Kurzzeitgedächtnis - warum begrenzte Kapazität?

Hallo!

Wir haben in Päd. Psychologie letztens gelernt, dass das Kurzzeitgedächnis nur eine begrenzte Kapazität aufweist und sich der Mensch nur 7+/- 2 Dinge merken kann.

Nun würde es mich wirklich interessieren, aus welchen Gründen das Kurzzeitgedächtnis eigentlich eine begrenzte Kapazität hat? Hatte das irgend einen evolutionären Vorteil?

Hallo!

Nun würde es mich wirklich interessieren, aus welchen Gründen
das Kurzzeitgedächtnis eigentlich eine begrenzte Kapazität
hat? Hatte das irgend einen evolutionären Vorteil?

Ja, man würde verrückt wenn man sich alles merken würde.
Und wozu sollte man sich auch jedes Detail merken sollen?
Das Vergessen und das selektive Erinnern, was wirklich
wichtig ist, merkt man sich i.d.R. schon, ist eine
enorme evolutionäre Errungenschaft.

Gruß
C.

Danke für die Antwort!
Verstehe… Also war es für die Evolution einfach besser, „weniger im Kopf“ zu haben, um sich auf das Wesentliche zu konzentrieren (z.B. eine Gefahr), als wenn jedes Detail im Kurzzeitgedächtnis wäre, oder?

Hallo!

Nun würde es mich wirklich interessieren, aus welchen Gründen
das Kurzzeitgedächtnis eigentlich eine begrenzte Kapazität
hat? Hatte das irgend einen evolutionären Vorteil?

Die Frage ist vermutlich falsch herum gestellt. Wenn man sich die Evolution betrachtet, dann wurde in der Regel nicht das beste verwirklicht, sondern das am wenigsten schlechte. Möglicherweise war es einfach kein wirklicher Nachteil, sich nur 7 Dinge merken zu können, deswegen gab es keinen Evolutionsdruck, das zu beheben.

Lg,
M.

Hallo S.anna,
nur so als Anmerkung, der einmalige Fall einer Frau, die nichts vergisst. Auch keine schöne Vorstellung
http://www.welt.de/wams_print/article2006561/Die_Fra…
Grüße
Almut

Danke für die Antwort!
Verstehe… Also war es für die Evolution einfach besser,
„weniger im Kopf“ zu haben, um sich auf das Wesentliche zu
konzentrieren (z.B. eine Gefahr), als wenn jedes Detail im
Kurzzeitgedächtnis wäre, oder?

Evolution kennt kein „besser oder schlechter“ in dem Sinne.
Sie kann nicht überlegen und abwägen.

Wie Max (Denker) schreibt (bitte noch einmal lesen!), war es der Evolution wahrscheinlich gar nicht möglich, ein besseres Kurzzeitgedächtnis zu entwickeln.

Es ist der falsche Denkansatz, den man immer wieder findet.
Evolution ist immer zufällig und niemals zielgerichtet.

Das heißt, zuerst muss eine Eigenschaft einmal, rein zufällig, auftreten, bevor sie die Evolution als positiv „erkennen“ und durch Selektion in das Repertoire einer Art einbauen kann.

Erkannt wird sie aber nur, wenn sie, im Augenblick des Auftretens, auch wirklich einen Vorteil und vor allem keinen Nachteil bietet.

Übrigens zieht sich die Zahl Sieben in bemerkenswerter Weise durch das gesamte Tierreich.

Vereinzelt können „geniale“ Tauben, die auf Zahlen dressiert wurden, bis sieben „zählen“.
Die Tauben lernten dabei, die Anzahl von beliebig angeordneten Punkten auf einer Futterklappe zu unterscheiden.

Sieben ist aber auch die höchste Zahl, die der Mensch, auf einen Blick erkennen kann, also ohne Abzählen.

Gruß, Nemo.

Hi,

Evolution kennt kein „besser oder schlechter“ in dem Sinne.
Sie kann nicht überlegen und abwägen.

Die Evolution natürlich nicht, aber die Wesen können
das schon.

Wie Max (Denker) schreibt (bitte noch einmal lesen!), war es
der Evolution wahrscheinlich gar nicht möglich, ein besseres
Kurzzeitgedächtnis zu entwickeln.

Auch das ist natürlich falsch! Du brauchst dich nur
bei der Volkshochschule an einem Gedächtnistraining
anmelden und wirst erstaunt feststellen, zu welchen
Leistungen dein Gehirn fähig ist. Auch lernen ist
eine evolutionäre Leistung.

Es ist der falsche Denkansatz, den man immer wieder findet.
Evolution ist immer zufällig und niemals zielgerichtet.

Wie erklärst du dir
z.B. die Perfektion eines menschlichen Auges?
Da haben sich also einige Zellen zufällig so
herumentwickelt, dass man damit sehen konnte?

Das heißt, zuerst muss eine Eigenschaft einmal, rein zufällig,
auftreten, bevor sie die Evolution als positiv „erkennen“ und
durch Selektion in das Repertoire einer Art einbauen kann.

Obwohl ich der Evolutionstheorie viel abgewinnen kann,
fehlt mir irgend ein Bindeglied.

Gruß
C.

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Hi.

Evolution kennt kein „besser oder schlechter“ in dem Sinne.
Sie kann nicht überlegen und abwägen.

Die Evolution natürlich nicht, aber die Wesen können
das schon.

Ja klar, dann frage ich mich aber schon ernsthaft, warum du keine Flügel hast.

Wie Max (Denker) schreibt (bitte noch einmal lesen!), war es
der Evolution wahrscheinlich gar nicht möglich, ein besseres
Kurzzeitgedächtnis zu entwickeln.

