Liebes wer-weiss-was-Mitglied,
bin 38 Jahre und versuche seit 2 Jahren schwanger zu werden. Bei einer Bauchspiegelung wurde festgestellt, dass ein Eilter zu ist. Ansonsten ist bei mir und meinem Mann alles in Ordnung. Nun riet man mir zur künstlichen Befruchtung. Warum habe ich dadurch bessere Chancen? Eigentlich kann man doch auch mit nur einem Eilter schwanger werden!?!
Gruss Jasmin
Liebe Jasmin,
natürlich können Sie auch versuchen, mit einem Eileiter schwanger zu werden. Nur hat dies in den letzten 2 Jahren schon mal nicht geklappt und das spricht eigentlich für sich. Daher wird man auch von einer Insemination absehen - bei der künstlichen Befruchtung sind in solchen Fällen die Chancen einfach deshalb schon mal höher, weil Sie sicher 1-2 befruchtete Eizellen im Leib haben, während man angesichts des Verlaufs in den letzten zwei Jahren daran zweifeln muss, ob überhaupt eine Befruchtung gelungen ist.
Wenn Ihnen die künstliche Befruchtung für’s erste zu heftig ist, können Sie auf Inseminationen ausweichen - hier wird aufbereitetes Sperma per Katheter zum Zeitpunkt des Eisprungs in die Gebärmutter eingebracht - sozusagen eine Starthilfe bzw. auch ein exzellentes Timing. Sollten aber auch diese Bemühungen vergeblich sein, lohnt sich der zügige Umstieg (auch angesichts des Alters) auf künstliche Befruchtung sicherlich.
Viele Grüße und alles Gute,
Claudia Franke
www.kinderwunsch-coach.de
Hallo Frau Franke,
danke für Ihre schnelle Antwort. Eine Frage hätte ich noch. Warum sind die Chancen für eine Künstliche Befruchtung relativ gering? Ist das Einnisten das größte Hindernis?
Gruss Jasmin
Hallo Jasmin,
naja, gering würde ich sie eigentlich nicht nennen. Ein komplett gesundes Paar hat bei perfektem Timing eine Chance auf eine Schwangerschaft von ca. 20-30 % pro Zyklus. Bei der künstlichen Befruchtung liegen die Chancen bei ca. 30-40 %. Beides freilich altersabhängig ggf. niedriger.
Die erste Hürde ist die Befruchtung. Die zweite die Einnistung - bzw. auch das Eingenistetbleiben. Der Hauptgrund für nicht erfolgte Einnistungen sowie frühe Fehlgeburten liegt in der Genetik der Eizellen, die ja seit Geburt im Mutterleib sind und mit zunehmendem Alter fehleranfällig werden (während Spermien „frisch“ produziert werden). Das ist das größte Hindernis, mit dem wir Kinderwunschpaare uns herumzuschlagen haben - und hier kann man leider nichts positiv beeinflussen, sondern sich bemühen, dass die Rahmenbedingungen so gut wie möglich sind (d.h. in Ihrem sowie in unserem Fall, dass überhaupt erst mal eine Befruchtung zustande kommt).
Viele Grüße,
Claudia Franke