Hallo Versicherungsexperten,
nachdem das Jahr 2001 nun vorbei ist, habe ich mal zusammengerechnet, das mein Eigenanteil (Zuzahlung) zu den in 2001 angefallenen Arzt-/Zahnarztrechnungen bei knapp DM 4.400,-
liegt. Ist das für einen Familienvater (Alleinverdiener) mit 2 Kindern nicht ein bischen happig? Zugegeben, ich bin froh, das wir hier in D eine ausgezeichnete ärztliche Versorgung geniessen, aber laufen einem da nicht die Kosten langsam davon ?
Wenn jetzt noch weiter an den Leistungen gestutzt wird, rennen bald die ersten mit ausgefallenen Zähnen rum, allein weil sie sichs nicht leisten können, zum Zahnarzt zu gehen.
Wenn ich jetzt zu den DM 4.400,- noch meinen Anteil an der Krankenversicherung dazu rechne, immerhin auch DM 4.200,-, hauts mich um. Schlappe DM 8.600,- im Jahr ?
Bin ein wenig fassungslos darüber. Wo soll das hinführen ?
Gruss Sebastian
hallo Sebastian,
was soll man da antworten? Ja, wenn Du schlechte Zähne hast, wenn Du bisher wenig Prophylaxe gemacht hast, kann es schon vorkommen, dass Du noch weitaus mehr hinlegen musst. Warte mal ab, wenn Du ein 3. Gebiss brauchst!
Bedenke, dass die GKV nur maximal 65 % der kosten (Ersatz) übernimmt. Und das nur von der Grundversorgung.
Beispiel: Du brauchst einen Stiftzahn. Den gibt es in Kunststoff und Keramik. Von der Kasse bekommst Du aber nur 65 % des Kunststoffzahnes.
Blombe: eine Amalgam-Blombe kostet ca. 60,- DM, ein Inlay bis zu 1.400,- DM. Bezahlt bekommst Du die Amalgamblombe.
Bei einer Parodontosebehandlung kann leicht 2000,- DM aus Deiner Geldbörse dazu kommen.
Das kennen natürlich die Privatversicherten nicht.
Nur… nicht jeder kann sich privat versichern
Grüße
Raimund
Hallo Raimund,
auch Verblendungen zählen im Backenzahn dazu…
aber letztendlich ist es ja auch eine Sozialversicherung. Sie soll ja keinen Luxus zahlen.
An Sebastian… wenn dies hauptsächlich durch Zahnkosten entstanden ist, dann wäre es überlegenswert, vielleicht sich hier für einen geringen Beitrag zusätzlich abzusichern…
Dies aber nur am rande…
Gruß
Marco
Hi Marco,
keine Angst, ich gönne mir keinen Luxus (könnt ich mir gar nicht leisten). Naja, Zahnbehandlung mal 4 (frau + 2 Kinder).
Ausserdem scheinen schlechte Zähne erblich zu sein, am Zähneputzen oder Süssigkeiten liegts bestimmt nicht 
Ärgerlich ist eben, das die Leute, die eh mehr Geld verdienen, sich privat versichern können und unsereiner muss sich mit der gesetzlichen „begnügen“. Irgendwas stimmt doch da nicht, oder ?
Gruss Sebastian
Hi, Raimund,
erstmal auch n schönes neues Jahr mit viel Gesundheit,
du bist ja n richtiger kleiner Schelm, mit dieser Antwort, schön humorvoll auf ironische Art,
es ist jedoch die Realität, daß. wer GKV ist und leider bleiben muß , ordentlich berappen muß, wenn er an die Zahnärzte -Ausbeuter - Abzocker und kapitalistisch denkender Spezies ganz poben schwebewnd über uns - gerät.
Er sollte ruhig zwanzig Ärzte oder Zahnärzte abklappern und kostenvoranschläge holen.
Übrigens zählt diese Klientel auch unter der Rubrik " Neue Armut in Deutschland, denn wenn du die jährlichen Eigenanteile von deinem Einkommen mal abziehst, liegt so n Bürger rückzuck unter der Armutsgrenze . auf Kosten hochkapitalistisch - schon nicht mehr moralisch denkend, da ganz oben über uns schwebend, - Ganz klar formuliert, schade, daß hier keine Ärze und Zahnärzte mal reinschauen.
Aber man klann sich ja zusatzversichern, und dann umgerechnet, rechnet es sich wieder .
