Kur Standards

Hallo Wissende,

gibt es Standards, wie eine Kur durchzuführen ist, welche Behandlungen und Anwendungen in Frage kommen. Speziell interessieren würde mich die Behandlung von Wirbelsäulenschäden.

Bekannten aus einer Selbsthilfegruppe berichteten aus verschiedenen Kliniken über die Behandlung ihrer Wirbelsäulenleiden. Einige waren den ganzen Tag beschäftigt mit irgendwelchen Therapien, andere hatte zwar in etwa die gleichen Anwendungen, bloß eher in homöpatischen Dosen, d.h. sie fühlten sich überhaupt nicht gefordert und absolvierten daher nebenher ein eigenes Wander- und Fitnessprogramm. Es mag sein, dass die Unerschiede durch Nebenkrankheiten oder unterschiedliche Belastbarkeit bedingt waren. Auffallend aber war, dass Kurkliniken „gehandelt“ wurden als „gut“ oder „weniger gut“, es muss also aus Patientensicht deutliche Qualitätsunterschiede geben. Daher die Frage: gibt es Mindeststandards, die die Kliniken nachweisen müssen bzw. welche behandlungen gehören zu einer erfolgversprechenden Kur.

Danke für Eure Mitteilungen

Wolfgang D.

Hallo!

Ich kann dir keine erschöpfende Antwort geben - aber nur soviel:
jede Kasse hat eigene Verträge mit den Leistungserbringern - daher kann eine Reha auch sehr unterschiedlich ausfallen - auch wenn für den Laien das nicht ersichtlich ist weil er ja „nur“ von seinem Leiden ausgeht.

Wir sehen das bei uns täglich im Rehazentrum in der Form von „wieso bekomme ich das und das nicht“. Ist halt so dass Leistungen für die wir kein Geld kriegen auch nicht erbringen können.

Abgesehen davon gibt es aber auch andere Unterschiede.

Tschüss

Matthias

Hallo,
die Auswahl der Therapien besprichst Du bei dem Aufnahmegespräch mit Deinem Arzt.
Sinnvoll bei Wirbelsäulenbeschwerden ist das Erlernen einer Entspannungstechnik (i.d.R. autogenes Training oder progressive Muskelrelaxation), evtl. Elektrotherapie gegen Schmerzen oder zur Stimulation geschädigter Nerven, Muskelaufbau (Wassergymnastik, Wirbelsäulengymnastik einzeln und in Gruppen, Krafttraining), Nordic Walking, Rückenschwimmen, Massagen und Fangopackungen, Bäder, das Erlernen rückenschonenden Verhaltens im Alltag u.e.m.
Der Kostenträger, der die Kur bezahlt, fordert von der Einrichtung ein Mindestmaß an Therapien/Anwendungen pro Tag bzw. Woche.
Das müßtest Du für Deinen Fall erfragen.
Dir stehen vermutlich 3x/Woche Einzel-Physiotherapie zu.
Gymnastik in der Gruppe sollte jeden Tag möglich sein; dazu weitere Anwendungen, so daß Du jeden Tag ein bißchen was tust.
Wenn dann der Fall eintreten sollte, daß Du mit Deinem Plan unzufrieden bist, gehst Du zu dem Arzt, wenn es um die Therapieart geht.
Geht es um Anzahl und Zeit der Therapien, gibt es i.d.R. eine andere Anlaufstelle, die Du in der Einrichtung erfragst.
Es ist keine leichte Aufgabe für die gesammten Patienten eines Hauses Therapiepläne so zu erstellen, daß jeder zufrieden ist.
Was dem einen zu viel ist, ist dem andern zu wenig. Der eine fängt lieber gleich 7°° an und hat lieber nachmittags frei. Ein anderer möchte erstmal in Ruhe frühstücken.
Daher einfach ansprechen, wenn Du was geändert haben möchtest.
Eine Garantie auf den optimalen Therapieplan ist das zwar nicht,
aber viele Patienten begehen den Fehler das Thema gar nicht anzusprechen und einen Plan, mit dem sie unzufrieden sind, einfach hinzunehmen.
Bei zu wenig Therapien empfiehlt es sich zu fragen, in welche Gruppe man noch reinkönnte.
Hast Du noch andere gesund. Probleme oder Anliegen, kann ich nur empfehlen diese, soweit möglich mitbehandeln zu lassen, i.d.R. gibt es Raucherentwöhnungsgruppen*, Kochgruppen, Möglichkeit für psycholog. Betreuung u.e.m.
Gute Besserung und eine erholsame Reha!
Gruß
Achterwasser
*Leider sind die Raucherplätze oft besonders gesellig:wink: