KV ohne Einverständnis des Versicherten?

Hallo Experten,

meine Frage: Kann man jemanden ohne dessen Einverständnis gegen Krankheit versichern?

Die Situation: Mein Bruder ist arbeitslos, ohne eigenes Vermögen, ohne Anspruch auf Arbeitslosengeld oder Arbeitslosenhilfe und derzeit ohne Krankenversicherung. Er ist seit Jahren an einer schweren Depression erkrankt, und hat aufgrund seiner psychischen Erkrankung nach meinem Gefühl den Bezug zur Realität weitgehend verloren. Er ist nicht bereit, Sozialhilfe zu beantragen, einerseits aus Antriebsschwäche, andererseits aus Verleugnung der Situation und aus Stolz (wenn er Sozialhilfe beantragen würde wäre das ein Eingeständnis seiner Situation).

Das wichtigste ist, dass er krankenversichert ist. Erstens, damit er zumindest die Chance für eine Weiterbehandlung hat. Zweitens stellt die aktuelle Situation für meinen Vater ein hohes Risiko dar, da er als nächster Angehöriger mögliche Behandlungskosten zu tragen hätte. Falls mein Bruder lebensbedrohlich erkranken sollte, wären die Folgen nicht abzuschätzen.

Um dieses Risiko zu begrenzen suche ich nach Möglichkeiten, meinen Bruder gegen Krankheit zu versichern. Ich würde ihn gerne direkt unterstützen, möchte jedoch sicherstellen, dass meine Unterstützung tatsächlich für die KV verwendet wird und nicht in Alkohol o.ä. umgesetzt wird (meiner Beurteilung nach hat er auch ein Alkoholproblem). Deshalb stelle ich mir vor, dass die Beiträge direkt von meinem Konto abgebucht werden. Andererseits kann auch passieren, dass mein Bruder mein Angebot aus Abgrenzungsbedürfnis und Stolz rundweg ablehnt. Was dann? Besteht die Möglichkeit, ihn ohne seine explizite Einverständnis gegen Krankheit zu versichern?

Mein Plan ist, diese Woche die AOK anzurufen, das Problem zu schildern und Lösungsmöglichkeiten zu klären. Vielleicht weiß aber auch ein www-Experte hier Rat, seien es konkrete Hinweise zur rechtlichen Situation oder auch Tipps, wie ich in dieser Situation vorgehen kann. Bereits im voraus vielen Dank für Antworten.

Bernhard

hallo Bernhard,
da sehe ich nur eine einzige Möglichkeit und die ist brutal: die Entmündigung.
Kein mensch kann dazu verurteilt werden, sich beim Sozialamt zu melden. Oder sich darüber zu versichern. Hier würde übrigens das Einkommen Deines Vaters mit berücksichtigt. Hat er ein gutes Einkommen und evtl. sogar ein eigenes Haus, siehts schlecht aus mit der Sozialhilfe.
Ist Dein Bruder nicht verheiratet? Ich vermute nicht. Denn sonst wäre er familienversichert.
Vielleicht weiß Günter von der DAK einen Ausweg.
grüße
Raimund

Verständnis
Hallo Du,

Kann ich einen Bruder gegen seinen Willen versichern?

Denkst du vielleicht eher an eine Risiko-Lebensversicherung?

Er ist für meinen Vater ein hohes Risiko, da er als nächster Angehöriger mögliche Behandlungskosten zu tragen hätte.

Liebt er ihn?

Falls mein Bruder lebensbedrohlich erkranken sollte,
wären die Folgen nicht abzuschätzen.

Wenn er depressiv erkrankt?

Um dieses Risiko zu begrenzen suche ich nach Möglichkeiten,
meinen Bruder gegen Krankheit zu versichern.

Will er fort?

Ich würde ihn unterstützen.
Es kann passieren, dass er ablehnt.

Hat er Angst?

Ich will die AOK anrufen, das Problem
schildern und Lösungsmöglichkeiten klären.

Trinkst du?

Bernhard

Biggi

hallo Biggi,
hier ging´s ganz klar um Krankenversicherung. Das hat mit Liebe nichts zu tun.
Wenn kosten von 50.000 € im Jahr auf den Vater zukommen, kann die Existenz der Familie auf dem Spiel stehen.
ich könnte es mir nicht leisten, diese Rechnungen jedes Jahr hinzublättern.
Was dann?
Grüße
Raimund

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Hallo Experten,

meine Frage: Kann man jemanden ohne dessen Einverständnis
gegen Krankheit versichern?

Hallo Bernhard,

ich denke das wird nicht funktionieren. Eine private Versicherung wird, wg. des hohen Risikos, Deinen Bruder nicht freiwillig haben wollen und für die gesetztliche Pflichtversicherung sind Kriterien zu erfüllen, welche Dein Bruder nicht erfüllt.

