Hallo zusammen,
wie wird der Kurs von Anleihen festgelegt bzw. von welchen Faktoren hängt dieser ab?
Ich hab’ das noch so in Erinnerung, wenn der Zinssatz der Anleihen höher ist als der Marktzins der Kurs fällt.
Ist das richtig? Wenn ja, warum?
Gruß
Hallo zusammen,
wie wird der Kurs von Anleihen festgelegt bzw. von welchen Faktoren hängt dieser ab?
Ich hab’ das noch so in Erinnerung, wenn der Zinssatz der Anleihen höher ist als der Marktzins der Kurs fällt.
Ist das richtig? Wenn ja, warum?
Gruß
Hi,
wie wird der Kurs von Anleihen festgelegt bzw. von welchen
Faktoren hängt dieser ab?
durch Angebot und Nachfrage, wie das bei Kursen halt so ist 
Ich hab’ das noch so in Erinnerung, wenn der Zinssatz der
Anleihen höher ist als der Marktzins der Kurs fällt.
Nein, er steigt. Vereinfacht gesagt: Anleihen mit einem Zinssatz über Marktniveau sind attraktiver als der Marktzins selbst, daher wird der Kurs sich so entwickeln, daß die Rendite der Anleihe sich dem Marktzins annähert. Steigt der Marktzins fällt der Anleihekurs und umgekehrt. So zumindest das Grundprinzip. Rating und ggf. Währungsentwicklung spielen natürlich auch eine Rolle.
Gruß
Nils
Hallo,
wie wird der Kurs von Anleihen festgelegt bzw. von welchen
Faktoren hängt dieser ab?
Der Kurs bildet sich an der Börse. Er hängt z.B. von der Bonität des Emittenten ab. Für Bundesanleihen findet sich auch ein Käufer, wenn sie nur 4% Rendite bieten. Für Anleihen des Staates Uruguay muss schon mindestens 10% Rendite rausspringen, damit sie jemand kauft.
Ich hab’ das noch so in Erinnerung, wenn der Zinssatz der
Anleihen höher ist als der Marktzins der Kurs fällt.Ist das richtig? Wenn ja, warum?
Nein, genau umgekehrt. Nehmen wir mal an, du hast eine Unternehmensanleihe. Sagen wir, Mercedes gibt morgen Unternehmensanleihen mit einer Verzinsung von 10% p.a. heraus, und du hast das Glück, davon welche zu bekommen, weil dein Schwager bei Mercedes arbeitet. Du bekommst diese Anleihen zum Nennwert von je EUR 100,-.
Nun willst du aber gar keine Unternehmensanleihen haben und verkaufst sie sofort, nachdem du sie bekommen hast, an der Börse. Dein Chef hatte leider nicht so viel Glück, bzw. keinen Schwager der bei Mercedes arbeitet, und ist daher leer ausgegangen. Aber wenn er diese Anleihe zu einem Kurs von EUR 102,- an der Börse kaufen kann, macht er das gern, denn dann bringen sie ja immer noch rechnerisch ca. 8% Rendite. Nun fällt deinem Chef aber zehn Minuten später ein, dass er das Geld eigentlich für den Urlaub braucht, und er möchte die Anleihen wieder verkaufen.
Er hat auch Glück, und ich kaufe ihm die Anleihen für EUR 104,- ab. Dann habe ich ja immer noch eine Rendite von ca. 6% p.a., da Mercedes ja 10% bezahlt, also am Ende des Jahres EUR 110,- zurückbezahlt.
Recht viel höher wird der Kurs aber nicht mehr gehen, da es ja schon Tagesgeldkonten mit einer Verzinsung von 5% gibt.
Wenn nun der Marktzins sinkt und es auf dem Sparkonto nur noch 2% gibt, wird die Anleihe für EUR 106,- doch wieder interessant. Der Kurs steigt dann auf EUR 108,-. Steigt aber der Marktzins und man bekommt 8% auf Tagesgeld, sinkt der Kurs der Anleihe auf EUR 102,-. Im Prinzip macht das nichts, weil man am Ende der Laufzeit ja wie vereinbart von Mercedes seine EUR 100,- für die Anleihe plus EUR 10,- Zinsen zurückbekommt. Nur wenn man die Anleihe zwischendurch verkaufen möchte, ist das schlecht. Dann macht man einen Verlust.
Wenn so eine Anleihe über mehrere Jahre läuft, muss man das natürlich auch berücksichtigen. Aber der Einfachheit halber läuft sie im Beispiel nur für ein Jahr.
So ungefähr ist das mit den Anleihen.
Schöne Grüße
Petra
Hallo,
Bonität des Emittenten ab. Für Bundesanleihen findet sich auch
ein Käufer, wenn sie nur 4% Rendite bieten. Für Anleihen des
Staates Uruguay muss schon mindestens 10% Rendite
rausspringen, damit sie jemand kauft.
