Kurze Frage zum Betriebswirt

Hallo,

kurze Frage, kurzer Sinn:

Ist der Betriebswirt mit dem Industriekaufmann zu vergleichen? Bloß das der Betriebswirt eine Etage höher sitzt und die Arbeit „kontrolliert“ und mehr für etwas verantwortlich ist?

Bei Berufenet steht das:

Betriebswirte und -wirtinnen planen, organisieren und kontrollieren als juristisch und ökonomisch versierte Generalisten Wirtschafts- und Verwaltungsvorgänge. Sie übernehmen Managementaufgaben in den mittleren Führungsebenen vieler Wirtschaftszweige und Unternehmensbereiche.

Sie arbeiten in unterschiedlichen Wirtschaftszweigen und Unternehmensbereichen von Industrie-, Handels- und Dienstleistungsfirmen. Auch in der öffentlichen Verwaltung können sie beschäftigt sein.

Ist das denn mit dem Industriekaufmann zu vergleichen oder passt der Betriebskaufmann in eine ganz ganz andere Sparte?

Gruß

Hallo Pzentor,

Ist der Betriebswirt mit dem Industriekaufmann zu vergleichen?

Im Prinzip nicht. Allerdings muss man auch immer sehen, was hinter dem Betriebswirt steht. Sprich: Wie wurde er erworben ? Etwa durch ein Studium über mehrere Semester mit entsprechender Vertiefung der Materie oder aber als Weiterbildung, etwa im Rahmen der Abendschule über ein oder zwei Jahre.

Ganz unabhängig kann man aber sagen, dass jede zusätzliche Qualifikation bzw. Weiterbildung dazu führt, dass man ein Wissen erlangt, welches den Kenntnisstand des „normalen“ Industriekaufmanns übersteigt. Daher übernimmt der Betriebswirt durchaus Aufgaben, die der Industriekaufmann nicht ausführen kann. Somit ist die Aussage

Bloß das der Betriebswirt eine Etage höher sitzt und die
Arbeit „kontrolliert“ und mehr für etwas verantwortlich ist?

nicht ganz richtig. Der Betriebswirt besitzt ein erweitertes Wissen.

Betriebswirte und -wirtinnen planen, organisieren und
kontrollieren als juristisch und ökonomisch versierte
Generalisten Wirtschafts- und Verwaltungsvorgänge. Sie
übernehmen Managementaufgaben in den mittleren Führungsebenen
vieler Wirtschaftszweige und Unternehmensbereiche.

Ja, dabei handelt es sich um eine „Standardfloskel“ diverser Anbieter von Weiterbildungsangeboten. Theoretisch ist das auch korrekt, wenngleich die Praxis dann doch etwas anders aussieht. Dies um so mehr, je höher man in die Führungsebenen von Unternehmen schaut bzw. in die vielfältigen Bereiche des Wirtschaftslebens.

Ist das denn mit dem Industriekaufmann zu vergleichen oder
passt der Betriebskaufmann in eine ganz ganz andere Sparte?

Der Betriebskaufmann ? Du meinst der Betriebswirt, oder ?
Eine ganz grobe Vereinfachung, aber wirklich nur sehr grob könnte so lauten: Betriebswirt = Abteilungsleiter - Industriekaufmann = Angestellter in dieser Abteilung. Allerdings muss das natürlich nicht immer so zutreffen.

VG
Sebastian

Der Betriebskaufmann ? Du meinst der Betriebswirt, oder ?

Ja ich meinte Betriebswirt,tschuldigung :wink:

Danke für die schnelle Antwort. Sag mal kennst du dich rund um den Betriebswirt zufällig sehr gut aus? :wink:

Danke für die schnelle Antwort. Sag mal kennst du dich rund um
den Betriebswirt zufällig sehr gut aus? :wink:

Was meinst Du jetzt ? Die Aufgaben und Tätigkeitsbereiche im Besonderen, oder das „Weiterbildungsangebot zum Betriebswirt“, also den „Lehrgang“ im Allgemeinen ?

Hallo,

dein Frage mit wenigen Ausführungen zu behandeln ist auf Grund der Komplexität nicht möglich. Suche in BERUFEnet http://berufenet.arbeitsamt.de/berufe/index.jsp mit Betriebswirt, dann erhälst du 96 Berufsbeschreibungen. Wenn du vor der Suche auf „Eingrenzung auf Gruppen“ klickst, siehst du, welche Niveaus vorkommen können. Dein zitierter Text aus BERUFEnet stammt offensichtlich aus der Beschreibung für " Betriebswirt/in (Fachschule) - allg. Betriebswirtschaft". Was Sebastian schreibt kann ich bestätigen. Vergleiche aber doch selbst die Tätigkeitsbeschreibungen beider Beruf in BERUFEnet und erkenne die Unterschiede, z.B. zwischen ausführen, anfertigen, aufstellen, schreiben auf der einen Seite und verbessern, analysieren und bewerten, planen, Konzepte erarbeiten auf der anderen Seite.
Zu mehr habe ich gerade keine Zeit.

Gruß
Otto

[Bei dieser Antwort wurde das Vollzitat nachträglich automatisiert entfernt]

Über die Ausbildung allgemein

Weiterbildung zum Betriebswirt

Über die Ausbildung allgemein

Also was die einzelnen Angebote anbelangt, so muss man feststellen, dass auf Grund der Vielzahl der Anbieter für eben solche Weiterbildungen eine qualifizierte Aussage nur bedingt möglich ist.

Da stellt sich z.B. die Frage der Dauer bzw. Intensivität. Macht es nun in einem Vollzeitlehrgang der über ein oder sogar zwei Jahre geht, so ist dies natürlich ganz anders zu bewerten wie jener Lehrgang, der nur einmal in der Woche und dann am Wóchenende stattfindet. Allerdings kann das natürlich auch schon intensiv sein. Man bedenke nur die Prüfungen etwa für Steuerberater.

Dann ist auch die Frage nach der Bekanntheit des Anbieters relevant. Geht man zur IHK, so steht dies natürlich schon für eine gewisse Qualität. Bei den zahlreichen privaten Anbietern muss man ggf. schon etwas suchen. Dabei ist noch nicht einmal eine mögliche Bekanntheit durch TV-Werbung (etwa bei Fernhochschulen) damit gemeint.

Ein weiterer Punkt sind die Inhalte der Lehrgänge. Diese können je nach Anbieter variieren und damit ebenfalls ein Qualitätsmerkmal darstellen.

Für Interessenten ist es daher m.E. sehr wichtig, sich im Vorfeld ausführlich zu informieren und ggf. Kontakt zu ehemaligen Absolventen zu suchen.
Gerade der zeitliche Aspekt spielt eine sehr gewichtige Rolle wenn man bedenkt, dass eine Weiterbildung nur parallel zum Job erfolgen kann. Das erfordert mitunter hohe Entbehrungen, insbesondere dann, wenn man auch eine Familie hat.

Darüber hinaus sollte man sich immer auch fragen, ob eine dieser Weiterbildungen „wirklich“ passt und einen daher weiter bringt. Hier spielen auch wieder die Fragen der Bekanntheit und des Inhalts eine Rolle. Nichr zu vergessen sind natürlich auch die Kosten eines solchen Lehrgangs, die je nach Anbieter und Ausgestaltung variieren.

Ein letzter Punkt sollte auch noch bedacht werden:
Auf Grund der Tatsache, dass es eben sehr viele Anbieter für diesen Betriebswirt gibt, gleichzeit aber auch Jahr für Jahr zahlreiche Uni- und FH-Betriebswirte auf den Arbeitsmarkt kommen, ist das Angebot schon sehr groß.
Hierzu muss man dann sehen, dass der Uni- bzw. FH-Betriebswirt dem Betriebswirt von dem hier nun die Rede ist, regelmäßig (weit) überlegen sind. Daraus folgt, dass die Aufgaben in den Unternehmen verteilt werden müssen.
Das mittlere Management in einem größeren mittelständischen Unternehmen dürfte regelmäßig nur den Leuten von Uni bzw. FH vorbehalten sein.
Kleinere Unternehmen werden solche Posten sicherlich eher mit jenen Betriebswirten besetzen, die über eine Qualifikation verfügen, wie sie hier gerade Thema ist. Also erlangt während der Arbeit auf einem, im Vergleich zur Hochschule, geringeren Niveau.

Das sollte man auch in seine Überlegungen mit einfließen lassen, wenn man sich ernsthaft über eine solche Weiterbildung Gedanken macht.

Ich habe mal sporadisch einige Anbieter aufgeführt um das o.g. zu untermauern:

http://www.ihk-weiterbildung.de/Modules/Documents/Do…

http://www.akad.de/startseite/weiterbildung/fachlehr…

http://www.ils.de/google_landing.php?l=betriebswirt&…

http://www.fom.de/diplom-kaufmann.html

VG
Sebastian

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Danke schon mal für diesen sehr ausführlichen Beitrag!! :smile:

Aber es muss ja keine Weiterbildung sein, es gibt den Betriebswirt ja auch für Abiturienten als normale Ausbildung, die man an den Berufsakademien macht,wenn ich das richtig verstanden habe.

Dann weiß ich auch den Weg,den du meinst,als Weiterbildung. Gibt also 2 Wege die ans Ziel führen.

Kannst du den 1. Weg nicht empfehlen? Würdest du sagen,es ist sinnvoller erst ne Ausbildung zu und danach ne Weiterbildung machen?

Ich merke gerade,das ich vorbeirede.

Also es geht darum, ich war bei meiner Berufsberaterin und habe sie gefragt,ob sie mir Betriebe sagen könnte,die zum Betriebswirt ausbilden. (Ich mache nächstes Jahr mein Abitur)

Sie hat gesagt,das ich mich an die Berufsakademien wenden sollte und die nennen mir die jeweiligen Betriebe.
So,ich wusste/weiß nicht genau was die Berufsakademien sind. Sie sagte mir,es gehört zu einem anderen Ausbildungssystem.

Industriekaufmann—>Geht einmal die Woche zur Schule und den Rest bleibt er im Betrieb während der Ausbildung

Betriebswirt—> Bewerber schließen einen dreijährigen Ausbildungsvertrag mit einem Unternehmen ab, wo auch eine Hälfte der Ausbildung stattfindet. Die andere Hälfte der Ausbildung findet an der Berufsakademie statt, wobei Theorie- und Praxisphasen im Rhythmus von etwa drei Monaten wechseln.
von http://de.wikipedia.org/wiki/Berufsakademie

Aber auf der Seite,wird von Studiengängen und Bachelor gesprochen. Aber wenn ich als Abiturient, den Betriebswirt mache,dann studiere ich doch nicht oder habe doch keinen Bachelor? Das verwirrt mich nämlich. So steht das nämlich hier anders:
http://infobub.arbeitsagentur.de/berufe/resultList.d…
Wenn der Link nicht geht,dann mal unter www.berufenet.de Betriebswirt eingeben und den Betriebswirt nehmen für die „Abi-Ausbildung“

Das verwirrt mich die ganze Zeit. Kannst du mir mehr dazu sagen? Ich weiß das es einen Betriebswirt mit BA gibt,aber den möchte ich so nicht machen,da ich ja studieren muss dafür. Ich würde da erst mal die niedrigere Stufe nehmen,wenn das überhaupt geht?

Weißt du welchen Betriebswirt ich mein?Reden wir jetzt aneinander vorbei? Hab ich in deinem Text etwas überflogen,was schon die Antwort dafür geben würde? Versteh ich momentan das ganze System überhaupt nicht?

Ich hoffe du kannst mir folgen,denn meine Berufsberaterin war damit hoffnungslos überfordert… Wenn nicht,dann versuch ich es gerne nochmal zu erklären!

Hallo,

sorry wegen der verspäteten Antwort.

Also es geht darum, ich war bei meiner Berufsberaterin und
habe sie gefragt,ob sie mir Betriebe sagen könnte,die zum
Betriebswirt ausbilden. (Ich mache nächstes Jahr mein Abitur)

Sie hat gesagt,das ich mich an die Berufsakademien wenden
sollte und die nennen mir die jeweiligen Betriebe.
So,ich wusste/weiß nicht genau was die Berufsakademien sind.
Sie sagte mir,es gehört zu einem anderen Ausbildungssystem.

Ja, da hat sie in gewisser Weise recht. Die Sache ist wie folgt:

Immer mehr Unternehmen gehen heute dazu über und bilden Ihre Mitarbeiter auch theoretisch selber aus. Hintergrund ist der, dass sie eben nicht mehr so sehr auf das vollkommen theoretische und nicht selten allzu realitätsferne Uni- bzw. Fernhochschulstudium vertrauen wollen.
Daher gehen die Unternehmen, zugegeben das sind momentan noch eher die großen Unternehmen aus der Wirtschaft, dazu über, und schließen Kooperationen mit kleineren staatlichen Hoschulen bzw. Berufsakademien. Nicht selten kann es auch schon mal vorkommen, dass ein Unternehmen seine eigene Berufsakademie gründet oder sich zumindest mehrere Unternehmen zur Gründung einer solchen zusammenschließen.

