künstlicher Darmausgang, die zweite

Hallo Gemeinde,

Das Thema hat mich auch schon immer interessiert, angeregt durch ein weiter unterliegenden Artikel mal diese fragen dazu.

Wie lange und wie gut hältso ein künstlicher Darmausgang? Wie hoch die Entzündungsgefahr ist usw?

Ich frag deshalb, weil ich jemand kenne, die einen sehr porösen Darm hat, es kam sogar schon zu gefährlich Blutungen usw. Sie muss teure Spezialnahrung essen und ist mit 26 Rentnerin(um was sie hart kämpfen musste), weil ihr Leben schrecklich eingeschränkt ist (häufige Krankenhausaufenthlate, ständig Kortison und andere Medikamente, ständig muss sie auf Klo und natürlich die Schmerzen)

Trotzdem weigert sie sich gegen einen künstlichen Darmausgang. Ich weiss zuwenig über sie selbst und ihre Krankeheit, auch zuwenig über künstliche Darmausgänge.

Aber mein Menschenverstand würde im ersten Moment sagen: Wäre es nicht besser wenn sie einen hätte? Würde sich ihre Lebenqualität nicht bessern?
Andererseits überlege ich auch, ob die Ausgang überaupt lange haltbar wäre, wegen Entzündungen usw., schliesslich ist sie ja erst 26.

Auf Informationen von euch bin ich gespannt.

Grüssle Wölkchen

Hallo,

ich will jetzt mal gar nicht auf die medizinische Seite eingehen, sondern mehr auf die von dir angesprochene Lebensqualität eingehen. Ich hatte in den letzten Jahren einige Fälle im Familien- und Mandantenkreis und wäre da mit der Behauptung einer Verbesserung der Lebensqualität sehr vorsichtig.

Zunächst mal ist die Anlage eines Anus Praeter eine große OP mit allen Risiken und Nebenwirkungen und nicht unerheblicher Genesungszeit. Sie ist schon von daher eher ein Mittel „letzter Wahl“. Dann muss der Betroffene aber auch mit dem Anus Praeter leben, und dies ist offenbar nicht so einfach. Zunächst mal ist die Versorgung sehr umständlich und auch nicht ganz billig, will man anständiges Versorgungsmaterial einsetzen. D.h. es werden heute wohl hauptsächlich Platten auf die Haut geklebt, an die dann ein Beutel angedockt wird, der regelmäßig geleert werden muss. Mangels Schließmuskel geht der Kot ab wann er will, und dies ist natürlich auch von Geräuschen und Gerüchen begleitet, was schon mal peinlich sein kann. Letztere versucht man mit entsprechenen Filtern in den Griff zu bekommen, aber so ganz gelingt dies nicht (jedenfalls haben die Wohnungen von Betroffenen immer ein dezentes Aroma). Der Umgang mit den gefüllten Beuteln ist wohl auch nicht so ganz unkritisch, und sorgt so hin und wieder mal auch für Sauerei. Unschön, wenn dies mal auswärts passiert.

Zudem engt der Beutel wohl auch die Wahl der möglichen Bekleidung ein, was gerade für eine junge Frau auch eine Belastung werden kann. Bikini ist dann unmöglich, und selbst im Badeanzug oder hautengen Klamotten wird sich der Beutel immer abzeichnen, mal abgesehen davon, dass alles was den Beutel einengen könnte ebenfalls tabu ist.

Und schließlich wird es mit so einem Beutel gerade für Menschen in einem normalerweise von sexueller Aktivität gekennzeichneten Alter auch in dieser Hinsicht deutliche Einschränkungen/Bedenken geben. Es gibt zwar inzwischen wohl OP-Methoden, bei denen der Beutel in eine Hautfalte kommt, aber ich stelle es mir schon als nicht so ganz einfach vor, einem neuen Partner die Sache beizubiegen bzw. sich (beide Partner) hierdurch nicht negativ beeinflussen zu lassen. Denn das ist ja keine Frage von Toleranz, sondern von ziemlich früh bei uns angelegten Empfindungen, die alles was mit dem Toilettengang zu tun hat eher negativ belegt.

Von daher muss der Leidensdruck für einen solchen Schritt sicher extrem sein.

Gruß vom Wiz

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hallo Wölkchen :smile:)

ich habe Dir mal ein paar aussagekräftige internet Seiten zusammengestellt.

http://www.ilco.de/de

http://www.kolo-proktologie.de/Krankheiten/Stoma/sto…

http://www.coloplast.dk/ECompany/DEMed/Homepage.nsf/…

viele Grüße
Sue

Hallo Wiz,

Genau das meinte ich. Ich konnte nicht einschätzen, ob sich die Lebensqualität dadurch bessert, weil ich ja halt nicht genügend Informationen habe.

Wenn ich mir Deine Argumente durchlese, ist es natürlich arg zu überdenken.
Man müsste wirklich die für und wieder abwiegen.

Sie wird ihre Entscheidung genau aus diesen Gründen getroffen haben, nun kann ich sie auch besser verstehn.

Danke für die Informationen.

Gruß Wölkchen

Hallo!

Leider weiß ich nichts Genaues, aber ich habe vor Jahren mal davon gelesen, dass man den Darm zu regelmäßigen Zeiten entleeren könne (mit Spülung?) und ansonsten den künstlichen Ausgang verschließen könne - also ohne Beutel.
Vielleicht lohnt sich’s, dem noch nachzugehen?

Viele Grüße,

Julika

wie kommt es zu sowas?
Hi Wölkchen,

habe deine Geschichte mit Interesse gelesen. Besonders beunruhigt hat mich dass deine FReundin erst 26 ist. Nun ich habe selbst auch manchmal Probleme mit dem Darm und wollte dich daher fragen: woher kommt dieses extreme Krankheitsbild bei deiner Freundin? Hatte sie Krebs?
Wär super wenn du mir hierzu was sagen könntest.

danke dir
susi

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