Kultfilme

Hi!

keine spur - also: filmanalyse wie du sie glaubst wird
nicht praktiziert - sicher wird star wars in den punkten
die du nanntest als funktionierend analysiert, dies ist
aber lange noch nicht positiv!!!

Heißt das im Gegenschluß: wenn etwas nicht funktioniert, ist es noch lange nicht negativ?
:wink:

star wars ist sicher sf, zugegeben mit einem schuß
fantasy (macht des bösen), aber selbst bei den
untersch. definition von sf, wird star wars immer
ohne ausnahme in die sf eingereiht - es gibt kein
sf-film-lexikon wo star wars fehlt!!!

Klar fehlt es in keinem SF-Lexikon - eben weil diese SF-Lexika nur Verkaufs-Etiketten auflisten.

Es gab so viele SF-Theoretiker, und die Definition, was SF ist, hat sich in den letzten 75 Jahren mehrfach gewandelt. Ich empfehle dazu die Arbeiten von:

  • Hugo Gernsbach (1926)
  • John W. Campbell (in den 1940ern)
  • J.O.Bailey (1947)
  • Sam Moskowitz (in den 1950ern)
  • Brian W. Aldiss (1969)
  • Darko Suvin (1972)
  • Robert Scholes (1975)
  • Kim Stanley Robinson (1987)
  • John Clute (1992)

Man kann natürlich auch die Haltung von Damon Knights einnehmen: „Science Fiction ist das, worauf wir deuten, wenn wir es sagen“; oder von Norman Spinrads: „Science Fiction ist alles, was als Science Fiction veröffentlicht wird“. Aber ich sagte ja schon: Es ist nichts weiter als ein Etikett.

…dann wäre es keine sf, aber da star wars nun mal so
ist wie es ist, ist es sf - noch ein denkfehler: die
geschichte funktioniert hauptsächlich weil sie im
weltraum spielt (die erfolgreichsten filme der letzten
20 jahre, waren zu über 50% sf)

Also ich könnte die Handlung von Star Wars problemlos aus dem Weltall auf die Erde holen - ohne die Geschichte elementar zu verändern. :wink: Von daher ist es für mich keine Sci-Fi.

Grüße
Heinrich

Hi!

Ist „1984“ für Dich SciFi? Wahrscheinlich auch nicht.

Jein.
„1984“ ist George Orwells Abrechnung mit totalitären
Polit-Systemen, geschrieben unter dem Eindruck eine rechten
Herrschaftsapparates (Nazi-Deutschland), der durch einen
linken Herrschaftsapparat (Stalins Sowjetunion) ersetzt wurde.
Um das Buch „1984“ gänzlich verstehen zu können, muß man
Orwells Lebensgeschichte kennen. Orwell war ein
gesellschaftlicher Idealist, politisch links ausgerichtet.
1936 meldete er sich freiwillig als Kämpfer für die
Internationalen Brigaden im Spanischen Bürgerkrieg. 1937 mußte
er Spanien fluchtartig verlassen, weil die kommunistische
Polizei ihn jagte. Er stand auf den Fahndungslisten des
stalinistischen Terrors, der in den 30ern durch alle linke
Organisationen ging.
Von daher ist „1984“ eine Beschreibung des Zeitgeistes, wo die
Handlung in die Zukunft verlegt wurde.

Dann verstehe ich aber das „Jein“ nicht. Sicher, „1984“ ist weitergeführte Beschreibung des Zeitgeistes. Aber ohne „Neusprech“ und „Televisor“ würde das nicht funktionieren. Das erste ist eh neu und das zweite war zumindest zu Orwells Zeitpunkt nicht erfunden. Also eindeutig Sci-Fi nach Deiner Definition. Im Jahr 1948 würde die Geschichte nicht funktionieren.

Wahrscheinlich ist SciFi für Dich weitergedachte Wissenschaft.
Aber wie genau muß das sein? Bei Star Trek wird Wissenschaft
weitergedacht. Natürlich nicht exakt und manches ist
unmöglich. Aber es gab Teile (Communicator), die nicht so
unrealistisch waren.

Es geht nicht um Gegenstände, die irgendwo auftauchen. Es geht
um die erzählte Geschichte selbst. Verlege ich die Geschichte
in eine andere Zeit oder ein anderes Metier und sie
funktioniert noch, ist es keine SF - siehe oben.

Gerade das Star Trek Umfeld ist keine SciFi. Star Trek (und
die Epigonen-Serien wie ST-TNG, ST-DS9, ST-RV) kommentiert in
vielen Folgen die politische Situation auf der Erde
(Roddenberry hat z.B. das Klingonen-Reich als Abild der
Sowjetunion im Zeitalter des Kalten Krieges geschaffen,
versuchte aber alternative Lösungswege aufzuzeichnen -
beispielsweise ging das Klingonen-Reich in Star Trek zur
gleichen Zeit unter, als Ende der 80er der Ostblock
zusammenbrach).