Tschüß und künftig viele neue Verträge aufgrund des neuen Kü Rechts in der GKV,
übrigens, Glos möchte die Offenlegung der Einkünfte der KK Bosse, und in Niedersachsen wurde 29 Kliniken mit Bußgeldern belegt, weil die Chefärzte dort mit Ihren U N T ER GE BE N E N unmoralisch umgehen , aber ab 2003 werden sich die >Chefärzte-- noch umgucken, dann läuft ne andere Gangart aus Richtund GKV en.
Tschüßße
Hallo Sebastein,
ich will jetzt hier nicht anfangen von Solidarität zu schwafeln. Der, der zahlen muss, hat dafür keine Ader.
Doch Dein Einwand mit reich ist nicht ganz richtig. Es gibt Möglichkeiten, dass auch der „kleine Schlucker“ preiswerte Zusatzversicherungen machen kann. Kein 1-Bettzimmer, keine Inlays… aber doch wesentlich besser als die Versorgung nur GKV.
Außerdem: wenn Du glaubst, dass eine Privat versicherter in Deiner Situation billiger wegkommt, so täuscht Du Dich. 2 Erwachsene und 2 Kinder… da bist Du bei einer guten Versicherung (nicht die Topp-Tarife) locker 1.000,- DM los. Klar, Du hast dafür auch mehr Leistung. Doch auch 1.000,- DM wollen verdient sein.
(Da stelle ich doch zu meiner Schande fest, dass ich unbewusst wieder in die alte Währung gerutscht bin. Also machen wir die Umrechnung großzügig: 500 €.)
Weißt Du, ich reagiere immer etwas allergisch auf Aussagen wie: Du bist ja selbständig, Du kannst ja alles von der Steuer absetzen. Erst muss mal verdient werden, um absetzen zu können. Genauso ist es mit der KV: erst musst Du eine bestimmte Summe hinlegen, bevor Du sagen kannst: ich bin gut abgesichert. Außerdem sind diejenigen, die von Ungerechtigkeit reden meist diejenigen, die laut protestieren, wenn sie privat versichert sind und jede Person einzeln absichern müssen. Versichere mal 2 Erwachsene und 4 Kinder! Da bist Du bei ca. 35-jährigen Eltern ruckzuck bei 900.-bis 1.000,- €
Grüße
Raimund
Hi Sebastian,
wie gesagt, wo Probleme in der GKV gibt es Lösungen in der PKV 
Gruß
Marco
Hallo Raimund,
im Prinzip will ich mich ja auch nicht beschweren. Ich schrieb ja auch bereits, das ich ganz froh bin, das wir in D eine sehr gute medizinische Versorgung haben. Und das vor dem absetzen von der Steuer der Verdienst kommt, brauchst Du mir bestimmt nicht zu erzählen (ich muss dafür viel zu oft den Leuten den Unterschied zwischen Umsatz und Ertrag erklären). Das einzige, was mich stört ist, ist das ich immer öfter das Gefühl habe, mit den Einnahmen wird nicht verantwortungsbewusst umgegangen.
Wenn es um Gesundheit geht, kann mir persönlich der Preis nicht zu hoch sein und ich bin Gott sei Dank ja auch noch in der Lage, diese Kosten zu berappen. Ich denke da eher an Leute, die das nicht können. Aber ich denke eben auch, das bei (Beitrag und Eigenleistung zusammen) ca.10% des Jahresbrutto langsam eine gewisse Schmerzgrenze erreicht ist. Und genau das hat mit Solidarität nun garnichts mehr zu tun. Ich bezahle (egal welche Versicherung GKV,KFZ,LV etc.) immer mehr Beiträge für immer weniger Leistung. Ich denke mal, die eine oder andere Versicherung sollte mal darüber nachdenken ihren Wasserkopf zu entschlacken. Allein diese DM 10,- für Krankenhaussanierung vor ein paar Jahren war der Hammer schlechthin. Wenn ich in meiner Firma mit den Einnahmen schlampig umgehe, kann ich nicht am Ende des Wirtschaftsjahres irgendwo ankommen und die Hand aufhalten.
Wenn eine Versicherung nicht haushalten kann, hat irgendwo ein hochbezahlter Manager gravierende Fehler gemacht und ich sehe eben nicht ein, das ich für diese Fehler zahlen soll. Das zum Thema Solidarität.
Gruss Sebastian
Hallo Sebastian,
zur Finanzierung der GKV könnte man ganze Romae schreiben.
Bei der KFZ sieht es ein klein wenig anders aus: es gibt wenig Versicherung, bei der das Unterbieten so heftig ist. Da ist ein Hauen und Stechen. Die Beiträge sind teilweise am Limit. Und sogar darunter. Dass wir aber mit der Versicherungssteuer militärpolitische Abendteuer finanzieren sollen, geht mir entschieden gegen den Strich.
