KV : Das niederländische Modell bald auch hier?

Hallo www-Gemeinde,

bin immer noch in der Entscheidungsphase, ob ich in Zukunft
in der GKV bleiben oder doch in die PKV wechseln soll.
Der Makler, der mir die PKV schmackhaft machen will, hat das
holländische Szenario an die Wand gemalt. Dort kann man sich
nicht mehr freiwillig gesetzlich krankenversichern. Der Makler
meinte also: Wenn Sie jetzt nicht (in jungen Jahren und demnach
zu günstigen Konditionen) in die PKV wechseln, kann es Ihnen
gut passieren, dass in D. dasselbe passiert wie in Holland.
Dort muss sich jeder privat versichern, der über der Bemessungs-
grenze liegt.

Meine Fragen: Weiss jemand von Euch, wie das System in den NL genau funktioniert? Was geschah bei der Einführung: Standen
die ehemals freiwillig gesetzlich Versicherten im Regen?
Zumindest muss bei einem solchen System eine Versicherung exis-
tieren, die jeden noch so kranken Menschen aufnimmt, oder?
Und mussten sich die aus der GKV rausgeschmissenen Leute tat-
sächlich ärgern, da sie dann als alte Menschen eine Aufnahme
in die PKV suchen mussten?
Fragen über Fragen zu dem aus meiner Sicht unendlich komplexen
Thema KV. Bin gespannt auf Antworten.

Gruß,
Christian

Keine Antwort auf Deine Frage!
Hi Christian!

Wenn Sie jetzt nicht (in jungen Jahren und
demnach
zu günstigen Konditionen) in die PKV wechseln, kann es Ihnen
gut passieren, dass in D. dasselbe passiert wie in Holland.
Dort muss sich jeder privat versichern, der über der
Bemessungs-
grenze liegt.

Ich kann es mir irgendwie nicht so recht vorstellen, dass unsere GKV auf die freiwillig Versicherten verzichten möchte! Sie bringen ja nicht gerade geringe Beiträge…

Wie das in den NL genau ablief, und welches Versicherungssystem die dort haben, weiß ich allerdings nicht!

Grüße
Guido

hallo Christian,
darf ich es mal kurz sagen?
Schwachsinn
Der will mit aller Gewalt eine Vollversicherung unterbringen.
Stell Dir mal vo, da wird ein 50-jähriger freiwilliges Mitglied der GKV (weil er jetzt über der BBG verdient), hat sich in seinem Beruf den Rücken kaputt gemacht (Bandscheibe im Eimer), hat schwwere Kreislaufprobleme… und soll sich jetzt privat versichern! Welche Versicherung nimmt ihn denn? Also wäre er damit ohne Sicherheit. Ergebnis: irgend wann ist er ein Sozialfall und liegt der Gemeinschaft der Steuerzahler auf der Tasche. Oder sollte man ihn besser in der Tierkörperverwertungsanstalt abgeben?
Nein, es gibt viel gewichtigere Gründe in die Private zu wechseln: Leistungen, Beitrag, Altersbeitrag…
Nebenbei: was hat er Dir denn für eine Gesellschaft empfohlen und welchen Tarif?
Grüße
Raimund

KV in Holland
Hallo Christian,

natürlich auch der Rest :smile:

Das System der Krankenversicherung funktioniert in Holland weitestgehend folgendermaßen:

Die Höhe der BBG kenne ich nicht ganz auswendig, meine aber, es sidn so etwa 5.500 DM umgerechnet.

Jeder der darüber verdient muss sich privat versichern. Derzeit sind in Holland etwa 40% der Einwohner privat versichert. Dadurch wird einerseits gewährleistet, dass der medizinische Fortschritt voranschreiten kann und andererseits muss jede PKV aber auch diesen „Freiwilligen“ aufnehmen, so er will. Die Kalkulation würde sich dadurch ändern, aber nicht unkalkulierbar werden, denn man hat genug Ausgleichsrisiken.

Es ist ja auch so, dass gerade die alten Menschen die GKV über die Maße strapazieren. Das soll keine Hetze gegen die alten Menschen im Land sein. Es ist aber so, dass die GKV dafür ja keine Alterungsrückstellungen hat. Die PKV schon. Also würde es auch dafür sorgen, dass die GKV dadurch entlastet wird.

