Hallo,
im Film „Der Baader-Meinhoff-Komplex“ wird „Meinhof“ fast immer „Meinhoff“ ausgesprochen. Weiss jemand eine Erklärung dafür?
LG
Benoît
Hallo,
im Film „Der Baader-Meinhoff-Komplex“ wird „Meinhof“ fast immer „Meinhoff“ ausgesprochen. Weiss jemand eine Erklärung dafür?
LG
Benoît
Ich habe gerade festgestellt, dass ich, von der Aussprache irregeleitet, Meinhof falsch geschrieben habe. Aber das ändert nichts an meiner Frage.
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Hallo Benoît!
Diese Frage ist gerade bei Nachnamen (ebenso wie bei Städtenamen etc.) ganz schwer bis gar nicht zu beantworten.Gerade diese sind abhängig von der sprachlichen Weiterentwicklung, oft auch von dialektaler bzw. regionaler Zugehörigkeit des Betreffenden.
Aber vielleicht weiß ja noch jemand mehr als ich…
Gruß
Dine
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Hallo Dine,
wie würdest du spontan „Meinhof“ aussprechen: Meinhoff oder Meinhoof?
LG
Benoît
Hallo Benoît!
Wenn ich es irgendwo lesen würde, würde ich „Meinhoof“ sagen, klar!
Ich wurde in der Vergangenheit jedoch schon oft eines besseren belehrt (bei diversen Lehnhoffs und Hoffmanns etc. die sich genau in diesem Wortlaut vorstellten, sich geschrieben jedoch als die 1-f-Variante herausstellten)!
Gruß
Dine
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Hallo Benoît,
das hängt mit der sogenannten „Neuhochdeutschen Vokaldehnung“ zusammen.
Irgendwann beginnend im 12. Jh im Westen des deutschen Sprachraumes, dann im 14. Jh. auf alle Gebiete (außer dem Südwesten = Baden, Elsass, Schweiz) übergreifend, änderte sich nach und nach die Aussprachgewohnheiten in der Masse der Bevölkerung.
Davor galt generell: Ein Vokal wird kurz ausgesprochen „-hoff“. Sollte er zur damaligen Zeit lang/gedehnt gesprochen werden, so musste dies ausdrücklich gekennzeichnet werden. Dies geschah
-durch Verdoppelung des Vokals (Boote aber: Postbote)
-durch Einfügung eines „e“ hinter dem Vokal (z.B. die, Kies). in alten Ortsnamen findet sich diese Form der Vokaldehnung bis heute: Soest = gesprochen Soost, Coesfeld = gesprochen Koosfeld, Kevelaer = gesprochen Kewelaar. Damit ist gleichzeitig gezeigt, dass die „-e“-Dehnung früher nicht auf das „i“ beschränkt war.
-durch die Einfügung eines „h“ (z.B. deHnen, löHnen, prahlen etc.)
Dann kam diese Umstellung in der Aussprachegewohnheit, die zur Folge hatte, dass alle Vokale generell lang ausgesprochen wurden. Somit musste man nun die Wörter kennzeichnen, bei denen der Vokal weiterhin kurz zu sprechen war. Dies geschieht durch die Verdoppelung des dem Vokal nachfolgenden Konsonanten (nenNen, komMen, alLe, PizZa etc.)
Das ergibt ein für einen Deutsch-Lernenden ein fast undurchschaubares Gewirr, wann man was wie schreibt.
OT: Ich selbst habe bis in die 4. Klasse Grundschule die 3. Person Singular von „geben“ immer mit „ie“ geschrieben (es giebt). Bis ich es dann mal in einem Test als falsch angestrichen bekommen habe. Ich war zuerst so verblüfft, dass ich das gar nicht glauben wollte.
Zurück zum Thema:
insbesondere bei Orts- und Familiennamen wurde die Schreibweise der gängigen Aussprache angepasst und in den heute gültigen Regeln „normiert“. Daher kannst Du mit Sicherheit sagen, dass der Familienname „Hofmann“ (gesprochen Hoooofmann) jünger ist als der Hoffmann (gesprochen Hoffffffmann), ganz einfach, weil die Dehnung die jüngere Form ist. Gleiches gilt für Ortsnamen - bei denen allerdings noch mehr das Dialekt eine Rolle spielt, als bei den Familiennamen. Der Ort „Hoffenheim“ könnte genau so gut „Hof(en)heim“ heißen, einzig die Personen jener Gegend haben deutlich länger an der alten, kurzvokaligen Aussprache festgehalten, weshalb diese Aussprache letztlich auch in die Schreibweise übernommen wurde.
Ich hoffe, ich konnte Dir im Sinne Deiner Anfrage halbwegs antworten.
Einen schönen Sonntag Abend wünscht
Alexander
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Hallo Alexander,
vielen Dank für diesen richtigen Vortrag!
Du hast recht. Die Länge der Vokale ist ein Problem für die Schüler, die Deutsch lernen.
Hier in Frankreich glauben die Studenten, dass es das scharfe „s“ nicht mehr gibt. Wenn ich ihnen erkläre, dass nach einem langen Vokal das scharfe „s“ immer noch steht, sind sie verwirrt, denn meistens wissen sie nicht, ob das „u“ in „Fluss“ kurz oder lang ist.
LG
Benoît