Die AOK wird Dir da kaum helfen, kann sie doch gar nicht daran interessiert sein, ein solches neues Mitglied zu bekommen, da von vornherein feststeht, daß die Beitragsleistung in keiner Relation zum vermutlichen Aufwand stehen wird.

Ich denke Du solltest eine sogen. Betreuung für Deinen Bruder anstrengen. Der Ansprechpartner dafür wäre das Sozialamt.

Gruß
Easy

Hallo,
es geht nicht es das du für andere dies abschließt da er selbst unterzeichnen muss auch wegen der Gesundheitsfragen.
Es sei denn wie Raimund unten sagt er wäre entmündigt.
Gruß Anno

[Bei dieser Antwort wurde das Vollzitat nachträglich automatisiert entfernt]

ja?

hallo Raimund,
hier ging´s ganz klar um Krankenversicherung.

um prävention ging es. um die prävention lebensbedrohlicher krankheiten. eine hat er bis jetzt: depression. und nach den vielen problemen, von denen sein bruder erzählt, scheint er auch suizidgefährdet zu sein. aber das klärt sich am aufwandärmsten durch das abtasten seiner situation per risiko-lebensversicherung. den luxus hab ich mir mal gegönnt. sehr instruktiv war das damals, das gespräch. so lange es um geld ging. geht es aber um das tatsächliche abwenden von gefahr, also um wellness, impfungen und vorsorge-untersuchungen, dann weiß ich nicht, ob die aok der optimale gegenüber ist. die tkk hat ein modell vorgestellt, das bonuspunkte bei erfolgreicher prävention vergibt und ihre mitglieder in die therapiefinanzierung einbezieht. ich sehe darin eine gewaltige chance für selbstbestimmtes handeln als verbraucher: du kannst dann ähnlich stark in den therapieplan eingreifen wie ein privatpatient, weil der therapeut sein prozedere vor dir offenlegen und begründen muss. damit hast du eher die möglichkeit zu vergleichen und das für dich günstigste angebot auszuwählen. das ist marktkonformer als das bisherige arzt-patienten-verhältnis und erschwert ein mobbing per diagnose und damit das weitere ausgrenzen und psychiatrisieren benachteiligter.

Das hat mit Liebe nichts zu tun.

Liebe und geborgenheit geben auch sicherheit. wo sie fehlen, wirst du schneller krank.

Wenn kosten von 50.000 € im Jahr auf den Vater zukommen, kann
die Existenz der Familie auf dem Spiel stehen.

damit wird er sich aktiver an der therapie und prävention beteiligen. wenn du fernwärme nutzt, denkst du seltener über treibhauseffekte nach als beim kaminholz.

ich könnte es mir nicht leisten, diese Rechnungen jedes Jahr
hinzublättern.

eben, und wer sonst?

Was dann?

prävention, wellness und eine risiko-lebensversicherung. nur für eine schnelle mark den familienvater zu verheizen und das kind in die behinderteneinrichtung abzuschieben darf nicht standard im miteinander werden, wenn eine überalterung bis 2030 ins haus steht. sonst hat das land in ein paar jahren mehr syndrome als menschen.

Grüße

Grüße

Raimund

Geld & Papiere
Lieber Bernhard,

ohne Geld und Papiere zu leben,
ist in Deutschland schwer.

Aber dass es geht, habe ich in
http://www.lebensgut.de/Menschen.htm gesehen.

Leben und Angst ist zweierlei.

Natürlich hat jede Gruppe ihre eigenen Regeln.

Mit herzlichen Grüßen
Biggi

hallo Bernhard,
da sehe ich nur eine einzige Möglichkeit und die ist brutal:
die Entmündigung.

Die gibt es nicht mehr sondern die Möglichkeit der sogenannten gesetzlichen Betreuung. Und dazu rate ich dringend an. In der Regel läuft der Kontakt übers Sozialamt bzw. auch den örtlichen psychiatrischen Notdienst, der einen Kontakt herstellen kann. Das ganz ist „einfacher“ als es hier bisher erscheint…

Kein mensch kann dazu verurteilt werden, sich beim Sozialamt
zu melden. Oder sich darüber zu versichern. Hier würde
übrigens das Einkommen Deines Vaters mit berücksichtigt. Hat
er ein gutes Einkommen und evtl. sogar ein eigenes Haus,
siehts schlecht aus mit der Sozialhilfe.
Ist Dein Bruder nicht verheiratet? Ich vermute nicht. Denn
sonst wäre er familienversichert.
Vielleicht weiß Günter von der DAK einen Ausweg.
grüße
Raimund

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