Auch das ist natürlich falsch! Du brauchst dich nur
bei der Volkshochschule an einem Gedächtnistraining
anmelden und wirst erstaunt feststellen, zu welchen
Leistungen dein Gehirn fähig ist. Auch lernen ist
eine evolutionäre Leistung.

Du meinst wahrscheinlich „Lernen können“.
Im Übrigen verwechselst du hier eindeutig Kurzzeit- mit Langzeitgedächtnis. Alle derartigen Übungen beschränken sich auf das Langzeitgedächtnis, bzw. auf Techniken, irgendwelche Sachverhalte möglichst schnell und effizient aus dem Kurzzeitgedächtnis zu übernehmen.

Es ist der falsche Denkansatz, den man immer wieder findet.
Evolution ist immer zufällig und niemals zielgerichtet.

Wie erklärst du dir
z.B. die Perfektion eines menschlichen Auges?
Da haben sich also einige Zellen zufällig so
herumentwickelt, dass man damit sehen konnte?

Die Erklärung ist, im Grunde genommen, sehr einfach, ich habe aber keine Lust, sie hier noch einmal aufzuschreiben. Zumal wir uns hier im Fach Psychologie befinden und das wahrscheinlich als „off topic“ gelöscht würde.

Sie kann in jedem besseren Biologiebuch nachgelesen werden.
Wenn’s denn unbedingt sein muss, kann ich sie dir mailen.
Es gibt etliche andere Dinge, die weit schwerer zu erklären sind.

Das heißt, zuerst muss eine Eigenschaft einmal, rein zufällig,
auftreten, bevor sie die Evolution als positiv „erkennen“ und
durch Selektion in das Repertoire einer Art einbauen kann.

Obwohl ich der Evolutionstheorie viel abgewinnen kann,
fehlt mir irgend ein Bindeglied.

Welches Bindeglied meinst du?
Erfahrungsgemäß kann man mit Leuten, die die Evolutionstheorie ablehnen, nicht diskutieren. Das ähnelt häufig einer Glaubensfrage.

Gruß, Nemo.

Hi.

Ja klar, dann frage ich mich aber schon ernsthaft, warum du
keine Flügel hast.

Wenn wir uns gentechnisch dahingehend verändern
würden, dann könnten wir auch Flügel haben.

Du meinst wahrscheinlich „Lernen können“.

Nein, ich meine nicht dieses apriorisch-statische
„Lernen können“, was evolutionstechnisch gesehen
schon fraglich wäre, sondern „Das Lernen“,
als veränderndes, integratives Vollzugsgeschehen.
Dissipative, selbstorganisierende Systeme können
grundsätzlich nicht in einer Struktur verharren,
sondern evolvieren, wie du als Experte sicher wissen
wirst. Deshalb ist es schwierig sich innerhalb
eines dynamischen Prozesses zurechtzufinden,
ohne den nächsten Schritt oder Sprung zu kennen.
Dieser Übergang, der durch die systeminterne
Verstärkung von Fluktuationen vorbereitet
wird, die jenseits einer kritischen Größe das
System über eine Instabilitätsschwelle treibt,
könnte dieses „Lernen“, das ich meinte, sein.
Psychologisch ist das besonders schwierig, weil
wir selbst dieser Transzendenz beiwohnen und
betroffen sind.

Im Übrigen verwechselst du hier eindeutig Kurzzeit- mit
Langzeitgedächtnis. Alle derartigen Übungen beschränken sich
auf das Langzeitgedächtnis, bzw. auf Techniken, irgendwelche
Sachverhalte möglichst schnell und effizient aus dem
Kurzzeitgedächtnis zu übernehmen.

Womit du eindeutig deine/eure Behauptungen, dass es
ich kopiere:

Wie Max (Denker) schreibt (bitte noch einmal lesen!), war es
der Evolution wahrscheinlich gar nicht möglich, ein besseres
Kurzzeitgedächtnis zu entwickeln.

widerlegst, denn die „Evolution“ (wer oder was ist denn das überhaupt?), bräuchte diese Technik doch nur anwenden.
Es geht doch um diesen dynamischen Prozess und nicht um den
Stauts Quo!

Die Erklärung ist, im Grunde genommen, sehr einfach, ich habe
aber keine Lust, sie hier noch einmal aufzuschreiben. Zumal
wir uns hier im Fach Psychologie befinden und das
wahrscheinlich als „off topic“ gelöscht würde.

:wink:))

Erfahrungsgemäß kann man mit Leuten, die die Evolutionstheorie
ablehnen, nicht diskutieren. Das ähnelt häufig einer
Glaubensfrage.

Ich lehne sie nicht ab, ganz im Gegenteil.
Wenn die Wesen, wie in deinem Flügelbeispiel, nun
aber aktiv in diesen Prozess eingreifen, ist das
dann keine Evolution mehr? (Z.B. durch Genmanipulation.)
So gesehen hat die Frage der up durchaus ihren Sinn
und Berechtigung.
Ich gehe davon aus, du bist ein Verfechter von
Dawkins etc.?

http://www.amazon.de/s/ref=nb_sb_noss?__mk_de_DE=%C5…

Selbst dieser Hardcorepositivist, ist sich nicht
so sicher, wie du das uns hier glauben machen
willst.

Gruß
C.

Erst mal dankeschön für die Aufklärung, auch das „off-Topic“ :wink:

oh, vielen Dank für den Link! Das klingt ja spannend. Scheint wirklich unschön zu sein, wenn man gar nichts mehr vergisst…

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