Richtig. Elemente sind aus der Gegenwart oder Vergangenheit entnommen. Aber funktioniert die Geschichte auch in Gegenwart oder Vergangenheit? Elementar sind doch Personen, die ihre Gestalten wechseln können. Personen, die - wie Q - u.a. die Umgebung vollständig verändern können. Personen - wie Data -, die keine menschlichen Gefühle haben. Personen - wie Troy -, die Gedanken (Lwaxana) oder zumindest Emotionen (Deanna) lesen können. Kannst Du das in der Gegenwart (oder Vergangenheit) legen? Oder ist das für Star Trek uninteressant?

Ist „2001“ für Dich SciFi?

Ja, weil „2001“ anders als im SF-Umfeld nicht funktioniert.

Nicht? Dass die Affen intelligent geworden sind, kann auch eine andere Ursache haben. Eine besondere Quelle, eine besondere Frucht, was auch immer. Wissenschaftler bemerken die Frucht im Amazonas. Eine Expedition wird ausgeschickt. Einer versucht die Expedition zu verhindern, wird aber besiegt. Der Held erreicht unter starken Verlusten das Ziel, isst die Frucht und wird zu einem Übermenschen.

„2001“ ist also kein SciFi nach Deiner Definition.

Nenne mir mal zwei, drei Filme, die für Dich SciFi sind.

Gerne :smile:

„2001“
„Silent Running“

Wirklich? Nach einem Atomkrieg (oder ist das schon elementare Zukunft für Dich) fährt ein Schiff konstruiert nach „Earth 2“ (gibt es ja heute schon über die Meere. Usw.

Kein SciFi.

„Der Planet der Affen“

Wirklich? Ein weißer Schiffbrüchiger gelangt auf eine Insel, wo Schwarze über Weiße herrschen.

Kein SciFi.

„Die Zeitmaschine“
„Zurück in die Zukunft I - III“ (auch wenn die meisten diese
Filme als Komödie ansehen, ohne die Zeitmaschine würden die
Filme nicht funktionieren - das ist das zwingende SF-Element)

Nein, auch das nicht. Statt Zeitmaschine nehme ich eine unbekannte Insel, z.B. Atlantis.

Kein SciFi.

Fazit: Nehme ich Deine Definition ist bislang noch kein Science-Fiction veröffentlicht worden.
:wink:

keine spur - also: filmanalyse wie du sie glaubst wird
nicht praktiziert - sicher wird star wars in den punkten
die du nanntest als funktionierend analysiert, dies ist
aber lange noch nicht positiv!!!

Heißt das im Gegenschluß: wenn etwas nicht funktioniert, ist
es noch lange nicht negativ?

aber ganz klar!! damit etwas funktioniert hängt von sehr
vielen faktoren ab … und das hat mit positiv und negativ
absolut nix zu tun - ich spüre langsam du erkennst, daß man
sehr vorsichtig mit beurteilungen umgehen sollte!!!

star wars ist sicher sf, zugegeben mit einem schuß
fantasy (macht des bösen), aber selbst bei den
untersch. definition von sf, wird star wars immer
ohne ausnahme in die sf eingereiht - es gibt kein
sf-film-lexikon wo star wars fehlt!!!

Klar fehlt es in keinem SF-Lexikon - eben weil diese SF-Lexika
nur Verkaufs-Etiketten auflisten.

Es gab so viele SF-Theoretiker, und die Definition, was SF
ist, hat sich in den letzten 75 Jahren mehrfach gewandelt. Ich
empfehle dazu die Arbeiten von:

  • Hugo Gernsbach (1926)
  • John W. Campbell (in den 1940ern)
  • J.O.Bailey (1947)
  • Sam Moskowitz (in den 1950ern)
  • Brian W. Aldiss (1969)
  • Darko Suvin (1972)
  • Robert Scholes (1975)
  • Kim Stanley Robinson (1987)
  • John Clute (1992)

jetzt überprüfe doch mal, ob nach deren definition
star wars sf ist - du wirst dich wundern!!!

Man kann natürlich auch die Haltung von Damon Knights
einnehmen: „Science Fiction ist das, worauf wir deuten, wenn
wir es sagen“; oder von Norman Spinrads: „Science Fiction ist
alles, was als Science Fiction veröffentlicht wird“. Aber ich
sagte ja schon: Es ist nichts weiter als ein Etikett.

sicher auch richtig, denn wenn 99% sagen star wars ist kein
sf, dann ist star wars keine sf, umgekehrt ebenso - nur für
die meisten ist es eben nun mal sf!!!

Also ich könnte die Handlung von Star Wars problemlos aus dem
Weltall auf die Erde holen - ohne die Geschichte elementar zu
verändern. :wink: Von daher ist es für mich keine Sci-Fi.

nochmal, wenn du das tust dann ist es keine sf mehr, aber
bis dahin…
gruß
arthur

Ein Kultfilm ist ein Film, der eine feste Fangemeinde hat.
Wenn halt ein Kult um ihn gemacht wird.
Rocky Horror Picture Show
Reservoir Dogs ( Fans laufen in schwarzen Anzügen wie die Hauptdarsteller herum, u.s.w.)

Gruss

Hagen