künstlerische Freiheit beim Übersetzen

Tagchen

Wenn Bücher aus dem englischen übersetzt werden, und im Original der Autor Bezug auf eine „externe“ Fernsehsendung oder eine andere Romanfigur nimmt oder bestimmte Redewendungen/Zitate verwendet, muss der Übersetzer das dann übernehmen oder kann er sich aus der deutschen „Kulturlandschaft“ was aussuchen was dem am nächsten kommt?

Viele Grüße

Stefan

Hallo,

laut §13, Abs. 5 der deutschen Übersetzerordnung kann nur nach Antrag beim Urheber der Wortlaut entsprechend geändert werden, und das auch nur dann, wenn eine repräsentative Umfrage unter der Zielgruppe der Übersetzung ergeben hat, dass der Text sonst nicht verständlich sei.

Scherz beiseite, so etwas liegt natürlich im Ermessen des Übersetzers. Das ungeschriebene Gesetz Nr. 1 lautet „So wörtlich wie möglich, so frei wie nötig“. Das ungeschriebene Gesetz Nr. 2: „Die Übersetzung muss nicht besser sein, als das Original“. Somit muss sich der Übersetzer überlegen, ob eine wörtliche Übersetzung verstanden würde und sich noch harmonisch in den Text einfügt. Wenn nein, prüft man, ob diese Anspielung wichtig zum Text- oder Witzverständnis bzw. für die allgemeine Wirkung des Textes ist. Ist das so, sucht man eine Entsprechung in der Zielsprache, welche ungefähr dieselben Konnotationen trägt. Da vor allem das sehr schwierig ist, bleibt man soweit wie möglich bei der wörtlichen Übersetzung.

Beispiel:

„After his visit to the hairdresser, he looked like ALF on crack.“

Hier kann man die Anspielung auf den pelzigen Außerirdischen aus einer US-Sitcom meiner Ansicht nach übernehmen, denn ALF lief erfolgreich und lange im deutschen Fernsehen und dürfte bekannt genug sein.

Gruß,

Myriam

Hallo !

Man stelle sich mal vor, Goethe wird neu ins Chinesische (oder irgendeine andere Sprache) übersetzt und der Übersetzer läßt seinen dichterischen Freiheiten seinen Lauf
Was wäre dann noch Goethe!

Man kann es aber auch übertreiben und es wird dann lächerlich. Es gibt z.B. das Buch in der deutscher Übersetzung :

„Tagebuch“ von Lewis & Clark.

Das ist das Tagebuch einer Expedition zu den Quellen des Mississippi. Das Buch wurde natürlich in englisch geschrieben
und man erklärt den in deutsch Lesenden, dass der gute Clark in der englischen Rechtschreibung seine Lücken hatte.

Was macht also der Übersetzer? Er übersetzt das Buch mit Fehlern, die es aber so nicht geben konnte, da englisch geschrieben.

Einige Beispiele :

Wir Brachen früh auf und rückten weiter vor. Wir Machten fest und Kampierten…
Ihre Frauen mögen es seehr…
Die frostige Atmispeare aussah…
Die Frauen verfügen über mehr Privalägien als…

So geht es das ganze Buch über weiter.
Wie kann man Fehler aus dem Englischen ins Deutsche übertragen? Und warum? Um dem Leser immer wieder daran zu erinnern, dass der Clark nicht der Hellste war?

mfgConrad

Hallo, Myriam,
sehe ich ganz genau so.
Wie aber sieht es bei den vielen Anspielungen und Zitaten aus „Alice in Wonderland“ oder „Winnie Pu“ aus, mit denen jeder Engländer aufgewachsen ist, die aber in Deutschland nicht ohne weiteres zugeordnet werden können? Die meisten Deutschen würden solche Zitate wohl gar nicht als solche erkennen.

Gut, Alice ist auch ins Deutsche übersetzt, ebenso wie Pu, der Bär, aber haben hierzulande nie den den Bekanntheitsgrad wie z.B. in England erreicht.

Gruß
Eckard

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Wie aber sieht es bei den vielen Anspielungen und Zitaten aus
„Alice in Wonderland“ oder „Winnie Pu“ aus, mit denen jeder
Engländer aufgewachsen ist, die aber in Deutschland nicht ohne
weiteres zugeordnet werden können? Die meisten Deutschen
würden solche Zitate wohl gar nicht als solche erkennen.

