La Priche, Cosse, Fanchon, Fadet,

Caillard und Barbeaud sind Namen von Ortschaften - die ersten beiden - und von Frauen - die mittleren - und Familiennamen - die letzten beiden - aus einem Stück der Birch-Pfeiffer.

Ich vermute eigentlich immer, dass ein/e Autor/in sich was denkt, wenn er oder natürlich auch sie den Figuren bestimmte Namen gibt.

Also vermute ich, dass die genannten Namen mit Bedacht gewählt wurden.

Für Cosse habe ich die Bedeutung „Hülse“ gefunden; in Caillard könnte "caille = die Wachtel stecken, in Barbeaud die Barbe oder etwas mit Bart; bei den anderen fehlt mir jegliche Idee.

Was würde ein Frankophoner zu diesen Namen assoziieren?

Gruß Fritz

Servus Fritz,

einige speculationes hierzu:

Caillard kling recht ähnlich mit Gaillard, welches einen etwas halbseidenen Draufgänger meint. Das Attribut „gaillard“ wird heute in seiner Doppelbedeutung „tapfer“ und „schlüpfrig“ ein wenig seltsam empfunden. Unvergesslich der Schaffner im Zug, den ich gefragt habe „et faut-il changer de train à Brive?“, und der darauf sagte: „Ouaais, à Brive - la Gaillarde!“ und sich ewig nicht mehr einkriegte, obwohl er täglich ich weiss nicht wie oft in Brive-la-Gaillarde vorbeikommt.

Cosse ist familier ganz schlicht Faulheit. Avoir la cosse, avoir la pompe = kejne Böck uff Arbejd honn. (Larousse, Dictionnaire du Francais Argotique & Populaire).

La Priche klingt wie eine prise (= Fang, Beute) auf Auvergnat. Im Gegensatz zu den Schwaben, denen das bloß dia andre Globe nachsagen, wird im Auvergnat tatsächlich jedes s und c bei Vokalnachbarschaft in ch umgeformt: „Ch’est un peu bien organiché, n’echt-che-pas?“ - Alldieweil die von Dir gegebenen Ortsnamen vielleicht in Richtung des Themas Seeräuberei deuten, eventuell ein nur lautlicher Anklang an „la Trichérie“ auf der Insel Ré: Einem Ort, dessen Einwohner von Zeit zu Zeit unweit des benachbarten Leuchtturms auf dem Felsstrand ein Feuer errichteten, um sich nachher vom Inhalt der auf die Untiefen bei der Phare des Baleines aufgelaufenen Schiffe als Strandgut zu ernähren - was ihr Recht war (das Strandgut, nicht die „trichérie“).

Fadet täte zur prise passen: Avoir son fade = seinen Anteil an der Beute haben, seinen Schnitt dabei machen (Quelle wie oben). Könnte auch eine Mischung aus fade = fad mit einer Endung wie cadet = der jüngere sein: „Klein-Fadheim“?

Mit Fanchon passe ich und gebe weiter an die, dies richtig können und selber sprechen - Hallo Yseult, wo bist Du?

Allenfalls ein Anklang an fantoche = Marionette, Puppe vielleicht?

Beiläufig: Eigentlich müsst mal wieder jemand anderes als Du selber vor der Akribie den Hut ziehen, mit der Du liesest. Daher hab ich Dir schon für die Frage, die sicherlich zur Hebung dieses Brettes gereicht (und weil Du sie magst), einen * überreicht.

Schöne Grüße

MM

Servus, Martin,

nach diesem ermutigenden Anfang, bei dem ich doch nicht allen Ausführungen folgen kann, wage ich es nun alle mir zweifelhaften Namen anzugeben.

Hier das Personal des Stückes „Die Grille“ von Charlotte Birch-Pfeiffer, die Mutter übrigens der Wilhelmine von Hillern, deren Geierwally ich gestern in einem Rutsch gelesen habe.

Ich meine schon lange, dass man sich ab einem bestimmten Alter nur noch der Trivialliteratur widmen sollte. :wink:

Aber das Personal:

_Bauern aus Cosse:

Vater Barbeaud
Mutter Barbeaud
Landry und Didier, Zwillinge, ihre Söhne
Martineau
Etienne
Collin
Pierre
Die alte Fadet
Fanchon Vivieux, ihre Enkelin
Manon, deren Pate

Bauern aus La Priche:

Vater Caillard
Madelon, seine Tochter
Susette
Mariette
Annette
Bauernmädchen und Bursche
Ort der Handlung: Cosse und La Priche,
Dörfer im südlichen Frankreich._

Madelon, Susette, Mariette und Annette sind hier wohl nicht besonders zu entschlüsseln, da es sich einfach um Nebenfiguren und Platzfüller handelt.

Ja! und „Lesen ist schrecklich!“ wusste schon Arno Schmidt ISBN 3-251-80078-7 Buch anschauen und eine gewaltig anstrengende Arbeit. Bis man z. B. eine passende Karte der Ötztaler Alpen aufgetrieben hat, um die Wege der Geierwally nachvollziehen zu können!

Dank und Gruß Fritz

Servus, Fritz:smile:
*la fanchon* ist ein Kopftuch
und zum französischen *fade(t)* fällt mir noch *reizlos* ein.
hilft das?
lieben gruss und natürlich komm ich wieder…*lächel*
jenny

Fadet, …
Servus, Jenny! :smile:

*la fanchon* ist ein Kopftuch

???

und zum französischen *fade(t)* fällt mir noch *reizlos* ein.
hilft das?

???

Fadet hat sich inzwischen als Nachname erwiesen. Und die Idee der Geschichte stammt von Gerge Sand.

und natürlich komm ich wieder…*lächel*

Das freut mich sehr! ;.) Ich bin gerade dabei, den Perutz beim „Projekt Gutenberg“ zu lancieren; samt der von Hillern und der von Eschstruth.
Das werden dann mal meine Meriten für die deutsche Literatur sein!

Fritz