Gruß
Marco

Hi Raimund

Nebenbei: was hat er Dir denn für eine Gesellschaft empfohlen
und welchen Tarif?

Bei der Gesellschaft handelt es sich um die Debeka.
Ich habe noch keine Tarifempfehlung, da ich der PKV noch sehr
unentschlossen, ja skeptisch gegenüberstehe. Gerade der Punkt
mit dem Altersbeitrag, den Du erwähnst, sehen andere Ratgeber
ja ziemlich kritisch (z.B. Bund der Versicherten).
Ich nehme an, Du kennst die auch. Deine (und auch aller anderen
Leute Meinung über die Aussagen des BdV würden mich mal inte-
ressieren. Wertvolle Verbraucherschützer, Scharlatane oder
irgendwas dazwischen? Die Aussagen, die ich nachvollziehen kann,
finde ich eigentlich ziemlich überzeugend.

Gruß,
Christian

Gruß,
Christian

Grüße
Raimund

Kleine Bitte…
an alle… bevor hier wieder eine ellenlange Diskussion über Sinn und Unsinn des BdV geführt wird, bitte ich euch, dieses per Mail zu machen.
Die rechtlichen Belangungsgründe sind ann auch etwas besser… weil ja keine öffentliche Negativpresse erzeugt werden kann.

Im Archiv gibt es darüber hinaus schon viele Artikel zum BdV.

Gruß
Marco

hallo, Christian

Nebenbei: was hat er Dir denn für eine Gesellschaft empfohlen
und welchen Tarif?

Bei der Gesellschaft handelt es sich um die Debeka.

Lass die Finger davon! Es gibt weitaus bessere und günstigere. Die ist nicht schlecht bei Beamten… aber für die freie Wirtschaft hat sie nicht besonderes.

Ich habe noch keine Tarifempfehlung, da ich der PKV noch sehr
unentschlossen, ja skeptisch gegenüberstehe. Gerade der Punkt
mit dem Altersbeitrag, den Du erwähnst, sehen andere Ratgeber
ja ziemlich kritisch (z.B. Bund der Versicherten).

Hier irrt sich der BdV oder ist nicht auf dem neustem Stand: ich vermute mal, Du bist um die 30 Jahre? dann sammelst Du in den „restlichen“ 35 Jahren so viel Altersrückstellung an, dass Du fast keine Beitragsanpassungen mehr hast (ab 80 sinkt Dein Beitrag aus fast 0.- DM). Dazu kommt, dass Du im Alter bei den Kassen als freiwillig versicherter alle Deine Einkünfte angeben musst. Danach berechnet sich Dein Beitrag. Wenn Du recht fleißig für´s Alter gerspart hast, dann wirst Du hier bestraft: Du zahlst den Höchstbeitrag (ohne Tagegeld) + Pflegeversicherung. Da können schon 900,- DM zusammen kommen! Als Gegenbeispiel: ich bin 60 und habe einen Beitrag von 655,- DM (incl. Pflegeversicherung + Zweibettzimmer und auch sonst gute Leistungen, von denen ein Kassenpatient nicht mal zu träumen wagt.)Wenn Du auf Nummer Sicher gehen willst, dann schließe doch eine Mehrbettabsicherung mit durchschnittlichen Leistungen ab. Dann bist Du bei ca. 400,- DM monatlich (davon zahlt der AG noch die Hälfte). Bis Du bei 1000,- DM bist ( was Du incl. Pflegepflichtversicherung z.Zt. bezahlst), kostet die Kasse schon 2.000,- DM. Du wirst sie nie einholen. Aber die besseren Leistungen hast Du trotzdem!

Ich nehme an, Du kennst die auch. Deine (und auch aller
anderen
Leute Meinung über die Aussagen des BdV würden mich mal inte-
ressieren. Wertvolle Verbraucherschützer, Scharlatane oder
irgendwas dazwischen? Die Aussagen, die ich nachvollziehen
kann,
finde ich eigentlich ziemlich überzeugend.

Da halte ich mich raus! Wir hatten hier schon mal einen Streit deswegen!
Also, solltest Du so um die 30 sein, nichts wie raus aus der GKV! Du hast nur Vorteile.
Grüße
Raimund

eingeschränkt…
Hallo Raimund,

Du hast nur Vorteile.

