Kuwaitanesisch!?

Hi all ihr Experten,
ich habe mal eine ganz und gar bescheuerte Frage. Da jetzt der Irak-Krieg die Medien voll und ganz ausfüllt, kam mir letztens der Gedanke, als ich Interviews mit Menschen in Kuwait gesehen habe: Welche Sprache sprechen die eigentlich?(„Kuwaitanesisch“!?)
Die Sprache klingt jedenfalls schön.
Besten Dank,
Sarah

Arabisch!
Wie in fast allen Ländern von Syrien, Jordanien, Irak, Saudi-Arabien über Ägypten, Libyen, Tunesien, Algerien Marokko bis Mauretanien wird auch in Kuwait

Arabisch

gesprochen. Es gibt dabei Unterschiede, ähnlich denen zwischen Hessisch, Pfälzisch, Schwäbisch und Bairisch.

Was zum Beispiel in Algerien Dschellaba heißt, wird in Ägypten Galabia genannt.

Gruß Fritz

Oh, Danke, das ging schnell:smiley:!Ich dachte mir beinahe, dass es Arabisch war, nur wird mir das im Nachhinein natürlich keiner glauben*g*. Könnte man also sagen, dass es sich mit dem Arabischen ähnlich verhält wie mit dem Lateinischen, nur nicht ganz so extrem? Ich meine, würde ein Ägypter bsw. einen Mauretanier trotz „Dialekt“ oder teilweise verschiedener Wörter problemlos verstehen? Schließlich ist es in Europa so, obwohl sich doch fast alle Sprachen irgendwie vom Lateinischen ableiten lassen (manche mehr, manche weniger), dass man nicht automatisch alle anderen versteht…

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Hallo, Sarah!

Ich meine, würde ein Ägypter bsw. einen
Mauretanier trotz „Dialekt“ oder teilweise verschiedener
Wörter problemlos verstehen?

So ist es. Es gibt nicht mehr Verständigungsprobleme als zwischen einem Stuttgarter und einem Münchner.

In den Klassen, in denen ich unterrichte, sitzen oft Libanesen, Ägypter, Tunesier, Sudanesen, Pakistani und etwa Jemeniten beisammen und sie haben keine, wirklich keine Verständigungsprobleme.
Höchstens dass mal ein Ägypter über die „bäurische“ Aussprache des Sudanesen spottet. Aber das ist weniger wegen der Sprache, sondern der Meinung der Ägypter zuzuschreiben, dass sie den Sudanesen überlegen seien. Dieses Gefälle kann man schon zwischen den Nordägyptern und den nubischen Südägyptern beobachten.

Eine ähnliche Sprachfamilie kannst du in Lateinamerika beobachten, wo von Chile über Peru, Bolivien, Guatemala, Nicaragua, Salvator bis Mexiko alle Spanisch sprechen; mit kleinen phonetischen Unterschieden zwar, aber alle mit der Überzeugung eine reineres Spanisch zu sprechen als die Spanier selbst und seien es auch Kastilier.

Bei einer Diskussion zu diesem Thema zwischen einem Spanier und einem Mexikaner ist es schwer, nicht in schallendes Lachen auszubrechen.

Gruß Fritz

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würde ein Ägypter bsw. einen
Mauretanier trotz „Dialekt“ oder teilweise verschiedener
Wörter problemlos verstehen?

es gibt hunderte sehr unterschiedliche dialekte und eine hochsprache bzw. schriftsprache, die jeder gebildete araber beherrscht. dasselbe fibt es im deutschen. ein züricher, ein berliner und ein burgenländer verstehen sich auch nur auf „hochdeutsch“, d.h. wenn sie „nach der schrift sprechen“.

gruß lehitraot.

Hallo,

So ist es. Es gibt nicht mehr Verständigungsprobleme als
zwischen einem Stuttgarter und einem Münchner.

Hmm, na ja, wobei ich dann immer mit der Story ankomme, als 1989 eine sog. ungebildete tunesische Familie einen Autounfall in der Nähe von Idlib (N-Syrien) hatte und das Verständigungsproblem dann so gelöst wurde, daß die Tunesier Französisch gesprochen haben und wir dann dieses Französisch den Syrern in Arabisch (na ja, was halt so ging damals) und Englisch übersetzt hatten.

Wobei man aber auch sagen muß, daß Tunesisch (noch schlimmer bzw. weiter entfernt wäre Marokkanisch) schon ziemlich weit weg vom Hocharabischen ist. Und wie schon gesagt, dies passierte auf dem Land und nicht in einer Großstadt wie Haleb oder Damaskus.

Gruß,
Christiane

Naja,
wenn der Stuttgarter ursprünglich „von dr Alb ra“ kommt, nur die Volksschule besucht, sechzig Jahre ohne Radio und Fernsehen als Schafhirte gelebt hat,

und der Münchner unter ähnlichen Umständen alt wurde,

dann werden die nicht über die Qualitötsunterschiede der Filme bei der Oscarverleihnung sprechen können.

Solche Extremfälle gibt es sicher auch im arabischen - wie du es schildertest - und spanischen - wenn ein Bauer aus der Estremadura und ein Peon aus der argentinischen Pampa ins Gespräch kommen - und sogar im englischen Sprachraum, wenn etwa ein Texaner auf einen Australier trifft.

Aber von solchen Extremfällen wollte ich nicht ausgehen.

Sogar Rumänen können Italiener und Spanier verstehen, das habe ich erlebt; umgekehrt allerdings funktioniert es nicht.

Gruß Fritz

Mit dem Verstehen ist´s so ´ne Sache…

Sogar Rumänen können Italiener und Spanier verstehen, das habe
ich erlebt; umgekehrt allerdings funktioniert es nicht.

Nun ja, derartige Fälle gibt´s ja auch häufiger: Wenn ich mich z.B. mit einem Holländer unterhalte, versteht er in, na ich sage mal, 90% aller Fälle mein Deutsch, ich aber nicht sein Holländisch. Eine Freundin von mir ist zweisprachig aufgewachsen (Deutsch/Spanisch) und spricht Spanisch fließend; sie sagt, dass ein Portugiese einen Spanier besser versteht als umgekehrt. Traurig, dass solche Dinge nicht immer auf Gegenseitigkeit beruhen, sonst gäbe es wohl weniger Verständigungsprobleme auf der Welt…