Hallo, immer wieder passiert es, dass eine Privatkunde nicht oder erst sehr spät seine Rechnung begleicht - und es sind meist die Gleichen: riesiges Haus, zwei große Autos in der Garage, etc. - kann mir vielleicht einer erklären, warum das so ist: aus kaufmännischer Sicht?? Oft kommt hinzu, dass (obwohl die Rechnung noch nicht bezahlt ist) schon von den nächsten großen „Projekten“ die Rede ist. Es fühlt sich wie ein Schlag ins Gesicht an. Wie stellt man es am Besten an, dass der Handwerker - nach getaner Arbeit - sein Geld bekommt. Dieser schmale Grad zwischen Kundengewinnung und Kundenbindung einerseits und offene Rechnungen andererseits … und selbst überleben zu können. Danke für jeden Tipp.
Hallo,
immer wieder passiert es, dass eine Privatkunde nicht
oder erst sehr spät seine Rechnung begleicht - und es sind
meist die Gleichen: riesiges Haus, zwei große Autos in der
Garage, etc. - kann mir vielleicht einer erklären, warum das
so ist: aus kaufmännischer Sicht??
…der Kunde, so er flüssig ist, legt das Geld für sich vllt. erst einmal als Festgeld an und kassiert die Zinsen.
Dann kommt est der Handwerker dran und kann warten.
Ich weiß nicht, wie Du das Zahlungsziel für Kunden terminierst.
Man könnte für den Zahlungseingang ein Kalenderdatum nennen. Bei Nichtzahlung ist der Kunde danach IMHO in Verzug und man könnte Verzugszinsen geltend machen, wenn man es will.
Gruß:
Manni
Moin,
was man sich durchaus überlegen kann, ist ein „Skonto“ einzuführen als zusätzlicher Anreiz zur Zahlung. Skonto ist in der Regel für den Zahlenden ein sehr gutes Geschäft (z.B. 3% für 2 Wochen vorzeitiges zahlen, das ist ein Satz, den niemand durch andere Anlagen bekommt).
Und wenn es klappt, vermeidest Du den Ärger des Zahlungsverzugs und hast Dein Geld nahezu sofort.
Wer nicht einmal das annimmt, der will oder kann nicht zahlen. Da hilft dann meines Erachtens nichts, außer der konsequenten(!) und zügigen Ausschöpfung aller rechtlichen Mittel …
Grüße
Jürgen
Hallo,
was man sich durchaus überlegen kann, ist ein „Skonto“
einzuführen als zusätzlicher Anreiz zur Zahlung. Skonto ist in
der Regel für den Zahlenden ein sehr gutes Geschäft (z.B. 3%
für 2 Wochen vorzeitiges zahlen, das ist ein Satz, den niemand
durch andere Anlagen bekommt)
…im Prinzip richtig, aaaaaber:
Du schaffst Dir evtl. ein neues Problem:
der Kunde zahlt nach wie vor verspätet und zieht aber trotzdem Skonto.
(Meine Erfahrung).
Gruß:
Manni
Sowas wird regelrecht gelehrt in Großunternehmen!
Hallo …
Großunternehmen schulen ihre Mitarbeiter im Einkauf, um bei Lieferanten einerseits die Hoffnung zu erwecken, den Umsatz immer weiter und weiter auszubauen und andererseits immer bessere Konditionen zu erhalten.
Ein großes Haus uns ein großes Auto muss ja schliesslich von jemandem bezahlt werden und ein Lieferantenkredit ist immer noch der billigste Kredit.
Naiv, wenn wirklich jemand annimmt, dass man vom schnellen Zahlen reich wird… die Anbietung von Skonto führt lediglich dazu, dass Skonto zusätzlich gezogen wird und bei Anmahnung des unrechtmäßigen Skontoabzuges mit Auslistung gedroht wird.
MfG
MGB-Consulting
hallo mablo
man könnte zB frühzeitig Abschläge anfordern - bei Auftragsannahme x%, dann nach Fortschritt wieder.
Wenn diese dann nicht gezahlt wurden, Arbeit erstmal einstellen. So wird das Risiko ETWAS verringert.
Wer als Auftraggeber gegen Abschläge wehrt, ist m.E. sowieso mit Vorsicht zu genießen… Dann lieber auf den Auftrag verzichten, als noch Arbeitszeit und Material reinstecken, um sein Geld dann doch nicht zu bekommen. 
Bei „Kleinklecker-“ Aufträgen ist das natürlich nicht praktikabel. Dann bliebe trotzdem zu überlegen, gegen Vorkasse zu arbeiten.
Gruß
Sonja
Abend!
was man sich durchaus überlegen kann, ist ein „Skonto“
einzuführen
Die schlechteste aller Lösungen!