Selbst viele Übersetzer würden sie nicht unbedingt zu 100% erkennen, nehme ich an. Ein weiteres Beispiel wäre „Der Zauberer von Oz“ und die unzähligen Nursery Rhymes. Hier findet die von mir erwähnte Abwägung statt: ist das Ding notwendig bzw. „stört“ eine wörtliche Übersetzung? Wenn ja, muss man sich was einfallen lassen. Wir haben bei w-w-w ja mindestens 2 literarische Übersetzerinnen, vielleicht möchten die da etwas aus der Praxis beisteuern.

Gruß,

Myriam

Hallo,

Wie kann man Fehler aus dem Englischen ins Deutsche
übertragen? Und warum?

Es ist einfach eine Grundsatzentscheidung, die der Übersetzer fällen muss. Das Wichtige ist, dass das ganze Buch stimmig ist.

Schwierig sind aber auch schon einzelne Fehler in einem Text, der sonst korrekt ist. Da kann man sich eventuell mit Fußnoten / Anmerkungen behelfen.

Gruß
Elke

PS: Ein bekannteres Beispiel sind „Huckleberry Finn“ von Mark Twain. Ein Grund, warum das Buch zum Teil noch heute umstritten ist (z.B. die ewige Frage, ob es in eine Schulbücherei gehört) ist die Rechtschreibung und slang-geprägte Sprache Hucks. Das muss irgendwie in die Übersetzung.
Genauso schwierig: Pygmalion bzw. My Fair Lady und die Gleichsetzung von Cockney Slang und Berlinerisch.

Moin moin,

wie frei so ein Übersetzer ist, merkst Du dann, wenn ein Buch von zwei verschiedenen Leuten übersetzt wurde. Bekanntestes Beispiel ist wohl der Herr der Ringe mit den Übersetzungen von Margaret Carroux und Wolfgang Krege. Hier einige Beispiele :

http://www.elronds-haus.de/translate.htm

Darüber hinaus kündigen manchen Übersetzer es an. So meine ich mich zu erinnern, dass in einem Mankell Roman darauf hingewiesen wird, dass das im schwedischen allgemein übliche „Du“ in der deutschen Fassung ggfs. auf das für uns normalere „Sie“ geändert wurde.

Ebenso wird in deutschen Übersetzungen eher mal der Daumen gedrückt als die Finger gekreutzt, weil die Bedeutung so besser zu verstehen ist.

Das nur von mir dazu.

Gruß

ALex

Hallo!

dass in einem Mankell Roman darauf
hingewiesen wird, dass das im schwedischen allgemein übliche
„Du“ in der deutschen Fassung ggfs. auf das für uns normalere
„Sie“ geändert wurde.

Ich wünschte, das würden andere Übersetzer auch tun.
Ich finde es nämlich fürchterlich, dass mein IKEA-Katalog mich duzt.
(Aber die Reklame-Macher von Ikea denken wohl, damit könnte man ein jugendliches Publikum begeistern.)

Man muss Übersetzungen immer an den vermeintlichen Leser anpassen.
Wie, die anderen schon sagten: Wenn es sich um ein allgemein bekanntes Phänomen handelt (Oprah, Alf) braucht man es nicht über-setzen.

Auch das Essen ist ein schönes Beispiel.
Habe gerade ein Buch gelesen, in dem von Krapfen mit Honig die Rede war. Jeder kann sich was drunter vorstellen. Hätte die Übersetzerin „Loukoumades“ stehen gelassen, hätte der Leser sonst was denken können.
Balkava zum Beispiel kennen die meisten Leute, das muss man dann nicht übertragen.

Grüße
Artemis

…die jetzt Hunger auf Loukoumades hat.

Hallo,

Wir haben bei w-w-w ja mindestens 2 literarische Übersetzerinnen,

Jau, und hier ist eine davon… ;o)

Ich muss allerdings gestehen, dass ich hauptsächlich im Bereich Fantasy und Science Fiction übersetze, und da sind die tiefsinnigen literarischen Anspielungen tendenziell eher dünn gesät.

Dafür stellt sich hier eher das Problem der Namen, die gerne bedeutungsschwanger daher kommen. Ich persönlich ziehe es vor, dafür eine deutsche Entsprechung zu finden, die dem Leser das Verständnis erleichtert*; hierbei sind allerdings Übersetzer nicht immer ganz frei in der Entscheidung, zumal viele Fantasy-Romane in Reihen oder vielbändig daher kommen, so dass leider häufig in die deutsche Übersetzung einfach die englischen Namen und Bezeichnungen übernommen werden müssen.