7% reichen locker aus.
Gruß
C.
Hi,
zwei Anmerkungen zu deinem ansonsten sehr anschaulichen Beispiel seien mir gestattet:
und du hast das Glück, davon welche zu bekommen, weil dein
Schwager bei Mercedes arbeitet.
Sicherlich kann man Glück haben, bei einer Emission eine Zuteilung zu erhalten. Verwandtschaftsverhältnisse sind dabei aber kein Faktor, der darauf Einfluß hätte.
zu einem Kurs von EUR 102,-
Anleihen notieren in Prozent. Basis ist der Nominalwert. Man kauft also nicht drei Anleihen lautend auf je 100 EUR zum Kurs von 102 EUR sondern man kauft 300 EUR nominal zu 102% (nur mal als Beispiel; handelbare Einheiten sind meist 1000 bzw. ein ganzzahliges vielfaches).
Gruß
Nils
Noch eine Frage!
Hallo Petra und danke für das Beispiel,
grundsätzlich ist mir die Abhängigkeit zum Marktzins schon klar, aber fällt nun der Kurs, weil die Leute die Anlagen wegen des geringeren Zinses abstoßen und auf Tagesgeldkonten wechseln, oder ist der Grund ein anderer?
Steigt aber der Marktzins und man bekommt 8% auf Tagesgeld, sinkt der :Kurs der Anleihe auf EUR 102,-.
Wie kommst du auf 102 Euro bzw. wie berechnest du diese?
Gruß
Hallo,
grundsätzlich ist mir die Abhängigkeit zum Marktzins schon
klar, aber fällt nun der Kurs, weil die Leute die Anlagen
wegen des geringeren Zinses abstoßen und auf Tagesgeldkonten
wechseln, oder ist der Grund ein anderer?
der Kurs wird nicht von Peter Müller und Franziska Meier bewegt, wenn die ihren Sparstrumpf neu anlegen. Wir reden hier von institutionellen Anlegern, die mit einem Mausklick mit ein paar hundert Millionen Euro von Anleihe auf eine andere Anlageform wechseln. Genau das bewegt dann den Kurs wie beschrieben.
Wie kommst du auf 102 Euro bzw. wie berechnest du diese?
Es waren 102% und die waren einfach so aus der Luft gegriffen.
Gruß
Christian
Beeindruckend…
Hallo,
wie wird der Kurs von Anleihen festgelegt bzw. von welchen
Faktoren hängt dieser ab?
Der Kurs bildet sich an der Börse. Er hängt z.B. von der
Bonität des Emittenten ab.
unter anderem…
Für Bundesanleihen findet sich auch
ein Käufer, wenn sie nur 4% Rendite bieten.
soweit so richtig
Für Anleihen des
Staates Uruguay muss schon mindestens 10% Rendite
rausspringen, damit sie jemand kauft.
eher 7-8%.
Ich hab’ das noch so in Erinnerung, wenn der Zinssatz der
Anleihen höher ist als der Marktzins der Kurs fällt.Ist das richtig? Wenn ja, warum?
Nein, genau umgekehrt. Nehmen wir mal an, du hast eine
Unternehmensanleihe. Sagen wir, Mercedes gibt morgen
Unternehmensanleihen mit einer Verzinsung von 10% p.a. heraus,
und du hast das Glück, davon welche zu bekommen, weil dein
Schwager bei Mercedes arbeitet. Du bekommst diese Anleihen zum
Nennwert von je EUR 100,-.
Wow… zum einen bringt Mercedes sicher keine Anleihen raus, sondern Daimler, zum anderen wäre eine 10% Verzinsung wahnsinnig hoch… es sei denn es handelt sich um ein strukturiertes Produkt mit extremen Risiken…
Und drittens wäre der Ausgabesatz bestimmt deutlich über 100%
Nun willst du aber gar keine Unternehmensanleihen haben und
verkaufst sie sofort, nachdem du sie bekommen hast, an der
Börse. Dein Chef hatte leider nicht so viel Glück, bzw. keinen
Schwager der bei Mercedes arbeitet, und ist daher leer
ausgegangen. Aber wenn er diese Anleihe zu einem Kurs von EUR
102,- an der Börse kaufen kann, macht er das gern, denn dann
bringen sie ja immer noch rechnerisch ca. 8% Rendite. Nun
fällt deinem Chef aber zehn Minuten später ein, dass er das
Geld eigentlich für den Urlaub braucht, und er möchte die
Anleihen wieder verkaufen.
Nu ja… abgesehen davon dass es keine Euronotierung sondern eine % Notiz gibt und die Anleihe mit sicherheit nicht in Stücken unter 1000 Nominal (realistischerweise eher 5000 Nominal) handelbar ist.