Der Kunde zahlt immer noch zu spät und zieht auch noch das Skonto ab.
Stefan
Hi mablo,
kann mir vielleicht einer erklären, warum das so ist: aus kaufmännischer Sicht??
Ein Kaufmann hat die Aufgabe dür den gerinsten Preis die beste Ware einzukaufen. Preiswert ist da dehnbar …
Oft kommt hinzu, dass (obwohl die Rechnung noch nicht bezahlt ist) schon von den nächsten großen „Projekten“ die Rede ist.
Da möchte Dich jemand bei Laune halten.
Es fühlt sich wie ein Schlag ins Gesicht an.
Das kann ich gut verstehen, das solltest Du aber niemals zeigen. Es ist besser, sachlich zu bleiben.
… und selbst überleben zu können.
Den Druck kennen sehr viele, was Dich aber natürlich nicht wirklich trösten kann.
Ich glaube jetzt nicht, dass es ein „Allheilmittel“ gibt. Es gibt Kunden, denen man (wenn auch nur am Telefon) erklären kann, dass sie einen gerade an die Kante der Existenz bringen mit ihren verspäteten Zahlungen. Mit der freundlichen Ergänzung, dass sie dies doch bestimmt nicht beabsichtigen. Und die reagieren entsprechend.
Andererseits gibt es Kunden, die zeigen Dir dann erst recht, wie egal ihnen das ist. Wenn es Dir nur irgendwie möglich ist, versuch diese zu meiden. Klar, kann ich jetzt so locker schreiben … ist aber nicht immer möglich.
Die rechtlichen Schritte sind ne heiße Sache. Klar, es ist dein Recht. Andererseits hat der Auftraggeber auch das Recht, die Aufträge an andere zu vergeben.
Ich drück Dir die Daumen, Son-ja
Ein paar haben es halt nicht begriffen …
Morgen!
Großunternehmen schulen ihre Mitarbeiter im Einkauf, um bei
Lieferanten einerseits die Hoffnung zu erwecken, den Umsatz
immer weiter und weiter auszubauen und andererseits immer
bessere Konditionen zu erhalten.
Soweit ist das ja auch OK.
Ein großes Haus uns ein großes Auto muss ja schliesslich von
jemandem bezahlt werden und ein Lieferantenkredit ist immer
noch der billigste Kredit.
Nein, das ist einfach nur falsch. Im Zeitalter von elektronischen
Warenwirtschaftssystemen gibt es auch ein Ranking für Kunden. Zahlt
der Kunde spät wird sein Rabatt runtergesetzt. Das was der Kunde
glaubt an Zinsen zu sparen zahlt er beim nächsten Auftrag.
Erstaunlich für wie blöde man Lieferanten hält.
Gruß
Stefan
Das sehe ich zum Teil anders…
Hallo …
das sehe ich zum Teil anders…
Nein, das ist einfach nur falsch. Im Zeitalter von elektronischen
Warenwirtschaftssystemen gibt es auch ein Ranking für Kunden.
Ich kenne viele Mittelständler bei denen der Computer zwar Alarm schlägt und eine Minderung des Limits vorschlägt… aber da der Umsatzdruck da ist, wird verkauft ungeachtet dessen, ob Kohle kommt oder nicht.
Die Argumentation lautet dann stets: „Der hat ja immer gezahlt, wenn auch immer ein bisschen später, aber gezahlt hat er ja!“
Zahlt der Kunde spät wird sein Rabatt runtergesetzt. Das was der
Kunde glaubt an Zinsen zu sparen zahlt er beim nächsten Auftrag.
Auch hier kenne ich viele Mittelständler, die sich von den Einkäufern dann wiederum weismachen lassen, dass ein Mitbewerber billiger ist und der Einkäufer wie ein Löwe gekämpft habe, um ihm überhaupt einen Auftrag erteilen zu können.
Oftmals setzen die Einkäufer dann noch einen drauf, senken die Abnahmemenge und erhöhen somit dem Lieferanten bei einer frei Haus Lieferung die anteilige Belastung des einzelnen Artikels mit gestiegenen Frachtkosten.
Dass ein Lieferant wirklich Preise erhöht hat, in einer solchen Situation, habe ich in den seltensten Fällen erlebt… allerdings… ich habe mal erlebt, wie ein Unternehmer einen Kunden, der bei einem 100T€ Auftrag Preisdruck ausüben wollte, mit den Worten: „Verpiss Dich Du Arschloch!“ rauswarf.
Drei Tage später stand der Chef des Einkäufers auf der Matte und unterschrieb den Auftrag, aber hier lagen handfeste Alleinstellungsmerkmale gestützt von Patenten vor, sodass es keine nennenswerten Mitbewerber gab.
