Kunden gewinnen,-aber wie?

Hallo liebe Experten!

Seit drei Jahren bin ich als freiberufliche Grafik-Designerin
(Print- und digitale Medien) tätig. Bis jetzt arbeitete ich
hauptsächlich als freie Mitarbeiterin in einer Agentur und hatte
ein paar kleinere eigene Kunden. Da die Arbeit völlig
ausreichend war, mußte ich mich nie um neue Kunden kümmern,
sondern konnte mich darauf verlassen immer mal wieder „einfach
so“ an eigene Kunden zu geraten.

Da ich die freie Mitarbeit so langsam beenden möchte, möchte ich
gerne ein paar Kunden dazugewinnen. Nicht viele, sondern ein bis
zwei im Monat (hängt natürlich auch vom Arbeitsumfang ab).
Die Tipps und Seminare, die ich zu diesem Thema gefunden habe,
gehen meistens von einer „agressiveren“ Kundengewinnung aus. Ich
möchte allerdings keine übertriebene Werbung machen, sondern
meine Arbeit ganz speziellen Firmen (also nicht hunderten Firmen
auf einmal) anbieten, da ich in meiner Arbeit Wert auf Qualität
lege und nicht auf Massenproduktion.

Ich hoffe, ich habe mich verständlich ausgedrückt und würde mich
sehr über Tipps und Anregungen zu diesem Thema freuen!

Viele Grüße,
Birgit

Hallo Birgit!

meine Arbeit ganz speziellen Firmen (also nicht hunderten
Firmen auf einmal) anbieten…

Das halte ich für einen sehr guten Ansatz! Du kannst nicht davon leben, Visitenkarten und Lieferschein-Formulare noch ein paar Euro billiger zu gestalten. Wenn es um wenige Firmen geht, ist streuende Werbung ganz und gar überflüssig, dann kannst Du die Firmen viel effektiver direkt ansprechen. Welche Firmen sollen es sein? Die Frage ist rein rhetorisch, denn ich beantworte sie gleich hier: Firmen, von deren Tätigkeit und Zielgruppe Du etwas verstehst. Dann nämlich kannst Du die Unternehmen in „ihrer Sprache“ ansprechen und kannst Entwürfe liefern, die das Wesentliche auf den Punkt bringen.

Viele Firmen Deiner Zielgruppe werden bereits jemanden haben, der graphische Arbeiten erledigt, vielleicht sogar das gesamte Erscheinungsbild des Unternehmens gestalterisch bestimmt. Genau da liegt für Dich der Ansatzpunkt. Wenn Du Prospekte, Firmenbriefbögen und Internetauftritte siehst, wird Dir mit geschultem Blick sofort auffallen, wenn die Präsentation nicht stimmt, kein rundes Bild ergibt und offenkundig von Laienhand stammt. Mit genau diesem Eindruck sprichst Du den Geschäftsführer des Unternehmens an und sagst ihm, daß sein Unternehmen ein neues Outfit braucht, ein Erscheinungsbild aus einem Guß, daß das Logo beim Kopieren nur einen schwarzen Dreckfleck abgibt, daß das Geschäftspapier wie von der Kinderpost gedruckt aussieht…

Mit etwas Übung, die Du ganz bestimmt brauchst, wirst Du bei direkter Ansprache mit Sachkunde zu einer Erfolgsquote kommen, die jeden Marketingmenschen vor Neid erblassen läßt. Falls Du unter weit verbreiteter Scheu vor der Direktansprache leidest: Überwinden und üben!

Gruß
Wolfgang

Hallo Wolfgang!

Vielen Dank für Deine Antwort!
Das Einzige was mich noch etwas zögern lässt Firmen direkt
anzusprechen ist „wie“ ich sie ansprechen soll…Ich kann ja
nicht einfach anrufen.-Da wird man wohl recht schnell wieder
abgewimmelt. E-mails kann man sowieso vergessen (außerdem
illegal). Post landet im Papierkorb. -oder??? Glaubst Du ein
„direkter“ Brief, evtl. mit Entwürfen (also groben Ansätzen
einer Neugestaltung + Konzept) ist Zeitverschwendung???

Ich habe immer einen Freund im Hinterkopf (er hat eine Firma),
der haufenweise Grafiker abwimmelt…-Da kommen Faxe, e-mails,
Briefe, Broschüren…aber eben alles „unpersönlich“.

Viele Grüße,
Birgit

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Nochmal Hallo!

Das Einzige was mich noch etwas zögern lässt Firmen direkt
anzusprechen ist „wie“ ich sie ansprechen soll…Ich kann ja
nicht einfach anrufen.

Doch Birgit, Du kannst da einfach anrufen! Du brauchst den persönlichen Kontakt zum Entscheider, ohne Umwege, ohne Hürden. Die Hürden bestehen insbesondere aus überall lauernden Rundablagen für unverlangt eingesandte Werbung.

