Kybernetik Beruf/ Studium

Hi

ich habe vor kurzem etwas über Kybernetik gelesen und es sehr interessant gefunden, vorallem weil es in verschiedene Bereiche einteilbar ist. Vorallem den Technischen und Medizinischen ( vielleicht doch eher lebende Organismen) Bereich fand ich sehr interessant. Über den Technischen Kybernetik bereich hab ich zumindest etwas über das anmelde verfahren bei unis gefunden. Nun meine frage :smile: Kann man beide richtungen studieren (ok wahrscheinlich schon aber trotzdem wollte ich fragen) worinliegt in diesen studiengängen das augenmerk. In welchen Bereich/ wo speziel kann man damit arbeiten ?. UNd gibt es auserdiese beiden richtung und die geistliche bzw sprachliche richtung noch andere richtungen ?

Danke im vorraus :smile:

Sicherlich kannst du viele Richtungen vertiefen, sollte kein Problem sein. Im Moment wird vieles auf Bsc/Msc umgestellt,die Vertiefungen
liegen im Master. Von den Ingenieurwissenschaften ist die Kybernetik die
am meisten mathematisch orientierte, das Hauptaugenmerk liegt auf
wildem rumgerechne …

Gruss

Ich grüße Dich.

Kybernetik bzw. Systemtheorie war während meiner Studienzeit der große Renner und ich hörte zu diesem Lehrgebiet vergleichsweise viele Lehrveranstaltungen, philosophische eingeschlossen.

Systemetheorie ist fundamental für die Ingenieurwissenschaften und für eine gute und umfassende technisch-naturwissenschaftliche Ausbildung im allgemeinen. Die Systemtheorie wird aber vielerorts für mein Empfinden stiefmütterlich behandelt oder auf blanke Regelungstechnik heruntergebrochen. Neben der Mathematik ist die Systemtheorie aber d i e Strukturwissenschaft, d.h. es ist ein Lehrgebiet, was sich mit der Erforschung und abstrakten Beschreibung von Strukturen befaßt, und wenn Du später vielseitig arbeiten möchtest, brauchst Du profunde Kenntnisse in den beiden strukturwissenschaftlichen Fächern. Im Ingenieurstudium wirst Du den Erstkontakt im 1. Studienjahr erfahren mit Einführungsveranstaltungen zur Systembetrachtung und mit leider ziemlich einseitigen Vorlesungen zur Regelungstechnik. Da verliert sich der systematische, übergreifende Gedanke schnell im Alibiwort „System“ und man opfert viel Zeit für die Rechnereien zu Dingen wie PI-Reglern oder PT2-Systemen.

Ein richtigen Studiengang Systemtheorie bzw. Kybernetik (=technische Systemtheorie) gibt es meines Wissens nicht; für biologische Kybernetik (Der Sechs Millionen Dollar Mann) wäre ein biologisch-technisches Kombinationsstudium empfehlenswert, z.B. Bioinformatik oder Fächer mit dieser Stoßrichtung. Eine Alternative wäre ein grundanständiges Ingenieurstudium anzufangen, was in der Vertiefung (im Master) das ganze in die Biologie schiebt. Umgekehrt ginge das natürlich auch, also Biologie durchziehen und dann in die Ingenieurwissenschaften.

Mit guten Kenntnissen der Systemtheorie kannst Du außer in den Ingenieurwissenschaften und der Medizin bspw. in der Meteorologie arbeiten, Stichwort Klimamodelle oder Modelle für das Wetter, oder auch in der Politik, Stichwort systemische (=mit den Mitteln der Systemtheorie, nicht zu verwechseln mit „systematisch“) Sichtweisen auf gesellschaftliche Bereiche.

Wie bei der Mathematik ist die große Schlagkraft der Systemtheorie der hohe Abstraktionsgrad, so daß es defacto eine universelle Wissenschaft bzw. eigentlich eine Philosophie ist. Vor allem für Modellbildung und Modellbeschreibung. Weil ich oben die Politik erwähnte: Ein Beispiel für politisch/ gesellschaftlich angewandte Systemtheorie war das frühere ostdeutsche Bildungssystem, das ein durch und durch kybernetisch aufgebautes System war und von komplizierten Regelkreisen, kaskadierten Schleifen, Vernetzungsstrategien von Untersystemen, organischer Lenkung usw. regen Gebrauch machte, so daß das gesamte Bildungssystem als Zielführung von der Kinderkrippe bis zur Universität wie „aus einem Guß“ funktionierte.

Viele Grüße

Wahrscheinlich ist da ein Bachelor in Physik gut und später der spezielle Master.

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