Ich habe gerade ein bisschen Zeit. Also: Die Wirklichkeit in diesem
Bereich ist grausam fuer einen, der hoffnungsvoll ein Buch oder eine
Geschichte geschrieben hat. Die Wahrheit ist, dass wahrscheinlich
kein Verlag an der Kurzgeschichte interessiert ist, und wenn es einen
gibt, dann werdet ihr diesen nicht finden. Es gibt ueber 3000 Verlage
in Deutschland, die meisten sind sehr spezialisiert.
Normalerweise laeuft es so, dass jemand etwas geschrieben hat und er
dies zuversichtlich an einige bekannte Verlage schickt und einige
Wochen bis Monate spaeter bekommt er es zurueck, wachrscheinlich
ungelesen.
Eine minimale Chance auf Erfolg besteht doch. Dazu muessen aber
einige formale Richtlinien stimmen, d.h. Schriftart muss geeignet
sein, der Zeilenabstand doppelt, u.s.w. Ganze Buchmanuskripte kann
man einschicken, erhoeht aber nicht den Erfolg. Ein Auszug ist
besser. Und man braucht ein Expose’. Das ist eine Zusammenfassung der
Arbeit. Es gibt Buecher zu diesem Thema, die Schritt fuer Schritt
erklaeren, was man alles tun muss, um bei einem Verlag wenigstens die
minimale Chance zu bekommen. Schau mal bei amazon.de nach, ob du so
etwas findest. Ein Titel lautet glaube ich „Von der Buchidee zum
Bestseller“.
Wem dieser ganze und selten erfolgreiche Prozess zu langwierig ist,
der macht’s auf die relativ einfache Tour bei http://www.bod.de
Die veroeffentlichen fast jedes Manuskript, sind aber kein Verlag im
eigentlichen Sinne und es ist eine ziemliche Abzocke. Dort jedenfalls
gelingt es dir, aus dem Manuskript ein echtes Buch zu machen, das
prinzipiell in jedem Laden und auch bei amazon zu kaufen ist. In der
Praxis jedoch werden die bod-Buecher fast nie verkauft.
Zu verdienen ist an einem Buch nichts, das ist ein reines
Zuschussgeschaeft, ausser du bist erfolgreich. Dann kannst du mit
etwa 6-10% des Verkaufspreises pro verkauftem Buch rechnen.
Gruss, Tychi
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gehe doch mal in die FAQs dieses brettes, z.b. FAQ:1237 und besuche die da genannten foren. dort beschäftigt man sich mit nix anderen als schreiben und verlage dafür zu finden.
außerdem würde man dort ausreichend hinweise auf schreibwettbewerbe der unterschiedlichsten genres finden - für neulinge fast die einzige möglichkeit, bei einem „richtigen“ verlag zu veröffentlichen.
aber achtung bei der auswahl des wettbewerb, an dem man teilnehmen möchte. auch dort tummeln sich schwarze schafe, die nur den rahm abschöpfen möchte! um davor weitestgehend geschützt zu sein, hilft nur der erfahrungsaustausch mit gleichgesinnten -> also sind wir wieder bei schreibforen (FAQ:1237) oder -gruppen.
Da gibt es zwar kein Honorar, aber vielleicht versuchst du es mal bei www.kurzgeschichten.biz - die geben eine Zeitschrift heraus, die monatlich erscheint.
Zum Thema bod - das Verfahren ist m.E. keine Abzocke, sondern im Vergleich zu vielen Druckkostenzuschuss-Verlagen relativ fair, da du wirklich nur die einmalige Erfassung bezahlst und nicht eine Riesenauflage, die dann hinterher irgendwo im Lager herumliegt und irgendwelche zusätzlichen Phantasiepreise der Verleger. Aber du solltest dir darüber im Klaren sein, daß du bei bod-Druck mit deinem Buch allein dastehst, d.h.: kein Verlag wirbt für dich, kein professionelles Vertriebssystem beliefert Buchhändler, niemand organisiert Lesungen. Da hängt es wirklich von dir allein ab, wie gut du als „One-Man-Show“ dein Buch verkaufst… Ich selbst habe noch nie ein bod herausgebracht, werde das wohl auch nicht tun, aber generell ist es eine berechenbare Alternative.
Ich habe gerade im vorigen Beitrag das Wort Druckkostenzuschuss
gelesen. Das hatte ich ganz vergessen:
Es gibt sehr wohl Verlage, die die Kurzgeschichte nehmen werden,
aaaber die wollen dann Geld dafuer haben. Ihr bekommt dann eine
Antwort der Art: „Ihre Geschichte hat uns ausserordentlich gefallen,
eine wahre Perle der deutschen - ja sogar der europaeischen -
Literaturlandschaft, wenn wir sie erst veroeffentlicht haben werden.
Leider ist unser Verlag recht klein, was natuerlich fuer Sie den
Vorteil einer ganz persoenlichen Betreung hat, doch wie Sie sicher
verstehen werden, ist unser finanzieller Spielraum recht eng. Deshalb
ist eine Veroffentlichung nur moeglich, wenn Sie sich an den Kosten
ihres Buch beteiligen.“ U.s.w. Die Beteiligung liegt je nach Umfang
bei 3000-15000 EUR!! Also Finger weg von solchen Bauernfaengern.
Bei einem serioesen Verlag bezahlt der Autor nichts.