Und Sonderabgaben, wie die erwähnte Krankenhaussanierungsabgabe… also da brodelt es bei mir. Denn so manches Krankenhaus, das jahrelang rote Zahlen geschrieben hat, solange es der öffentlichen Hand gehörte und dann innerhalb von 2 Jahren nach Privatisierung schwarze Zahlen schreibt, das ist kein Einzelfall. Ein Krankenhaus kann effektiv und gewinnbringend arbeiten, ohne dass es dauernd Spritzen braucht.
Zu LV: hier hat sich genau das Gegenteil gezeigt: sie wird immer günstiger! Um einen Betrag x zum 65.Lebensjahr zu erhalten musste man früher wesentlich höhere Beiträge aufwenden. Das alg in der Anlagepolitik, die das Bundesaufsichtsamt f.Versicherungswesen im Auftrag der Regierung vorschrieb und überwachte. Und an der noch heute sehr oft praktizierten Art der Abschreibung von Gebäuden bei den Versicherungen.
Doch seit u.a. die böse SALI als Senkrechtstarter die fondsgebundene LV in Deutschland wie die warmen Brötchen verkauft, wollen die anderen natürlich auch was davon haben. Und siehe da, es geht auf einmal.
Kannst Du Dich noch an Zeiten erinnern, als die Banken sagten: 8-110 % Renditen? Unmöglich1 Das sind kriminelle Methoden. Und heute im Werbefernsehen? Wir machen den Weg frei für bis zu 42 % Rendite! Da spricht keiner mehr von Risiko. Obwohl gerade bei diesen Anlagen, die diese Banken anbieten, das Risiko relativ hoch ist.
Grüße
Raimund
Kurzgeschichte
Hi Sebastian!
WEr da wo nicht richtig wirtschaftet ist nicht so leicht festzumachen, denn bei dem Gesundheitsesen handelt es sich nciht um einen Markt. Dr Kunde bekommt von einem Arzt eine Leistung verschrieben, die die KK zahlt.
Das führt natürlich zu erheblichen Problemen, denn jeder will gut dabei wegkommen und wählt dabei den Weg, dies auf Kosten des im Dialog nicht beteiligten Dritten zu tun. Der dumme ist dabei i.a. der Kunde, da er von den Leistungen meistens keine Ahnung hat, sich aber versichern muß, um überhaupt etwas zu bekommen. Grundsätzlich besteht aber das Problem, mit begrenztne finaziellen Mitteln im Prinzip unbegrenzte medizinische Leistung erbringen zu müssen, wobei gerade die Diagnostik immer teuerer wird.
Zurecht wird aber beklagt, daß gerade die Vorsoge zu kurz kommt, hier könnte noch viel passieren und auch viel geholfen werden.
Unerwähnenswert ist eigentlich die steigende Überalterung unserer Gesellschaft, die nicht nur immer mehr alte Menschen hervorruft, die logischerweise auch kränjer sind, sondern de auch noch nahezu nichts verdienen. Ich will es aber dennoch tun: Solange das Solidarprinzip nicht abgeschafft ist, wird sich daran nichts ändern.
Die 10DM waren übrigens 20 und als Krankehaus-Notopfer deklariert. Eigentlich sollten die auch noch 98 und 99 gezhalt werden. Notwendig wurde das nicht (nur), weil die KH unwirtschaflich arbeit(te)n, sondern vor allem, weil der Gesetzgeber sich einem Beschluß des Bundesverwaltungsgerichtes von 93 beugte, das verfügt hatte, die Instandhaltungsmaßnahmen der KH nicht mehr von den Plegesätzen zu trennen. Daraufhin hatten die Länder ihre Zahlungen eingestellt. Da es zu keinem Konsens kam, wer denn nun wie das Geld aufbringen sollte, kam diese (zugegeben reichlich unsinnige) Regelung auf.
Gruß
Tyll
hallo
die ganzen diskussionen die geführt werden sind „nur“ die geburtswehen eines komplett neuen systems - schaut mal die usa, australien, neuseeland an - die haben dass schon lange hinter sich!
oder das britische system: da warten mehrere zehntausend alte leute auf operationen für künstliche hüftgelenke!
wer geld hat kann sich eben alles leisten was er will - den letzten beissen die hunde! (auch wenn`s unfair ist!)
da braucht man sich auch nicht wundern wenn viele sagen: keine kinder!
tschüss
matthias