***lade

Hallo,

eben stillte ich mein Verlangen nach Süßem, statt wie üblich mit Schoko-lade (denn es war leider keine im Haus), mit Marme-lade.
Hauptsache süß und lecker!

Hat die Endung „-lade“ eigentlich eine Bedeutung.

Bin gespannt auf die Antworten.
Gruß Steffi

will ich auch wissen…
dann bitte gleich die komplette erklaerung fuer

schub-lade
kinn-lade
bal-lade
und nich zu vergessen die
remou-lade

gruss
khs

Hallo,

der Gleichklang Deiner beiden Beispiele ist m.E. ein Zufall, beides sind Worte mit fremdsprachigem Ursprung.

Marmelade kommt ursprünglich vom portugiesischen „marmelada“ und beschrieb mit Honig gekochte Quitten (marmelo).

Schokolade kommt aus der aztekischen Sprache Nahuatl. Die Azteken nannten das aus Kakao mit Wasser hergestellte Getränk xocolatl, was in etwa „bitteres Wasser“ heißt.

Die „Lade“ in Kinn- und Schublade ist keine Nachsilbe, sondern ein eigenständiges Wort, welches ein Behältnis beschreibt.

Gruß,

Myriam

Hallo, Myriam,

das hast du wunderbar erklärt! :smile: Glückwunsch.

Gestatte, dass ich ein paar Belege anfüge!

Nach Kluge:

_ Lade
Substantiv Femininum „Behälter“ erweiterter Standardwortschatz obsolet (13. Jh.), mhd. lade, mndd. lade, mndl. lade „Truhe“ Stammwort.
Wie anord. hlada „Scheuer“ abgeleitet von laden, also „Beladenes“. Praktisch nur noch in Komposita (Schublade, Kinnlade, Bundeslade). deutsch s. laden

Marmelade
Substantiv Femininum Standardwortschatz (16. Jh.)Entlehnung.
Entlehnt aus port. marmelada „Quittenmus“ (wohl über frz. marmelade), einer Ableitung von port. marmelo m. „Honigapfel, Quitte“, dieses aus l. melimElum n., aus gr. melímElon n., zu gr. méli n. „Honig“ und gr. mElon n. „Apfel“. Die Bedeutungsausweitung nach dem Französischen, vgl. aber ne. marmalade „Orangenmarmelade“.
Ebenso ne. marmelade, nfrz. marmelade, nschw. marmelad, nnorw. marmelade. S. einerseits Mehltau, Melasse, Melisse, andererseits Melone.
Kuntze, F. NJKA 41 (1918), 77f.;
DF 2 (1942), 75;
Jones (1976), 425.

Schokolade
Substantiv Femininum Standardwortschatz (17. Jh.)Entlehnung.
Entlehnt aus nndl. chocolade (älter: chocolate), dieses aus span. chocolate m., aus dem mexikanischen (Nahuatl) Eingeborenenwort chocolatl „Kakaotrank“.
Ebenso nndl. chocolade, ne. chocolate, nfrz. chocolat, nschw. choklad, nisl. sjókóladi, súkkuladi.
Littmann (1924), 146, 150;
Loewe, R. ZVS 61 (1933), 93-95;
DF 4 (1978), 89._

Gruß Fritz

…und überhaupt
was bedeutet dann
S-Lade?

Gruß b.

Servus,

weils so schön ist, und in memoriam Dave Hill:

http://www.thefreedictionary.com/slayed

Schöne Grüße

MM

Hallo Myriam,

die Lade als Behältnis war mir zwar klar, doch danke für deine Erklärung. Es war sehr interessant.

Gruß Steffi