Richtig ‚schwierig‘ sind imho auch nicht unbedingt Anspielungen, zumal wenn sie sich auf Elemente der zeitgenössischen Populärkultur beziehen, sondern vielmehr feststehende Begriffe und Redewendungen, die es nicht zwingendermaßen in ähnlicher Form in der Zielsprache gibt und die sich mitunter direkt auf die gerade geschilderte Handlung beziehen.** In solchen Fällen muss die Übersetzung natürlich von der eigentlichen Wort- oder Satzbedeutung abweichen, um den Text in sich logisch und letztendlich überhaupt les- und verstehbar zu gestalten.

Häufig ist es auch notwendig, von einer eher wörtlichen Übertragung abzuweichen, um das unterschiedliche Sprachniveau verschiedener Personen deutlich zu machen, sei es nun, dass selbige eher nachlässige Umgangssprache oder starken Dialekt sprechen, sei es, dass das Ganze eher verschwurbelt daherkommt (dies ist leider im Bereich Fantasy öfter der Fall).

Wie frei oder textnah ein Übersetzer denn nun übersetzt, ist letztendlich immer seine eigene Entscheidung (ich persönlich neige eher zu letzterem und versuche, den Stil des Autoren einzufangen, aber es ist auch nicht ungewöhnlich, sehr frei und mit unverkennbarem eigenen Stil zu formulieren); er muss seine Entscheidung nur gut und begründet vertreten können.

Ob etwas per Fussnote erläutert wird oder nicht, ist wie so vieles der Mode unterworfen - derzeit wird dies eher vermieden.

Beste Grüße

=^…^=
Katze

PS: Nicht die bestmöglichen, aber auf die Schnelle gefundenen Beispiele:

*“Ass,” Ms. Harrows said.
“Beg pardon?” Greg said.
“ASS, the Association of Summer Sunbathers

„Arsch,“ sagte Ms Harrows.
„Wie bitte?“ fragte Greg.
„ArSCH, die ‚Arbeitsgemeinschaft Sommerurlaub in Club-Hotels’

**She waved her “Shakespeare is Satan’s Spokesman” sign languidly at me. (…) Delilah was out in the hall, on her knees next to her picket sign, crossing out the word “man” in “Spokesman”. “The Feminists for a Fair Language are here,” she said disgustedly. “They’ve got a court order.” She wrote “person” above the crossed-out “man”.

Sie winkte mir lässig mit ihrem ‚Shakespeare ist der Gefolgsmann Satans’-Schild zu. (…) . Delilah war draußen im Flur und kniete neben ihrem Protestschild. Sie strich gerade das Wort ‚Mann’ in ‚Gefolgsmann’ durch. „Die ‚FeministInnen für eine gerechte Sprache’ sind gerade hier,“ sagte sie angewidert. „Sie haben eine gerichtliche Verfügung.“ Sie schrieb ‚Person’ über das durchgestrichene ‚Mann’.

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OT: IKEA und das Duzen

dass in einem Mankell Roman darauf
hingewiesen wird, dass das im schwedischen allgemein übliche
„Du“ in der deutschen Fassung ggfs. auf das für uns normalere
„Sie“ geändert wurde.

Ich wünschte, das würden andere Übersetzer auch tun.
Ich finde es nämlich fürchterlich, dass mein IKEA-Katalog mich
duzt.
(Aber die Reklame-Macher von Ikea denken wohl, damit könnte
man ein jugendliches Publikum begeistern.)

Soweit ich weiss, gehört das zur weltweiten Unternehmensphilosophie. H&M soll wohl unternehmensintern ähnlich arbeiten, es gab da mal einen Prozess, wo ein Mitarbeiter einklagen wollte, gesiezt zu werden.
Wenn man wie ich häufiger mal in Dänemark war, wirkt das gar nicht mehr so ungewöhnlich. Da ist man eher geneigt, das deutsche Siezen als übertrieben zu betrachten. Und das im englischen sowieso nur das you existiert und das auch bei jeder Übersetzung eingedeutscht werden muss, macht die Arbeit der Übersetzer schwieriger.

