Lactulose - Einsetzen der Wirkung nach Einnahme

Hallo,

meine Mutter möchte folgendes wissen:

Kann man sagen, in welchem Zeitraum nach Einnahme einer Ration Lactulose als Hilfe gegen Verstopfung mit der Wirkung zu rechnen ist? Aufgrund verschiedener Nebenwirkungen, die meine Mutter bei gelegentlicher Einnahme von Lactulose hat (Oberbauchblähungen, die bei ihr im Extremfall durch den Druck gegen das Zwerchfell zu Herzrhythmusstörungen führen können), möchte sie die Einnahme zukünftig so gestalten, dass die Wirkungen (und Nebenwirkungen) nicht grad mitten in der Nacht auftreten. Tagsüber kommt es in der Regel nicht zu so extremen Zwischenfällen, wahrscheinlich, weil sie dann nicht liegt.

Wir überlegen, ob es da Pi_x_Daumen-Werte gibt. Ich persönlich vermute ja, dass es individuell abhängig ist von der Person, den Ursachen für die Verstopfung, der Dosierung, den Einnahmeintervallen und der Gewöhnung an die Lactulose. Aber wissen tu ich’s nicht.

Natürlich könnte meine Mutter durch Versuch und Irrtum herausfinden, wie es bei ihr wirkt. Da aber die Nebenwirkungen bei ihr lebensgefährlich werden können (s.o.), wenn sie zu bestimmten Nachtzeiten auftreten, wäre ein ungefährer Zeitrahmen nützlich. So es einen gibt.

Sorry, ich weiß, das liest sich vielleicht komisch. Aber da ich hier keinen Roman schreiben will über die verzwickten Sachverhalte, muss ich stark abkürzen.

LG Barbara

Hallo Barbara,

muss es denn dann unbedingt Lactulose sein als Abführmittel? Wäre denn nicht eines dessen Wirkeintritt sich besser steuern lässt sinnvoller?
Es muss ja mehrmals am Tag genommen werden und weil es nur im Dickdarm wirkt, kann das schon eine ganze Weile dauern, bis die Wirkung dann (nach 2 Tagen +) eintritt.

Lactulose hat Herzrhyhtmusstörungen auch als mögliche -wenn auch seltene- Nebenwirkung im Beipackzettel stehen.

Ist das denn das Roemheldsyndrom was sie dann bekommt?

Wenn sie es nur von Zeit zu Zeit benötigt tuts vielleicht auch Sauerkraut, Pflaumenkur, oder eine andere Alternative?

Wenn sie etwas stärkeres benötigt aber eben nicht dauerhaft einnehmen muss, dann würde ich auf etwas zurückgreifen, was flotter wirkt und damit berechenbarer ist.

Gruß
M.

Hallo Maja,

muss es denn dann unbedingt Lactulose sein als Abführmittel?

Wäre denn nicht eines dessen Wirkeintritt sich besser steuern
lässt sinnvoller?

sie hat verschiedenes ausprobiert, immer schön vorsichtig. Flohsamen und Konsorten gehen GAR NICHT. Nahrungsmittel wie Trockenobst oder Sauerkohl auch nicht. Macrogrol (oder so ähnlich) verträgt sie nicht. Ich werde mir mal in Ruhe deinen Link unten durchlesen. Danke dafür!

Es muss ja mehrmals am Tag genommen werden und weil es nur im
Dickdarm wirkt, kann das schon eine ganze Weile dauern, bis
die Wirkung dann (nach 2 Tagen +) eintritt.

Aha, dachte ich mir fast.

Lactulose hat Herzrhyhtmusstörungen auch als mögliche -wenn
auch seltene- Nebenwirkung im Beipackzettel stehen.

Die Herzrhythmusstörungen sind wohl weniger direkte Ursache, sondern die dadurch verursachten Oberbauchblähungen, also indirekte Ursache. Weil meine Mutter Lactulose aber immer noch am Besten verträgt, überlegt sie, sich in eine Kur einzuschleichen. Unter anderem in der Hoffnung, dass die Darmflora sich an die Lactulose „gewöhnt“ und die lästigen Gasbildungen einstellt.

Ist das denn das Roemheldsyndrom was sie dann bekommt?

Super, du bist gut! Selbst einer ihrer ehemaligen Kardiologen kannte das Wort nicht. Ja, mit ziemlicher wahrscheinlich ist es das Roemheldsyndrom, auch wenn keiner diese Diagnose so recht in den Mund nehmen will.

Wenn sie es nur von Zeit zu Zeit benötigt tuts vielleicht auch
Sauerkraut, Pflaumenkur, oder eine andere Alternative?

Mit ihrer Ernährung muss sie, sehr zu ihrem übergroßen Leidwesen, sehr vorsichtig sein. Der Medikamentencocktail wegen ihrem Herz, Darmdivertikel und wahrscheinlich Vernarbungen nach ihren vielen Bauch-OPs lassen sie jeden Fehler in Form schmerzhafter Spasmen und Blähungen spüren.

Wenn sie etwas stärkeres benötigt aber eben nicht dauerhaft
einnehmen muss, dann würde ich auf etwas zurückgreifen, was
flotter wirkt und damit berechenbarer ist.

Was? Zu flott darf es halt auch nicht sein, sonst geht der Schuss nach hinten los.

Danke, du hast schon mal für neue Denkansätze gesorgt.

LG Barbara

Hallo Barbara,

indirekte Ursache. Weil meine Mutter Lactulose aber immer noch
am Besten verträgt, überlegt sie, sich in eine Kur
einzuschleichen. Unter anderem in der Hoffnung, dass die
Darmflora sich an die Lactulose „gewöhnt“ und die lästigen
Gasbildungen einstellt.