Als Frau vom Fach siehst Du mit Sicherheit alle möglichen Druckerzeugnisse, Firmenpräsentationen und Web-Darstellungen mit anderen Augen als Otto-Normalverbraucher. Wenn Dir dabei ein Unternehmen Deiner Zielgruppe mit solchem zusammengestoppelten Zeuchs auffällt und Du hast eine bessere Idee, dann skizzierst Du sie mit wenig Aufwand. Sodann rufst Du den GF des betreffenden Unternehmens an und teilst ihm mit, was Dir aufgefallen ist. Klar, der Mann hat wenig Zeit und noch weniger Lust, sich im Moment damit zu beschäftigen. Also avisierst Du ihm Deinen skizzierten Entwurf per Post. Ende des Gesprächs. Du schickst jetzt den Entwurf. Dazu nicht zu viel Lesestoff, aber ein paar Zeilen, daß Du Dir so eine neue, bessere Erscheinungsform seines Unternehmens vorstellen kannst. Postlaufzeit 2 Tage. Einen Tag schmort Dein Brief im Stapel auf dem Schreibtisch des Empfängers. Dann rufst Du ihn wieder an. Er erinnert sich schon an Deinen Namen. Natürlich hat er sich den Entwurf noch nicht angesehen, deshalb halte das Gespräch kurz. Behalte die Gesprächsführung in der Hand und beende das Gespräch zügig, nachdem Du „paßt es übermorgen?“ einen erneuten Anruf avisierst. Bevor er sich noch einmal auf dem linken Fuß erwischen läßt, wirft Dein zukünftiger Kunde einen Blick auf den grob skizzierten Entwurf. Mehr darfst Du ihm nicht geschickt haben, denn noch hast Du keinen schriftlichen Auftrag, noch ist alles reines Akquise-Vorfeld. Du hast natürlich noch einen ergänzenden Entwurf in der Hinterhand. Beim erneuten Telefonat ist Dein Ziel, zu einem Besuchstermin zu kommen. Dabei brauchst Du den weiteren Entwurf und kannst ihm dabei einen Eindruck vermitteln, wie eine Unternehmensdarstellung aus einem Guß aussieht. Diese komplette Darstellung als Auftrag muß das Ziel der Akquise sein. Es hört sich vielleicht platt an, aber Du selbst mußt Dir immer wieder dieses Ziel in Erinnerung rufen.

Du schaffst das! Lasse Dich aber in Telefonaten und Besuchen nicht vom Kunden treiben, behalte das Geschehen in der Hand! Das kann nicht anders funktionieren, denn bei der Kontaktaufnahme hast nur Du ein klares Ziel, nämlich den Kunden zu gewinnen. Du schlägst die Termine vor. Natürlich ist es genau so gut, wenn es vom Kunden ausgeht. Falls aber nicht, kommt von Dir keine Druckserei, sondern eine klare Ansage.

Geübte Direktkontakter, die auf ihrem Fachgebiet sattelfest sind (Fachwissen wirkt enorm überzeugend, wenn es NICHT in unverständlichem Kauderwelsch und Fachchinesisch daher kommt!) und diese Art der Akquise geübt haben, sind geradezu waffenscheinpflichtig. Wenn sie erst einmal den Fuß in der Tür haben (bildlich gesprochen), ziehen sie fast alles an Land.

Gruß
Wolfgang

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Am Telefon
Hallo Birgit,

Ich kann ja nicht einfach anrufen.-Da wird man wohl recht schnell wieder abgewimmelt.

Doch, kannst Du. Und ja, wirst Du, wenn Du a) nicht den richtigen Ansprechpartner erwischt und b) nicht den richtigen Gesprächseinstieg hast c) mit dickem Kloß im Hals und dem Gefühl, Bittsteller zu sein das Gespräch führst bzw. (eben nicht „führst“) d) mit zuvielen Vorannahmen über die möglichen Ziele/Vorstellungen/Pläne Deines Ansprechpartners in das Gespräch gehst.

Ich habe immer einen Freund im Hinterkopf (er hat eine Firma), der haufenweise Grafiker abwimmelt…-Da kommen Faxe, e-mails, Briefe, Broschüren…aber eben alles „unpersönlich“.

Eben: Was ist persönlicher als ein Gespräch?

Viel Erfolg!
Diana

Das Einzige was mich noch etwas zögern lässt Firmen direkt
anzusprechen ist „wie“ ich sie ansprechen soll…Ich kann ja
nicht einfach anrufen.-Da wird man wohl recht schnell wieder
abgewimmelt. E-mails kann man sowieso vergessen (außerdem
illegal). Post landet im Papierkorb. -oder??? Glaubst Du ein
„direkter“ Brief, evtl. mit Entwürfen (also groben Ansätzen
einer Neugestaltung + Konzept) ist Zeitverschwendung???

also ich finde die Ideen von diesem Buchautor recht interessant:
http://www.amazon.de/exec/obidos/ASIN/3409119221

Er beschreibt, wie man sich selbst als Person (im Gegensatz zu seiner Dienstleistung) anpreisen kann. Hier stehen auch gute Argumente, warum Brief-Mailing immer noch sinnvoll ist.

Gruß
Marian

Hallo,

Ich kann ja
nicht einfach anrufen.-Da wird man wohl recht schnell wieder
abgewimmelt.

Wolfgang hat vollkommen recht, genauso geht es. Als Ergänzung: Wenn Du jemanden anrufst, mache es nicht vormittags und schon gar nicht montags. Da ist man genervt, die Post liegt rum, dauernd rufen irgendwelche Leute an, die irgendwas wollen (!), man kommt nicht zu dem, was man eigentlich vorhatte usw. Alles ist einfach ätzend, da fehlt gerade noch so´n Dösel, der irgendwas ändern will, was man doch eigentlich jahrelang gut fand und vielleicht sogar selbst so in Auftrag gegeben hat.

Besser sind Anrufe ab 16.00 oder sogar 17.00 Uhr. Da gehen die faulen Kollegen langsam nachhause, es wird ruhiger und man hat endlich ein paar Sachen von denen abgearbeitet, die man morgens so vor hatte.

Vor diesem Hintergrund führt sich ein Akquisitionsgespräch wesentlich leichter, entspannter und vor allem: Für Dich erfolgreicher.

Gruß
Christian

Ich kann ja nicht einfach anrufen.-Da wird man wohl recht schnell wieder abgewimmelt.

Hallo Birgit,

guckst Du hier:
http://www.onlike.de/marketing/telefonmarketing.htm