Gruß

ALex

Hallo Stefan,

Wenn Bücher aus dem englischen übersetzt werden, und im
Original der Autor Bezug auf eine „externe“ Fernsehsendung
oder eine andere Romanfigur nimmt oder bestimmte
Redewendungen/Zitate verwendet, muss der Übersetzer das dann
übernehmen oder kann er sich aus der deutschen
„Kulturlandschaft“ was aussuchen was dem am nächsten kommt?

meiner Meinung nach ist eine gute Übersetzung ‚kulturangepasst‘. Was nutzt es mir, wenn ich unverständliche bzw. mehrdeutige Wortspiele falsch übersetzt kriege, oder kulturspezifische Eigenheiten nicht verstehe, weil ich sie nicht kenne.

Oder was würde eine Brite verstehen, wenn ich schreibe:
You are at the woodway, when you think, that you can bring me, me nothing you nothing round the corner.

Gandalf

Hallo Gandalf,

stimmt natürlich, aber wenn es nur so einfach wäre.
Das erwähnte Bsp. von Winnie the Pooh oder Alice ist ein gutes. Da kommt es nämlich noch sehr darauf an, für was für ein deutsches Publikum ich übersetze, da gibt es nämlich auch Unterschiede.

Gruß
Elke

Moin Elke,

stimmt natürlich, aber wenn es nur so einfach wäre.

es ist noch komplizierter.
Arno Schmidt, der nicht nur ein großer Schriftsteller, sondern auch ein überragender Übersetzer war, schrieb einmal, daß bei Übersetzungen von Schreibern der Vergangenheit es wichtig sei, den Kontext der Worte und Phrasen zu wissen, den sie damals hatten.
Für seine Cooper und Poe Übersetzungen besorgte er sich Wörterbücher der Zeit, in der die Schreiber lebten.

‚Es könnte alles so einfach sein - ist es aaaaber nicht‘

Gandalf

Hallo,

Für seine Cooper und Poe Übersetzungen besorgte er sich
Wörterbücher der Zeit, in der die Schreiber lebten.

Das ist ja aber nur der erste Teil - dass der Übersetzer verstehen muss, was er übersetzen soll.

Der schwierige Teil kommt, wenn er es in die Zielsprache bringen muss.
Denn natürlich übersetzt man Poe (um bei dem Beispiel zu bleiben) für einen heutigen Leser anders als Mitte des 19. Jahrhunderts.
Deshalb richtet die Übersetzungstheorie ja vermehrt ihr Augenmerk auf den Rezipient der Übersetzung und er wird aktiv in die Überlegung, wie die Übersetzung lauten soll, mit einbezogen.

Im Übrigen bevorzuge ich als Leser von Übersetzungen unverständliche Anspielungen zu platten, angeblich analogen Übersetzungen. Auch wenn ich im Original lese, werde ich bei einem anspruchsvollen Text kaum alle Anspielungen verstehen und ich werde von Autor wie von Übersetzer lieber intellektuell überschätzt als unterschätzt, schließlich dient lesen ja auch der Horizonterweiterung.

Ob ich in einer Übersetzung eine Anspielung o.ä. übertragen würde oder nicht, hängt davon ab

  1. wie unverständlich die Anspielung für meinen Zielleser ist
  2. ob es einen gelungenen Transfer überhaupt geben kann (wenn es beim Alf-Beispiel nur um die Beschreibung eines verrückten Haarstils geht, gibt es eventuell bessere Beispiele aus dem deutschen Kulturbereich, geht es aber um die Existenz eines Aliens in der heimischen Garage bleibt vielleicht nichts anderes übrig als Alf Alf sein zu lassen). Dem Leser, dem das nichts sagt, bleibt es dann überlassen, drüber hinwegzulesen oder ein bisschen Nachforschung zu treiben).

Gruß
Elke

Hallo Alex!

Soweit ich weiss, gehört das zur weltweiten
Unternehmensphilosophie.

Ja, das weiss ich. Ich wollte darauf hinweisen, dass man eben auch mal überlegen sollte Philosophien zu übersetzen.
Nach dem es einige Jahre ja modern war, bei Neuentwicklungen immer zu sagen: „In Amerika gibt es das schon.“ tendiert man heute, besonders in vermeintlich intellektuellen Schichten dazu zu sagen „In Skandinavien gibt es das schon.“
Man muss aber nicht immer alles machen, nur weil der Nachbar es auch macht. Sondern man kann auch mal, ganz mutig sagen: Ich sieze dich weiter und das ist auch gut so.

Wenn man wie ich häufiger mal in Dänemark war, wirkt das gar
nicht mehr so ungewöhnlich.

Genau. Dann bist du aber IN Dänemark.

Und das im
englischen sowieso nur das you existiert und das auch bei
jeder Übersetzung eingedeutscht werden muss, macht die Arbeit
der Übersetzer schwieriger.