Es geht also!
MfG
MGB-Consulting
Mahlzeit!
Oftmals setzen die Einkäufer dann noch einen drauf, senken die
Abnahmemenge und erhöhen somit dem Lieferanten bei einer frei
Haus Lieferung die anteilige Belastung des einzelnen Artikels
mit gestiegenen Frachtkosten.
Du denkst an reines Warengeschäft, der Orginalposter sprach von
Projekten und Handwerkertätigkeiten.
Bei mir hat jeder Kunde eine Art Faktor, nachdem ein neues Projekt
kalkuliert wurde wird ganz am Ende mit dem Kundenfaktor multipliziert.
Geldbeschaffungskosten als Position im Angebot führt auch immer
wieder zu lustigen Gesprächen. Meist wissen die Leute mit Kosten
und Projektverantwortung gar nicht welch ein Schwachsinn der Einkauf
fabriziert und wundern sich wieso die Kosten hochgehen.
Gruß
Stefan
Hallo,
immer wieder passiert es, dass eine Privatkunde nicht
oder erst sehr spät seine Rechnung begleicht - und es sind
meist die Gleichen: riesiges Haus, zwei große Autos in der
Garage, etc. - kann mir vielleicht einer erklären, warum das
so ist: aus kaufmännischer Sicht??…der Kunde, so er flüssig ist, legt das Geld für sich vllt.
erst einmal als Festgeld an und kassiert die Zinsen.
Springt da wirklich soviel raus, um 2% oder 3% Skonto in den Wind zu schreiben??
Dann kommt est der Handwerker dran und kann warten.
Ich weiß nicht, wie Du das Zahlungsziel für Kunden
terminierst.
Innerhalb von 10 Tagen 2% Skonto und bis … (4 Wochen nach Rechnungsstellung) regulärer Preis. Ganz ehrlich, ich war schon fast dabei, innerhalb von 3 Tagen 3% Skonto anzubieten - aus lauter Verzweiflung.
Man könnte für den Zahlungseingang ein Kalenderdatum nennen.
Bei Nichtzahlung ist der Kunde danach IMHO in Verzug und man
könnte Verzugszinsen geltend machen, wenn man es will.
Wir sind neu am Markt, um sich zu etablieren, ist man auf jede gute Weiterempfehlung angewiesen und da machen sich Verzugszinsen - auch wenn das Recht dazu besteht - schlecht. Derzeit gibt es bei der Agentur für Arbeit einen regelrechten Run auf die Existenzgründungszuschüsse und damit jede Menge neuer Konkurrenten. Verständlich 3/4 AL-Geld, danach 3/4 Jahr Gründungszuschuss - irgendwann muss jede Krise ausgestanden sein und vielleicht haben wir in 1 1/2 Jahren die Banken- und Autokrise überstanden und Harzt IV glücklicherweise umschifft.
Gruß und Dankeschön mablo
Gruß:
Manni
Mahlzeit!
Oftmals setzen die Einkäufer dann noch einen drauf, senken die
Abnahmemenge und erhöhen somit dem Lieferanten bei einer frei
Haus Lieferung die anteilige Belastung des einzelnen Artikels
mit gestiegenen Frachtkosten.Du denkst an reines Warengeschäft, der Orginalposter sprach
von
Projekten und Handwerkertätigkeiten.Bei mir hat jeder Kunde eine Art Faktor, nachdem ein neues
Projekt
kalkuliert wurde wird ganz am Ende mit dem Kundenfaktor
multipliziert.
Da geht mir doch ein Licht auf!
Geldbeschaffungskosten als Position im Angebot führt auch
immer
wieder zu lustigen Gesprächen. Meist wissen die Leute mit
Kosten
und Projektverantwortung gar nicht welch ein Schwachsinn der
Einkauf
fabriziert und wundern sich wieso die Kosten hochgehen.
Eure beiden Beiträge erklären so einiges und am liebsten würde ich auch einen neuen Posten einführen, den ich dann vielleicht Kommittent-Boni nenne, der dann auch entsprechend der Zahlungsmoral variable ist.
Nun ja, aber bei so vielen Schwarzen Schafen - Akte 09, Frontal, Wiso und wie sie alle heißen (überzogenen Handwerkerrechnungen bei fingierte Autoreparaturen, verschlossene Wochnungstüren etc.) - muss die Rechnung klar wie Klosbrühe sein. Danke euch beiden. Mit der Zahlungsweise muss ich mich arrangieren, aber nun ist mir wenigstens klar, wie das eine oder andere läuft. Gruß mablo
Gruß
Stefan
Dankeschön!
Dankeschön an alle Schreiber, nun ist einiges klarer. Gruß mablo