Der Oberbegriff für dieses Form der Ausbildung nennt sich dann „Duales Studium“. Man hat also sowohl eine praktische als auch eine theoretische Ausbildung. In gewisser Weise ist das dann so, dass man eine „normale“ Ausbildung absolviert und zusätzlich noch, z.B. an zwei Tagen in der Woche, eine echte Hochschule besucht, um dort das für den jeweiligen Beruf nötige theoretisch Wissen zu erlernen. Dabei ist die Theorie aber schon durchaus anspruchsvoller, als z.B. in einer „klassischen Berufsschule“, die ja auch an zwei Tagen in der Woche besucht werden muss.

Industriekaufmann—>Geht einmal die Woche zur Schule und
den Rest bleibt er im Betrieb während der Ausbildung

Betriebswirt—> Bewerber schließen einen dreijährigen
Ausbildungsvertrag mit einem Unternehmen ab, wo auch eine
Hälfte der Ausbildung stattfindet. Die andere Hälfte der
Ausbildung findet an der Berufsakademie statt, wobei Theorie-
und Praxisphasen im Rhythmus von etwa drei Monaten wechseln.
von http://de.wikipedia.org/wiki/Berufsakademie

Sehr gut recherchiert :smile:

Aber auf der Seite,wird von Studiengängen und Bachelor
gesprochen. Aber wenn ich als Abiturient, den Betriebswirt
mache,dann studiere ich doch nicht oder habe doch keinen
Bachelor? Das verwirrt mich nämlich. So steht das nämlich hier
anders:
http://infobub.arbeitsagentur.de/berufe/resultList.d…
Wenn der Link nicht geht,dann mal unter www.berufenet.de
Betriebswirt eingeben und den Betriebswirt nehmen für die
„Abi-Ausbildung“

Die Lösung ist recht simpel: Den Bachelor steht in der Tat für eine bestimmte Form der Hochschulausbildung. Wenn Du z.B. nach dem Abitur auf eine Uni oder FH gehst, kannst Du dort BWL studieren und dann machst Du automatisch den Bachelor. Das spielt sich dann aber mehr auf der Ebene der staatlichen Hochschulen ab.

Entscheidest Du dich hingegen für das duale studium, dann ist dieser Bereich sehr „frei“ gestaltbar. Unternehmen und Berufsakademien können wir selber entscheiden.
Man kann schließlich die Ausbildung über den dualen Weg und den an einer staatlichen Hochschule nicht vergleichen. Das wollen die Unternehmen ja gerade nicht haben.
Das ist bei Wikipedia in der Tat etwas falsch bzw. ungünstig vermischt dargestellt.

Der Weg mit Ausbildung und BA ist oftmals sehr unternehmensindividuell bzw. auf jeden Fall individueller als an einer normalen Hochschule. Allerdings ist das sicher kein Nachteil.
Diese dualen Ausbildungsprogramme nehmen immer mehr zu und sind bei Abiturienten sehr gefragt. Der Grund liegt auf der Hand:
Man verdient sofort Geld und man ist schneller fertig und man hat eine bessere Ausbildung, etwa im Vergleich zur einfachen „Berufsausbildung“.
Genau genommen verlagert sich die Frage nach der beruflichen Zukunft dann „nur noch“ auf jene, die sich mit der Auswahl des „richtigen“ Arbeitgebers bezieht.

Das verwirrt mich die ganze Zeit. Kannst du mir mehr dazu
sagen? Ich weiß das es einen Betriebswirt mit BA gibt,aber den
möchte ich so nicht machen,da ich ja studieren muss dafür. Ich
würde da erst mal die niedrigere Stufe nehmen,wenn das
überhaupt geht?

Also Du meinst, dass Du den Bachelor nicht machen willst ? Also kein „echtes“ Studium an einer Uni oder FH ?
Also dann wäre die duale Ausbildung sicher die nächst beste Option. Hierzu müsstest Du Dich dann mal informieren, wer das in Deiner Nähe anbietet bzw. bei welchem Unternehmen Du Dir so etwas gut vorstellen könntest. Umziehen kann man ja auch :wink:

Siehst Du jetzt schon etwas klarer ? :wink:

VG
Sebastian

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Danke danke,ja jetzt verstehe ich das alles :smile: Ich werde mich dann an meine nächstbeste Berufsakademie wenden.

Danker nochmal traders :wink: