst schnell nachzuziehen und das Produkt ebenfalls anzubieten. Die Abschöpfungsstrategie bietet sich daher vornehmlich bei der alleinigen Markteinführung echter Innovationen an, die die Konkurrenz erst mit Zeitverzögerung ebenfalls anbieten kann, da ansonsten die Gefahr der Preisunterbietung besteht.

Vorteile des Skimming-pricing:
• Es werden kurzfristig hohe Gewinne realisiert.
• Der hohe Preis suggeriert hohe Qualität oder gar Exklusivität.
• Preiserhöhungen können vermieden werden; es besteht ein Preisspielraum nach unten.

Mit der Abschöpfungsstrategie werden besonders Dienstleistungen und Produkte der IT-Branche in den Markt eingeführt.

Penetrationspreisstrategie

Wie bei der Niedrigpreisstrategie wird ein Produkt zu einem geringen Preis in den Markt eingeführt, so dass schnell Marktanteile gewonnen werden und damit ein Abschotten gegenüber der Konkurrenz gelingt. Danach werden schrittweise Preiserhöhungen vorgenommen.

Nachteile dieser Strategie sind vor allem darin zu sehen, dass niedrige Preise aus Kundensicht häufig mit einer geringen Qualität gleichgesetzt werden. Zudem bildet sich ein Preisbewusstsein der Verbraucher auf dem niedrigen Einführungsniveau. Infolgedessen kann es schwierig sein, die Preiserhöhungen am Markt durchzusetzen. Problemlos gelingt dies jedoch, wenn der Anbieter die potenziellen Konkurrenten so sehr vom Markt ausschließen konnte, dass er eine monopolartige Stellung auf dem Markt inne hat. Dies setze ich in Deinem Fall nicht voraus.

Fazit

Veränderungen des Preisniveaus wollen für einen Selbstständigen gut überlegt sein. Eine durchgängige Anhebung des Preisniveaus ist problematisch, wenn beispielsweise die Dienstleistung bereits als Billig- oder Standartprodukt abgestempelt ist. In der Regel gelingen häufige Niveauwechsel nicht, denn auch das Leistungsangebot erfordert dazu meist einen jeweils anderen Zuschnitt. Wichtig ist grundsätzlich, dass ein Selbstständiger seine Preisstrategie mittel- bis langfristig ausrichtet, was kurzfristige, preistaktische Maßnahmen – abgestimmt auf das Langfristkonzept - aber nicht ausschließt.

Einflussfaktoren bei der Preisfindung

Um den Preis für seine angebotenen Leistungen zu ermitteln, muss ein Selbstständiger wissen, welche Einflussfaktoren dafür relevant sind. Typischerweise sind die Konzepte zur Preisfindung

  • betriebswirtschaftlich,
  • beschaffungspolitisch oder
  • nachfragepolitisch orientiert.

Es sind verschiedene Einflussfaktoren auf die Preisbildung abgrenzbar. Unternehmensintern sind die Kosten zu berücksichtigen. Als externe Größen spielen die Konkurrenz, die Nachfrager sowie die eventuelle Lieferanten eine Rolle.

Prinzip der Kostendeckung

In der Praxis erfolgt die Preisbildung in erster Linie nach betriebswirtschaftlichen Gesichtspunkten. Neben den im eigenen Unternehmen entstehenden Handlungskosten werden dabei auch die Modalitäten des Wareneinkaufs und des Unternehmerlohnes sowie Wagnisse und Risiken berücksichtigt. Bei einer rein betriebswirtschaftlich bzw. beschaffungsorientierten Preisbildung besteht jedoch die Gefahr, dass Gewinnpotenziale nicht ausgeschöpft werden. Denn das Ergebnis der Preisermittlung zeigt lediglich an, wie hoch der Preis mindestens sein muss, damit die mit der Dienstleistung verbundenen Kosten gedeckt sind, nicht aber, wie hoch er höchstens sein darf, damit das Produkt noch verkäuflich ist.

Preisspielräume

Nicht hinterfragt wird bei der betriebswirtschaftlichen Preisbestimmung, ob die Dienstleistung gegebenenfalls auch zu einem höheren als dem kostendeckenden Preis (inklusive Gewinnzuschlag) verkauft werden könnte. Aufschluss hierüber gewährt die Einbeziehung der übrigen Marktteilnehmer – also der Wettbewerber und der Nachfrager - in die Preisfindung.

Die Konkurrenzpreise dienen als Orientierung für den Marktwert der Dienstleistung und sind daher von wesentlicher Bedeutung. Wird die Preisbildung jedoch ohne Beachtung der übrigen Faktoren allein auf dieser Basis vorgenommen, wird auf eine eigene Preispolitik verzichtet. Es besteht die Gefahr, dass Gewinne verschenkt werden oder dass der Absatz der Dienstleistung zu einem nicht kostendeckenden Preis erfolgt.

Von besonderer Bedeutung für eine effektive Preispolitik ist daher die Nachfrageseite. Wenn es gelingt, die Wertvorstellungen der Kunden zu ermitteln, kann der gewinnmaximale Preis gefordert werden. Die Marktpreise dienen dabei stets als Richtgröße; der kostendeckende Preis, der bei einer rein nachfrageorientierten Preisfindung gegebenenfalls unterschritten werden könnte, ist als Preisuntergrenze zu beachten.

Fazit

Im Sinne einer gewinnmaximierenden Preispolitik ist es erforderlich, alle drei Einflussfaktoren auf die Preisbildung, d.h.

  • die Kosten (betriebswirtschaftliche Preisbildungsfaktoren),
  • den Wareneinkauf (beschaffungspolitische Preisbildungsfaktoren) und
  • den Absatz (absatzpolitische Preisbildungsfaktoren)
    zu berücksichtigen. Nur so ist gewährleistet, dass weder ein zu geringer Preis gefordert wird, der unterhalb des am Markt erzielbaren Preises oder gar des kostendeckenden Preises liegt, noch dass der Preis zu hoch - das heißt: nicht konkurrenzfähig - ist.