Kulturveränderung Tolkien

hallo
ist euch schonmal aufgefallen, wie sehr sich die zwerge vom „hobbit“ zum „herrn der ringe“ verändert haben?
im kleinen hobbit ist ihr standart satz " zu ihren diensten" gefolgt von verneigung und mehr als 10 zwerge lassen sich von 2 trollen einfach schnappen. im herrn der ringe ist gimli viel kämpferischer … . und unhöflicher. liegt das jetzt nur an ihm oder war das bei allen zwergen so? was ist da passiert?

gruß
linda

Hallo Linda,

der ‚Hobbit‘ ist ein Kinderbuch, daß T. seinem Sohn Christopher schrieb.
Der Herr der Ringe ist mit einer komplett anderen Diktion geschrieben worden.

Gandalf

Hallo Linda !

Als Allwissende Müllhalde möchte ich hier nur anfügen, dass die Differenz zwischen dem „Hobbit“ und dem „Herrn der Ringe“ nicht nur in der Diktion zu suchen ist. Die ist nur Folge des veränderten Anspruchs !
Und der liegt darin, dass der „Hobbit“ nicht nur für Kinder geschrieben ist und der Anspruch des „Herrn der Ringe“ woanders angesiedelt ist, sondern eben genau darin, dass der Inhalt des „Herrn der Ringe“ ein viel existenzielleres Problem anspricht, aös der „Hobbit“. Im „Hobbit“ nämlich wird nur ein Teilbereich der Problematik von Gut und Böse sowie des Umgangs damit - in einer Realität - , die auf eben diesem Problem fußt, angesprochen. Während im „Herrn der Ringe“ die Problematik, die ja bestimmend ist für die Menschen bis heute, komplett entfaltet wird. Und da die Realität viel härtere Formen (vor allem in der Sprache) zu entfalten gezwungen ist, als sie einem Kind gemäß wären, ist der „Herr der Ringe“ in einem - mithin - viel realistischeren Sprach- und Verhaltensform gehalten, als der „Hobbit“. Fazit: Der „Herr der Ringe“ entspricht viel mehr einer möglichen Realität als der „Hobbit“, ist stärker philosophisch orientiert als der eher märchenhafte „Hobbit“.
Der Unterschied liegt also darin, dass das Denken eines Menschen und die Ausübung der Folgen des Denkens im „Hobbit“ mehr dem Leser überlassen sind, während im „Herr der Ringe“ der Unterschied zwischen dem, was man denkt und fühlt und äußert (sic) viel stärker an den äußeren Verhältnissen, also an dem, was die Welt, wie sie einem Menschen begegnet, erfordert, orientiert sind.

Ich hoffe, das hier ist nicht zu diffus geraten !

Gruß
Markus