Kur (Stress durch Anwendung, oder eher Erholung)

Mein Freund geht in Reha wegen eines akuten Burnouts. Er wünscht sich in diesem Zustand selbstverständlich nur „Ruhe“. Ich bin mir allerdings sicher, dass eine Reha nicht nur aus Ausruhen besteht. Kennt sich da jemand aus?
Weiss jemand wie viele Termine und Anwendung man so im Durchschnitt bekommt?

Hallo,

Ja, der Arzt.

Das hängt Individuell von verschiedenen Dingen ab. Es kann sein, das Sport, Gesprächstherapien und Einzeltherapien angesagt sind es kann aber auch sein, das andere Beschäftigungen angesagt sind. geh aber mal davon aus, das der tag gut geplant ist.

Nur eigene Erfahrung:
Nach einer (tatsächlichen) Myokarditis, die eigentlich längstüberstanden war ohne Folgeschäden erwähnte ich zu Beginn der Kur, dass ich diese ganzen Aktionen bestenfalls spontan und freiwillig machen werden und nannte die Vordiagnose. Ich wollte nämlich auch meine Ruhe haben und nicht mit Walkingsticks inmitten einer Gruppe Hühner durch´s Watt laufen.
Meines Wissens hatten die nicht mal Einblick in irgendeine Krankenakte, Vorgeschichte, so dass ich das auch erfinden hätte können.
Es wurde ein schöner Nordseeurlaub, der gesundheitlich erheblich geholfen hat.

Naja, Urlaub soll eine Kur nicht sein. Es sollten schon Therapien stattfinden.
Mir stellt sich erst mal die Frage, ob es sich um eine „offene Badekur“ oder um eine stationäre Rehabilitation handelt.
Bisher (ich war zweimal zur Reha) fand am Ankunftstag bzw. am Morgen des nächsten Tages eine Eingangsuntersuchung statt. Im Anschluss wurde der Therapieplan mit dem Arzt besprochen, wobei in beiden Fällen Wert darauf gelegt wurde, dass noch genügend Zeit zur Erholung bleibt - bei der zweiten Maßnahme hat der Arzt mir sogar abgeraten, zu viel „Freizeitstress“ mir aufzuerlegen (also nicht eine Liste der Berge anzulegen und sie abzuarbeiten) - vielmehr sollte ich in der Erholungszeit mich erholen - also lieber leichte Spaziergänge als stundenlange Wanderungen.
Wichtig, aber das entscheidet auch der Arzt (in Rücksprache) ist ein ausgewogenes Verhältnis von Therapien für den Körper (Gymnastik, Walken, Yoga, Massagen etc.) und für den Geist (Entspannungstechniken, Psychologiegespräche…).
Bei Burnout wäre ein Therapieplan von 8-18 Uhr kontrapoduktiv - bei anderen Rehamaßnahmen vielleicht auch angebracht.
Ich hatte jedesmal Tage mit einer Therapie am Tag und auch Tage mit fünf Anwendungen.

CU
HaweThie

Ich kann mich ein paar der Vorschreiber anschließen.
Psychosomatische Reha bedeutete: Eingangsuntersuchung und Gespräch mit dem Oberarzt und dem „zugewiesenen“ Einzelgesprächstherapeuten.
Während der Werktage gab es ein einigermaßen straffes Programm, zusammengestellt aus Sport, Einzel- und Gruppengesprächen, aber auch Gestalttherapie und eigentlich ausreichend Freizeit, um sich einerseits zurückzuziehen und andererseits auch eigene Interessen allein oder Mitpatienten zu verwirklichen. Die Sportgruppen waren durchaus nicht uneingeschränkt buchbar (man hatte eine bestimmte Anzahl von Aktivitäten, die man machen durfte… ich konnte z.B. auch nicht ungebremst den Fitnessraum nutzen. Das wurde schon auch kontrolliert.
Ich habe mich jedenfalls nicht gestresst gefühlt durch das Tagesprogramm.
Die Wochenenden sind komplett therapiefrei.
Ach und: man konnte sich jederzeit auch entschuldigen, wenn man mal nicht teilnehmen konnte… genauso konnte man außer der Reihe ein Einzelgespräch bekommen bei akutem Bedarf.

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Hi,

das wird dann eine psychosomatische Klinik sein.
Ich bin täglich außer an den Wochenenden von 7.30 bis 18 Uhr durchgeplant gewesen, so viele Termine in so kurzer Zeit hatte ich nich nie.Selbst für die Mahlzeiten musste ich mich anmelden, damit man sieht, dass ich mir nichts antue oder auch „nur“ mich mit einem depressiven Schub auf das zimmer verkrieche. Und ich war hinterher sehr erholt, sehr erstaunt, wie viel man in welch kurzer Zeit tun kann. Fernsehverbot, kein Alkohol in der Klinik, nicht alkoholisiert von Spaziergängen zurückkommen. Internet nur ein Münzgerät im Eingangsbereich, kein Telefon.

die Franzi

DAS klingt ja besser, als ich es hatte.
Kannst du mir per PN mitteilen, welche Klinik das war (plane schon für nächstes Jahr) :innocent:

hast Du meine Antwort bekommen? Ich blick das neue Design hier noch nicht so ganz…

ist da - danke

Also, auch ich war mehrmals in einer Reha-Klinik. Nämlich in Bad Homburg in der Wicker-Klinik. Ich hatte einen 5-fachen Wirbelbruch, lag eine sehr lange Zeit in einer Spezialklinik für Wirbelbrüche (ist die Einzige hier in Deutschland). Dort wurde ich mehrfach hintereinander operiert. Erst danach kam ich in Wicker-Klinik nach Bad Homburg. In dieser Reha haben sich Ärzte und Therapeuten genau nach meinem Zustand eingerichtet und auch dementsprechend mit aller Vorsicht die Behandlungstermine durchgeführt. Auch in dieser Klinik sind bis zu 5 Behandlungen pro Tag möglich. Hier wird auch darauf geachtet, dass die Essensmahlzeiten für den Patienten eingehalten werden können. Sehr gut geplant und auch sehr gut behandelt. Heute bin ich als Luftfrachtberater am Airport beschäftigt und habe keinerlei Einschränkungen. Dank der vielen Ärzte und Therapeuten.

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