Laengere Batterielebensdauer durch Nano?

Hallo Autokenner,

habe gehoert dass Autobatterien deren Pole mit Nano beschichtet sind laenger halten sollen.

Habe dazu auch folgendes Angebot gefunden:

http://www.yatego.com/powerundhandel/p,472b56ceb8349…

Hat jemand Erfahrung damit?

Funktioniert dies oder ist es nur Bauernfang?

Falls es funktioniert - welche Arten von Nano kann man dafuer benutzen. (Hab Nano fuer die Windschutzscheibe - kann ich dies auch auf die Batteriepole schmieren?)

Gruss und Dank

Desperado

Hi Desperado,

gestern Abend hab ich Desperado auf Vox gesehen…

im Ernst, wenn du für eine handelsübliche 45 Ah Batterie eine ganze Flasche davon brauchst, kostet dich die Batterie schon das Doppelte (1 Flasche 40 € + 1 Batterie 40 €).

Das ist wirtschaftlich doch unsinnig, oder?

Meint
BT

Hallo Desperado,

was ich dabei nicht so ganz verstanden habe: Soll man das Zeug nur in die Batterie einfüllen oder auch um die Batterie schmieren?
Obwohl - ich denke, dass das sogar egal ist :wink:

„Nano“ bedeutet übrigens soviel wie „sehr klein“. Das bezieht sich hierbei wohl auf die Flaschengröße. 37 Euro und dann braucht man mindestens 4 Flaschen pro Batterie?
Im Bezug auf die Lack- oder Scheibenversiegelung bedeutet Nano, dass die Partikel so klein sind, dass sie sich in die feinen Poren im Lack oder Glas setzen und dadurch eine wirklich glatte Oberfläche entsteht. Normaler Lack oder Glas ist dagegen auch im neuen Zustand sehr uneben.

Aber was das Zeug in einer Batterie bewirken soll? Ich meine, außer einer dicken Brieftasche beim Anbieter…

Beste Grüße
Guido

… wenn ich lesen muß, was für eine Bauernfängerei mit dem Modewort „nano“ getrieben wird.
Aber scbhauen wir uns doch mal an, was diese Popnieten auf der hp so ablaichen:

Neben der üblichen Marktschreierei (die alleine ein Grund ist, die Finger davon zu lassen) finde ich etliche Verweise auf Fußnoten - aber eben keine Fußnoten, wat soll dat denn ??
Dann geht´s richtig ab:
„…80% aller als defekt angesehenen Batterien, weisen eine Beschädigung durch Sulfatierung1) auf…!
NANO-Carbon-Partikel durchdringen diese elektrische Sperre…!
Bereits ausgesonderte Batterien werden zum Leben erweckt und erlangen meist wieder Neuwertleistungen…!..“

Soso, Nano-Carbon. Also feinverteilter Kohlenstoff. Wie fein, das verschweigt man. Elektrische Sperre, aha, es wird allerdings nichts näheres dazu erklärt. Und dann kann das Wundermittel sogar platte Batterien wiedererwecken, sozusagen ein Jesus der Elektrotechnik…

„…Geeignet für alle wiederaufladbaren Blei-Säure-Akkus…“
Gibt´s denn auch andere??

„…Rund 80% aller Batteriedefekte sind auf Sulfatierung1) zurückzuführen. Dagegen gab es bisher kein Mittel.Sulfatierung bremst die elektrische Leitfähigkeit und setzt sofort und unaufhaltsam auch bei neuen Batterien ein…“
Bereits im zweiten Satz eine schlichte … LÜGE.
Dem Blei für Akkus wird schon lange eine spezielles BaSO4 zugesetzt, welches eben das Aufwachsen der PbSO4-Kristalle verhindert, indem es Kristallisationskeime anbietet. Der nächste Satz ist leider auch nur die halbe Wahrheit, viel wichtiger ist die Oberflächenverringerung bei Kristallwachstum, aber lassen wir das, war ja wenigstens nicht falsch.
„…Black Bull™ ist erstmals in der Lage, diese Probleme dauerhaft und preiswert zu lösen. Black Bull™löst alle bestehenden Sulfatierungen der Bleiplatten und stellt die interne Leitfähigkeit wieder her.Sie stabilisiert die Verbindung der aktiven Masse mit den Stabilisierungsgittern…“
Erster Satz: Lüge, siehe oben.
Zweiter Satz: Technischer und chenmischer Schwachsinn. Sulfat, auch Bleisulfat, gehört je nach Ladezustand in eine Batterie, das zu „lösen“ ist kontraproduktiv.
Dritter Satz: Verschwurbeltes Dummgelaber ohne echten Hintergrund.

„…Eine Bleisäurebatterie enthält im Schnitt zwischen 8 und 10 Litern Flüssigkeit im Konzentrat 37% Schwefelsäure…“
Donnerwetter, ich wußte gar nicht, daß man 8-10 Liter in eine Autobatterie reinkriegt… Die Angabe „im Konzentrat“ zeigt, daß man seit der Mittelstufe keine Chemie mehr hatte…der Ausdruck alleine disqualifiziert. Entweder gebe ich eine Stoffmengenangabe oder eine Angeabe in Gewichtsprozent.

„…Diese umweltgefährdende Flüssigkeit aus den alten Batterien und dem abgenutzten giftigem Blei müssen zu Lasten unserer Umwelt teuer entsorgt werden…“
Falsch. Gerade das Recycling von Blei und H2SO4 ist ein ausgereifter und umweltschonender Prozeß.

"…Füllmengen:
Batterien der Stärke bis zu 100 Ah werden jede Zelle mit 0,20 ml befüllt, bei größeren Batterien 0,33 ml pro Zelle. "
Das ist aber schön ergiebig, man braucht ja nur sehr wenig…

„Beispiel:
Sie haben eine 200 AH Batterie mit sechs Zellen, die erforderliche Füllmenge wird wie folgt errechnet:
200 Ah x 0,33 ml = 66 ml x 6 (Zellen) = 396 ml = 4 Flaschen.
300 Ah x 0,33 ml = 99 ml x 6 (Zellen) = 594 ml = 5 Flaschen.“
JETZT läßt man die Katze aus dem Sack. Die Angaben oben gelten je Ah. Und dann kostet es richtig fett Kohle. Schöne Abzocke, nichts weiter.

Dann kommen zwei sogenannte Referenzen.
Einmal hat der TÜV geprüft. Schön für den TÜV. Was dabei rausgekommen ist, verschweigt man. Der TÜV ist nur Auftragsnehmer, der prüft auch Zyankali als Nahrungszusatz, wenne s verlangt wird. Natürlich mit entsprechendem Ergebnis, DAS wird aber meist verschwiegen. „TÜV-geprüft“ bedeutet nichts, nada, niente…
Und daß das Institut in Solingen geprüft hat uist auch toll, aber es werden nirgendwo Aussagen zur Wirkung gemacht. Nur daß man beim Anfassen der Flasche nicht tot umfällt. Daraus kann man schließen: Dieses Wundermittel schädigt nichts, außer ihre Brieftasche.

Gruß
BeLa

http://de.wikipedia.org/wiki/Bleiakkumulator#Lebensd…

… wenn ich lesen muß, was für eine Bauernfängerei mit dem
Modewort „nano“ getrieben wird.

Sehe ich genauso.
Aber an Deiner eMail Adresse sehe ich, dass Du wohl irgendwas mit der Fa. Sachtleben zu tun hast.
Und der Hammer (was für ein irrer Zufall!) ist das hier:

http://www.blackbulleuropa.de/146.html

Kläre das doch mal in Deiner Firma ab, würde mich echt interessieren!

Hallo,

ganz einfach:

  • Pole fetten
  • Dazwischen die Batterie sauber halten
  • UltraKurzstrecken meiden
  • nur benötigte Verbraucher einschalten

und sie wird richtig alt.

gruß
dennis

Hallo BeLa

Kurz gesagt, Du hast Dir viel Mühe gegeben, gute Argumente gegen teure Scheisse zu werfen.
Ob es gelingt,ich wagees zu bezweifeln

Aber Dein Beitrag ist gut.
Stern

Dass Nano ( spanisch = Zwerg ) mittlerweile gedankenlos wie BIO missbraucht wird,wollenwir hier nicht weiter vertiefen.
Gruss
Rochus

Moin,
@Desperado
In eine Blei-Batterie, geschlossener Bauart,
Standard- (Sb/Sb) wartungsarme(Sb/Ca) oder wartungsfrei(Ca/Ca) Naßbatterie(Flüssigelektrolyt),
darf außer H2O (demineralisiertes Wasser),
nichts anderes eingefüllt werden.

Alles was so an Mittelchen, die in die Batterie gefüllt werden und für viel Geld angeboten wird,
geht zu Lasten der Lebensdauer einer Batterie.
Stichpunkt dazu ist, Verunreinigung des Elektrolytes.

Sulfatierung ist für etwa 85% der Ausfälle von Blei-Säure-Akkumulatoren verantwortlich,
„Stimmt“

„Aber den Rest hat man unterschlagen“

  • die nicht mindestens einmal wöchentlich gebraucht werden.

Sulfatierung bremst die elektrische Leitfähigkeit

  • Richtig, aber:
    Je länger Sulfatierung auftritt, desto größer und härter werden die Bleisulfatkristalle.
    Die Bleisulfatkristalle werden während des normalen Ladezyklus zurück in Blei+Säure umgewandelt.
    Diese Kristalle vermindern die Kapazität der Batterie und ihre Fähigkeit, wiederaufgeladen zu werden.

und unaufhaltsam auch bei neuen Batterien ein…"

Bleisulfatierung fängt tatsächlich dann an,
wenn man die Ladespannung bei einer voll geladenen Bleibatterie wegnimmt,
durch Selbstentladung und Ruhestrom im Fahrzeug.
Die Bleisulfatkristalle werden während des normalen Ladezyklus zurück in Blei umgewandelt.
Die eigentliche Frage ist, wenn nicht alle Bleisulfatkristalle zurück in Blei verwandelt werden, wie lange es dann dauert, bis sie so hart werden, daß sie nicht mehr umgewandelt werden können.
http://www.batteryfaq.org/

Bereits im zweiten Satz eine schlichte … LÜGE.

„Leider stimmt das doch.“
Sulfatierung kann ein großes Problem für Bleibatterien sein, die nicht genutzt werden, im Regal eines Verkäufers stehen oder in einem geparkten Fahrzeug sind, besonders bei HOHEN Temperaturen.

Dem Blei für Akkus wird schon lange eine spezielles BaSO4
zugesetzt, welches eben das Aufwachsen der PbSO4-Kristalle
verhindert, indem es Kristallisationskeime anbietet.

Bariumsulfat (BaSO4) - Ein anorganischer Zuschlagsstoff für negative Bleimassen.
BaSO4 kann, wenn überhaupt, nur zu einer verringerten Selbstentladung beitragen,
wobei mir kein Hersteller bekannt ist, der es noch einsetzt.

Die Bleibatterie

mfg
W.