kurze Frage zu unserer Immobilienfinanzierung.
Wir wissen, dass wir unser Wunschhaus finanzieren können und haben Mittwoch unseren Notartermin. Muss bis dahin komplett genau feststehen wie und wo finanziert wird? Oder reicht es aus, dass wir wissen, dass die Finanzierung steht und die Ausgestaltung z.B. Eigenanteil etc. können wir dann danach nochmal genau überlegen?
LG, horde
ohne Finanzierungszusage einer Bank würde ich nicht zum Notar gehen.
Was ihr wißt ist ein Schuh, den anderen hat die Bank(en).
Der Verkäufer hat nach dem Notartermin anspruch auf das Geld, was ihr ihm nach jetziger Lage noch gar nicht geben könnt. Wie lange ist der Verkäufer bereit auf das Geld zu warten?
solagen ihr keine definitive Finanzierungszusage einer Bank in der Hand habt, wisst ihr nicht, dass ihr zahlen könnt. Es ist ja schön und gut, wenn ihr das meint, aber Tatsachen sind etwas anderes.
Ich für meinen Geschmack würde erst die Finanzierung unterschreiben und dann zum Notar gehen. Alles andere wäre mir zu riskant.
müssen musst du gar nichts. Wenn ihr euch sicher seid und dem Verkäufer das ausreicht, geht das rechtlich gesehen schon. Ich arbeite schon viele Jahre beim Notar und bereite täglich Verträge vor. In der Regel werden die Grundschulden am Tage der Beurkundung des Kaufvertrages mit beurkundet und fertig. Das ist der sicherste Weg für alle Beteiligten. Aber es gibt auch Ausnahmen. Bei diesen kommt es schon mal vor, dass die Finanzierung dann doch nicht klappt. Das ist aber eher die Ausnahme.
Ihr könnt zu eurer und zur Sicherheit des Verkäufers ein Rücktrittsrecht in den Vertrag einbauen lassen. Das müsste beinhalten, dass ihr oder der Verkäufer vom Vertrag bis zum … zurücktreten könnt/kann, wenn der Kreditvertrag nicht innerhalb der nächsten … Tage unterzeichnet und die Grundschuld beurkundet wird.
Ich wäre bei dieser Variante jedoch vorsichtig bei der Kaufpreisfälligkeit. Soll diese an einem festen Termin erfolgen, oder nur nach Eintragung der Auflassungsvormerkung im Grundbuch, musst du sicher sein, dass die Bank das Geld bis zu diesem Termin freigeben kann und das setzt wiederum voraus, dass die beurkundete Grundschuld im Grundbuch eingetragen wurde und die Bank eine Eintragungsmitteilung vom Grundbuchamt erhalten hat. Vorher rücken die schwerlich das Geld raus.
In gut funktionierenden Notariaten kann der Kaufpreis schon nach 14 Tagen fällig werden und du gerätst u.U. in Verzug und musst Zinsen auf den Kaufpreis zahlen. Außerdem verärgerst du damit den Verkäufer.
Du siehst, es kann kompliziert werden und du musst ganz schön aufpassen, dass zeitlich alles miteinander harmoniert. Trotzdem viel Erfolg!
Kurz und knapp:
Erst bei einer schriftlichen Finanzierungszusage ohne weitere Bedingungen kaufen!
Gleichzeitig sind die Unterlagen für die Grundschuldeintragung dem Notar bei Verbriefung vorzulegen und zu unterzeichnen.
Nur so gibt das Sicherheit und einen guten Schlaf.
Bitte KEINE EXPERIMENTE!
Nur als Anmerkung: Es gab schon Finanzierungszusagen, mündlich, mit dem Zusatz, man könne sich darauf verlassen. Als man dann den Kredit haben wollte - nach Beurkundung des Notarvertrags - gab es da plötzlich Probleme…
Dann ist man ganz schön angeschmiert und es könnte die eigene Existenz kosten.
Bitte nicht blauäugig sein!