Hallo Wissende,
ein Ladegerät transformiert den Strom aus der Steckdose von 220 V auf - sagen wir - 12 V, zu einem Akku. Wenn der Akku geladen ist und man den Stecker herauszieht, kann man die beiden Kontakte berühren, es passiert nichts. Eigentlich müßte man aber erwarten, dass an den Steckkontakten rd. 220 V anliegen, da das Ladegerät eigentlich die Akkuspannung auf die Netzspannung herauftransfomieren müßte. Sind, um das zu verhindern, dazu irgendwelche „Rückschlagventile“ eingebaut?
Danke für Eure Erklärungen.
Wolfgang D.
Hallo Wolfgang D.
ein Ladegerät transformiert den Strom aus der Steckdose von 220 V auf - sagen wir - 12 V, zu einem Akku. Wenn der Akku geladen ist und man den Stecker herauszieht, kann man die beiden Kontakte (des Netzsteckers) berühren, es passiert nichts. Eigentlich müsste man aber erwarten, dass an den Steckkontakten rd. 220 V anliegen, da das Ladegerät eigentlich die Akkuspannung auf die Netzspannung herauf transformieren müsste. Sind, um das zu verhindern, dazu irgendwelche „Rückschlagventile“ eingebaut?
Du hast eine sehr unklare Vorstellung von der Funktion eines Ladegerätes.
Das Ladegerät besteht aus einem Transformator, der die Wechselspannung des Netzes von 230V~ (nicht 220V~) in eine niedrigere Wechselspannung transformiert. Dieser Vorgang ist umkehrbar, das heißt, wenn Du an die Niederspannungsseite des Transformators eine Wechselspannung von sagen wir 12V~ anlegst, bekommst Du am Netzstecker eine Spannung in der Größenordnung der Netzspannung heraus.
Transformieren kann man nur Wechselspannungen!
Beim Ladegerät wird jetzt die niedere Wechselspannung mit einem Gleichrichter in eine Gleichspannung verwandelt, denn für Deinen Akku benötigst Du ja Gleichstrom. Dieser Vorgang ist nicht umkehrbar, das heißt, wenn Du an den Ausgang eines Gleichrichters eine Gleichspannung anlegst, erhältst Du auf der Eingangsseite keine Wechselspannung, sondern nix.
Der Gleichrichter wirkt also so ganz nebenbei als das „Rückschlagventil“, nach dem Du fragst.
Alles klar?
merimies
Hallo Wolfgang,
Eigentlich müßte
man aber erwarten, dass an den Steckkontakten rd. 220 V
anliegen, da das Ladegerät eigentlich die Akkuspannung auf die
Netzspannung herauftransfomieren müßte. Sind, um das zu
verhindern, dazu irgendwelche „Rückschlagventile“ eingebaut?
Erwartest du auch, dass wenn du ein Auto schiebst, der Tank wieder voll wird ?
Technische Prozesse lassen sich nicht einfach umkehren.
MfG Peter(TOO)
So einfach ist das nicht… Meine Vorredner haben dazu schon alles geschrieben.
Mit eiem Trafo kannst du nur Wechselspannung transformieren! Und da du ja eine Batterie angeschlossen hast passtiert nicht weil du Gleichspannung hast und keine Wechselwirkung entsteht.
Mit einer Elektronik kannst du aber aus Gleichspannung Wechselspannung herstellen.
Technische Prozesse lassen sich nicht einfach umkehren.
Hallo,
manche schon, manche nicht - taxifahrende Bekannte sind früher oft nachts in einsamen Gegenden kilometerlang rückwärts gefahren, damit der Kilometerzähler zurückspult…
Gruss Reinhard
Tag Wolfgang D.
Die Vorredner sagten schon fast alles. Aber nicht immer ist überhaupt ein Netztrafo drin in einem Gerät. Also:
Schwieriger als geschildert sieht die Sache noch aus, wenn das Gerät ein sog. Schaltnetzteil hat. Das erzeugt erst aus der Netzspannung eine im 3-stelligen Bereich liegende Gleichspannung (310V genau gesagt), die dann zerhackt und in einen Trafo geschickt wird. Danach Gleichrichtung.
Nach der Gleichspannung ist möglicherweise noch eine etwas größere Schaltung (elektronische Schaltung), es können dann sogar bei aufwendigen Schaltungen nochmal Trafos kommen.
Also ist einfache Umkehrbarkeit nie, nie, nie, nie, nie, nie, nie gegeben. Man beachte auch das Ohmsche Gesetz (R=U/I): Welcher Sachverhalt soll umgekehrt werden: Der mit dem Strom (I), oder der mit der Spannung (U), oder sonst etwas?
Ich hoffe, es hat etwas beim Verständnis geholfen.
Gruß,
Michael