Kurvenfahrt Analyse bei Motorrad/Fahrrad

Hallo,
wenn man in die Kurve hineinfährt, lässt man die Seite des Körpers, die zur Innenseite der Kurve zeigt, nach außen fallen.

Wenn man jetzt wieder herausfahren will, muss man sich ja wieder aufrichten. Dafür lenkt man doch etwas stärker ein, ohne sein Gewicht weiter nach außen fallen zu lassen.
Dadurch richtet sich das einspurige Fahrzeug auf und man kann den Oberkörper auch wieder aufrichten.

Stimmt das? Weil wenn ich in die Kurve fahre und dann wieder heraus, fällt mir das nicht auf, dass ich etwas stärker einlenke um mich aufzurichten und so kann ich die oben genannten Aussagen schlecht überprüfen.

Danke
Tim

Hallo Tim,

wenn man in die Kurve hineinfährt, lässt man die Seite des
Körpers, die zur Innenseite der Kurve zeigt, nach außen
fallen.

Nicht unbedingt. Aber das was du beschreibst, habe ich als „Drücken“, z. Bsp. in engen Kurven oder bei Ausweichmanövern gelernt.
Nur zum Verständnis: es geht bei deiner Fragen also ums „Drücken“ und nicht ums „Legen“?

Stimmt das? Weil wenn ich in die Kurve fahre und dann wieder
heraus, fällt mir das nicht auf, dass ich etwas stärker
einlenke um mich aufzurichten und so kann ich die oben
genannten Aussagen schlecht überprüfen.

Hmmm… also das ist jetzt als reine Theorie vom Fahrsicherheitstraining bei mir haften geblieben:
Um in eine Kurve reinzufahre, macht man eine kleine Gegenlenkbewegung und das Motorrad kippt in die gewünschte Richtung.
Dann drückt man das Motorrad oder man legt sich in die Kurve (je nach Kurvenradius).

Stärker Einlenken in der Kurvenausfahrt um sich Aufzurichten kann doch nicht funktionieren? *grübel*
Logischer wäre doch wieder eine minimale Gegenlenkbewegung beim Kurvenausgang zu machen um sich Aufzurichten.

Mit Grüßen
Simone

Hi!

Nicht unbedingt. Aber das was du beschreibst, habe ich als
„Drücken“, z. Bsp. in engen Kurven oder bei Ausweichmanövern
gelernt.

Gratulation! Ich hab den Satz 5 mal gelesen und hab in nicht verstanden.

Hmmm… also das ist jetzt als reine Theorie vom
Fahrsicherheitstraining bei mir haften geblieben:
Um in eine Kurve reinzufahre, macht man eine kleine
Gegenlenkbewegung und das Motorrad kippt in die gewünschte
Richtung.

Jupp, wobei ich eigentlich nur auf den Lenker drücke, in dessen Richtung ich will.

Dann drückt man das Motorrad oder man legt sich in die Kurve
(je nach Kurvenradius).

Das Mopped drücken bringt eigentlich nur in schnellen Kombinationen was

Stärker Einlenken in der Kurvenausfahrt um sich Aufzurichten
kann doch nicht funktionieren? *grübel*

Doch, ich musste jetzt auch stark nachdenken, weil sowas ja ein automatisierter Vorgang ist, aber man drückt den Aussenlenker, hat also den gegenteiligen Effekt wie am Kurveneingang und bringt die Mühle gerade.

Logischer wäre doch wieder eine minimale Gegenlenkbewegung
beim Kurvenausgang zu machen um sich Aufzurichten.

Ich glaube du meinst es richtig, hast aber irgendwie den Faden verloren: Gegenlenken tust du ja um in die Kurve reinzukommen.
Wobei das Lenken in beiden Fällen relativ ist.

Grüße
Dusan

Moin,

Gratulation! Ich hab den Satz 5 mal gelesen und hab in nicht
verstanden.

Hehe… böse Menschen würden jetzt sagen, ich fahr so in die Kurven wie ich schreib. Keine (Berg-)Sau kapiert, was ich da veranstalte.
Eben so richtige Flachlandtirolerin.

Jupp, wobei ich eigentlich nur auf den Lenker drücke, in
dessen Richtung ich will.

Aber eben nur bei kurzen Kurvenradien (also schnellen Manövern), oder?
Dann drückste und der Oberkörper bleibt relativ grade.

In ner langgezogenen Kurve? Drückt man den Lenker beim Einfahren dabei wirklich?
Da bilden Oberkörper und Motorrad doch eine Linie und man legt sich mehr rein als das man den Lenker drückt.

Doch, ich musste jetzt auch stark nachdenken, weil sowas ja
ein automatisierter Vorgang ist, aber man drückt den
Aussenlenker, hat also den gegenteiligen Effekt wie am
Kurveneingang und bringt die Mühle gerade.

Wenn ich so auf dem Stuhl sitzend drüber nachdenke hast du wahrscheinlich Recht. In der Kurvenausfahrt ist es eher ein Drücken als Gegenlenken.

Gegenlenken tust du ja um in die Kurve reinzukommen.
Wobei das Lenken in beiden Fällen relativ ist.

Okay.
Timo schreibt:
„Wenn man jetzt wieder herausfahren will, muss man sich ja wieder aufrichten. Dafür lenkt man doch etwas stärker ein, ohne sein Gewicht weiter nach außen fallen zu lassen.
Dadurch richtet sich das einspurige Fahrzeug auf und man kann den Oberkörper auch wieder aufrichten.“

Bei der Kurvenausfahrt einlenken? Nee, oder?
Einigen wir uns auf Drücken (und nicht Gegenlenken, wie ursprünglich von mir in den Raum gestellt)?

Mit Grüßen
Simone

Hehe… böse Menschen würden jetzt sagen, ich fahr so in die
Kurven wie ich schreib. Keine (Berg-)Sau kapiert, was ich da
veranstalte.

Ich hab den Satz gemeint:

wenn man in die Kurve hineinfährt, lässt man die Seite des
Körpers, die zur Innenseite der Kurve zeigt, nach außen
fallen.

Den kapier ich jetzt noch nicht mal richtig:wink:

Aber eben nur bei kurzen Kurvenradien (also schnellen
Manövern), oder?
Dann drückste und der Oberkörper bleibt relativ grade.

Drücken ist nicht gleich drücken. Der kurze Druck am Lenker bewirkt dieses leichte gegenlenken, wodurch die Mühle in die Kurve kippt.

Wenn ich das Mopped drücke ist das Mopped zur Kurveninnenseite geneigt und der Oberkörper gerade. Das hat aber nichts mit dem Drücken am Lenker zu tun, das machst du immer, auch wenn du anschliessend Hang-Off fährst.

In ner langgezogenen Kurve? Drückt man den Lenker beim
Einfahren dabei wirklich?
Da bilden Oberkörper und Motorrad doch eine Linie und man legt
sich mehr rein als das man den Lenker drückt.

Dann pass mal das nächste Mal auf mit welcher Hand du mehr Druck auf den Lenker ausübst.

Bei der Kurvenausfahrt einlenken? Nee, oder?
Einigen wir uns auf Drücken (und nicht Gegenlenken, wie
ursprünglich von mir in den Raum gestellt)?

Anderes Wort, aber gleicher Effekt.

Anregung: Probier mal z.B. in Rechtskurven die rechte Schulter leicht nach vorne zu schieben. Sei dabei locker in den Schultern und Hüften und rutsch eventuell einen Zentimeter nach.

Grüße
Dusan

bin völlig verwirrt…
Hi Tim!

wenn man in die Kurve hineinfährt, lässt man die Seite des
Körpers, die zur Innenseite der Kurve zeigt, nach außen
fallen.

hmmm… was DU jetzt auch immer damit meinen magst:
Ich lenke mit dem Zweirad eine Rechtskurve, indem ich rechts gegen den Lenker drücke!
Also im Grunde nach links lenke…
Ich gehe davon aus, dass DU jetzt nicht von den lansamen Rangierkurven redest, sondern von einigermassen zügig gefahrenen Kurven?

Google mal unter „Lenkimpuls“

Viel Erfolg
Ulli

Hi!

Irgendwie verstehe ich Euch nicht.

Ich fahre seit ca. 32 Jahren Fahrrad, seit 19 Jahren Motorrad und habe bislang noch nicht feststellen können, dass man nach links lenken muss, um nach rechts zu fahren…

Je nach V ist ja kaum Lenkeinschlag nötig, sondern eine Gewichtsverlagerung in Richtung der Kurvenrichtung. Also Gewicht nach rechts, Bike fährt nach rechts.

Ein wenig Lenkbewegung in Richtung der Kurve (wohin auch sonst…?) passiert natürlich auch noch.

Hallo,
wenn man in die Kurve hineinfährt, lässt man die Seite des
Körpers, die zur Innenseite der Kurve zeigt, nach außen
fallen.

Wie soll das denn gehen?
Ich kann jedenfalls nicht einzelne „Seiten“ meines Körpers irgendwohin fallen lassen.
Vielmehr verlagere ich mein Gewicht in Richtung der Kurve wie oben beschrieben.

Was Du beschreibst, scheint mir eher das Verhalten ungeübter Mitfahrer zu sein, welche sich gegen die Kurvenrichtung lehnen, weil sie Angst vor der Schräglage haben und damit die ganze Fuhre gefährden.

Wenn man jetzt wieder herausfahren will, muss man sich ja
wieder aufrichten. Dafür lenkt man doch etwas stärker ein,
ohne sein Gewicht weiter nach außen fallen zu lassen.

Also ich verringere den Lenkeinschlag, wenn die Kurve endet…

Dadurch richtet sich das einspurige Fahrzeug auf und man kann
den Oberkörper auch wieder aufrichten.

Durch störkeres Einlenken richtet sich das Fahrzeug auf???

Stimmt das?

Nein.

Weil wenn ich in die Kurve fahre und dann wieder
heraus, fällt mir das nicht auf, dass ich etwas stärker
einlenke um mich aufzurichten und so kann ich die oben
genannten Aussagen schlecht überprüfen.

Das würde ich auch nicht tun, sonst liegst Du auf der Nase…

Grüße,

Mathias

Hallo Mathias,

Ich fahre seit ca. 32 Jahren Fahrrad, seit 19 Jahren Motorrad
und habe bislang noch nicht feststellen können, dass man nach
links lenken muss, um nach rechts zu fahren…

Das mag daran liegen, dass für dich das Lenken zum automatisierten Vorgang geworden ist.
Sobald du aber darüber nachdenkst, wird`s komplizierter :o).

Man nennt das Ganze „umgekehrtes Lenkverhalten“, nachzulesen hier:
(unter Motorrad–>Fahr-Technik–>Lenken)
http://www.avp-institut.de/

Und hier noch schön anschaulich zum Thema Lenkimpuls:
http://www.gaskrank.eu/tv/motorrad-schule/lenkimpuls…

Mit Grüßen
Simone

Ich fahre seit ca. 32 Jahren Fahrrad, seit 19 Jahren Motorrad
und habe bislang noch nicht feststellen können, dass man nach
links lenken muss, um nach rechts zu fahren…

Probiere es aus! Aber vorsichtig einlenken!

Je nach V ist ja kaum Lenkeinschlag nötig, sondern eine
Gewichtsverlagerung in Richtung der Kurvenrichtung. Also
Gewicht nach rechts, Bike fährt nach rechts.

Dabei drückst Du den Lenker ein Stück nach vorne - direkt den Lenker bewegen hat den Vorteil, daß das viel schneller geht, als das Körpergewicht rüberzuwuchten, das passiert ohnehin, wenn sich das Motorrad dann in die Kurve legt.

Ein wenig Lenkbewegung in Richtung der Kurve (wohin auch

sonst…?) passiert natürlich auch noch.

Beim Rangieren lenkt man in Richtung der Kurve, bei höheren Geschwindigkeiten dagegen.

http://www.avp-institut.de/html/body_lenken.html

LG
Stuffi

Hi!

Ich kann leider Simones 2. Link nicht ansehen, der 1. erklärt das aber wunderbar. Keith Code hat seinerzeit in seinem Film „A twist of the wrist“ das schon sehr schön und ausführlich gezeigt und ich war auch sehr überrascht und hab das erst überprüfen müssen. Den Film bzw. das Buch kann ich jedem empfehlen, auch denjenigen die keine Rennfahrer werden wollen.

Und, es ist nur der Einlenkimpuls, in der Kurve wird nicht gegengelenkt.

Das eine Chopper in gewissen Passagen anders zu fahren ist als ein „richtiges“ Motorrad, kann ich mir aber auch wieder vorstellen. Bei meinen seltenen Fahrten mit diesen Geräten hab ich das Bike viel mehr mit dem Hintern gesteuert als mit dem Lenker.

Das Drücken wende ich vor allem in schnellen S-Kombinationen an. Für ein Hang-Off ist zu wenig Zeit und der Weg dse Körpers zu weit, das würde mehr Unruhe ins Fahrwerk bringen als alles zusammen wert ist. Natürlich könnte man auch gerade drauf sitzen bleiben, aber durchs Drücken kann die Passage schneller gefahren werden, da die Körpermasse nicht bewegt werden muss…

Vielleicht sollten wir mal unsere Physiker hier bemühen, damit diese uns die genauen Kräfte, die hier wirksam werden, erklären.

Grüße
Dusan

Hi Tim,

eine wunderbare Abhandlung zum Thema „Mensch auf Motorrad / Zweirad“ findet sich bei Bernt Spiegel in seinem Buch „Die obere Hälfte des Motorrads“.
ISBN-10: 3613022680 Buch anschauen

Wenn du die Kapitel 1.6 bis 1.9 (oder gar das ganze Buch) gelesen hast, dann dürften keine Fragen mehr offen sein.

Ciao
Eva

Hallo,
also auf dem Link von Simone steht ja alles zur Kurvenfahrt.
Nochmal genau nachhaken:

Mit „Gewichtsverlagerung“ kann man also keine Kurve einleiten, weil ja jede Bewegung nach links das Motorrad nach rechts drückt und so der Schwerpunkt immer in der Mitte bleibt.
Also bleibt immer nur der Gegenlenkimpuls, egal wie schnell man fährt, ob langsam oder schnell, man macht immer mehr oder weniger einen Gegenlenkimpuls, oder?
Also kann man unter keinen Umständen durch Neigen des Oberkörpers zur Seite die Kurve einleiten, weil ja dadruch das Motorrad zur anderen Seite gedrückt wird.
Ist das soweit richtig?

Noch eine kleine Frage: Warum kann man denn durch die Kurvenfahrtechnik „Drücken“ schneller die Kurven wechseln, also von links nach rechts?
Wenn man doch mit einer gewissen Geschwindigkeit in die Kurve fahren will, dann muss man den Schwerpunkt entsprechend zur Seite verlagern, ob man nun aufrecht in der Kurve fährt oder „drückend“.
Also muss das Geheimnis doch irgendwo im Einfahren bzw. Ausfahren der Kurve sein, dass man irgendwie den Schwerpunkt schneller verlagert bekommt, aber wie gesagt durch ziehen am lenker nützt das nix, weil wenn ich das Motorrad ja nach oben zieh, zieh ich mich ja nach unten und somit bleibt der Schwerpunkt ja wo er ist.

Also warum kann man jetzt schneller die Kurvenrichtung ändern, wenn man „gedrückt“ in der Kurve fährt?

Nochmal Danke
Tim

Hi!

Du drückst dich für mich etwas unklar aus, ich probiers trotzdem:

Mit „Gewichtsverlagerung“ kann man also keine Kurve einleiten,
weil ja jede Bewegung nach links das Motorrad nach rechts
drückt und so der Schwerpunkt immer in der Mitte bleibt.
Also bleibt immer nur der Gegenlenkimpuls, egal wie schnell
man fährt, ob langsam oder schnell, man macht immer mehr oder
weniger einen Gegenlenkimpuls, oder?
Also kann man unter keinen Umständen durch Neigen des
Oberkörpers zur Seite die Kurve einleiten, weil ja dadruch das
Motorrad zur anderen Seite gedrückt wird.
Ist das soweit richtig?

Jein! Du kannst schon allein durch Gewichtsverlagerung eine Richtungsänderung herbeiführen, man kann das freihändig probieren. Ich bin kein Physiker, aber ich würde drauf wetten, dass das Vorderrad bei diesem Schwenk zuerst mal kurz in die Gegenrichtung ausschlägt, bevor es einlenkt. Du darfst dir das Gegenlenken aber nicht so vorstellen, dass das Rad plötzlich quer steht, das sind nur Nuancen.

Noch eine kleine Frage: Warum kann man denn durch die
Kurvenfahrtechnik „Drücken“ schneller die Kurven wechseln,
also von links nach rechts?
Wenn man doch mit einer gewissen Geschwindigkeit in die Kurve
fahren will, dann muss man den Schwerpunkt entsprechend zur
Seite verlagern, ob man nun aufrecht in der Kurve fährt oder
„drückend“.
Also muss das Geheimnis doch irgendwo im Einfahren bzw.
Ausfahren der Kurve sein, dass man irgendwie den Schwerpunkt
schneller verlagert bekommt, aber wie gesagt durch ziehen am
lenker nützt das nix, weil wenn ich das Motorrad ja nach oben
zieh, zieh ich mich ja nach unten und somit bleibt der
Schwerpunkt ja wo er ist.

Nö! Der Oberkörper bleibt gerade, der Schwerpunkt kann durch Druck auf die Rasten blitzschnell verändert werden. Grundsätzlich belastet man in Kurven immer den Aussenraster, die Mühle wird beim Drücken mit den Händen gedrückt. Nimmst du den Druck vom Lenker stellt sich das Mopped auf. Versuch mal mit dem Fahrrad zwischen ein paar Steinchen, die du hintereinander auflegst durchzufahren und du wirst verstehen was ich meine.

Grüße
Dusan