Kurzgeschichten II

Huhu!

Als ich gerade den Artikel zu den Kurzgeschichten las, fiel mir auf, dass ich
Kurzgeschichten eigentlich gar nicht leiden kann.
Ich lese sie zwar ab und zu (wenn nichts besseres in Sicht ist oder ich durch
anderen dummen Zufall so ein Buch in Händen halte), aber ich mag’s eigentlich
nicht.
Da ist die Geschichte zu Ende bevor sie angefangen hat.

Wem geht es noch so?

Bye, Vanessa

Hi Vanessa

Da ist die Geschichte zu Ende bevor sie angefangen hat.

Wem geht es noch so?

Mir geht es auch so. Ich möchte bei einer Geschichte so richtig die Zeit vergessen können.
Das klappt für mich bei Kurzgeschichten einfach nicht.

Gruß
Edith

I’m lovin’ it
Hi!

Da ist die Geschichte zu Ende bevor sie angefangen hat.

Dem kann ich absolut nicht zustimmen. Ich denke vielmehr, dass Du damit einem ganzen literarischen Genre Unrecht tust, das so vielfältig und interessant ist. In einem Buch von ein paar hundert Seiten einen spannenden Handlungsverlauf und dreidimensionale Charaktere zu erschaffen, ist die eine Sache. Auf zwei, drei oder dreißig Seiten so viel Spannung aufzubauen, dass man förmlich über die Zeilen rast, sich mitgerissen und gerührt fühlt, ist die andere. Ich denke, dass diese Kunst sehr viel Witz und Können erfordert und noch mehr Ausdauer als ein Roman. In jedem Roman, selbst in denen, die mir am besten gefallen haben, fielen mir fade Stellen oder Längen auf. Bei der Kurzgeschichte kommt es auf jedes Wort an, und wenn die Arbeit gelungen ist, ist keines zu viel.

Über Kurzgeschichten im Allgemeinen gibt es übrigens ein tolles „Review“ von Edgar Allan Poe, der ja selbst ein Meister dieses Faches war und in dem Text eigentlich die „Twice-told tales“ von Nathaniel Hawthorne bespricht. Dennoch fasst er dort das, was eine Kurzgeschichte ausmacht, noch viel besser zusammen, als ich das könnte:

http://academic.brooklyn.cuny.edu/english/melani/got…

Eine meiner inzwischen liebsten Kurzgeschichten habe ich erst vor kurzer Zeit entdeckt und will sie Dir nicht vorenthalten :wink:: Herman Melvilles „Bartleby, the scrivener“

http://www.bartleby.com/129/

Wer weiß, ob man Dich damit nicht doch noch überzeugen kann …

Gruß!
Christopher

Huhu!

Dem kann ich absolut nicht zustimmen. Ich denke vielmehr, dass
Du damit einem ganzen literarischen Genre Unrecht tust, das so
vielfältig und interessant ist.

Mag sein, aber ich kenne halt nicht alles :wink:

In einem Buch von ein paar
hundert Seiten einen spannenden Handlungsverlauf und
dreidimensionale Charaktere zu erschaffen, ist die eine Sache.
Auf zwei, drei oder dreißig Seiten so viel Spannung
aufzubauen, dass man förmlich über die Zeilen rast, sich
mitgerissen und gerührt fühlt, ist die andere.

Das hast du sicherlich nicht recht, aber das hat nichts mit ‚mögen‘ zu tun.
Und das war meine Frage.

Ich denke, dass
diese Kunst sehr viel Witz und Können erfordert und noch mehr
Ausdauer als ein Roman. In jedem Roman, selbst in denen, die
mir am besten gefallen haben, fielen mir fade Stellen oder
Längen auf. Bei der Kurzgeschichte kommt es auf jedes Wort an,
und wenn die Arbeit gelungen ist, ist keines zu viel.

Sicher, sicher, da stimme ich dir zu.
Aber andererseits ist es auch eine Kunst, einen Roman über 450 Seiten zu
schreiben, der den Leser fesselt - immer.
Da könnte man argumentieren, dass es ja einfacher ist, das auf 25 Seiten zu
schaffen :wink:

Fazit: es ist wahrscheinlich egal, ob man eine Kurzgeschichte oder einen langen
Roman nimmt - in beiden Fällen ist das entsprechende Können entscheidend.

Mir geht es halt bei den Kurzgeschichten so, dass die Handlung zu wenig in die
Tiefe geht. Ich möchte mir beim Lesen ja eigene Vorstellungen machen, aber
nicht über alles! Dann bräuchte ich ja nicht mehr zu lesen :wink:
Aber in den Kurzgeschichten wird halt nur ein kleiner Teilaspekt
(logischerweise) abgehandelt und ich möchte doch immer noch das Drumherum
wissen und wie es weitergeht und woher die Personen kamen und und und … :wink:
Es frustriert mich dann meistens, wenn die Geschichte zu Ende ist und ich aber
den Eindruck habe, dass da noch so viel passieren könnte/wird.

http://www.bartleby.com/129/
Wer weiß, ob man Dich damit nicht doch noch überzeugen kann

Mal sehen :wink: Ich werde es mal lesen!

Bye, Vanessa