Ich glaube, dass ist eins der kleineren Probleme, solange man an einer Lösung festhält.
Ich habe einen Freund, der Perser ist und selbstverständlich seine Eltern seine Eltern siezt, wenn er mit ihnen Persisch redet. Auf deutsch würde er das natürlich nie tun!
Jetzt wünsche ich mir mal ein Persisches Unternehmen für Kinderkleidung, das in Deutschland einen Katalalog rausbringt und in dem das Kind im Katalog zur Mutter sagt: Frau Mamá bitte kaufen Sie mir doch diesen hübschen Strampelanzug!

Grüße
Artemis

1 „Gefällt mir“

Moin Stefan,

bei der Frage der künstlerischen Freiheit des Übersetzers spielt die literarische Qualität des Originals eine wichtige Rolle. Es ist ein großer Unterschied, ob das Produkt eines kunsthandwerklichen Vielschreibers oder das literaturpreisgekrönte Werk eines literarischen Künstlers übersetzt wird.
Im ersten Fall kann der Übersetzer versuchen, einen Ausdruck in der Zielsprache zu finden, oder er lässt die Stelle einfach weg. Dem Autor ist es ohnehin gleichgültig, was aus seinem Machwerk wird - Hauptsache, die Tantiemen stimmen.
Der andere Fall: die Übersetzung eines literarischen Kunstwerks entsteht durch den Dialog zwischen Autor und Übersetzer. Bei der Übersetzung literarischer Kunstwerke arbeiten Autor (sofern er noch lebt) und Übersetzer zusammen. Unübersetzbare Stellen werden in einer Anmerkung erklärt
Vielleicht findest Du hier http://www.uebersetzerkollegium.com/de/ Genaueres dazu

Un nu versuch ma, eine Entsprechung zu „moin“ und „un nu“ zu finden :wink:)

Pit

Hi

2 Fragen hätte ich:

Ass könnte auch Esel sein?

Wieso ist Spokesman Gefolgsmann?

Gruß

PS: Nicht die bestmöglichen, aber auf die Schnelle gefundenen
Beispiele:

*“Ass,” Ms. Harrows said.
“Beg pardon?” Greg said.
“ASS, the Association of Summer Sunbathers

„Arsch,“ sagte Ms Harrows.
„Wie bitte?“ fragte Greg.
„ArSCH, die ‚Arbeitsgemeinschaft Sommerurlaub in
Club-Hotels’

**She waved her “Shakespeare is Satan’s Spokesman” sign
languidly at me. (…) Delilah was out in the hall, on her
knees next to her picket sign, crossing out the word “man” in
“Spokesman”. “The Feminists for a Fair Language are here,” she
said disgustedly. “They’ve got a court order.” She wrote
“person” above the crossed-out “man”.

Sie winkte mir lässig mit ihrem ‚Shakespeare ist der
Gefolgsmann Satans’-Schild zu. (…) . Delilah war draußen im
Flur und kniete neben ihrem Protestschild. Sie strich gerade
das Wort ‚Mann’ in ‚Gefolgsmann’ durch. „Die ‚FeministInnen
für eine gerechte Sprache’ sind gerade hier,“ sagte sie
angewidert. „Sie haben eine gerichtliche Verfügung.“ Sie
schrieb ‚Person’ über das durchgestrichene ‚Mann’.

Hallo Siân,

2 Fragen hätte ich:

und zwei Antworten sollst Du bekommen:

Ass könnte auch Esel sein?

Könnte es, und ist tatsächlich in dem Zusammenhang auch nicht eindeutig. Allerdings stammt der Originaltext von einer amerikanischen Autorin, so dass die gewählte Bedeutung die wahrscheinlichere ist. Und darüber hinaus die in der Übersetzung spaßigere… ;o)

Wieso ist Spokesman Gefolgsmann?

Dies ist ein Fall von ‚künstlerischer Freiheit beim Übersetzen‘ - hier weicht die Übersetzung von der wörtlichen Bedeutung ab, um das Wortspiel bzw. weitere Geschehen auch im Deutschen verständlich zu machen (–>aufgrund wild galoppierender Feministinnen muss das ‚-man‘ auf dem Schild durch eine geschlechtsneutrale Bezeichnung ersetzt werden - dies ist nur möglich, wenn man auch im Deutschen ein Wort mit ‚-mann‘ verwendet.)

Besten Gruß

=^…^=
Katze