Er hat auch Glück, und ich kaufe ihm die Anleihen für EUR
104,- ab. Dann habe ich ja immer noch eine Rendite von ca. 6%
p.a., da Mercedes ja 10% bezahlt, also am Ende des Jahres EUR
110,- zurückbezahlt.
Ach was… das Ding läuft also nur ein Jahr? Na da haben wir aber Glück gehabt. Ich dachte eigentlich er bekommt 100% und einen Zins von 10% - So wie du das schreibst hast du soeben steuerliche Komponenten verwurstelt.
Recht viel höher wird der Kurs aber nicht mehr gehen, da es ja
schon Tagesgeldkonten mit einer Verzinsung von 5% gibt.
Die für institutionelle Anleger ausscheiden und bei denen es zumeist eine Betragsbegrenzung für das Lockangebot gibt. Der Kurs wird daher realistischer Weise auch höher gehen können.
Wenn nun der Marktzins sinkt und es auf dem Sparkonto nur noch
2% gibt, wird die Anleihe für EUR 106,- doch wieder
interessant.
Eigentlich ist der Marktzins für Anleihen ähnliches oder gleichten Typs mit entsprechend gelicher Restlaufzeit ausschlaggebend.
Der Kurs steigt dann auf EUR 108,-. Steigt aber
der Marktzins und man bekommt 8% auf Tagesgeld, sinkt der Kurs
der Anleihe auf EUR 102,-. Im Prinzip macht das nichts, weil
man am Ende der Laufzeit ja wie vereinbart von Mercedes seine
EUR 100,- für die Anleihe plus EUR 10,- Zinsen zurückbekommt.
Nur wenn man die Anleihe zwischendurch verkaufen möchte, ist
das schlecht. Dann macht man einen Verlust.
Kann man im groben trotzdem so stehen lassen…
Wenn so eine Anleihe über mehrere Jahre läuft, muss man das
natürlich auch berücksichtigen. Aber der Einfachheit halber
läuft sie im Beispiel nur für ein Jahr.
Das ist ja praktisch, dachte schon ich muss den Aufschlag auf mehrere Jahre verteilen.
So ungefähr ist das mit den Anleihen.
So Ungefähr schon… leider nicht so genau.
Auch die genannten Preise sind wunderbar exemplarisch und unrealistisch, weil der Markt solche Schwankungen ziemlich schnell kompensiert und weder die Person aus dem Beispiel noch Ihr Chef eine entsprechende Marktmacht haben dürfte.
Gruss Ivo
Hallo Petra und danke für das Beispiel,
grundsätzlich ist mir die Abhängigkeit zum Marktzins schon
klar …
Tja, das hätte man vorher wissen müssen 
… aber fällt nun der Kurs, weil die Leute die Anlagen
wegen des geringeren Zinses abstoßen und auf Tagesgeldkonten
wechseln, oder ist der Grund ein anderer?
Ich denke, es ist eher so, dass es immer ein paar Leute gibt, die Anlagen kaufen oder verkaufen. Sonst würde ja kein Handel zustande kommen. Das kann alle möglichen Gründe haben. Vielleicht haben sie nur irgendwas in der Zeitung gelesen und Panik bekommen, oder sie brauchen das Geld, oder sie haben tatsächlich eine lohnendere Geldanlage gefunden.
Und diese Leute können dann in diesem Beispiel eben nur zu einem niedrigeren Kurs verkaufen, weil ihnen niemand mehr für ihre Anleihe zahlt.
Steigt aber der Marktzins und man bekommt 8% auf Tagesgeld, sinkt der :Kurs der Anleihe auf EUR 102,-.
Wie kommst du auf 102 Euro bzw. wie berechnest du diese?
Ich habe es so gerechnet: Mit meiner leider fiktiven Mercedes-Anleihe bekommt man am Ende des Jahres EUR 110,-. Wenn ich EUR 100,- auf das fiktive Tagesgeldkonto mit 8% Zinsen lege, bekomme ich EUR 108,-. Fehlen also noch EUR 2,-. Wenn ich also eine Mercedes-Anleihe haben will, die am Ende des Jahres EUR 110,- bringt, werde ich dafür wohl EUR 102,- zahlen müssen, weil sie sonst ja keiner hergibt.
Das war der Gedanke, der dahintersteckte. Da sind natürlich keine Spesen berücksichtigt, und es muss auch nicht sein, dass die Anleihe sich genau zu diesem Kurs einpendelt.
Schöne Grüße
Petra
Danke!
Hallo zusammen und sorry für die späte Rückmeldung.
Wollte mich nur nochmal für Eure Beispiele und Erläuterungen bedanken!
Gruß