Kunststoff-Allergie?

Hallo,

seit 20 Jahren habe ich 2 Prothesen im Mund. Oben alle vorderen Zähne überkront, daran hängend die Prothese, um die fehlenden Backenzähne aufzufüllen. Unten bisher noch 4 unüberkronte Schneide- und zwei überkronte Eckzähne, um die Prothese für die fehlenden Backenzähne einzuhängen.

Vor 2 Monaten mußte einer dieser haltenden Eckzähne gezogen werden und ein ganz neues Prothesenteil inform einer Teleskopprothese angefertigt werden. Die restlichen 4 Schneide- und der linke, letzte Eckzahn wurden neu überkront, in Metall, damit darauf die Teleskopprothese gesteckt werden kann.

Auf Metalle bestanden Allergietests: Quecksilber und Nickel, im LTT nachweisbar, alle anderen 12 gängigen Metalle waren ok. Der Zahnarzt, dem ich auch glaube, versicherte mir, daß kein Nickel oder Quecksilber in der neuen Prothese enthalten ist.

Schon vor dieser Prothesen-Neu-Gestaltung hatte ich enorme Probleme, inform von Entzüngungen im Rachenraum, der Mundschleimhaut, Lymphknoten am Hals geschwollen, Nase zu, Augen entzündet, Unverträglichkeit von Nahrungsmitteln. Ich wurde von Arzt zu Artz gereicht, bisher konnte keine klare Diagnose gestellt werden.

Seit 2 Monaten habe ich also meine neue untere Prothese und es geht mir folgendermaßen: Mundschleimhaut mit Quaddeln entzündet, Rachen entzündet, Nasenschleimhaut läuft und läuft, Husten, Atemnot, Magenbeschwerden und die Augen brennen. Das Schlimmste ist die innen entzündete, rote, aufgedunsene Unterlippe, die brennt und brennt.Und Ausschläge am Körper. Ich hatte immer wieder Fieber die letzten Wochen und vertrage kaum ein Essen.

Jetzt erst habe ich einen Verdacht: Es ist der Kunststoff! Kann es sein, daß ich allergisch gegen Kunststoff reagiere? Der Test stand schon lange aus, bisher hat mir keiner so recht geglaubt.

Heute war kein Arzt mehr zu erreichen. Ich möchte, nach meinem 10-jährigen Leidesweg, der jetzt mit dem neuen Kunststoff im Mund neu beginnt, wissen, ob ich den Kunststoff nicht vertrage.

Morgen will ich es angehen.

Als erstes Zahnarzt oder gleich zum Hautarzt, um die Beschwerden zu schildern, meine Mundschleimhaut zu zeigen, um daraufhin einen Test zu machen. Dann muß ich vorher aber doch die Kunststoffe wissen, die verwendet wurden?

Mir geht es schlecht, wie soll ich denn jetzt vorgehen?
Für baldige Antworten wäre ich so dankbar.

Gruß
Karin

Hallo,
mein Mitgefühl zu Deiner Problematik. Lege die Prothese in ein Gefäß mit Wasser, das läßt das Restmonomer im Kunststoff langsam verschwinden,
evtl. hast Du dann Linderung. In Deinem Fall sollte das Dentallabor Dir
Kärtchen mit der Angabe der Bestandteile der verwendeten Legierungen
zukommen lassen. Die Teleskopsekundärteile sind an die Stahlplatte gelötet. Dieses Lot hat einige unedle Bestandteile (ob mit Nickel weiß ich nicht genau), ob es auch durch den umschließenden Kunststoff reizen kann, weiß ich auch nicht. Eine mit Lot reparierte Stelle an den Sekundärteilen, und schon könnte die Dein Problem sein. Vom Za eher nicht zu erkennen.
…Schulterklopfen von Flachländer

Danke, Flachländer,

werde mich darum kümmern, danke für Deine Antwort.

Gruß
Karin

Als Nachtrag für Flachländer:

Ich bin Gluten(Mehl)-Allergiker:

„Lege die Weizenmehlpizza in ein Glas Wasser, das läßt das Restmonomer des Mehls langsam verschwinden. Dann trinke es und es wird Dir guttun“.

Ich glaube nicht, daß es eine Lösung ist, die Kunststoff-Teilprothese in ein Glas Wasser zu legen.

Oder sollte das ein Scherz sein?

Karin

Servus Karin,

natürlich ist es möglich, daß Du auf den Kunststoff allergisch reagierst. Ob die klinischen Symptome zu einer Allergie passen, weiß der Hautarzt. Den Umweg über den ZA kannst Du Dir IMO dabei sparen. Das mögliche Allergen heißt Polymethylmethacrylat (PMMA) und ist in Allergie-Testsets AFAIK enthalten. Sonst gibt einem der ZA eine auspolymerisierte Probe davon mit.

Flachländer hat theoretisch Recht mit seinem ‚Scherz‘ - man müßte das Wasser nur ziemlich warm machen und dann könnte sich der Kunststoff schon mal verformen. Vergiß es also. Manchmal hilft es, wenn der Zahntechniker die Prothese in heißes Wasser in den 'Drucktopf’legt. Dieses Ding hat jedes Labor. Aber - am Hautarzt kommst Du trotzdem nicht vorbei.

Alles Gute!

Kai Müller

Hallo,
hier: www.bego.com/318.0.html?&L= gibt es für Dich lesenswertes
Gruß von Flachländer

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…Flachländer hat theoretisch Recht mit seinem ‚Scherz‘ - man
müßte das Wasser nur ziemlich warm machen und dann könnte sich
der Kunststoff schon mal verformen. Vergiß es also…

Der Gehalt an nicht umgesetztem Monomer soll bei Kaltpolymerisaten ca. 2-5 % und bei den Heißpolymerisaten ca. 0,8-1 % betragen . Durch die
Verlängerung der Lagerzeit oder eine nachträgliche Wasserlagerung des
auspolymerisierten Kunststoffes kann der Gehalt an Restmonomer reduziert werden.

Der Gehalt an nicht umgesetztem Monomer soll bei
Kaltpolymerisaten ca. 2-5 % und bei den Heißpolymerisaten ca.
0,8-1 % betragen . Durch die
Verlängerung der Lagerzeit oder eine nachträgliche
Wasserlagerung des
auspolymerisierten Kunststoffes kann der Gehalt an Restmonomer
reduziert werden.

Drum hab’ ich ja geschrieben, daß Du theoretisch Recht hast. Die Theorie sagt auch, daß der Vorgang sich bei erhöhter Temperatur des Wassers beschleunigt. Aber sag mal einem Patienten, daß er seine ‚Zähne‘ ein paar Tage hergeben soll, weil man das Restmonomer durch Lagerung herauslösen möchte, man aber keinen rechten Weg weiß, wie man dann den Monomergehalt bestimmen sollte. Mit Auskochen ginge es BTW am sichersten, nur daß die Prothese dann wie ein unförmiger Lappen aussehen würde

…Drum hab’ ich ja geschrieben, daß Du theoretisch Recht hast.

Äähm… mit meinem „Scherz“, ich habe schon verstanden.
Es gibt keinen Grund @Schlummerle diese Möglichkeit vorzuenthalten.

Danke, Flachländer,

die Seiten sind sehr interessant.

Werde mich allerdings nicht für einen Hauttest, sondern einen LTT entscheiden. Dann muß man eben den unverträglichen Kunststoff austauschen. Wird schwer und langwierig werden.

Karin