Ich befuerchte, dass man der Darmflora die Gasbildung nicht abgewoehnen kann! Die Gasbildung kommt dadurch zustande, dass bestimmt Bakterien, die im Darm leben, die Lactulose als Nahrung verwenden und „verdauen“ (die Bildung von Gasen ist dann ein Abfallprodukt dieser „Verdauung“). Solange Lactulose zur Verfuegung steht (sprich: als Medikament eingenommen wird), werden diese Bakterien Lactulose als Nahrung verarbeiten und Gase produzieren. Ein anderes Mittel mag weniger oder keine Gasbildung verursachen.

Viele Gruesse,

Marcus

Hallo Barbara,

wenn Deine Mama schon eine solche Vorgeschichte hat, dann wäre da vermutlich ein guter Gastroenterologe ein Ansprechpartner.

Sonst hätte man raten können, zu versuchen den Druck vom Bauch fernzuhalten durch gezielte Bewegung, kleine Mahlzeiten, Darmerziehung, abends nicht so spät essen und ggfs ein Mittelchen gegen Blähungen einzunehmen, aber wie gesagt, mit der Vorgeschichte ist das in einem Forum ziemlich heikel…

Gruß und gute Besserung
M.

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Hallo Maja,

wenn Deine Mama schon eine solche Vorgeschichte hat, dann wäre
da vermutlich ein guter Gastroenterologe ein Ansprechpartner.

Jain. Meine Mama hat so viele Ärzte wie Haare auf dem Kopf. Sie ist kein Ärztehopper, sondern wirklich mit vielen unterschiedlichen Baustellen behaftet. Ein Gastroenterologie ist auch immer mal wieder dabei, kann aber beim Problem Verstopfung und Nahrungsmittelempfindlichkeit nicht wirklich helfen. Weil die Ursachen halt so vielfältig sind.

Sonst hätte man raten können, zu versuchen den Druck vom Bauch
fernzuhalten durch gezielte Bewegung, kleine Mahlzeiten,
Darmerziehung, abends nicht so spät essen

Macht sie konsequent. Daran liegt es nicht.

und ggfs ein
Mittelchen gegen Blähungen einzunehmen, aber wie gesagt, mit
der Vorgeschichte ist das in einem Forum ziemlich heikel…

Jaja, der letzte Teil ist vollkommen richtig. Ich erwarte auch nicht die virtuelle Fernbehandlung mit anschließender Spontanheilung (obwohl’s so toll wäre ;]). Wir sind halt auf der Suche nach den erwähnten Mittelchen gegen Blähungen und Verstopfung. Die bisher behandelnden Ärzte kommen alle „nur“ mit den 2einhalb Standardsubstanzen mit Hauruckempfehlungen (wie z.B. Flohsamen , wenns mal gar nicht anders geht, nehmense die doppelte Menge), und meine Mutter platzt. Dann müssen wir halt mit gesundem Menschenverstand, ein wenig Sachwissen und vorsichtigem Herantasten eine eigene Vorgehensweise finden, die das Leben erträglicher macht. Dazu brauchen wir ein paar Infos, und die haben wir mit den paar Beiträgen tatsächlich schon bekommen.

Nochmal Danke bis hierher!!
LG Barbara

Hallo Marcus,

Ich befuerchte, dass man der Darmflora die Gasbildung nicht
abgewoehnen kann! Die Gasbildung kommt dadurch zustande, dass
bestimmt Bakterien, die im Darm leben, die Lactulose als
Nahrung verwenden und „verdauen“ (die Bildung von Gasen ist
dann ein Abfallprodukt dieser „Verdauung“).

Ja und nein. Klar, Abgase entstehen beim Verstoffwechseln, auch bei Bakterien. Die pupst man dann aus. ABER…

Solange Lactulose
zur Verfuegung steht (sprich: als Medikament eingenommen
wird), werden diese Bakterien Lactulose als Nahrung
verarbeiten und Gase produzieren.

…Meine Mutter nimmt bisher selten Lactulose. Ihre auf ihre ganz spezielle Ernährung eingestellte Bakterienfauna bekommt nach Einnahme einer Portion plötzlich ungewohntes Fresschen. Die meisten Bakterien verstoffwecheln die Lactulose nun irgendwie, und Winde entstehen. Wenn die Lactulose aber regelmäßig kommt, wird sich mit einer gewissen Wahrscheinlichkeit die Bakterienzusammensetzung ein wenig verschieben. Und die Bakterien werden ihren Enzymsatz, mit dem sie die Lactulose verarbeiten, umstellen und anpassen. Das wiederum wird, so hoffe ich, zu weniger Abgasen führen und die Nebenwirkung Blähungen so reduzieren.

Das oben beschriebene findet in Bakterienpopulationen, z.B. in Kläbecken mit sich verändernden Abwässern, tatsächlich so statt. Ob es aber auch im Darm in Gegenwart von Laktulose so funktioniert, weiß ich nicht. Ist ne Hoffnung.

Ein anderes Mittel mag
weniger oder keine Gasbildung verursachen.

Die Mutter sucht und probiert.

LG Barbara

Hallo Peluche,

hat Deine Mutter schon mal Karlsbader Salz versucht?

Ginge auch sehr fein geraspelte Rohkost, Kohlrabi/ Möhren/ Zwiebeln/ Sellerie, in Joghurtsauce, oder Variante? Sowas wirkt nach 6-8 Stunden, etwas unterschiedlich pro Mensch; bei Divertikeln vielleicht ganz hilfreich.

SauerkrautSAFT?

Wahrscheinlich alles schon versucht?

Viel Glück, S.I.