Grundsätzlich gebe ich dir vollkommen recht… aber noch gibt es auch in der GKV Vorteile, wenn nämlich Frau und Kind(er) beitragsfrei mitversichert sind. Wie lange noch… weiß ich nicht… aber aktuell kann das schon aufs Geld gehen…

Gruß
Marco

schon wahr, aber
… Kinder sind ja nicht unbegrenzt bei Dir in der GKV mitversichert, die Frau ja auch nicht unbedingt (hängt davon ab, ob sie selbst einen Beruf ausübt etc…).
Andreas

… Kinder sind ja nicht unbegrenzt bei Dir in der GKV
mitversichert, die Frau ja auch nicht unbedingt (hängt davon
ab, ob sie selbst einen Beruf ausübt etc…).
Andreas

ich wollte es nur anmerken :smile: weil generell dann ja nicht so ganz stimmt :smile:

aber im weitesten Sinne schon… zumindest für den derzeitig Gesunden :smile:

Gruß
Marco

nicht eingeschränkt…
hallo, Marco,
genau das Thema hatte die Zeitschrift CAPITAL vor einiger Zeit. Auch sie stellte fest, dass sich trotz Frau und 2 Kinder ein Wechsel lohnt. Bedenke bitte eines. der VN spart erst mal enorm Geld ein, bis er sich 2 Kinder zulegt und die Frau für ca. 15 Jahre (mehr oder weniger: heut zu tage eher weniger) aufhört, zu arbeiten. Anschließend arbeitet sie wieder. Ist also selbst versichert. Die Kinder? Nach 15 Jahren(Lehre) oder nach 20 Jahren (Studium) haben die Kinder eine eigene Versicherung. Er ist also nach 20 jahren wieder „frei“, spart wieder enorm Geld ein. Es gibt eine Rechnung, nach der ein 30-jähriger, wenn er wechselt bis zum 65. LJ ca. 453.000,- DM spart. Verzinse das bitte noch und Du hast eine Altersversorgung, dass es nur so rauscht.
Die Beiträge zur Krankenversicherung der Kassen (Hochrechnung) liegen dann bei 2.500,- DM, die eines günstigen Tarifes bei der Privaten ca. 1.500,- DM … in 35 Jahren! Hat der VN das erparte angelegt, so hat er so viel Geld monatlich zur Verfügung, dass er keinen Beitrag mehr bezahlt und trotzdem noch zusätzlich fürs Leben Frisches hat.
Also das mit der Familie zieht nicht. Es gibt eine Argument dagegen: wenn der VN Vorerkrankungen hat1 Dann hat er keine Chance, in die Private aufgenommen zu werden. Da bleibt er besser in der Kasse. Er hat da zwar schlechtere Leistungen, aber das ist immer noch besser „als das Maul voll Reiszwecken“!
Grüße
Raimund

little off topic
Hi Marco!

Ich besuche berufsbedingt einmal am Jahresanfang die Barmer (sie bieten ganz nette Inforunden zum Thema Gesetzesänderungen an).

Da sie ja selbst dort nicht auf die Eigenwerbung verzichten können, bringen die immer das Beispiel Frau und Kinder („Überlegen Sie mal, was da in 35 Jahren auf Sie zukommt“). Beim letzten mal habe ich angemerkt, dass ich es schon etwas merkwürdig fände, wenn mein Kind mit 35 immer noch über mich versichert wäre…

Darauf gab es dann keine Antwort - Themenwechsel…

Liebe Grüße
Guido

eh klar :smile:
Hallo Raimund,

ich weiß ja selber, dass man auch mit Frau und 3 Kindern besser fahren kann. Erst recht, wenn Mann eh vorher schon Zusatzversicherung hatte.

Aber ich wollte eben nur anmerken, dass es eben den generellen Vorteil noch nicht gibt. Die Sozialversicherung heißt ja nicht umsonst so :smile:

Gruß
Marco

Dauerstudenten *fg* …?
Hallo Guido,

sowas soll es in der Tat geben… aber ich wüsste… so ein Kind würde ich nicht mehr unterstützen :smile:

Gruß
Marco

Argh!
Hi!

Nun ja - ein ehemaliger Klassenkamerad hat vor einem dreiviertel Jahr seine erste Zahnarztpraxis eröffnet (naja - übernommen) - mit 32 Jahren…

Nur: Ob die Frau dann auch so lange „arbeitslos“ bleibt… Meine würde als Hausfrau Anfälle bekommen!

Grüße
Guido