in einem nordböhmischen Trauungsbuch aus dem Jahr 1858 findet sich bei den Trauungseinträgen kurioserweise eine Spalte mit dem Titel „Ehedokumente, welche, u. wofür aufbewahrt sind“.
In dieser Spalte steht folgender Eintrag, den ich bisher nur teilweise entziffern konnte:
" Für[?] im V. G[…?] […?] Brautpaar Wenzel u. M. Anna […?] […?] hat die bischöfliche […?] […?] […?] […?], 25 April 1858 Gulden 59,5 beigebracht […?] und der […?] vom k. k. Bezirksamte Gabel, 28. August 1858 Gulden 150 sind im Gabler […?] [fasc.?] 1858 Gulden 46 aufbewahrt. —"
schon mal die google-KI mit deiner Grafik bemüht? https://images.google.com/
Die meint, dass dort folgendes steht:
dies im I. Grade von 4
Schwägerte? Bräutigams?
Wenzel u. M. Anna Seidl
der hat die bischöfliche
Dispensation d. d. Gablonz
Seitendorf, 25 April
1858 # 595 beigebracht.
Diese und der Melschein? / Meldeschein?
von k. k. Bezirksamt
Gabel, 28. August 1858
130 sind im Gabler
Archiv fasc. 1858 #
46 aufbewahrt. –
Die KI sagt aber auch gleich, dass da Fehler drin sein könnten
ohne Gewähr dafür, dass dieser Ansatz was bringt: Wenn ich „schwierige“ Kursivschriften vor mir habe, halte ich das Blatt so, dass ich in Richtung ihres Kurses draufschaue, so dass die Buchstaben weniger gelängt in Richtung der Neigung der Schrift erscheinen. Das geht allerdings vor allem bei sehr streng geschriebener Deutscher Kurrentschrift, wie sie z.B. unser Lehrer Rektor Karl K. praktizierte (man sah das seiner lateinischen Ausgangsschrift noch an), der als jüngster Offizier der bespannten Artillerie sozusagen mit Mann und Roß und Wagen gegen Moskau gezogen war (und später weitgehend zu Fuß zurückkehrte, nachdem die Rosse aufgegessen waren…).
Wie auch immer: Versuch doch mal ein Foto mit dem Blick von schräg links unten auf das Blatt gerichtet zu machen und einzustellen - es könnte (wie gesagt ohne Garantie) dann leichter fallen, das Ganze im Textfluss zu erfassen.
Grand Chapeau, das war nicht banal! Vor allem die Ortsnamen Leitmeritz und Gabel - auch hier würde ein kinschdlicher Depp alles mögliche erfinden…
Beim Consensschein stimme ich nicht zu, aber mir fällt nichts Besseres dazu ein - zumal es durchaus möglich ist, dass beim Versuch, ein lateinischstämmiges Wort in deutscher Schrift zu schreiben, ein paar Buchstaben ziemlich schöpferisch behandelt worden sind.
Sieht aus wie „Beobdschein“, aber das gibt überhaupt keinen Sinn.
Ich sehe vor „schein“ ein „d“, und keineswegs ein (Schuss)-„s“. Sodass dort „…eldschein“ oder „…oldschein“ gelesen werden könnte. Die Frage bleibt nach der Buchstabenkombination davor. Deshalb hat die oben zitierte unbenannte KI dort wohl auch „Meld(e)schein“ vorgeschlagen. Aber der Großbuchstabe am Wortanfang ist problematisch. Ein „M“ sehe ich dort nicht. Ein „C“ übrigens erst recht nicht. Normales Verfahren wäre, die sonstigen Einträge auf dieser Seite nach irgendeinem ähnlichen Buchstaben zu durchforsten.
„[..]eldschein“ bzw. „[…]oldschein“ kann ich nachvollziehen - davor lese ich aber zwei (!) Buchstaben. Und dazu fällt mir kein sinnvoller Begriff ein..
Tolle Entzifferungsleistung. Kann man nicht meckern.
Bitteschön: Meldschein
Du hättest ein paar persönliche Daten des Brautpaares preisgeben können, dann wäre das vielleicht gleich klar gewesen: beider Wohnorte und Ort der Trauung z.B.
Ich sehe dort nix anderes als ein M (viell. etwas klein geraten).
Vor allem sehe ich dort, daß die Schlinge zum drüberliegenden „g“ in „beigebracht“ gehört und nicht zum Wortanfang des fraglichen Wortes.
Gute Idee. Wie wärs mit dem „M.“ vor Anna?
P.S.: Männer! Warum einfach, wenn es auch kompliziert geht?
(duckundwech)